<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/begleitfauna/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>GARNELENHAUS</name> </author> <title>Wiki / Atom Feed</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/begleitfauna/?sRss=1</id> <updated>2026-04-29T06:50:27+02:00</updated> <entry> <title type="text">Kriebelmückenlarven </title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/kriebelmueckenlarven</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/kriebelmueckenlarven"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Wenn das kleine schwarze anfängt nervig zu werden und dann auch noch Freunde im Gepäck hat, ist garantiert die Rede von ihnen: Kriebelmücken! Aber sind sie auch für das Aquarium gefährlich? Das kucken wir uns an. 
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Einschleppen?  
  3 Nahrung/Fressverhalten  
 
  3.1 Im Aquarium  
 
  4 Fortbewegung  
  5 Fortpflanzung  
  6 Vorbeugung und Bekämpfung  
 
 
 Kriebelmücken (Simuliidae) sind kleine, fliegende Insekten, die in der Aquaristik ungebetene Gäste sind. Obwohl sie primär in der freien Natur oder im Gartenteich vorkommen, können ihre aquatischen Larven in seltenen Fällen auch in Aquarien auftauchen. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Kriebelmücken sind kleine, kompakte Insekten mit einer Körperlänge von etwa 2 bis 6 mm. Ihr Körperbau ist charakteristisch bucklig, mit einem breiten Kopf, kurzen, kräftigen Beinen und relativ kurzen, klaren Flügeln, die in Ruhestellung dachförmig über dem Hinterleib liegen. Die Färbung der erwachsenen Kriebelmücken variiert von schwarz bis graubraun. Die Larven, die im Aquarium auftreten können, sind länglich, ca. 3-15 mm lang, wurmähnlich und haben eine helle, meist grünliche bis braune Farbe. Sie besitzen am Kopf eine Art Fächer, der zur Nahrungsaufnahme dient, und eine Haftscheibe am Hinterleib, mit der sie sich an harten Oberflächen festhalten. 
   2 Wie kommt die Kriebelmückenlarve ins Aquarium? 
 In Aquarien treten Kriebelmückenlarven vor allem in Becken auf, die in der Nähe von fließenden Gewässern stehen oder in denen unbehandeltes Wasser aus natürlichen Quellen verwendet wird. Auch im Gartenteich können Kriebelmückenlarven auftreten. Diese Insekten bevorzugen sauberes, gut durchströmtes Wasser, was in Aquarien aber auch in Teichen mit starker Filterung oder Strömungspumpen ähnlich nachgebildet wird.  Die Larven heften sich oft an Steinen, Pflanzen oder dem Substrat an. Sie kommen weniger oft im typischen Aquarium vor, können aber ein Problem darstellen, wenn sie in unkontrollierten Mengen auftreten. Besonders in offenen oder nicht vollständig abgedeckten Aquarien besteht die Gefahr, dass adulte Kriebelmücken von außen einfliegen und ihre Eier im Wasser ablegen. Daher lohnt sich ein genauerer Blick auf den Standort deines Aquariums: in unmittelbarer Nähe zum Gartenteich scheint für die fliegenden Schlimmlinge auch dein Becken ganz attraktiv, weswegen Fliegengitter am Fenster eine Überlegung wert sind. 
   3 Nahrung und Fressverhalten 
 Kriebelmückenlarven ernähren sich im Aquarium hauptsächlich von feinen, organischen Partikeln, die sie aus dem Wasser filtern. Diese Partikel bestehen aus Mikroorganismen, Detritus und Algen. Die Larven besitzen am Kopf spezielle Mundwerkzeuge, die als Fächer ausgebildet sind, mit denen sie kontinuierlich Nahrungspartikel aus dem Wasserstrom herausfiltern. Dadurch tragen sie zur Reinigung des Wassers bei. Als Filtrierer heften sie sich an festen Oberflächen wie Steinen, Wurzeln oder Pflanzen im Aquarium an. Dort verbleiben sie und strecken ihre Fächer in die Wasserströmung, um Nahrungspartikel aufzufangen. Sie sind vor allem in gut durchströmten Bereichen des Aquariums zu finden, da sie auf einen konstanten Wasserfluss angewiesen sind, um ausreichend Nahrung zu erhalten. 
 Im Gegensatz zu den Larven ernähren sich die adulten Kriebelmücken anders: wie bei den meisten Mücken sind es auch hier die Weibchen, die eine Blutmahlzeit benötigen, um sich zu verpaaren, ansonsten futtern auch diese wie die männlichen Kriebelmücken Nektar. 
   3.1 Kriebelmückenlarven im Aquarium 
 Im Aquarium sind Kriebelmückenlarven meist harmlos, können aber bei massenhaftem Auftreten vor allem in Filtriererbecken können zur Nahrungskonkurrenz werden, wenn sie in großen Mengen auftreten, und das ökologische Gleichgewicht stören. Auch in Zuchtbecken oder Aquarien mit empfindlichen Arten kann eine übermäßige Vermehrung der Larven problematisch werden, da sie die Konkurrenz um Ressourcen erhöhen.  Nicht zuletzt verlassen Kriebelmücken das Aquarium als adulter Nervling, der voraussichtlich seine erste Blutmahlzeit sucht. Dass Kriebelmückenlarven im Aquarium mit Fischbesatz lange überleben, ist eher die Ausnahme, für gewöhnlich werden sie als willkommener Snack betrachtet. 
 Dass du dein Aquarienwasser pflegen solltest, ist kein Geheimnis, aber du kannst auch noch weitere Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass, vor allem in den Sommermonaten, blinde Passagiere das Becken erobern. Eine Aquarienabdeckung ist eine durchaus lohnende Sache, sowohl gegen das Eindringen von außen als auch gegen das versehentliche Entfleuchen deiner Schützlinge. Regelmäßige Wasserwechsel, eine Filtration mit feinen Filtermedien und eine Reduktion der Nährstoffeinträge tragen ebenfalls dazu bei, dass Kriebelmücken eher fernbleiben. 
   4 Fortbewegung 
 Kriebelmückenlarven sind an das Leben in fließendem Wasser angepasst und verfügen über eine besondere Fortbewegungsweise. Sie bewegen sich kriechend entlang von Oberflächen im Aquarium, indem sie ihre muskulöse Körperform nutzen. Mithilfe ihrer Haftscheibe am Hinterleib verankern sie sich sicher an Steinen, Pflanzen oder anderen festen Strukturen. Wenn sie sich fortbewegen möchten, lösen sie die Haftscheibe kurzzeitig und ziehen den Körper nach vorne, um sich dann erneut festzuheften. Dieser Prozess erinnert an die Bewegung von Raupen und ist ideal für das Überleben in stark strömenden Bereichen, wo sie dennoch in der Lage sind, gezielt Nahrungspartikel zu filtern. 
   
 Die Fähigkeit der Larven, sich in stark strömendem Wasser zu verankern und dennoch gezielt zu bewegen, ist ein Schlüsselmerkmal für ihr Überleben. Es ermöglicht ihnen, in Habitaten zu überleben, die für viele andere aquatische Insektenlarven zu herausfordernd wären. In Aquarien mit starker Strömung nutzen sie diese Fortbewegungsstrategie, um sich in nährstoffreichen Bereichen niederzulassen und effizient Nahrung aufzunehmen. 
   5 Fortpflanzung 
 Die Weibchen legen nach der Paarung ihre Eier in großen Mengen, oft in Bündeln, auf festen Substraten wie Steinen, Pflanzen oder an der Wasseroberfläche ab. Ein Weibchen kann mehrere hundert Eier produzieren. Die Eier sind klein und klebrig, sodass sie fest an der Oberfläche haften, selbst in schnell fließendem Wasser. Im Aquarium kann dies bei entsprechender Strömung und Wasserqualität ebenfalls geschehen, deswegen kann hin und wieder ein prüfender Blick auf deine Aquarienumgebung nicht schaden. 
 Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen die Larven, die sofort beginnen, sich an festen Oberflächen im Wasser festzuheften. Diese aquatische Phase kann mehrere Wochen bis Monate dauern, abhängig von der Wassertemperatur und den verfügbaren Nahrungsressourcen. Die Larven durchlaufen mehrere Häutungen, bevor sie das Puppenstadium erreichen, das ebenfalls unter Wasser stattfindet. Die Larven spinnen sich dabei in einen Kokon ein, der an einer festen Unterlage im Wasser befestigt ist. In diesem geschützten Zustand entwickeln sie sich zu adulten Mücken. Dieser Prozess dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. 
 Nach der Entwicklung brechen die adulten Kriebelmücken aus dem Kokon und steigen an die Wasseroberfläche auf, um ins freie Umfeld zu fliegen. Die adulten Mücken sind auf der Suche nach Blutmahlzeiten, die sie für die Produktion der nächsten Generation benötigen. In einem Aquarium ist dies allerdings selten relevant, da die Bedingungen für die Eiablage und die Nahrungsaufnahme durch die adulten Mücken in der Regel nicht ideal sind. 
   6 Kriebelmückenlarven im Aquarium verhindern und loswerden 
 Neben einem regelmäßigen Wasserwechsel, um unter anderem die Nährstoffkonzentration zu reduzieren, hast du auch noch weitere Möglichkeiten, Kriebelmückenlarven im Becken zu verhindern. Wie eingangs beschrieben solltest du die Aquarienumgebung prüfen, gegebenenfalls Fliegengitter installieren und das Aquarium abdecken. Ein leistungsstarker Filter, der das Wasser wirklich gut aufbereitet, kann dich ebenfalls unterstützen, auch hier solltest du dessen regelmäßige Wartung nicht vernachlässigen. 
 Last but not least spielt auch die Wasserherkunft eine Rolle. Wenn du „Draußenwasser“ verwendest, wie etwa aus Quellen oder Regenwasser, kann es sein, dass du dir dabei eine Ladung der Nervlinge selbst ins Aquarium kippst. Besser ist es, wenn du aufbereitetes und gefiltertes Wasser verwendest. Solltest du Larven entdecken, kannst du sie manuell entfernen, meist klappt das mit dem Wasserwechselschlauch, es kann aber auch sein, dass du mit einer Pinzette nachhelfen musst. Es existieren zwar diverse „Anti-Kriebelmücken-Mittelchen“ auf dem Markt, die man ins Wasser geben kann, allerdings solltest du hier im Hinterkopf behalten, dass unter Umständen auch deine anderen Wirbellosen dann in Mitleidenschaft gezogen werden. 
                ]]> </content> <updated>2024-09-27T00:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Süßwasser-Borstenwurm</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/suesswasser-borstenwurm</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/suesswasser-borstenwurm"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Süßwasser-Borstenwürmer sind wirklich sehr seltene Gäste im Aquarium - ganz anders als in der Meerwasseraquaristik. Die meisten im Süßwasseraquarium gefundenen Würmer gehören tropischen Arten an und werden mit Pflanzen eingeschleppt.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebensstrategien  
  7 Reduzieren?  
 
 
 Der Süßwasserborstenwurm gehärt zur Familie der Nereididae. Die Ordnung der Vielborster oder Polychaeta sind eine Klasse im Stamm der Ringelwürmer (Annelida, sie sind also ganz weitläufig mit den  Wenigborstern (Oligochaeta)  verwandt. Im Aquarium sind Süßwasser-Borstenwürmer extrem selten. Meist handelt es sich bei den Würmern, die gerne mit Aquarienpflanzen eingeschleppt werden, um tropische Arten. Achtung: Die Borsten sind extrem hart und dringen leicht in die menschliche Haut ein, wo sie abbrechen und für Entzündungen sorgen können - also bitte nicht anfassen! Die mangrovenbewohnende Art  Tylorrhynchus heterochaetus  gilt in ihrer Heimat Vietnam bei entsprechender Zubereitung als Delikatesse. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Süßwasser-Borstenwürmer sind weltweit in Flüssen und Seen verbreitet. Im Aquarium findet man vorwiegend tropische Würmer aus Südostasien, die als Blinde Passagiere zusammen mit Wasserpflanzen importiert wurden. 
 Wie alle Ringelwürmer sind Süßwasser-Borstenwürmer deutlich in Segmente unterteilt. Sie lassen sich auch mit bloßem Auge gut erkennen, weil an jedem Segment ein Paar auffällig dicke und lange Fortsätze sitzen, an denen wiederum unzählige feine Borsten sitzen. Diese Form macht die Borstenwürmer nahezu unverwechselbar und einfach zu bestimmen. Sie wirken ein bisschen wie Hundertfüßler. 
   
 Ihr Körper ist lang und verhältnismäßig breit, der Querschnitt ist relativ stark abgeflacht. Die üblicherweise im Aquarium vorkommenden tropischen Süßwasser-Borstenwürmer werden bis 20 cm lang und bis 2 cm breit. Jungtiere sind natürlich entsprechend kürzer und weniger breit. 
 Die üblicherweise im Süßwasseraquarium auftretenden Borstenwürmer sind beige bis hellrosa und haben einen sehr gut sichtbares rötliches dorsales Blutgefäß, das sich S-förmig entlang der Körpermitte schlängelt. Die Nereididae gehören zu den Würmern, die als Blutfarbstoff das rote Hämoglobin besitzen, das ihnen hilft, auch in relativ sauerstoffarmer Umgebung zu überleben. 
 Am Kopf sitzen kurze paarige Antennen, mit denen sich die Würmer in ihrer Umwelt orientieren. Des weiteren befindet sich hier der Schlund (Pharynx), der bei Bedarf ausgeklappt werden kann. Er besitzt ein Kieferpaar und ist mit Zähnen ausgestattet. 
   
