<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/haltung-zucht/garnelen/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>GARNELENHAUS</name> </author> <title>Wiki / Atom Feed</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/haltung-zucht/garnelen/?sRss=1</id> <updated>2026-04-29T05:32:55+02:00</updated> <entry> <title type="text">Die Rostrumformel</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-rostrumformel</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-rostrumformel"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die Rostrumformel ist ein gern zitiertes Merkmal bei der Bestimmung von Zwerggarnelen. Hier erklären wir, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt und wie du die Rostrumformel zur Artbestimmung bei Garnelen im Aquarium (und im Freiland) verwenden kannst.
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 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Die Rostrumformel  
  2 Beispiele aus der Praxis 
 
  2.1 Rostrumformel Neocaridina davidi  
  2.2 Rostrumformel Caridina logemanni  
  2.3 Rostrumformel Caridina mariae  
 
 
 
 
   1 Die Rostrumformel 
 Oft gehört, kaum erklärt - die Rostrumformel geht auf T. H. Butler zurück. Sie beschreibt bei Zwerggarnelen die Anordnung und Zahl der kleinen Zähnchen auf dem  Rostrum . Sie besteht aus einer Abfolge von Zahlen, die zusammengesetzt ist aus der Anzahl der Zähnchen auf der Oberseite des Rostrums hinter dem orbitalen Rand (also der Augenbasis) und die Anzahl der Zähnchen ab dem orbitalen Rand bis zur Spitze sowie der Anzahl der Zähnchen auf der Unterseite des Rostrums. 
 Um die Rostrumformel zu bestimmen, zählt man also erst die Zähnchen auf der Oberseite des Rostrums. Dazu beginnt man mit den Zähnchen hinter der Augenbasis. Diese wird notiert. Danach zählt man die Zähnchen auf der Oberseite des Rostrums, die vor der Augenbasis bis zur Spitze des Rostrums reichen. Auch diese werden notiert. Danach zählt man die Zähnchen auf der Unterseite des Rostrums; diese Zahl stellt man getrennt durch einen Schrägstrich ans Ende der Formel. 
 Häufig sieht man in der Rostrumformel auch noch Zahlen in Klammern; hier wird die am häufigsten gefundene Anzahl von Zähnchen angegeben. 
   2 Beispiele aus der Praxis 
 Grau ist alle Theorie - hier schauen wir uns Beispiele für die Rostrumformel aus der Praxis an. Um die Rostrumformel bei deinen Garnelen zu bestimmen, brauchst du ein wirklich scharfes Foto direkt von der Seite oder eine  Exuvie , die du unters Mikroskop legen kannst. Untersuchungen am toten Tier sind natürlich ebenfalls möglich. 
   2.1 Rostrumformel  Neocaridina davidi  
 Die Rostrumformel der  Rückenstrichgarnele Neocaridina davidi  lautet: 2-3 + 7-19(14-16) / 1-9. Hier haben wir also 2-3 Zähnchen hinter der Augenbasis und 7 bis 19 Zähnchen davor. Die meisten Neocaridina davidi weisen zwischen 14 und 16 Zähnchen auf. Unter dem Rostrum sitzen 1 bis 9 Zähnchen. 
   2.2 Rostrumformel  Caridina logemanni  
 Die Rostrumformel der  Bienengarnele  lautet : 4-7(4) + 6-14(8) / 1-3(2). Das Rostrum von  Caridina logemanni  besitzt hinter der Augenbasis also 4-7 Zähnchen, von der Augenbasis bis zur Spitze sind es 6-14. 1-3 Zähnchen sitzen an der Unterseite. 
   2.3 Rostrumformel  Caridina mariae  
 Die Rostrumformel der  Tigergarnele  Caridina mariae   lautet : 1-2 + 8-12 / 3-5. Bei Caridina mariae sitzen also hinter der Augenbasis nur 1-2 Zähnchen, ab Augenbasis bis Spitze zählen wir 8 bis 12 davon, und 3-5 Zähnchen sitzen an der Unterseite. 