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Süßwasser-Borstenwürmer sind Allesfresser und geschickte Jäger. Sie bevorzugen weichhäutige Beute wie anderen Würmer oder Insektenlarven, auch Detritus wird gefressen. Im Aquarium greifen sie auch auf übrig gebliebenes Fischfutter oder Garnelenfutter zurück. 
   2.1 Süßwasser-Borstenwürmer im Wirbellosenaquarium 
 Über Übergriffe auf Garnelen, Schnecken oder Zwergkrebse und große Flusskrebse ist nichts bekannt. Denkbar wäre, dass Süßwasser-Borstenwürmer von Krebsen oder Krabben gefressen werden. 
   3 Fortbewegung 
 Süßwasser-Borstenwürmer können sehr gut schwimmen. Ihre Schwimmweise ist typisch: Sie schlängeln sich S-förmig durch das Wasser und werden dabei erstaunlich schnell. Auch kriechend sind Süßwasser-Borstenwürmer unterwegs. Sie gleiten nicht auf einem Schleimfilm, sondern drücken sich mit Hilfe ihrer Borsten vorwärts. Sie sind auch geschickte Gräber und buddeln sich in Rekordgeschwindigkeit in lockeres Substrat ein. 
   4 Fortpflanzung 
 Süßwasser-Borstenwürmer sind getrennt geschlechtlich, nur ganz wenige Arten sind Zwitter. Die Befruchtung der Eier geschieht außerhalb des Körpers. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen Larven, die frei im Wasser schwimmen und sich nach und nach zu Würmern entwickeln. 
   5 Wie kommt der Süßwasser-Borstenwurm ins Aquarium? 
 In den meisten Fällen schleppt man sich Süßwasser-Borstenwürmer als Beifahrer in konventionell erzeugten tropischen Aquarienpflanzen aus dem Handel ein. Ebenfalls denkbar wäre eine Einschleppung durch Substrat oder Dekoration aus bereits besiedelten Aquarien. 
   6 Überlebensstrategien 
 Süßwasser-Borstenwürmer können sich auch aus kleinsten Teilen regenerieren, wenn Stücke abgetrennt werden. Außerdem sind die harten Borsten ein guter Schutz vor Fressfeinden. Die Würmer leben überwiegend im Boden und sind schnelle und geschickte Gräber, die sich bei Bedrohung in Sekundenschnelle in den Boden wühlen können oder überraschend flink wegschwimmen. 
   
   7 Muss man Süßwasser-Borstenwürmer reduzieren? 
 Süßwasser-Borstenwürmer leben zwar räuberisch, schaden aber Fischen, Garnelen und anderen Krebstieren oder Schnecken im Aquarium nicht. Da sie nicht zur Massenvermehrung neigen, muss man eigentlich nichts gegen die seltenen Gäste im Aquarium unternehmen. Häufig hat man ohnehin nur ein einziges Exemplar, eine Vermehrung im Aquarium ist dann ausgeschlossen. Wer trotzdem absammeln möchte - bitte nicht anfassen, die Borsten können auf nackter Haut starke Schmerzen verursachen! 
                ]]> </content> <updated>2021-01-13T00:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Wasserassel</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasserassel</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasserassel"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Wasserasseln sind kleine Krebstiere, die im Aquarium eher weniger häufig auftreten, aber durchaus ihren Nutzen in dem kleinen Ökosystem im Glas haben. Sie sind gute Resteverwerter, und ihr etwas gruseliges Aussehen sollte nicht über ihre Nützlichkeit hinwegtäuschen.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Wasserasseln entfernen  
 
 
 Im Aquarium sind Wasserasseln weniger häufig zu sehen als zum Beispiel  Mexikanische Flohkrebse , ihr typisches Aussehen macht sie eigentlich auch zu einem gut zu identifizierenden Aquariengast. Die Wasserassel wird von Fischen gerne gefressen, weshalb man sie eher in reinen Wirbellosenaquarien entdeckt als im Gesellschaftsaquarium mit tropischen Fischen. Allerdings können in der Natur gefangene Wasserasseln die Kratzerkrankheit an Fische übertragen, wenn sie Kratzwürmer in sich haben. 
 In Mitteleuropa ist die gut angepasste Wasserassel keine gefährdete Art. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Bei der Wasserassel ( Asellus aquaticus ) handelt es sich um eine mitteleuropäische Asselart, die im Süßwasser beheimatet ist. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der Aquaristik auch andere Arten von Wasserasseln tummeln, die ursprünglich aus Asien stammen und mit Wasserpflanzen eingeschleppt wurden. 
 Wasserasseln leben in der Natur in Tümpeln, Teichen und Flüssen, häufig in sehr nährstoffreichem, organisch belastetem Wasser, teilweise auch im Brackwasser der Flussmündungen. Sie bevorzugen dabei Bereiche mit wenig bis keiner Strömung. 
 Wasserasseln gelten als Zeigertiere für eine hohe organische Wasserbelastung und haben einen Saprobienindex von 2,8 - was sie zum Leitorganismus für die Gewässergüte III macht (stark verschmutzte Gewässer). 
 Auch in Wasserleitungen können Wasserasseln in großer Zahl einwandern und das Leitungsnetz besiedeln, vor allem, wenn das Leitungswasser bereits organische Belastungen aufweist. Bei Massenvorkommen stellen die Wasserasseln für den Wasserversorger durchaus ein Problem dar, weil die Leitungen durch sie sogar verstopfen können. 
   
 Die Wasserassel gehört zu den Ranzenkrebsen und ist mit den Flohkrebsen weitläufig verwandt. Ihr Körper ist stark abgeplattet, die typische Färbung ist graubraun mit einem dunkleren Längsband auf dem Rücken. Die Beine sind häufig geringelt.  Asellus aquaticus  hat drei klar abgegrenzte Körperregionen: Kopf, Rumpf und der mit dem Schwanzfächer zum Pleotelson verschmolzene Hinterleib. 
  Asellus aquaticus  hat sieben Laufbeinpaare (Pereiopoden), am ersten Beinpaar sitzt eine Schere, die der Wasserassel zum Zerkleinern der Nahrung dient. Am Kopf (im Bild rechts) sitzen ein schwarzes Augenpaar und zwei Antennenpaare, ein sehr kurzes und ein langes. Am auffallend breiten Hinterleib (im Bild links) sind Uropden ausgebildet, die auf den ersten Blick ebenfalls wie Antennen aussehen. Weibliche Wasserasseln werden zwischen 8 und 15 mm groß, die Männchen werden mit 12-20 mm etwas größer. 
   
 Weil man nicht sicher sagen kann, dass alle Wasserasseln in der Aquaristik der bei uns heimischen Art  Asellus aquaticus  angehören, dürfen im Aquarium gefundene Asseln nicht ausgesetzt werden, um keine Faunenverfälschung zu riskieren. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Wasserasseln sind Restefresser, sie ernähren sich überwiegend von organischen Abfällen/ Detritus, Futterresten,  Algen  und  Algenbelägen ,  Biofilmen  und Pflanzenresten. 
 Im Aquarium sind sie als Putztrupp und Resteverwerter bei einigen Züchtern sogar sehr gerne gesehen. Ein Übermaß an Futter kann zu einer Massenvermehrung führen 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
  Asellus aquaticus  stellen im Garnelenaquarium in normaler Populationsdichte absolut keine Gefahr für Zwerggarnelen dar. Die agileren Garnelen setzen sich gegen die kleinen Ranzenkrebse in der Regel problemlos durch. 
   3 Fortbewegung 
 Die eher träge wirkenden Wasserasseln krabbeln über den Bodengrund oder auf Pflanzen und der Aquariendeko. Gerne sitzen die kleinen Krebstiere in strömungsarmen Bereichen. Werden sie sehr stark gestört, können sie auch schwimmen und sind bei Gefahr überraschend schnell. 
   4 Fortpflanzung 
 Die Wasserasseln der Gattung  Asellus  sind getrennt geschlechtlich. Nach der Reifehäutung des Weibchens sitzt das Männchen bis zu einer Woche lang auf dem Weibchen auf, zusammen krabbeln die Krebstiere so durchs Becken. Nach der Paarung packt das Weibchen bis zu 100 Eier in seine Bruttasche, die sie mit sich trägt, bis nach 3-6 Wochen die jungen Wasserasseln schlüpfen, die aussehen wie kleine Kopien ihrer Eltern. Um wachsen zu können, müssen sich Wasserasseln wie alle Krebstiere häuten. 
   
   5 Wie kommt die Wasserassel ins Aquarium? 
 Wasserasseln schleppt man sich entweder mit Tümpelfutter aus der Natur oder (im Garnelenaquarium häufiger) mit Aquarienpflanzen ein. Sie sitzen gerne in  Mooskugeln , aber auch in den Blattachseln anderer Pflanzen. Auch mit Aquariendekorationen aus bereits mit  Asellus  sp. besiedelten Becken kann man sie ins Aquarium holen, oder natürlich, indem man sie bewusst als Lebendfutter für die Fische verwendet oder als Putztrupp ins Garnelenaquarium einbringt. In den 90er-Jahren sah man in den Aquarien japanischer Bienengarnelen-Züchter sehr häufig Wasserasseln, die bewusst als Resteverwerter genutzt wurden. 
   6 Überlebenstechniken 
 Wasserasseln graben sich im Unferschlamm ein, wenn das Gewässer auszutrocknen droht, und sind denkbar robust und anpassungsfähig gegenüber organischer Wasserverschmutzung und unterschiedlicher Wasserwerte. 
   7 Muss man Wasserasseln entfernen? 
 Parasitenfreie  Asellus  sp. lassen sich in einem Gesellschaftsaquarium mit Fischen recht gut als dauerhafte Quelle für Lebendfutter nutzen. Im reinen Garnelenaquarium nützen sie mehr, als sie schaden, weil sie sich um potentiell gammelnde Reste kümmern und dadurch die Wasserbelastung niedrig halten. 
 7.1 Wasserasseln in Aufzuchtaquarien für Fische 
 Im Jahr 2022 erschien eine spannende Studie zum Fressverhalten von Wasserasseln in Aufzuchtaquarien mit dem Titel &quot;Removal of dead fish eggs by  Asellus aquaticus  as a potential biological control in aquaculture&quot; von Balázs Kucska et.al. 
 Demnach können Wasserasseln ganz klar zwischen toten und befruchteten Eiern von Zebrafischen unterscheide und fressen nur die unbefruchteten Eier. Bei Laichverpilzungen fressen sie gezielt den Pilz von befruchteten Eiern weg. Fischlarven werden ebenfalls in Ruhe gelassen. 
                ]]> </content> <updated>2021-01-11T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Moostierchen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/moostierchen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/moostierchen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Süßwasser-Moostierchen sind ausgesprochen seltene Gäste im Aquarium, die nicht einfach zu pflegen sind. Diese wirklich sehr hübschen und fedrig-eleganten kleinen Tiere leben in Kolonien und werden leider häufig mit Hydren verwechselt.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Reduzieren?  
 
 
 Moostierchen sind vielzellige, meist koloniebildende Wassertiere und werden auch Bryozoa genannt. Die kleinen Einzeltiere sehen zwar ähnlich aus wie  Glockentierchen ,  Trompetentierchen  oder  Zoothamnien , sie sind jedoch nicht näher mit diesen Aufsitzern verwandt. Einzelne Moostierchen kann man bei flüchtigem Hinschauen auch mit  Süßwasserpolypen oder Hydren  verwechseln, schaut man genauer hin, sieht man jedoch deutliche Unterschiede in den Strukturen - die Tentakelkrone der Moostierchen hat viel mehr &quot;Arme&quot; als eine Hydra, und sie sind zudem anders angeordnet. Auch trifft man Moostierchen so gut wie niemals alleine an, während Hydren keine Kolonien bilden. Beim Anfassen fühlen sich Moostierchen überraschend fest an. Im Herbst und Winter sterben die Moostierchen-Kolonien in der Natur ab. Sie überwintern mit Hilfe von Überwinterungsstadien, ähnlich wie  Süßwasserschwämme . 
   1 Aussehen und Vorkommen 
  Ein einzelnes Süßwasser-Moostierchen nennt man auch Zooid, eine Kolonie von Bryozoa wird als Zoarium bezeichnet. Ein Einzeltier besteht aus einem weichen Körper, der bei Süßwasser-Moostierchen von einer härteren Schale aus Chitin umgeben ist. Moostierchen im Meerwasser haben dagegen häufig eine Schale aus Kalk. 
 In der Nähe des Mundes befinden sich die typischen U-förmigen, fedrig aussehenden und leicht nach außen gebogenen Tentakel, auf denen im Unterschied zu Hydra keine Nesselzellen sitzen - Moostierchen &quot;brennen&quot; nicht. Die Tentakelkronen werden ca. 0,5-1,5 mm hoch. Die sehr filigranen Strukturen der Tentakel sind weißlich transparent. Die Tentakelkrone kann mit Hilfe von Muskeln schnell eingezogen werden. 
  Die Tentakel der Moostierchen sitzen am oberen Ende eines langen und verhältnismäßig dicken Stieles. Die recht zähen Stiele der Moostierchen-Kolonie werden von weiteren, hoch spezialisierten Tieren gebildet.&amp;nbsp; Die Stiele einer Kolonie Süßwasser-Moostierchen können je nach Art der Bryozoen rötlich, weißlich oder bräunlich aussehen. 
 Arten aus dem Stamm der Bryozoa findet man praktisch weltweit vom Süßwasser bis zum Meerwasser. Moostierchen sind im Aquarium eher selten zu finden, in Seen und anderen stehenden Gewässern, seltener in Fließgewässern dagegen sieht man häufig beeindruckend große Kolonien mit einem Gewicht von über 1 kg und einer Länge von über 20 cm. Diese Kolonien wirken wie ein heller Moosbelag auf dem meist harten und festen Untergrund (daher der Name). 
 Im Aquarium bleiben Moostierchen-Kolonien in der Regel sehr viel kleiner, weil die Tierchen vor allem in gefilterten Aquarien deutlich weniger Futter finden. Moostierchen sind außerdem ziemlich lichtscheu und bevorzugen eher schattige Ecken, was sie im Aquarium nochmals schwerer auffindbar macht. 
 Kolonien der Süßwasser-Moostierchen bilden unter Wasser einen schwammigen oder gallertartigen, andere Arten einen krustenartigen oder fadenartigen Überzug. Moostierchen-Kolonien sitzen auf besonders gerne auf Pflanzenstängeln und Blättern, auf Steinen, an der Unterseite von Seerosenblättern, auf in Wasser hängenden Zweigen oder generell auf Schwemmholz. 
   
 Häufig kommen im Süßwasser die Gattungen  Cristatella  und  Plumatella  vor. Süßwassermoostierchen gehören in die Klasse Phylactolaemata, auch Lophopoda genannt. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Die sessilen Moostierchen fressen sämtliche feinen Schwebeteilchen, Mikroorganismen und Algen, die sich in ihren Tentakeln verfangen. Auf den Tentakeln sitzen Cilien (Härchen), die ständig in Bewegung sind und Nahrung herbeistrudeln. 
 In nährstoffreichem, ungefiltertem Aquarienwasser mit größeren Einzellern wie Pantoffeltierchen oder Rettichtierchen, kleinen  Cyclops-Arten  oder einer  Algenblüte  können sich Moostierchen recht gut halten. 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
 Moostierchen sind unschädliche Kommensalen, die weder Garnelen, Schnecken, Muscheln noch Krebsen schaden. 
   3 Fortbewegung 
 Die nach sexueller Fortpflanzung entstehenden Larven der Süßwasser-Moostierchen schwimmen aktiv, und teilweise haben auch die Überwinterungsstadien (Statoblasten) Schwimmvorrichtungen, sie lassen sich jedoch passiv verdriften. 
 Die Tentakelkronen der Süßwasser-Moostierchen können bei Störung ruckartig eingezogen werden. Diese Bewegung setzt sich wie eine Welle über die ganze Kolonie fort. Das Ausfahren dagegen geht eher langsam vonstatten. 
   4 Fortpflanzung 
 Süßwasser-Moostierchen vermehren sich vorwiegend durch Sprossung, sie können sich aber als Zwitter auch selbst beziehungsweise gegenseitig befruchten und eine schwimmende Larve entlassen. Diese Larve bildet bereits eine Kleinstkolonie. Wenn sie sich festgesetzt hat, beginnt sie, sich asexuell durch Sprossung zu vermehren und so die Kolonie zu vergrößern. Je nach Nahrungsangebot kann dies recht schnell gehen, die Kolonien können je nach Art im Lauf des Sommers eine beeindruckende Größe und ein Gewicht von über 1000 Gramm erreichen. 
 . Am unteren Ende der Einzeltierchen bilden sich linsenförmige mit Hartsubstanz umgebene Statoblasten (hier im Bild eine Statoblaste von  Cristatella mucedo):  Sie stellen das Überwinterungsstadium der Kolonien dar, die im Herbst bis Winter absterben. Die harte Hülle schützt die Statoblasten der Süßwasser-Moostierchen zuverlässig vor Frost und auch vor Trockenheit. 
 Die Statoblasten haben typischerweise Haftvorrichtungen, die wie kleine Häkchen aussehen. Mit ihnen können sie sich am Untergrund festsetzen. Manche Arten besitzen Statoblasten mit einem &quot;Schwimmring&quot; aus luftgefüllten Zellen, diese Überwinterungsstadien nennt man auch Flottoblasten. Sie werden mit der Strömung verdriftet, so erobern die Moostierchen neue Territorien. Nicht schwimmfähige Statoblasten siedeln sich dagegen in der Umgebung der alten Kolonie an. 
 Die Statoblasten der Süßwasser-Moostierchen setzen sich auf hartem Untergrund fest, und im nächsten Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen wieder steigen, &quot;schlüpfen&quot; die ersten Larven der Moostierchen, die in der Folge wieder zu einer Kolonie heranwachsen. 
    5 Wie kommen Moostierchen ins Aquarium? 
 Moostierchen kommen mit Naturmaterialien oder mit Materialien aus einem besiedelten Aquarium ins Aquarium. Besonders gerne sitzen die Kolonien auf Pflanzen, Holz oder Steinen. Selten können auch Statoblasten aus austrocknenden Gewässern als Teil des Staubes ins Aquarium gelangen. 
   6 Überlebenstechniken 
 Moostierchen überwintern in Form von Statoblasten, ihrer Winterform. Sie sind durch eine harte Hülle gut geschützt und überstehen auch kalte Temperaturen oder Austrocknung. Im Bild unten sind sie als kleine dunkelbraune Scheiben zu erkennen. 
 Die Einzeltiere vieler Arten können sich zudem mit einem Operculum schützen, einem kleinen Deckel aus Chitin, den sie über ihre Öffnung stülpen können, wenn sie ihren Tentakelkranz eingezogen haben. 
   
   7 Moostierchen eindämmen 
 Moostierchen sind im Aquarium sehr unproblematisch, können allerdings auf eine hohe Keimdichte im Aquarium hinweisen. In unserem Wiki-Artikel  &quot;Die Keimdichte senken&quot;  geben wir Hinweise, wie man die Keimbelastung im Aquarium senken kann. Indirekt gehen dadurch auch die Moostierchen zurück. 
                ]]> </content> <updated>2020-08-15T00:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Wasser-Regenwurm</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasser-regenwurm</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasser-regenwurm"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Sie sehen Glanzwürmern sehr ähnlich, sind aber etwas dicker und haben einen anders geformten Hinterleib: die wasserlebenden Regenwürmer der Art Eiseniella tetraedra sind zwar sehr weit verbreitet, aber fliegen ziemlich unter dem Radar.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überleben  
  7 Reduzieren?  
 
 
 Dauerhaft unter Wasser lebende Regenwürmer der Art  Eiseniella tetraedra  sehen  Glanzwürmern  sehr ähnlich, sie werden aber etwas größer, und ihr Hinterleib hat einen eher viereckigen Querschnitt.  Eiseniella tetraedra  stellt ein exzellentes Lebendfutter für größere Fische und Krebse im Aquarium dar. Diese Art ist die einzige in der Gattung  Eiseniella . Die wasserlebenden Regenwürmer gehören zur Familie der Lumbricidae.  Eiseniella tetraedra  hat keinen wirklichen deutschen Trivialnamen, seinen wissenschaftlichen Namen könnte man grob als Kleinen Viereckigen Regenwurm übersetzen.  Eiseniella tetraedra  gehört zu den  Wenigborstern (Oligochaeta) . 
 Junge aquatische Regenwürmer sehen nicht nur Glanzwürmern, sondern auch  Tubifex  ziemlich ähnlich. Sie besitzen den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der ihnen die rötliche Farbe gibt.  Eiseniella tetraedra  gehört zu den euryöken Arten, was heißt, dass sie mit sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen zurechtkommen. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Die ca. 2-4 mm dicken Regenwürmer werden 2 bis 8 cm lang. Durch ihren roten Blutfarbstoff ist ihre Haut braunrot, braun, ziegelrot oder rötlich gefärbt. Auch gelbliche, grünliche oder mehr oder weniger transparente Formen gibt es. Der dunkelrote Darm scheint bei manchen Exemplaren durch die Haut. Sie sehen landlebenden Kompostwürmern sehr ähnlich. Ihr Hinterleib ist ab dem Gürtel oder Clithellum im Querschnitt jedoch sichtbar viereckig geformt, das unterscheidet sie auch deutlich von den ansonsten recht ähnlich aussehenden  Glanzwürmern . 
 Wie alle Wenigborster zeigt  Eiseniella tetraedra  deutliche Segmente - geschlechtsreife Wasser-Regenwürmer haben etwa 90 Segmente und bilden ein Clitellum aus, den regenwurmtypischen Gürtel, der sich ungefähr beim 20.-25. Segment befindet. An jedem ihrer Segmente sitzen kurze Borstenpaare. 
  Eiseniella tetraedra  kommt sowohl dauerhaft im Süßwasser als auch in nassen Umgebungen wie sehr feuchtem Moos vor, wo man sie ganzjährig antrifft. Sie sind weltweit in ganz unterschiedlichen Habitaten verbreitet, man nimmt jedoch an, dass sie ihren Ursprung auf dem Balkan haben. Ihr roter Blutfarbstoff erlaubt ihnen den Aufenthalt in recht sauerstoffarmen Gewässern. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Alle hämoglobinführenden Oligochaeten und damit auch  Eiseniella tetraedra  gehören zu den Nützlingen im Aquarium. Sie ernähren sich von verrottenden Pflanzenresten und anderem Detritus. Algen, Biofilme, Bakterien und Futterreste gehören ebenfalls zu ihrem Futterplan. 
 Finden  Eiseniella tetraedra  viel Futter, zum Beispiel nicht verwertetes  Garnelenfutter oder Fischfutter , sehr viele abgestorbene Pflanzenreste etc., erhöht sich ihre Reproduktionsrate, jedoch ist über eine Massenvermehrung in Aquarien nichts bekannt. Man kann  Eiseniella tetraedra  gezielt als Lebendfutter züchten. 
   2.1&amp;nbsp; Eiseniella tetraedra  im Wirbellosenaquarium 
 Verschiedene Krabben, Zwergkrebse und größere Flusskrebse nehmen  Eiseniella tetraedra  als willkommenes Lebendfutter gerne an. Auch für bodenwühlende Fische wie Panzerwelse sind  Eiseniella tetraedra  eine gute Futterquelle. Mit etwas Glück kann man sie im Aquarium als dauerhafte Lebendfutterquelle etablieren. 
 Im Garnelenaquarium sind  Eiseniella tetraedra  vollkommen unbedenklich. 
   3 Fortbewegung 
  Eiseniella tetraedra  schieben sich mit ihren Borsten über den Grund vorwärts, sie kriechen regenwurmtypisch eher ruckartig, nicht gleitend wie   Planarien .  Eiseniella tetraedra  bilden in der Regel keine Wurmknäuel, wie es Glanzwürmer tun. 
    
   4 Fortpflanzung 
 Die zwittrige Art  Eiseniella tetraedra  vermehrt sich fast ausnahmslos parthenogenetisch, das heißt durch Jungfernzeugung, obgleich die Würmer (meist funktionslose) männliche Poren besitzen. Eine Paarung und sogar eine Selbstbefruchtung sind dafür nicht notwendig.  Eiseniella tetraedra  legen eiförmige 1,2-2,6 mm lange und 1,1-2,3 mm breite hellgelbe bis gelbgrünliche Eikokons ab. Nach ca. zwei Wochen schlüpfen ca. 1 cm lange kleine Wasser-Regenwürmer. 
   5 Wie kommen  Eiseniella tetraedra  ins Aquarium? 
 Meist holt man sich Wasser-Regenwürmer als Lebendfutter oder mit Aquarienpflanzen ins Aquarium. Gerne sitzen sie in  Mooskugeln . Tümpelfutter, Moos oder Dekorationsmaterial, das man aus Naturgewässern holt, kann ebenfalls  Eiseniella tetraedra  enthalten. 
   6 Überleben 
 Wasser-Regenwürmer regenerieren sich bei Verletzung regenerieren. Wird ein kleinerer Teil abgetrennt, wächst dieser Teil am Hauptkörper nach. Halbiert man  Eiseniella tetraedra  dagegen genau in der Mitte, sterben beide Teile ab. 
   7 Muss man  Eiseniella tetraedra  reduzieren? 
  Eiseniella tetraedra  sind im Aquarium sehr nützlich, sie verwerten überschüssige Nährstoffe und halten dadurch die  Keimbelastung des Aquarienwassers  gering. Als nahrhaftes Lebendfutter sind sie in der Aquaristik sehr geschätzt. 
                ]]> </content> <updated>2020-07-31T00:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Landplanarien</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/landplanarien</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/landplanarien"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Dunkle glatte Würmer mit hellen Längsstreifen, die man sich mit Wasserpflanzen ins Aquarium holt, gehören zu den Landplanarien der Familie Geoplanidae. Meist handelt es sich hier um aus Asien eingeschleppte Arten.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überleben  
  7 Entfernen?  
 
 
 Häufig tauchen Landplanarien aus der Familie Geoplanidae in konventionell emers gezogenen importierten Wasserpflanzen auf. Diese Plattwürmer leben nicht im Wasser. Landplanarien gehören zu den Turbellarien oder Strudelwürmern, ebenso wie  wasserlebende Planarien . Sie können nicht dauerhaft unter Wasser leben. Terrestrische Planarien sind sehr anfällig gegen Veränderungen ihrer Habitate. Die meisten Arten sind auf feuchte Habitate angewiesen, es gibt aber auch Arten, die in eher trockenen Steppen vorkommen.&amp;nbsp; 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Die schleimig wirkenden, häufig stark glänzenden Landplanarien zeichnen sich im Gegensatz zum Beispiel zu  Asiatischen Egeln  dadurch aus, dass sie keine Segmente haben und dass ihnen die Saugnäpfe fehlen. Auch Ringelwürmer wie der  Glanzwurm  haben im Gegensatz zu Landplanarien Segmente. Von aquatilen  Schnurwürmern  kann man sie schon durch ihre terrestrische Lebensweise unterscheiden. Sie können je nach Art ca. 3-4 mm cm breit und 20 bis 300 mm lang werden. 
 Landplanarien besitzen einen Fuß, der sich farblich deutlich von dem Rest ihres Körpers unterscheidet (siehe Bild unten). Die Fläche ist dicht mit kurzen Cilien bedeckt, mit deren Hilfe sie kriechen. 
   
 Landplanarien kommen weltweit vor, die artenreichsten Gegenden sind jedoch tropische Regenwälder in Südamerika, Asien und Australien. Die in Wasserpflanzen gefundenen Landplanarien stammen überwiegend aus Asien, wo sie in den Wasserpflanzengärtnereien vorkommen. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Landplanarien aus der Familie Geoplanidae sind räuberisch. Zu ihrer Nahrung gehören andere kleinere Wirbellose - Würmer, Schnecken oder auch Artgenossen, die sie mittels chemischer Signale aufspüren. 
   2.1 Landplanarien im Wirbellosenaquarium 
 Landplanarien schleppt man sich mit Wasserpflanzen ein. Im Aquarium können sie auf Dauer nicht bleiben, auch wenn sie eine kurze Zeit unter Wasser überleben können. 
   3 Fortbewegung 
 Landplanarien gleiten mit Hilfe der dichten kurzen Cilien auf ihrem Fuß auf einer von ihnen produzierten Schleimschicht vorwärts. Häufig suchen sie tastend ihren Weg. 
    
   4 Fortpflanzung 
 Landplanarien sind Zwitter. Sie können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzen. Nach der gegenseitigen Befruchtung legen die Planarien rote bis dunkelbraune Eikokons ab, aus denen nach ca. 21 Tagen kleine Planarien schlüpfen. 
 Bei der asexuellen Vermehrung schnüren die Geoplanidae das letzte Drittel ihres Körpers ab, aus dem sich ein vollständiges Tier regeneriert - wie diese  Obama nungara , bei der man deutlich die Stelle sieht, an der das Hiinterende abgeschnürt wurde. 
   
   5 Wie kommen Landplanarien ins Aquarium? 
 Landplanarien schleppt man sich mit emers (also über der Wasseroberfläche gezogenen) Aquarienpflanzen ein. 
   
   6 Überleben 
 Landplanarien können sich aus kleinen Stücken regenerieren. 
   7 Muss man Landplanarien reduzieren? 
 Im Aquarium überleben Landplanarien nicht auf Dauer. Wenn man sie absammelt - bitte nicht aussetzen! Es handelt sich hier um eingeschleppte Arten aus Asien, die bei uns nicht heimisch sind. Es gibt invasive Landplanarien, die bei uns in Europa eingeschleppt wurden und bereits in der Natur gefunden wurden, was bei der heimischen Fauna große Probleme verursacht. Sie fressen insbesondere Regenwürmer. Weil sie keine Fressfeinde haben, können sie sich unkontrolliert vermehren. Hier im Bild unten sieht man eine solche invasive Landplanarie der Art  Obama nungara,  die in einem Gewächshaus im Saarland gefunden wurde. 
   