                ]]> </content> <updated>2023-06-08T00:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Abenteuer Sulawesi 2008</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/abenteuer-sulawesi-2008</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/abenteuer-sulawesi-2008"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die Logemänner machten sich 2008 zum ersten Mal auf, die Habitate der damals noch ganz neuen, aufregend bunten Garnelen aus Sulawesi zu erkunden und die Wasserwerte zu messen. Eine Reise in eine tropisch-faszinierende Welt!
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 Als Ende 2007 die ersten farbenprächtigen Süßwasser-Zwerggarnelen aus Sulawesi (Indonesien) auf den deutschen Markt kamen, waren wir als bekennende Garnelenliebhaber natürlich absolut begeistert. Solch bunt gezeichnete Tiere kannte man bisher sicher nur aus dem Meerwasserbereich … kaum zu glauben! 
  Genaues über die Tiere, deren Lebensgewohnheiten, sowie über ihr natürliches Biotop waren anfangs kaum zu bekommen. Zweifellos wurde hier echtes Neuland betreten, zumal die meisten der Garnelen wissenschaftlich noch nicht einmal bestimmt waren. Also der ideale Tummelplatz für eine kleine Exkursions- und Fangreise in dieses abgelegene Gebiet. 
 Als die Idee sich dann einige Monate später doch etwas mehr formierte, wurde natürlich das Internet zu sämtlichen Informationen über das touristisch kaum erschlossene Sulawesi befragt … Dengue-Fieber, Malaria, Bilharziose, Vogelgrippe, religiöse Spannungen, Erdbeben und Vulkanausbrüche waren nur ein kleiner Teil der ansonsten doch recht spärlichen Informationen. Alles in allem also bei weitem nicht mit einem herkömmlichen Strandurlaub in Spanien zu vergleichen. 
 Nachdem wir weitere Informationen von bereits expeditionserprobten Leuten eingeholt hatten und nach einem vorsorglichen Besuch im Hamburger Tropeninstitut war die Entscheidung gefallen … Anfang Mai sollte es losgehen. Zusammen mit Roland Numrich von Mimbon Aquarium, einem befreundeten Großhändler, wurden letzte Einzelheiten der Reisepläne geschmiedet. 
   4. Mai - die Reise beginnt 
  Am 4. Mai war es dann soweit …Der Flieger hob, besetzt mit zwei Hamburger Jungs, Richtung Abenteuer ab. Der Plan sah vor, dass wir uns mit Roland in Jakarta (Indonesien) auf dem Flughafen treffen, da er bereits einige Tage vorher abgeflogen war um in Bangkok noch anderweitig Geschäftliches zu regeln. 
 Zuerst ging es für uns aber nach Dubai, wo wir einen 9-stündigen Aufenthalt und die Nacht auf dem Flughafenteppich genießen durften. Geweckt von dem melodischen Gesang des Muezzins ging es dann am Vormittag weiter Richtung Jakarta. 
   5. Mai - Jakarta / Indonesien 
 Nach endlosen Stunden im Flieger dann endlich um 20:50 Ortszeit (5 Std. vor MEZ) die Landung in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens auf Java. Visum im kleinen Flughafenbüro besorgt, durch den Einreiseschalter und Ausschau nach Roland halten … hier wollten wir uns treffen. Und siehe da …, strahlende Gesichter begrüßen sich. 
 Jetzt noch schnell das Gepäck abholen und raus aus dem Terminal.Ein befreundeter Händlerkollege von Roland, der uns abholen wollte, wartet sicher schon … Bis dahin war es aber der reinste Spießrutenlauf … freundliche Damen und Herren aus den Wechselstuben schrieen einen förmlich an, doch bei ihnen Geld zu tauschen, und diverse Taxifahrerhände versuchten, einem das Gepäck abzunehmen. Glücklicherweise war dann aber doch schnell der sehnsüchtig erwartete Kollege zur Stelle und nach einer herzlichen Begrüßung kehrte wieder etwas Ruhe ein … puhh! 
   