 Man kann im Aquarium gefundene Landplanarien jedoch prima in einem kleinen feucht gehaltenen Terrarium halten und sich an den interessanten Tieren erfreuen. 
 Vermeiden lassen sie sich ganz sicher durch den Kauf von in vitro gezogenen Aquarienpflanzen. 
                ]]> </content> <updated>2020-05-24T01:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Uferfliegenpuppen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/uferfliegenpuppen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/uferfliegenpuppen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Seltsame &quot;Samenkörner&quot; mit zwei kleinen Ärmchen im Frostfutter (üblicherweise bei schwarzen Mückenlarven) haben sich als Puppen der Uferfliege herausgestellt. 
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen  
 
  1.1 Das Larvenstadium  
  1.2 Das Puppenstadium  
  1.3 Die Imago  
 
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
 
 
 Die Puppen von Uferfliegen aus der Gattung  Brachydeutera  aus der Familie Ephydridae findet man manchmal in Frostfutter, häufig als Beifang von Schwarzen Mückenlarven. In dieser Gattung gibt es 16 beschriebene Arten. Manchmal werden die Puppen für Samenkörner gehalten. Im Aquarium kommen die Larven und Puppen im lebenden Zustand praktisch nicht vor, meist schleppt man die durch das Einfrieren abgetöteten Puppen mit Frostfutter ein. Uferfliegen kommen praktisch weltweit vor, sie leben oft in temporären Gewässern. Man findet sie im Süßwasser, Brackwasser und auch im Meerwasser, häufig in Ufernähe. 
   1 Aussehen 
   1.1 Das Larvenstadium 
 Die weißlichen bis hellbraunen Uferfliegenlarven aus der Gattung  Brachydeutera  sind walzenförmig mit einem dünneren Vorderende und einem ebensolchen Hinterende, das Atemröhren trägt. Die beinlosen Larven werden bis ca. 7 mm lang. Man findet sie überwiegend in stehenden flachen, oft temporären Gewässern. 
   1.2 Das Puppenstadium 
 Die Puppen der Uferfliegen, die man häufig im Frostfutter findet, sind dunkelbraun und wie ein Samenkorn geformt. Auch sie sind nicht größer als bis ca. 7 mm. Auffallend sind die beiden armförmigen Auswüchse am Vorderende. Dabei handelt es sich um Tracheen, mit denen sie atmen. Auch am Hinterende tragen sie ein kleines Atemrohr. 
   1.3 Die Imago 
 Die Imago, die fertige Uferfliege, ist ebenfalls sehr klein. Die Fliege ist zweiflüglig, mit transparenten Flügeln. Der Körper ist dunkelgrau, die seitlich gelegenen Augen sind meist hellbraun bis leicht rötlich. Die Imagos fliegen selten. Oft sieht man sie auf stehendem Wasser wie Pfützen, Teichen oder anderen temporären Gewässern sitzen, wo sie sich die Oberflächenspannung zunutze machen und auf dem Wasser laufen. Sie ernähren sich von organischen Resten. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Die Larven der Uferfliegenarten der Gattung  Brachydeutera  sind wasserlebend und fressen in der Regel Algen, Bakterien und andere Mikroorganismen. Teilweise ernähren sich Uferfliegenlarven filtrierend. 
   2.1 Uferfliegenpuppen im Wirbellosenaquarium 
 Im Aquarium findet man meist die abgetöteten Larven der Uferfliegen aus dem Frostfutter. Sie werden von manchen Fischen und Wirbellosen gerne angenommen und sind unbedenklich zu verfüttern. 
   3 Fortbewegung 
 Uferfliegenlarven leben am Gewässergrund, die geschlüpften Uferfliegen können zwar fliegen, bewegen sich jedoch meist krabbelnd auf der Wasseroberfläche von stehenden Gewässern fort. 
   4 Fortpflanzung 
 Uferfliegen legen nach der Paarung ihre Eier in den temporären Pfützen und Flachgewässern ab, auf deren Oberfläche sie leben. 
   5 Wie kommen Uferfliegenpuppen ins Aquarium? 
 Meist holt man sich die Puppen der Uferfliegen mit Frostfutter ins Aquarium. Diese sind abgetötet, es schlüpft nichts mehr aus ihnen. Bekämpfungsmaßnahmen sind nicht notwendig. 
                ]]> </content> <updated>2020-05-23T00:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Mexikanischer Flohkrebs, Kampfkrebs</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/mexikanischer-flohkrebs-kampfkrebs</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/mexikanischer-flohkrebs-kampfkrebs"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Oft werden sie mit heimischen Gammarus, also Bachflohkrebsen verwechselt. Während diese jedoch ein unproblematischer Gast im Aquarium sind, können Mexikanische Flohkrebse im Garnelenaquarium richtig Ärger machen. 
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Flohkrebse entfernen  
 
  7.1 Säure und CO 2   
  7.2 Alles neu ...  
 
 
 
 Mexikanische Flohkrebse ( Hyalella azteca ) sind bei uns in der Aquaristik ungefähr seit den 70er- oder 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts verbreitet und fanden reichliche Verwertung als nahezu unkaputtbares Fischfutter. Wie die kleinen Mexikanischen Flohkrebse zu ihrem deutschen Trivialnamen kamen - dazu gibt es verschiedene Erzählungen. 
 Sicher ist: Sie haben sich diesen Namen redlich verdient, Mexikanische Flohkrebse halten ziemlich viel aus - von Kälte (0,4 Grad) bis Hitze (36-38 Grad). Die kleinen Flohkrebse werden häufig mit unseren heimischen Bachflohkrebsen verwechselt, bleiben aber deutlich kleiner und sind viel härter im Nehmen. Europäische Bachflohkrebse gelten als nicht wirklich gut im Aquarium haltbar, weil sie mit hohem Temperaturen und niedrigem Sauerstoffgehalt nicht gut klarkommen - für die Mexikaner sind diese beiden Faktoren überhaupt kein Thema. Nur zu weiches, saures Wasser wird nicht ohne weiteres gut toleriert. 
  Hyalella azteca  gilt als hervorragendes Lebendfutter für Fische, im Garnelenaquarium sind die kleinen Flohkrebse jedoch ein gefürchteter Futterkonkurrent, der aufgrund seiner Vermehrungsfreude und seiner Fresslust auch robuste Arten wie   Neocaridina davidi   in die Knie zwingt. In der Regel werden Garnelen selber nur im Ausnahmefall und bei starker Nahrungsknappheit angegriffen, jedoch kommt keine Junggarnele mehr hoch, weil die Flohkrebse ihnen das Futter wegfressen. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Mexikanische Flohkrebse gehören zu den Ranzenkrebsen und sind mit  Wasserasseln  weitläufig verwandt. Ihr Körper ist seitlich stark abgeplattet, ihren Hinterleib tragen sie in Ruheposition gekrümmt, beim Schwimmen strecken sie ihn jedoch wie unten im Bild gezeigt aus.  Hyalella azteca  ist von der Farbe her bräunlichgrau und wird zwischen 6 und 8 mm groß, die Männchen werden etwas größer als die Weibchen. 
   
 Mit einer guten Lupe oder in der Makroaufnahme kann man die spitzen Rückenschuppen am Hinterkörper gut erkennen. Sie unterscheiden den mexikanischen Flohkrebs  Hyalella azteca  neben seiner geringeren Größe eindeutig von unseren heimischen Bachflohkrebsen der Gattung  Gammarus , bei denen diese Rückenschuppen glatt sind. Auch haben  Hyalella azteca  auffallend kurze erste Antennen. 
  Hyalella azteca  hat sein Verbreitungsgebiet in Flüssen und Seen in ganz Nordamerika bis Kanada und Mittelamerika sowie in der Karibik. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Flohkrebse bei uns im Freiland überleben, die kleinen Überlebenskünstler dürfen daher keinesfalls in die Natur gelangen! 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Mexikanische Kampfkrebse sind Restefresser, fressen aber neben Algen und Algenbelägen,  Biofilmen , Detritus, Futterresten, Pflanzenresten und Aas (wie die Fliege im Bild unten) auch Pflanzen, und sie können sich sogar an frisch gehäuteten Garnelen vergreifen. 
   
 Da sie praktisch dasselbe fressen wie Garnelen, sind sie im Aquarium nicht auszuhungern.  Zu viel Futter  führt natürlich zu einer noch stärkeren Vermehrung! 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
  Hyalella azteca  stellen im Garnelenaquarium eine ernsthafte Futterkonkurrenz dar und haben es nachweislich auch schon geschafft, ganze Garnelenstämme auszurotten. Dabei werden nicht so sehr die Garnelen selber angegriffen (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber dadurch, dass die Flohkrebse sich erstens sehr stark vermehren und zweitens dasselbe Futter fressen wie Garnelen auch, stellen sie einen sehr starke Nahrungskonkurrenten für Zwerggarnelen dar. Insbesondere Jungtiere finden dann kein Futter mehr. 
   3 Fortbewegung 
 Mexikanische Flohkrebse krabbeln mit eingeklapptem Pleon über den Bodengrund oder auf Pflanzen. Gerne sitzen die kleinen Krebse auch in den Schwimmpflanzen an der Wasseroberfläche. Werden sie dort gestört, schwimmen sie auffallend schnell in gerader Linie nach unten. Auch am Boden schwimmen sie eher in geraden Linien. Dabei wirken sie wie ein heller Strich, der sich sehr schnell bewegt. 
   4 Fortpflanzung 
  Hyalella azteca  ist getrennt geschlechtlich. Bei der Paarung greift sich das größere Männchen das Weibchen und hält es unter seinem Bauch fest. So schwimmen die Paare über mehrere Tage durchs Aquarium. Die Vermehrung setzt ab 16 Grad aufwärts ein. 
   
 Die Weibchen tragen nach der Paarung ihre bis zu 20 Eier unter dem eingeklappten Pleon, wo sie Brutpflege betreiben, bis die Larven je nach Temperatur nach 1,5 bis 3 Wochen schlüpfen. Sie durchlaufen neun Larvenstadien bis zum adulten, fertigen Mexikanischen Flohkrebs. Bereits ab dem sechsten Larvenstadium kann man die Geschlechter unterscheiden, fortpflanzungsfähig sind die kleinen Krebse bereits im achten Larvenstadium. Die adulten Flohkrebse häuten sich im Laufe ihres Lebens noch weitere 15 bis 20 Mal. 
   5 Wie kommt der Flohkrebs ins Aquarium? 
 Mexikanische Kampfkrebse schleppt man sich meist mit Aquarienpflanzen ein. Sie sitzen gerne in  Mooskugeln , aber auch in den Blattachseln anderer Pflanzen. Auch durch Aquariendekorationen aus bereits mit  Hyalella azteca  besiedelten Becken kann man sie ins Aquarium holen, oder natürlich, indem man sie bewusst als Lebendfutter für die Fische verwendet. 
   6 Überlebenstechniken 
 Ihre &quot;Waffe&quot; ist neben ihrer Robustheit auch ihre enorme Vermehrungsfreude.  Hyalella azteca  erdrücken Futterkonkurrenten durch schiere Masse. 
   7 Flohkrebse entfernen 
  Hyalella azteca  sind sehr schwer aus dem Aquarium zu verbannen, und in einem Gesellschaftsaquarium mit Fischen lassen sie sich auch recht gut als dauerhafte Quelle für Lebendfutter nutzen. Im reinen Garnelenaquarium sollte man dennoch versuchen, sie loszuwerden, weil sie sich durch ihre starke Vermehrung als sehr nachteilig für die Garnelen im Aquarium erweisen können. 
 Mit einer Falle ist den Flohkrebsen jedoch nur schwer beizukommen, hauptsächlich deswegen, weil Garnelen dasselbe Futter mögen und dann ebenfalls in der Falle sitzen. Auch weniger Futter ist keine Option, weil die Flohkrebse sich als durchsetzungsfähiger gezeigt haben als die Garnelen und in der Not auch an frisch gehäutete Garnelen gehen sowie sich an den Aquarienpflanzen vergreifen. Sprich: Der Garnelenstamm ist schon längst verhungert, wenn die Flohkrebse immer noch fröhliche Urständ feiern. 
 Viele Aquarienfische fressen  Hyalella azteca  zwar sehr gern, aber Zierfische, die Flohkrebse fressen, fressen in der Regel auch halbwüchsige Garnelen. Außerdem leben Flohkrebse sehr versteckt, teilweise in den Blattachseln der Pflanzen, teils auch in Hohlräumen im Bodengrund oder in den Wurzeln. Es ist nahezu unmöglich, dass Fressfeinde die Population komplett ausrotten. 
   7.1 Säure und CO 2  
 Auf einen plötzlichen Säuersturz können mexikanische Kampfkrebse empfindlich reagieren; durch ein plötzliches Absenken der Wasserhärte in einen pH-Bereich um 4 kann man sie eventuell bekämpfen. Achtung, Garnelen vertragen einen solchen gewollt herbeigeführten Säuresturz ebenfalls nur sehr schlecht und müssen zuvor herausgefangen werden. 
 Ein Übermaß an CO 2  betäubt oder tötet die Krebschen, neue Pflanzen, die nicht in vitro erzeugt wurden, können durch ein kurzes Bad in stark kohlensäurehaltigem Sprudelwasser recht effektiv von den unerwünschten Mitbewohnern befreit werden. 
   7.2 Alles neu ... 
 Im Prinzip gibt es im laufenden Aquarium neben mehrfach täglichem konsequentem Absammeln (was nur am Anfang bei einer noch sehr kleinen Zahl an Mexikanischen Kampfkrebsen im Garnelenaquarium funktionieren dürfte) nur einen sicheren Weg,  Hylella azteca  loszuwerden: Das Aquarium komplett abzubauen, die Garnelen und andere erwünschte Bewohner herauszufangen, sie genau zu kontrollieren und dann das ganze Aquarium neu einzurichten. 
                ]]> </content> <updated>2020-04-23T00:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Schnurwürmer</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/schnurwuermer</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/schnurwuermer"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Schnurwürmer sind eher seltene Gäste im Aquarium, aber weil sie recht räuberisch unterwegs sind und sich durchaus auch an Garnelenbabys vergreifen können, sollte man sie auf dem Schirm haben.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überleben  
  7 Reduzieren?  
 
 
 Die Familie der Nemertea / Nemertini oder Schnurwürmer ist in der Aquaristik wenig bekannt, sie werden hin und wieder mit Pflanzen eingeschleppt. Schnurwürmer leben - anders als Glanzwürmer, die bekanntlich Resteverwerter sind - räuberisch. Die meisten Arten kommen im Meerwasser vor, im Süßwasser gibt es jedoch auch Arten der Familie der Nemertea. Auf den ersten Blick sehen sie einigen  Wenigborstern (Oligochaeta),  Nematoden oder auch  Planarien  sehr ähnlich. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Unter dem Mikroskop oder einer guten Lupe erkennt man schnell, dass Schnurwürmer keine Segmente besitzen und damit auch nicht zu den Ringelwürmern gehören können. Ihre Haut ist bewimpert. Das Blut mancher Arten enthält den Blutfarbstoff Hämoglobin, was ihnen eine rötliche bis leuchtend rote Farbe verleiht. Andere Schnurwürmer sind eher gelb bis rosafarben. Häufig handelt es sich bei den Nemertea-Arten in der Aquaristik um Würmer, die in Asien verbreitet sind. Es gibt Arten mit und Arten ohne Augen - der Wurm der Gattung  Prostoma  unten hat drei Augenpaare. 
   
 Ein besonderes Merkmal dieser Würmer ist ihr Rüssel, der bei Bedarf sehr schnell ausgestülpt werden kann und zum Erforschen der Umgebung und zum Ergreifen der Beute dient. Bei manchem Arten hat dieser Rüssel Giftdrüsen, die die Beute lähmen, und / oder stilettartige Fortsätze, um sie festzuhalten. Im Ruhezustand liegt der Rüssel in einer Scheide entlang des Bauches des Wurms. Bei Gefahr oder wenn Beute naht, wird er sehr schnell herausgestreckt. 
 Schnurwürmer im Aquarium werden ca. 2-5 cm lang. Im Meer gibt es beeindruckende Nemertea, die bis zu 35 m lang werden können, in der Aquaristik gehören die Exemplare jedoch nicht zu dieser Art, hier besteht also kein Grund zur Besorgnis. 
 Schnurwürmer kommen praktisch weltweit meist in flachen Küstenregionen, aber auch im Tiefwasser vor. Nur wenige Arten leben im Süßwasser, vor allem in den Tropen. Auch in sehr feuchtem Moos können sie vorkommen. Bei uns in Europa ist die gelbrötliche Art  Prostoma graecense  und die ihr sehr ähnlich Art  Prostoma eilhardi  heimisch und weit verbreitet. 
 Eine mit Wasserpflanzen in die Aquaristik eingeschleppte tropische Art ist der ziegelrote Schnurwurm  Apatronemertes albimaculosa,  um den es sich vermutlich hier im Bild handelt. 
   
 Im Aquarium sieht man Schnurwürmer häufig am Boden, an den Aquarienscheiben, an oder auch kurz über der Wasseroberfläche. 
 Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal zu Nematoden,  Glanzwürmern  oder   Tubifex  : Erwachsene Schnurwürmer schwimmen nicht weg, wenn man sie anstupst. 
   
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Schnurwürmer sind Fleischfresser und aktive Räuber. Sie ernähren sich von kleinen Wirbellosen wie Würmern, es wurde auch schon beobachtet, dass kleine, frisch geschlüpfte Garnelen zu ihrer Kost gehören. 
 Aas und ungefressenes proteinreiches  Garnelenfutter oder Fischfutter  wird ebenfalls verwertet, eine starke Fütterung kann eine starke Vermehrung der Würmer im Aquarium nach sich ziehen. Die in der Süßwasseraquaristik gängigen Schnurwürmer sind ein exzellentes Lebendfutter für Fische und lassen sich recht einfach vermehren. Gefüttert werden sie je nach Größe mit  Tubifex , Grindal oder anderen Würmern. 
   
 Auch an Gelegen, zum Beispiel wie hier von einer Zuckmückenlarve, sieht man Schnurwürmer manchmal fressen. 
   2.1 Schnurwürmer im Wirbellosenaquarium 
 Im Fischaquarium und im Krebsaquarium sind Schnurwürmer unbedenklich, im Garnelenaquarium kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Nemertini sich auch mal an einer frisch geschlüpften Junggarnele vergreifen. Da sie im ganzen Aquarium mobil sind, sind auch höher sitzende Garnelenbabys nicht sicher vor den Jägern. 
   3 Fortbewegung 
 Schnurwürmer gleiten über den Boden, indem sie mit den Wimpern auf ihrer Haut schlagen, oder sie bewegen sich schlängelig mit Hilfe der Wimpern und Muskelkontraktionen fort. Junge  Prostoma  können schwimmen, ältere Exemplare bewegen sich dann nur noch kriechend fort. 
    
   4 Fortpflanzung 
 Schnurwürmer sind je nach Zwitter oder zweigeschlechtlich. Bei manchen Arten der Gattung  Prostoma  konnte eine Protandrie festgestellt werden: Hier sind die Jungtiere zunächst männlich, im Lauf ihrer späteren Entwicklung wandeln sie sich dann jedoch zu Weibchen um. Pro Jahr werden bei der geschlechtlichen Fortpflanzung je nach Art nach und nach über 200 Eier in schleimigen Kokons abgelegt. Die Eierstöcke sind im adulten Wurm als Flecken erkennbar. 
   
 Die zwittrigen Arten können sich selbst befruchten. Nach ca. 5 Tagen schlüpfen bei den Arten der Gattung  Prostoma  fertige Würmer, es gibt kein Larvenstadium. Andere Arten hingegen haben zunächst frei schwimmende Larven, die erst später zum Bodenleben übergehen. 
 Weil Schnurwürmer über eine exzellente Regenerationsfähigkeit verfügen, können sich viele Arten auch asexuell vermehren, indem sie Stücke vom ihrem Hinterleib abschnüren, aus denen sich vollständige Würmer regenerieren. 
   5 Wie kommen Schnurwürmer ins Aquarium? 
 Meist kommen Schnurwürmer als Blinde Passagiere mit Aquarienpflanzen ins Becken. Auch besteht der Verdacht, dass man sich Schnurwürmer unerkannt mit Lebendfutter wie Tubifex einschleppen kann. Mit Tümpelfutter oder Dekorationsmaterial aus der Natur kann man sich in Europa heimische Arten von Schnurwürmern ins Aquarium holen. 
   6 Überleben 
 Schnurwürmer haben einen ähnliche Regenerationsfähigkeit wie  Planarien , und sie können sich bei Verletzung vollständig regenerieren. Auch ein abgetrenntes Stück wächst wieder zu einem vollständigen Wurm heran. 
   7 Muss man Schnurwürmer reduzieren? 
 Schnurwürmer sind im Aquarium grundsätzlich nützlich, weil sie sich um Aas und um nicht gefressenes Futter kümmern. Sie können Fischen auch als nahrhaftes Lebendfutter dienen. Im Garnelenaquarium sind sie nicht erwünscht, weil sie sich an kleinsten Garnelen vergreifen können. Absammeln wäre hier das Mittel der Wahl, oder der Einsatz von Fischen wie zum Beispiel  Panzerwelsen  - vorausgesetzt, dass die Bedingungen im Aquarium und die Aquariengröße das hergeben. 
 Achtung: im Handel gängige Mittel gegen Würmer sind in der Regel auch für Garnelen sehr giftig, weil sie  Kupfer  als Wirkstoff enthalten. Ob Schnurwürmer auf  Panacur  oder  Flubenol  reagieren, ist nicht bekannt. 
                ]]> </content> <updated>2020-04-18T00:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Neuseeländische Zwergdeckelschnecke</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/neuseelaendische-zwergdeckelschnecke</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/neuseelaendische-zwergdeckelschnecke"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Häufig für eine junge Malaiische Turmdeckelschnecke gehalten, aber selber schon eine ausgewachsene Schnecke - die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke dürfte in vielen Aquarien leben, ohne dass sie erkannt würde.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Reduzieren?  
 
  6.1 Fressfeinde  
  6.2 Weniger Futter  
 
 
 
 Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke  Potamopyrgus antipodarum  (J. E. Gray, 1843) stammt - wie der Name verrät - aus Neuseeland. Diese robuste kleine Schnecke wurde jedoch in viele Länder eingeschleppt, wo sie im Süßwasser lebt. Sie kommt bestens auch in stärker organisch belasteten Gewässern klar. Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke ist sehr anspruchslos und vermehrt sich massenhaft. 
 Eine europäische Plattwurmart der Gattung   Pentacoelum   ist an die Ausbreitung der Neuseeländischen Zwergdeckelschnecke gekoppelt. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Diese Zwergschnecken sind winzig klein. Ihre Form ähnelt stark der von jungen  Malaiischen Turmdeckelschnecken , Genoppten Turmdeckelschnecken und ähnlichen Arten, jedoch werden auch die adulten  Potamopyrgus antipodarum  nicht größer als maximal 5 Millimeter im Freiland und ca. 3 Millimeter im Aquarium. Wenn die TDS also so gar nicht wachsen wollen, liegt es vielleicht daran, dass es gar keine sind. 
   
 Die geringe Größe dieser adulten Neuseeländischen Zwergschnecke ist hier im Vergleich mit der Mützenschnecke links gut zu erkennen. 
 Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke ist eine Kiemenschnecke und besitzt ein rechtsgewundenes, turmförmiges, relativ bauchiges hellbraunes bis gräulich durchscheinendes Gehäuse mit einer auffallend stumpfen Spitze. Der dünne Deckel oder Operculum ist hornfarben und sehr unauffällig. Der Körper von  Potamopyrgus antipodarum  ist durchsichtig mit ein paar weißen Pigmenten. Die Schnauze ist auffallend lang. 
   
 Wilde Populationen von  Potamopyrgus antipodarum  findet man nicht mehr nur Neuseeland - wo sie ursprünglich endemisch war - auch in Australien und Tasmanien, Japan, Irak, Nordamerika und Europa. Sie gilt teilweise als invasive Art. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
  Potamopyrgus antipodarum  frisst Aufwuchs - feine Algenbeläge und  Biofilme . 
 Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke findet eigentlich immer viel Futter, was nicht unbedingt daran liegen muss, dass im Aquarium überfüttert wird. Eine  sparsame, sachgerechte Fütterung  kann aber einer sehr explosiven Massenvermehrung durchaus vorbeugen. 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
 Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke ist eine sehr durchsetzungsfähige Schnecke, trotz ihrer Winzigkeit. Trotzdem ist sie im Aquarium unproblematisch. Pflanzen frisst sie nicht an, und sie geht auch nicht an ihre Mitbewohner. Massenhaftes Auftreten wird hin und wieder als unschön oder störend empfunden, allerdings erfüllt auch die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke einfach nur ihre biologische Rolle im Biotop im Aquarium. 
   3 Fortbewegung 
  Potamopyrgus antipodarum  kriecht schneckentypisch. Häufig sieht man sie an der Aquarienscheibe oder auf der Deko im Aquarium entlangwandern. Es handelt sich hier nicht um eine grabende Art. 
   
   4 Fortpflanzung 
 Die lebend gebärende Neuseeländische Zwergdeckelschnecke ist zweigeschlechtlich, jedoch vermehrt sie sich überwiegend durch Jungfernzeugung. In dem Originalhabitat auf Neuseeland waren ca. 5% der untersuchten Schnecken männlich, in Aquarienpopulationen handelt es sich praktisch ausschließlich um Weibchen. 
 Die Weibchen bringen jeden Tag 2-3 Jungtiere zur Welt. Diese wiederum sind nach nur 8 Wochen geschlechtsreif. 
   5 Wie kommt die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke ins Aquarium? 
 Üblicherweise kommen die Winzlinge mit Pflanzen oder Dekoration aus laufenden Aquarien ins Becken. Da sich die Neuseeländische Zwergschnecke durch Jungfernzeugung vermehrt, reicht bereits ein einziges Tier aus, um ein Aquarium nach und nach zu bevölkern. 
   6 Die Neuseeländische Zwergdeckelschnecke eindämmen 
 Diese winzigen Wasserschnecken sind schwierig zu bekämpfen, vor allem in Garnelenbecken wirken Antischneckenmittel auch gegen die Garnelen. Absammeln ist ebenfalls keine Option - man findet einfach niemals alle Schneckchen, sie sind zu klein und zu unscheinbar. Allerdings muss sie eigentlich auch gar nicht loswerden, weil sie keinen Schaden im Aquarium anrichten. 
   6.1 Fressfeinde 
 Fast schon reflexartig werden bei Schneckenplagen aller Art Raubschnecken empfohlen - allerdings können  Anentome  sp.  Potamopyrgus antipodarum  nichts anhaben, weil ihr Saugrüssel überhaupt nicht in das sehr kleine Gehäuse passt. 
   6.2 Weniger Futter 
 Kontrollieren kann man die Population der Neuseeländischen Zwergdeckelschnecke, indem man weniger Futter gibt - da sich  Potamopyrgus antipodarum  im Aquarium zumeist von Biofilmen und Algenaufwuchs ernährt, die so gut wie überall vorkommen, ist auch diese Methode nicht geeignet, die Schnecken vollständig aus dem Aquarium zu vertreiben. Am besten arrangiert man sich einfach mit der nützlichen kleinen Schnecke. 
                ]]> </content> <updated>2020-01-31T00:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Blattläuse</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/blattlaeuse</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/blattlaeuse"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Blattläuse sind eigentlich Landbewohner, können jedoch auch an Schwimmpflanzen oder Wasserpflanzen auftreten, die über die Wasseroberfläche wachsen. Sie sind im Aquarium relativ unerwartete Gäste, ihre Bekämpfung ist jedoch nicht schwierig.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Blattläuse entfernen  
 
 
 Eigentlich kennt man Blattläuse eher aus dem Garten oder von Zimmerpflanzen, sie sind keine Wassertiere. Blattläuse kommen jedoch von Zeit zu Zeit auch auf den Schwimmpflanzen oder auf über der Wasseroberfläche wachsenden Wasserpflanzen im Aquarium vor. Auf Wasserpflanzen spezialisiert sind beispielsweise die Seerosenblattläuse  Rhopalosiphum nymphaea , aber auch andere Blattläuse aus der Überfamilie Aphidoidea können sich ins Aquarium verirren. 
 Ein übermäßiger Befall mit Blattläusen ist eigentlich so gut wie immer ein Zeichen, dass die Pflanze geschwächt ist - hier sollten also die Haltungsbedingungen ( Licht ,  Dünger ,  CO  2 , Temperatur etc.) hinterfragt werden. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Blattläuse erinnern etwas an  Hornmilben oder andere Süßwassermilben , im Unterschied zu diesen haben sie jedoch nur sechs Beine und halten sich nicht dauerhaft unterhalb der Wasseroberfläche auf. Typisch ist ein recht kugeliger Hinterleib mit feinen Haaren oder Stacheln, und ein nicht abgesetzter Kopf. 
 Seerosenblattläuse sitzen dabei teilweise mit den Beinen im Wasser, wenn sie an der Unterseite von Seerosenblättern saugen. In letzter Zeit sind mehrfach auch Blattläuse aufgetaucht, die unter Wasser leben können. Dabei dürfte es sich um keine heimische Art handeln. 
 Unsere heimischen Blattläuse sind unbenetzbar und gehen daher nicht unter. In der Regel treten im Aquarium heimische Arten auf, die von Zimmerpflanzen oder aus dem Freiland auf die Schwimmpflanzen im Aquarium übergesprungen sind. Blattläuse sind grün, rötlich, braun oder schwarz gefärbt. In einer Population gibt es meist überwiegend flügellose Blattläuse, vor allem im Spätsommer und Herbst kann man aber auch Exemplare mit transparenten Hautflügeln entdecken. Die Nymphen sehen den geschlechtsreifen Tieren schon recht ähnlich. 
 Blattläuse werden 1-5 mm lang. In den Populationen fallen häufig weiße dünne Häutchen auf, die Häutungsreste der Blattläuse, die zwischen den Tieren an den klebrigen Ausscheidungen (Honigtau) haften. Auch werden die Blätter und Pflanzenstängel, auf denen Blattläuse sitzen, bei stärkerem Befall klebrig. 
   
 Blattläuse kommen praktisch in allen gemäßigten bis tropischen Regionen vor. Eigentlich handelt es sich hier nicht um Wassertiere, nur die Pflanzenteile über der Wasseroberfläche werden befallen. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Blattläuse sind Saugparasiten, die die Pflanzen anstechen und sich vom austretenden Pflanzensaft ernähren. In Pflanzen mit zarterem Gewebe wie diesen Wasserlinsen sind die Stiche als feine Löcher sichtbar. Hier können Krankheitserreger eindringen. 
   
   2.1 Problematik im Aquarium 
 Auf den stark zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse können sich Rußpilze und Schwärzepilze breitmachen. Übermäßiger Blattlausbefall selbst kann die Pflanze stark schwächen, außerdem können Blattläuse Pflanzenviren übertragen. 
 Für oberflächenorientierte Fische sind Blattläuse ein willkommener Snack. 
   3 Fortbewegung 
 Blattläuse sind sehr langsame Krabbler. Die geflügelten Exemplare können fliegen, sind dabei aber ebenfalls wenig geschickt und kommen recht ungelenk daher. 
   4 Fortpflanzung 
 Die ungeflügelte Form der Blattlaus pflanzt sich ungeschlechtlich fort und ist lebendgebärend. Durch die Parthenogenese kommen sehr schnell sehr viele Blattläuse zur Welt. Die geflügelte Form pflanzt sich durch Eiablage geschlechtlich fort. Geflügelte Exemplare treten auf, wenn die Wetterbedingungen oder die Temperaturen schlechter werden (vor allem im Spätsommer und Herbst), aber auch, wenn der Platz zu knapp wird oder das Nahrungsangebot sich verschlechtert. Selbst ein Angriff von Fressfeinden kann die Produktion von geflügelten Nachkommen auslösen. 
   5 Wie kommt die Blattlaus ins Aquarium? 
 Blattläuse schleppt man sich entweder mit bereits befallenen Pflanzen ein, oder sie springen von befallenen Zimmerpflanzen über oder kommen von draußen ins Aquarium - vor allem die geflügelten Blattläuse sind recht mobil. 
   6 Überlebenstechniken 
 Die Eier der Blattläuse sind gut gegen Frost und Hitze geschützt. Bei schlechter werdenden Bedingungen entwickeln sich geflügelte Formen, die einfacher den Standort wechseln können als die ungeflügelten Blattläuse. Die ungeflügelten Formen neigen zu massenhafter Vermehrung. 
   7 Blattläuse entfernen 
 Da Blattläuse sich nur an Pflanzenteilen über Wasser festsetzen können, ist ihre Entfernung recht einfach. Man beschwere die aus dem Wasser ragenden Pflanzenteile für eine bis zwei Wochen mit einem sauberen Malergitter oder etwas vergleichbarem, sodass sie vollständig unter Wasser gedrückt werden. Befallene Schwimmpflanzen kann man ebenso behandeln oder sie einfach abfischen und entsorgen. Der Einsatz von Fressfeinden wie Marienkäferlarven im Aquarium ist etwas schwieriger, aber ebenfalls eine Möglichkeit. 
                ]]> </content> <updated>2019-12-31T00:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Kleinlibellenlarven</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/kleinlibellenlarven</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/kleinlibellenlarven"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Kleinlibellenlarven gehören zu den eher häufigen ungebetenen Gästen im Aquarium. Häufig schleppt man sie unbewusst mit Wasserpflanzen ein - leider handelt es sich oft um nicht heimische Arten, die nicht in die Natur ausgesetzt werden dürfen.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Libellenlarven fangen  
 
  7.1 Libellenlarven aussetzen?  
 
  7.1.1 Rechtliches  
 
  7.2 Was tun mit Libellenlarven?  
 
 
 
 Kleinlibellenlarven leben im Wasser. Sie sind die Larvenstadien von Kleinlibellen (Zygoptera), einer Unterordnung der Libellen (Odonata). Zu den Kleinlibellen gehören die Prachtjungfern, die Teichjungfern, die Federlibellen und die Schlanklibellen. Kleinlibellen legen ihre Flügel - anders als Großlibellen - in der Ruhe entlang des Körpers. Ihre Augen berühren sich in der Kopfmitte nie. 
 Kleinlibellenlarven findet man von Zeit zu Zeit im Aquarium. Sie sind gefährliche Räuber, die teilweise sogar ausgewachsene Garnelen nicht verschonen. Obwohl auch heimische Arten in unseren Aquarien auftauchen, handelt es sich in den allermeisten Fällen um asiatische Libellen, deren Gelege mit Importpflanzen ins Aquarium gelangen. Um wachsen zu können, müssen sich Kleinlibellenlarven regelmäßig häuten, sie durchlaufen je nach Art 7-13 verschiedene Stadien. 
 Kleinlibellenlarven sind nachtaktiv. Sie leben versteckt in den Pflanzen, und durch ihre Färbung sind sie meist gut getarnt. Häufig bleiben Libellenlarven im Aquarium deshalb unbemerkt. Findet ihr angebissene tote Garnelen oder kommt es im Garnelenaquarium zu rätselhaften Verlusten, liegt der Verdacht auf Libellenlarven nahe. Dann leuchtet man am besten nachts mit einer Taschenlampe ins Aquarium. Häufig fallen dann die nachtaktiven Larven auf. Manchmal bemerkt man allerdings auch erst, dass man eine Libellenlarve im Aquarium hatte, wenn man die fertige Libelle unter der Abdeckung oder im Zimmer entdeckt. 
 Kleinlibellen durchlaufen kein Puppenstadium - die Libellenlarve verlässt das Wasser vor der letzten Häutung, und wandelt sich direkt in die Imago um. 
   
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Kleinlibellenlarven erinnern auf den ersten Blick an eine  Eintagsfliegenlarve . Anders als diese besitzen Libellenlarven jedoch niemals Tracheenkiemen am Körper, ihr Hinterleib ist glatt. Auch die Kopfform ist anders. Kleinlibellen haben blattförmige bis dick fadenförmige Kiemenanhängsel am Körperende - meist drei an der Zahl. Der in Segmente aufgeteilte Körper ist relativ langgestreckt, am Bruststück sitzen sechs Beine. Die Augen sind relativ groß, und an der Unterseite des Kopfes sitzt eine Fangmaske. Der Kopf ist deutlich vom Körper abgesetzt. Kleinlibellenlarven im Aquarium werden bis ca. 3 cm lang. Sie sind von hellgrün über fast weißlich bis braun oder fast schwarz gefärbt, manche Arten haben ein Streifen- oder Punktmuster. Ältere Larvenstadien der Kleinlibellen haben manchmal einen Flügelansatz auf dem Rücken am Brustschild. 
 Die korrekte Artbestimmung bei den Kleinlibellenlarven ist schwierig, in der Regel braucht man dazu ein Mikroskop - vor allem die asiatischen Arten sind nicht einfach zu unterscheiden. Kleinlibellen findet man praktisch weltweit in gemäßigten bis tropischen Klimazonen im Süßwasser. Durch die Aquaristik und hier vor allem durch im Ausland gezogene Wasserpflanzen wurden nicht heimische Arten eingeschleppt. In Deutschland gibt es rund um verschiedene Wasserpflanzengärtnereien nachweislich etablierte Populationen nicht heimischer Libellenarten. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Kleinlibellenlarven sind Jäger und ernähren sich von aquatischen Kleinlebewesen: Insektenlarven, Wasserinsekten, Kleinkrebsen, Würmern, Schnecken etc. Kleinlibellenlarven gehen mit zunehmender Größe auch an ausgewachsene Garnelen und an sehr junge Krebse. 
 Sie können die Fangmaske am Unterkiefer in Sekundenbruchteilen nach vorne klappen und so ihr Beutetier schlagen. 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
 Die Libellenlarven der Kleinlibellen leben räuberisch. Sie können junge oder frisch gehäutete Garnelen angreifen und mit zunehmender Größe auch größeren Garnelen und kleinen Jungkrebsen gefährlich werden. 
   3 Fortbewegung 
 Kleinlibellenlarven schwimmen schlängelnd und überraschend schnell und geschickt. Sie krabbeln zudem am Boden und an Oberflächen. 
   4 Fortpflanzung 
 Die Weibchen der Kleinlibellen legen je nach Art entweder ihre Eier lose im Wasser ab oder stechen ihre Gelege in das Gewebe von Wasserpflanzen ein. Libellenlarven selbst können sich im Aquarium nicht fortpflanzen. 
   5 Wie kommt die Libellenlarve ins Aquarium? 
 Wenn sich nicht gerade eine Kleinlibelle ins Zimmer verirrt und im Aquarium ihre Eier abgelegt hat - was eher nicht so häufig passiert -, gelangen Kleinlibellenlarven heimischer Arten zusammen mit in Freilandgewässern gesammelter Dekoration oder Pflanzen oder mit Tümpelfutter aus der Natur ins Aquarium. Sehr selten und immer in Abhängigkeit von der Jahreszeit kann man sich sogar lebende Larven der sogenannten Frühlingslibellen wie der Frühen Adonislibelle ( Pyrrhosoma nymphula ) mit Frostfutter ins Aquarium einschleppen. Diese Libellen überwintern im Larvenstadium. Die Larven sind recht frostresistent, und so kann es vorkommen, dass eine im Frostfutter befindliche Libellenlarve nach dem Auftauen zu krabbeln beginnt. 
 Die asiatischen Arten dagegen holt man sich in der Regel mit gekauften Wasserpflanzen ins Haus. In asiatischen Wasserpflanzengärtnereien stechen die Libellenweibchen ihre Gelege ins Pflanzengewebe der dort kultivierten Aquarienpflanzen. So sind sie vor äußeren Einflüssen bestens geschützt und werden von der immer noch üblichen Pestizidbehandlung vor dem Export nicht erfasst. 
   6 Überlebenstechniken 
 Die nachtaktiven Libellenlarven von Kleinlibellen sind gut getarnt und verstecken sich perfekt, auch im Aquarium. 
   7 Libellenlarven fangen 
 Alles, was Libellenlarven frisst, würde auch Garnelen fressen, daher sind Fressfeinde im Aquarium mit Zwerggarnelen gegen Kleinlibellenlarven keine Option.  Kupfer haltige Präparate und ähnliche giftig wirkende Präparate sind nicht nur für Libellenlarven, sondern auch für die Garnelen im Aquarium schädlich - auch keine Option für ein Aquarium mit Wirbellosen. Absammeln ist auch bei Kleinlibellenlarven daher das Mittel der Wahl, es kann allerdings vor allem in gut bepflanzten Aquarien zu einem wahren Geduldsspiel werden. 
 Einfacher wird diese Aufgabe, wenn man ausnutzt, dass Libellenlarven nachtaktiv sind. Leuchtet man bei Dunkelheit mit einer Taschenlampe ins Aquarium, kann man die Larven recht gut erkennen und sie vorsichtig abkeschern. 
   7.1 Libellenlarven aussetzen? 
 Alle heimischen Libellenarten sind streng geschützt. Stammen die Kleinlibellenlarven ganz sicher aus der Natur, kamen sie also mit Tümpelfutter oder Naturdeko ins Aquarium, solltet ihr sie wieder dorthin zurückbringen, woher sie ursprünglich kamen. 
 Nicht heimische Arten dagegen dürfen keinesfalls in die Natur entkommen. Diese Arten &quot;fängt&quot; man sich gerne mit konventionell erzeugten Wasserpflanzen ein. Lediglich bei In-Vitro-Pflanzen fürs Aquarium ist es ausgeschlossen, dass man Libellenlarven ins Aquarium holt. Manche Neozoen können unsere heimischen Arten verdrängen, daher gilt hier ein absolutes Aussetzungsverbot. Die Bestimmung von Libellenlarven ist nicht einfach, sie ist Fachleuten vorbehalten. Im Zweifel sollte man daher im Aquarium gefundene Kleinlibellenlarven als nicht heimische Art behandeln. 
   7.1.1 Rechtliches 
 Das Thüringer Landesverwaltungsamt Referat 410 | Naturschutz traf am 11.04.14 folgende Aussage: Es gibt unter den asiatischen Libellen keine besonders geschützten Arten, weder bezogen auf CITES noch auf die EU-Artenschutzverordnung. Des weiteren teilte das Amt mit, dass sich das naturschutzrechtliche Tötungsverbot im Bundesnaturschutzgesetz nur auf wild lebende Tiere beziehe. Selbst Larven heimischer Libellenarten im Aquarium seien streng genommen nicht als wild lebend zu bezeichnen - sie befänden sich in menschlicher Obhut, und daher bestünde nach den einschlägigen naturschutzrechtlichen Bestimmungen kein Tötungsverbot für Libellenlarven, die man beim Kauf von Aquarienpflanzen unwissentlich mit erwirbt. 
 Das Bundesamt für Naturschutz gab am 10. Mai 2012 durch den Referatsleiter Rechtsangelegenheiten Artenschutzvollzug, I.1.3 die Auskunft, dass insbesondere bei nicht-europäischen Libellenarten, die sich im Aquarium entwickelt hätten, eine Tötung gerechtfertigt sein kann, um die heimische Fauna zu schützen. 
   7.2 Was tun mit den Libellenlarven? 
 Im Aquarium gefundene Libellenlarven von Kleinlibellen, die keiner bei uns heimischen Art angehören, dürfen auf keinen Fall in die Natur entlassen werden. Sie können für heimische Libellen eine ernsthafte Gefahr darstellen. Auch geschlüpfte nicht heimische Libellen dürfen nicht ausgesetzt werden. 
 Eine Möglichkeit wäre, die Libellenlarven in einem separaten Becken groß werden zu lassen. Man kann sie mit Mückenlarven, Würmern und anderem Lebendfutter füttern. Die geschlüpften Libellen können in einem Terrarium gehalten werden. 
 Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sich beispielsweise über ein Naturkundemuseum oder in entsprechenden Gruppen auf Facebook nach Libellenfreunden erkundigen, die bei uns nicht heimische Libellen aufnehmen und so halten können, dass sie nicht in die Natur entkommen. 
 Wenn man auch diese Möglichkeit nicht hat, sollten die Libellenlarven abgetötet werden. Das sollte möglichst schnell vor sich gehen. Neben Erschlagen ist das Abtöten in Salz-Eiswasser eine Möglichkeit. Hierfür wird Kochsalz in warmes Wasser gegeben, bis sich kein Salz mehr löst und man Salzkristalle am Boden des Gefäßes sieht. Das Salzwasser stellt man ins Tiefkühlfach. Die konzentrierte Salzlösung gefriert nicht, erreicht aber bis -18°C. Gibt man sie in dieses Wasser, wird die Libellenlarve umgehend schockgefrostet. 
                ]]> </content> <updated>2019-12-30T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Großlibellenlarven</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/grosslibellenlarven</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/grosslibellenlarven"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Großlibellenlarven sehen auf den ersten Blick aus wie eine schwarze Spinne im Aquarium, sie haben aber nur sechs Beine. Die Räuber sind im Garnelenaquarium nicht zu Unrecht ziemlich gefürchtet. Warum man Libellenlarven nicht aussetzen sollte und was man gegen sie tun kann, erf...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Libellenlarven fangen  
 
  7.1 Libellenlarven aussetzen?  
 
  7.1.1 Rechtliches  
 
  7.2 Was tun mit Libellenlarven?  
 
 
 
 Großlibellenlarven sind die im Wasser lebenden Larvenstadien der Großlibellen (Anisoptera), einer Unterordnung der Libellen. Libellenlarven treten in der Aquaristik periodisch auf und gelten als gefährliche Räuber, die bei entsprechender Größe selbst vor ausgewachsenen Garnelen nicht halt machen. Es gibt über 2800 Arten von Großlibellen, und während es auch heimische Arten in unsere Aquarien schaffen, handelt es sich bei den allermeisten Funden um asiatische Arten, die mit Pflanzen importiert wurden. Um wachsen zu können, müssen sich Großlibellenlarven regelmäßig häuten. 
 Anders als Kleinlibellen klappen Großlibellen ihre Flügel in der Regel nicht längs am Körper zusammen, sondern halten sie im rechten Winkel abgestreckt. Sie können sie zwar auch falten, jedoch tun sie das nur im Ausnahmefall. Die Augen der Großlibellen berühren sich in der Kopfmitte häufig. 
 Großlibellenlarven sind nachtaktiv. Sie leben sehr versteckt in den Pflanzen, und sie sind durch ihre Färbung gut getarnt. Häufig bleiben sie daher unbemerkt. Findet man angefressene tote Garnelen oder hat man im Garnelenaquarium rätselhafte Verluste, sollte man mit einer Taschenlampe ins dunkle Aquarium leuchten. Häufig fallen die Larven dann erst auf. Manchmal bemerkt man erst, dass eine Libellenlarve im Aquarium war, weil man eine fertige Libelle unter der Abdeckung des Aquariums oder im Zimmer findet. 
 Für ihre letzte Häutung zur Imago (also fürs geflügelte Stadium) verlässt die Libellenlarve das Wasser und setzt sich außerhalb auf eine feste Oberfläche. Die fertige Libelle schlüpft direkt aus der alten Larvenhaut und durchläuft kein Puppenstadium. 
 Großlibellenlarven leben im Wasser oft mehrere Jahre, bis sie sich zur Libelle häuten. Die Imago dagegen lebt meist nur wenige Wochen. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Großlibellenlarven erinnern auf den ersten Blick ein bisschen an eine Spinne, die ins Aquarium gefallen ist. Sie haben jedoch nur sechs Beine. Der Kopf mit den großen Augen und der auffälligen Fangmaske an der Unterseite ist deutlich vom Körper abgesetzt. Der Hinterleib ist rundlich oder länglich und hat ein kurzes, meist pyramidenförmiges Anhängsel, das von fünf Schwanzstacheln gebildet wird. Großlibellenlarven sind schwer zu bestimmen, in der Regel braucht man dazu ein Mikroskop - vor allem die asiatischen Arten sind nicht einfach zu unterscheiden. Diese Libellenlarven werden im Aquarium bis 4 cm lang und sind von der Färbung her meist eher dunkel, braun bis fast schwarz, manche zeigen auch ein Streifen- oder Punktmuster. 
 Unter dem Mikroskop oder einer guten Lupe kann man die Segmente der Libellenlarve sehr gut erkennen. Ältere Larvenstadien zeigen schon einen Ansatz der Flügel auf dem Rücken am Brustschild. 
 Großlibellen kommen nahezu weltweit in gemäßigten bis tropischen Klimazonen vor. Durch die Aquaristik und hier vor allem durch Wasserpflanzen wurden asiatische Arten auch in Gebiete verschleppt, in denen sie nicht heimisch sind. In Deutschland gibt es rund um Wasserpflanzengärtnereien nachweislich schon etablierte Populationen nicht heimischer Libellenarten. Libellenlarven leben ausschließlich im Süßwasser. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Großlibellenlarven sind Jäger und fressen Kleinlebewesen: Insektenlarven, Kaulquappen, Wasserinsekten, Kleinkrebse, Würmer und so weiter. Großlibellenlarven gehen mit zunehmender Größe auch an ausgewachsene Garnelen und sogar an kleinere Fische. Achtung, mit ihrer Fangmaske können sie die menschliche Haut durchstoßen, der Biss einer Großlibellenlarve ist schmerzhaft! 
 Ihre Fangmaske am Unterkiefer wird in Sekundenbruchteilen nach vorne geschnellt und schlägt das Beutetier. 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
 Die Libellenlarven der Großlibellen sind groß und sehr räuberisch. Sie können bei Garnelen zu empfindlichen Verlusten führen und sogar Fische angreifen. 
   3 Fortbewegung 
 Großlibellenlarven schwimmen nicht. Sie krabbeln relativ langsam am Boden und an Oberflächen. Bei Gefahr können sie jedoch stoßweise ihr Atemwasser abgeben und sich so blitzartig nach vorne katapultieren und durchs Wasser schießen. 
    
   4 Fortpflanzung 
 Großlibellen legen zum Teil ihre Eier lose im Wasser ab, zum Teil stechen sie ihre Gelege auch in Pflanzengewebe ein. Libellenlarven können sich im Aquarium nicht fortpflanzen. 
   5 Wie kommt die Libellenlarve ins Aquarium? 
 Wenn sich nicht gerade eine Großlibelle ins Zimmer verirrt hat und dort im Aquarium ihre Eier ablegt - was in den seltensten Fällen passiert - schleppt man sich die Libellenlarven von heimischen Großlibellen mit Dekoration, Pflanzen oder Tümpelfutter aus der Natur ins Aquarium ein. Auch gibt es Libellenlarven mit frostresistenten Eiern, die frei im Wasser abgelegt werden und theoretisch den Weg über Frostfutter ins Aquarium schaffen könnten - zum Beispiel die Gemeine Heidelibelle ( Sympetrum vulgatum ). 
 Die asiatischen Arten dagegen kommen in der Regel mit gekauften Wasserpflanzen. In der Gärtnerei in Asien stechen die Libellenweibchen ihre Gelege ins Pflanzengewebe ein, wo sie vor äußeren Einflüssen gut geschützt sind und sogar von der immer noch üblichen Pestizidbehandlung vor dem Export nicht betroffen sind. 
   6 Überlebenstechniken 
 Die Libellenlarven von Großlibellen sind gut getarnt und nachtaktiv. Sie sind Meister der Tarnung und verstecken sich bestens im Aquarium. Ihr Fluchtreflex kann das Einfangen schwierig machen. Droht das Gewässer auszutrocknen, können sich Libellenlarven unter Steinen oder Pflanzen im Schlamm eingraben oder sogar das Gewässer verlassen und eine längere Strecke über Land zurücklegen. 
   
 Gut getarnt sitzt diese Libellenlarve in den Pflanzen im Aquarium. 
   7 Libellenlarven fangen 
 Alles, was Libellenlarven tötet, tötet auch Garnelen. Auf Fressfeinde im Aquarium sollte man daher nicht zurückgreifen. Auch  kupfer haltige und ähnliche giftige Präparate sind gleichermaßen für Garnelen wie für Libellenlarven schädlich - auch sie sind in Wirbellosenaquarien daher kein Mittel der Wahl. Am besten sammelt man Libellenlarven daher ab - besonders in gut bepflanzten Aquarien ein echtes Geduldsspiel! Etwas einfacher ist diese Aufgabe, wenn das Licht im Aquarium aus ist, dann kommen die nachtaktiven Libellenlarven zum Vorschein. Leuchtet man mit einer Taschenlampe ins Aquarium, sieht man sie recht gut und kann sie dann vorsichtig (der Fluchtreflex ...) abkeschern. 
   7.1 Libellenlarven aussetzen? 
 Alle heimischen Libellen stehen unter Naturschutz. Seid ihr sicher, dass die Libellenlarven mit Tümpelfutter oder Naturdeko ins Aquarium kamen, solltet ihr sie einfach dorthin zurückbringen, woher sie kamen. 
 Schwieriger ist es mit nicht heimischen Arten, die man mit Wasserpflanzen ins Aquarium geholt hat. Sie dürfen auf keinen Fall in die Natur gelangen, damit sie sich nicht als Neozoen ansiedeln können, die heimische Arten verdrängen würden. Die Bestimmung von Libellenlarven ist schwierig, im Zweifel sollte man gefundene Großlibellenlarven wie eine nicht heimische Art behandeln. 
   7.1.1 Rechtliches 
 Laut Auskunft des Thüringer Landesverwaltungsamts, Referat 410 | Naturschutz vom 11.04.14 gibt es unter den asiatischen Libellen keine besonders geschützten Arten bezogen auf CITES und auf die EU-Artenschutzverordnung. Des weiteren wurde mitgeteilt, dass sich das naturschutzrechtliche Tötungsverbot im Bundesnaturschutzgesetz nur auf wild lebende Tiere bezieht. Selbst Larven heimischer Libellenarten im Aquarium seien nicht als wild lebend zu bezeichnen, weil sie sich eben in menschlicher Obhut befänden - daher sei aus den einschlägigen naturschutzrechtlichen Bestimmungen kein Tötungsverbot für Libellenlarven abzuleiten, die man beim Neukauf von Wasserpflanzen unwissentlich mit erwirbt. 
 Eine Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz vom 10. Mai 2012 durch den Referatsleiter Rechtsangelegenheiten Artenschutzvollzug, I.1.3 besagt, dass insbesondere bei nicht-europäischen Libellenarten, die sich im Aquarium entwickelt haben, eine Tötung gerechtfertigt sein kann, um die heimische Fauna zu schützen. 
   7.2 Was tun mit den Libellenlarven? 
 Im Aquarium gefundene Libellenlarven, die nicht bei uns heimisch sind, dürfen nicht ausgesetzt werden. Auch geschlüpfte nicht heimische Libellen dürfen nicht in die Natur gelangen. Was also tun? Man kann die Tiere separieren und groß werden lassen. Sie lassen sich gezielt mit Würmern und anderem Lebendfutter füttern. Die geschlüpften Libellen lassen sich in einem Terrarium halten. 
 Wenn diese Möglichkeit fehlt, kann man zum Beispiel über ein Naturkundemuseum oder in entsprechenden Gruppen auf Facebook Libellenfreunde finden, die asiatische beziehungsweise nicht heimische Libellen entsprechend so halten, dass sie nicht in die Natur entkommen können. 
 Wenn auch diese Möglichkeit nicht besteht, sollte man die Libellenlarven möglichst schnell töten. Auch das Abtöten mittels Salz-Eiswasser ist neben Erschlagen eine Möglichkeit. Kochsalz wird in warmes Wasser gegeben, bis die Lösung gesättigt ist und Salzkristalle am Boden des Gefäßes bleiben, die sich nicht mehr lösen. Dieses Salzwasser wird ins Tiefkühlfach gestellt. Eine konzentrierte Salzlösung gefriert nicht, wird aber bis -18°C kalt. So stirbt die Libellenlarve einen schnellen Tod. 
 Wenn ihr mit Libellenlarven von Großlibellen umgeht, achtet auf eure Finger! Ihr Biss ist durchaus spürbar. 
                ]]> </content> <updated>2019-12-28T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pentacoelum-Strudelwurm, &quot;Rätselwurm&quot;</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/pentacoelum-strudelwurm-raetselwurm</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/pentacoelum-strudelwurm-raetselwurm"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Lange war er inkognito unterwegs, der Rätselwurm, nun wurde er als Pentacoelum sp. enttarnt. Der räuberische Scheibenwurm ist eng mit Planarien verwandt, verhält, vermehrt und ernährt sich jedoch anders als diese. Er neigt in den meisten Fällen nicht zur Massenvermehrung.
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 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 Problematik  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebenstechniken  
  7 Reduzieren?  
 
  7.1 Salzbehandlung  
 
 
 
 Diese kleinen platten Würmer stehen wie die  Echten Planarien  in der Ordnung Seriata.  Pentacoelum  sp. gehört jedoch zur Unterordnung der Maricola und in die Familie der Bdellouridae, während die Echten Planarien im Aquarium zur Unterordnung Continenticola gehören. Die räuberischen Scheibenwürmer sind also zwar mit den Echten Planarien verwandt, unterscheiden sich jedoch im Verhalten und auch in der Fortpflanzung deutlich von ihnen. In einigen Facebook-Gruppen wurden sie längere Zeit als &quot;Rätselwurm&quot; bezeichnet - der Wurm ähnelt durchaus einer Planarie, aber er verhält sich nicht wie eine und er sieht auch ein wenig anders aus. Auch die Bezeichnung &quot;räuberischer Scheibenwurm&quot; ist gängig. 
 Als Wurm in der Klasse Tricladida gehört  Pentacoelum  sp. wie Planarien zu den Plathelminthes oder Plattwürmern beziehungsweise zu den Strudelwürmern oder Turbellarien.  Pentacoelum  sp. lebt wie alle Strudelwürmer räuberisch, ist jedoch aufgrund seiner geringen Größe für große Schnecken und für Garnelen keine Bedrohung. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Der weißlich bis bräunlich gefärbte Plattwurm  Pentacoelum  sp. hat zwei deutlich sichtbare dunkle Augenflecken (die jedoch kleiner sind als die von Planarien und näher beieinander stehen), einen auffallend lang ausgezogenen hellen Schlundfleck und einen verästelten Darm, der drei Äste hat: Ein Ast weist nach vorne, zwei parallel laufende Äste nach hinten. Der Rand des Körpers ist unpigmentiert. 
   
 Soweit ähnelt der Wurm stark einer Echten Planarie, jedoch weist er im Auflicht mehrere stark reflektierende Pigmentflecken auf: vor den als zwei schwarze Punkte sichtbaren Augen, in der Körpermitte und einen sehr auffälligen breiten Querstreifen kurz hinter dem Schlund. Bei manchen Arten sieht man keinen Querstreifen, sondern zwei reflektierende Punkte an dieser Stelle. An diesem Merkmal kann man den räuberischen Scheibenwurm sehr gut erkennen - Echten Planarien fehlen die reflektierenden Pigmentflecken. Andere Arten haben zusätzlich noch einen reflektierenden Längsstreifen. 
   
 Die Körperform unterscheidet sich ebenfalls von den Echten Planarien:  Pentacoelum  sp. hat vorne eine abgerundete Form, keinen deutlich abgesetzten Kopf, und das Hinterende des Wurmes sieht aus wie abgeschnitten. Der Körper weist keine Segmente auf.  Pentacoelum  sp. wird bis 4 Millimeter lang und etwa 0,9 mm breit, meist sind die Würmer jedoch kleiner. Im Querschnitt ist der Rätselwurm eher flach. 
 Einige Plattwürmer der Gattung  Pentacoelum  kommen im Süßwasser vor. Die Gattung ist in Europa verbreitet (Deutschland, Niederlande, Spanien, Schweden, Finnland), in Russland, in den USA (Hawaii, Louisiana) und in Asien. Die Vorkommen weiten sich langsam auch nach Südamerika aus, wo man sie mittlerweile auch in Peru findet. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
  Pentacoelum  sp. ist wie alle Plattwürmer räuberisch: Neben kleinen Würmern stehen insbesondere kleine bis mittelgroße Schnecken auf dem Speiseplan. Beobachtet wurden Übergriffe auf frisch geschlüpfte Posthornschnecken, aber auch auf größere Aquarienschnecken. Die Literatur spricht auch von einer Vorliebe für die  Neuseeländische Zwergdeckelschnecke  Potamopyrgus antipodarum  , an deren Ausbreitung die Ausbreitung einer europäischen  Pentacoelum -Art gekoppelt zu sein scheint. Angriffe auf ausgewachsene Garnelen und große Schnecken wurden bisher nicht beobachtet. Andere Arten scheinen eventuell auch Aas zu fressen. 
   
  Pentacoelum  sp. neigt im Aquarium nicht zu einer Massenvermehrung, auch wenn vereinzelt bei besonders günstigen Verhältnissen eine etwas höhere Vermehrung beobachtet wurde. 
   2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium 
 Die räuberischen Scheibenwürmer  Pentacoelum  sp. sind im Aquarium nicht ganz unproblematisch, weil sie kleine bis mittelgroße Schnecken wie zum Beispiel Posthornschnecken (auch frisch geschlüpfte) fressen. Große Schnecken haben von ihnen jedoch in der Regel nichts mehr zu befürchten. 
 Übergriffe auf Garnelen wurden bisher nicht beobachtet und werden auch in der Literatur nicht erwähnt. 
   3 Fortbewegung 
  Pentacoelum  sp. kriecht gleitend, vergleichbar mit Planarien oder mit Nacktschnecken. Aktives Schwimmen wurde nicht beobachtet. Werden die Rätselwürmer gestört, ziehen sie sich zu einem kugelförmigen Klumpen zusammen. Im Video sieht man gut, wie sich die Körperform der Würmer verändert und wie breit sie sich machen können. 
 Dieser Strudelwurm ist nicht so lichtscheu wie Planarien. 
    
   4 Fortpflanzung 
  Pentacoelum  sp. pflanzt sich ausschließlich geschlechtlich fort, ein Abschnüren wurde bislang nicht beobachtet. Die Würmer sind zwittrig und haben sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale. Jeweils ein hellbrauner Eikokon wird unterhalb des Schlundes im Hinterende des Körpers produziert und dann meist an Pflanzen oder unter Steinen abgelegt. Die Eikokons sehen denen der Planarien sehr ähnlich, sind mit bis 0,7 mm jedoch deutlich kleiner und haben keinen Stiel. Aus einem Kokon schlüpfen bei 22 °C nach ca. 14 Tagen 1 bis 7 kleine Würmer. 
   
   5 Wie kommt der Wurm ins Aquarium? 
 Meist holt man sich  Pentacoelum  sp. durch an Pflanzen oder Dekorationsmaterial anhaftende Eier ins Aquarium, auch können juvenile bis adulte Würmer in Schnecken oder an Pflanzen sitzen. Heimische Arten schleppt man sich zum Teil auch mit Tümpelfutter ein. 
   6 Überlebenstechniken 
  Pentacoelum  sp. enthalten deutlich weniger Stammzellen als Planarien. Schneidet man sie in der Mitte durch, sterben die Teilstücke ab. Wird ein kleines Stück vom Körper abgetrennt, kann es jedoch regeneriert werden. Das kleine Teilstück stirbt ab. Die Eikokons sind vermutlich gegen Austrocknen geschützt und können wohl auch kurze Kältephasen überstehen. 
   7  Pentacoelum  eindämmen 
  Pentacoelum  sp. scheint bislang in der Regel im Aquarium nicht massenhaft aufzutreten. Häufig verschwinden die Würmer von selbst wieder. Eine Bekämpfung mit einer Planarienfalle dürfte aufgrund ihrer Spezialisierung auf kleinste Schnecken und Würmer im Aquarium schwierig werden, bei einigen Versuchen ging kein einziger Wurm in die Falle. Bei anderen Versuchen waren Aquarianer mit rohem Fleisch teilweise erfolgreich, eine Masseneinwanderung in die Falle gab es jedoch auch hier nicht. 
 Das rezeptpflichtige Wurmmittel  Panacur  tötet die Würmer verschiedenen Berichten zufolge ab. 
 &amp;nbsp;  7.1 Salzbehandlung 
 Waldemar Ignatjew testete, wie Pentacoelum sp. auf haushaltsübliches Kochsalz reagieren: 
 In jedem Behälter waren mindestens 3 Würmer. Verwendet wurde reines Kochsalz (NaCl) - hier eignet sich zum Beispiel Spülmaschinensalz ohne Zusätze gut. Wird normales Haushaltssalz verwendet, sollte man darauf achten, dass weder Jod, Fluor noch Rieselhilfen darin enthalten sind.  1g Salz pro Liter Wasser schien die Würmer überhaupt nicht zu beeindrucken. Bei 5g/L und 10/L rollten sie sich beim Hineingeben sofort zusammen. 
 
 1g Salz/Liter machte den Würmern auch nach einer Woche noch nichts aus, alle lebten noch. 
 In 5g Salz/Liter lebten auch nach einer Woche etwa die Hälfte der Würmer, sie waren aber eher inaktiv. 
 10g Salz/Liter machten die Würmer nicht mit, nach paar Tagen gingen sie spätestens ein. 
 
  Die Eikokons dürften allerdings salzresistent sein, das heißt, eine Salzbehandlung müsste man nach zwei Wochen wiederholen. Achtung: Nicht alle Fische und Pflanzen vertragen eine so hohe Salzkonzentration im Aquarium! 
   
 Mein besonderer Dank für die Identifizierung des Wurms als  Pentacoelum  sp. geht an Robert Katzer, der sich stundenlang akribisch durch die Google-Bildersuche wühlte, an Melanie Kirchbeck und an Alexander Gärtner für seine Engelsgeduld und seine genaue Beobachtungsgabe. 
                ]]> </content> <updated>2019-12-04T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Waffenfliegenlarven</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/waffenfliegenlarven</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/waffenfliegenlarven"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Waffenfliegenlarven sind seltene Gäste im Aquarium. Ihre auffälligen Segmente sind sehr charakteristisch. Trotz ihres Namens sind sie absolut harmlos und für die Bewohner im Aquarium unbedenklich. Sie treten in der Regel nicht massenhaft in Erscheinung.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aussehen/Vorkommen  
 
  1.1 Das Puppenstadium  
  1.2 Die Imago  
 
  2 Nahrung/Fressverhalten  
 
  2.1 im Wirbellosenaquarium  
 
  3 Fortbewegung  
  4 Fortpflanzung  
  5 Einschleppung  
  6 Überlebensstrategien  
  7 Absammeln?  
  8 Als Lebendfutter  
 
 
 Die Larven der Waffenfliegen leben in sehr unterschiedlichen Biotopen, einige Arten haben auch aquatile Larven, wie zum Beispiel die Gattung  Stratiomys . Die Waffenfliegen bilden eine eigene Familie, sie wird auch Stratiomyidae genannt. Die wasserlebenden Larven können recht unterschiedlich aussehen - hellgrau bis dunkelbraun sind häufige Farben. Im Aquarium sind sie sehr seltene Gäste. Waffenfliegen sind keine Stechfliegen, sondern ernähren sich von Nektar und Pollen, manche Arten fressen auch Dung. Der Name &quot;Waffenfliege&quot; bezieht sich auf die Färbung der Fliegen, die alten Uniformen gleichen soll. Auffallend ist ein metallischer Schimmer, den viele Arten aufweisen, und der ebenfalls zu diesem Namen geführt haben könnte. Gefährlich oder gar aggressiv sind die Waffenfliegen nicht. 
   1 Aussehen und Vorkommen 
 Die abgeplatteten Waffenfliegenlarven besitzen auffallende Segmente, sie sehen fast wie eine Panzerkette aus. Die Segmente sind durch eingelagerten Kalk recht hart. Häufig läuft der spindelförmige Körper nach hinten sehr schlank aus, an seinem Hinterende sitzt eine Röhre. Die beiden Atemlöcher, die Stigmen, sitzen am Ende dieses Atemrohrs. Sie sind von einem Hakenkranz umgeben, der unter einer guten Lupe sichtbar ist. Zum Atmen hängen die Larven mit diesem Atemrohr an der Wasseroberfläche. Waffenfliegenlarven werden je nach Art unterschiedlich groß, bis 60 mm können sie erreichen. Die Farbe der Waffenfliegenlarven variiert von hellgrau über grünlich bis dunkelbraun. 
 Die Waffenfliegen sind mit weltweit über 2650 Arten eine sehr artenreiche Familie. In Mitteleuropa gibt es etwa hundert verschiedene Arten, von denen jedoch nicht alle wasserlebende Larven haben. Es gibt sogar Arten, deren Larven in Salzwasser aufwachsen. 
   1.1 Puppenstadium 
 Bei den Waffenfliegen verhärtet sich die Larvenhaut im letzten Stadium bei der Verpuppung, die Puppe sieht also nicht wesentlich anders aus als die Larve. Oft hängen diese Puppen horizontal unter der Wasseroberfläche, es gibt aber auch Waffenfliegenlarven, die das Wasser zur Verpuppung verlassen und dann in der Ufervegetation liegen. 
   1.2 Imago 
 Imago heißt die geschlüpfte, geschlechtsreife Waffenfliege. Waffenfliegen gehören zu den Hautflüglern. In Ruhe ist das transparente Flügelpaar auf dem Rücken flach gefaltet, der Hinterleib ragt rechts und links darüber hinaus. Einige Waffenfliegen sind gelb-schwarz gefärbt, andere Arten zeigen eine metallische Färbung und sind eher dunkel oliv bis braun. Sie kommen häufig in der Nähe von Wasserläufen oder in Waldgebieten vor. Waffenfliegen stechen nicht, sie fressen Pollen oder Nektar, manche auch Dung. 
   2 Nahrung und Fressverhalten 
 Die aquatilen Waffenfliegenarven leben von Aufwuchs und Biofilmen, die sie von den Oberflächen abgrasen. 
   2.1 Waffenfliegenlarven im Wirbellosenaquarium 
 Trotz ihres sehr robusten Aussehens stellen Waffenfliegenlarven im Aquarium keinerlei Gefahr dar. 
   3 Fortbewegung 
 Waffenfliegenlarven hängen zum Atmen an der Wasseroberfläche, bewegen sich zum Grasen jedoch am Gewässergrund. Ihre Fortbewegung ist dabei alles andere als elegant. 
    
   4 Fortpflanzung 
 Die Weibchen der Waffenfliegen mit wasserlebenden Larven legen ihre Eier nach der Befruchtung durch ein Männchen je nach Art einzeln oder in mehrschichtigen Eipaketen auf der Wasseroberfläche ab. Die Überwinterung findet in der Regel im Larvenstadium statt. 
   5 Wie kommen Waffenfliegenlarven ins Aquarium? 
 Es ist möglich, dass sich eine weibliche Waffenfliege ins Zimmer verirrt und in einem offenen Aquarium ihre Eier ablegt. Mit Tümpelfutter oder mit in der Natur gesammelten Dekorationen oder Pflanzen kann man sich Waffenfliegenlarven ins Aquarium holen. Sehr häufig passiert dies jedoch nicht. 
   6 Überlebensstrategien 
 Waffenfliegenlarven sind dank ihrer kalkhaltigen Haut sehr gut gegen Austrocknen geschützt. 
   7 Muss man Waffenfliegenlarven absammeln? 
 Für die Bewohner im Aquarium sind Waffenfliegenlarven harmlos. In der Regel treten sie auch nicht massenhaft auf. Als Lebendfutter sind die harten Larven weniger wertvoll, viele Fische verschmähen sie. 
                ]]> </content> <updated>2019-11-20T01:00:00+01:00</updated> </entry> </feed>