 Wir waren froh im Auto zu sitzen, und genossen bei offenen Fenstern die tropische Wärme und den für uns chaotischen, lärmenden und äußerst turbulenten Straßenverkehr in Jakarta. 
 Mit einem Bärenhunger ging es erst einmal Richtung nächstgelegenem Restaurant, in dem es alles geben sollte, was der europäische Magen kennt. Ok, wir wollten Chicken-Wings … Auf Anraten orderten wir dann auch gleich noch ein Steak dazu, da die Portionen hier bei weitem nicht so üppig sein sollten wie in Deutschland. Und in der Tat … es kamen zwei Baby-Hühnchenflügel in Begleitung von neun Pommes und ca. einer achtel Tomate. Beim Steak sah es nicht viel besser aus, aber zusammen war es dann doch völlig ausreichend. 
   
 Danach ging es ins Hotel, das für uns schon von Rolands Kollegen ausgesucht wurde. Es sollte ein günstiges sein und auf dem Weg liegen. Beim Betreten schallte Musik aus einem Nebenraum, sodass man kaum die Dame an der Rezeption verstehen konnte. Ging die Tür auf, dann war es so laut, dass reden sinnlos wäre, offenbar war dort grad eine Karaoke-Party im Gange und die Leute hatten viel Spaß. Zu verstehen war am Ende nur: Zimmer? Gut! Dusche? Auch! Und Frühstück? Mal sehn …! Hm, egal, nur noch duschen und dann schlafen gehen. Im Zimmer grübelten wir noch kurz über die Art des Hotels nach, da ein riesiger Spiegel über und einer vor dem Bett hing, aber um weiter darüber nachzudenken fehlte uns jetzt die Kraft und allein die Tatsache dass wir Brüder nebeneinander lagen, beraubte uns sämtlicher Fantasien … 
 Gute Nacht! 
   6. Mai - weiter nach Sulawesi 
 Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich geweckt und es stand wirklich ein Klecks Rührei, ein Toast und etwas Orangensaft vor der Tür. Abgeholt wurden wir dann wieder von Rolands Kollegen und unseren Translator (Dolmetscher) Jantus, der uns auf dieser Reise begleiten sollte, denn mit Englisch kommt man im Hinterland nicht mal bis zur nächsten Ecke … 
 Am Flughafen ging es in eine Maschine der indonesischen Fluggesellschaft Sriwijaya Air. Bedenkt man, dass es in Indonesien gleich nach Afghanistan prozentual weltweit die meisten Flugzeugunglücke gibt und sämtliche dortigen Airlines wegen technischer Unzulänglichkeiten keine Fluglizenz in Europa, den USA und Kanada haben, wird einem schon ein wenig mulmig zumute … Angestachelt wurde das ungute Gefühl auch noch wegen der Startverschiebung durch starken Platzregen. Als es dann aber doch endlich losging, waren immer noch riesige Pfützen auf der Rollbahn zu erkennen … Augen zu und durch! 
 Der zweistündige Flug verlief dann aber völlig problemlos. Im Anflug auf den Süden&amp;nbsp;Sulawesis konnten wir viele kleine, traumhaft schöne und mit weißem Strand umsäumte Inseln, Atolle und Korallenriffe in türkisfarbenem Wasser erkennen … Karibikfeeling pur!&amp;nbsp;Ankunft in Makassar und nachdem wir unser nasses Gepäck (man hatte es in Jakarta einfach durch den strömenden Regen geschoben) in Empfang genommen hatten, begrüßten uns auch schon weitere Kontaktpersonen … wohl Verwandte von Rolands Händlerkollegen, die uns ein bisschen durch Makassar und später zum Busbahnhof fahren sollten … ganz haben wir die verwandtschaftlichen Verhältnisse nicht verstanden. 
 Zuerst ging es aber mal wieder in ein Restaurant am Wegesrand … Dort lagen viele, bereits fertig gegarte Fisch- und Fleischsorten ungekühlt in der Auslage, wovon wir allerdings nur Hühnchen zweifelsfrei erkennen konnten. Dazu Reis und etwas Gemüse in diversen Schälchen … Nicht, dass es uns nur nicht schmeckte, weil einfach zu viel Glibber und Knorpel vorhanden waren, auch die Tatsache, dass jeder Gast sich mit seinen Fingern dort etwas rausholt und was nicht gegessen wird, wieder zurück in die Schale kommt, lies uns heftiges Magengrollen erwarten … Spätfolgen blieben dann aber doch glücklicherweise aus. 
  Mehr oder weniger wohlgenährt ging es dann zu den nächstgelegenen Zooläden, da wir noch einiges an Membranpumpen, Diffusoren und Schläuchen brauchten. 
 Der Begriff Zooläden ist allerdings etwas irreführend … zumindest bei den von uns besuchten handelte es sich lediglich um fünf bis sechs offene Buden, die unmittelbar nebeneinander standen und fast identische Produkte führten. 
 Das Angebot ließ uns teilweise erschaudern … Es gab viele kunterbunte, in&amp;nbsp;unseren Augen kitschige, schrecklich grelle Einrichtungsgegenstände und Goldfische in allen Farben … über Geschmack lässt sich nicht streiten!&amp;nbsp;Wir machten also unsere Besorgungen inkl. einiger Fangnetze und Kleinkram … das war‘s! 
 Noch ein bisschen Bummeln durch ein angrenzendes Einkaufszentrum und sich daran gewöhnen, dass man fast ständig von Leuten neugierig und meist belustigt in Augenschein genommen wird … Westliche Touristen scheinen sich nur selten hierher zu verirren. 
 Am späten Nachmittag ging es dann zum Busbahnhof … 12 Stunden trennten uns ja noch von Soroako am Matanosee. Wir waren&amp;nbsp;angenehm überrascht bei der Ansicht des&amp;nbsp;Busses. Geradezu modern sah er aus … auch die Sitze und das gesamte Innere konnten sich sehen lassen. Nach den ersten Kurven und Schlaglöchern verblasste der Eindruck allerdings recht schnell … seltsames Quietschen, Klappern und Schlagen in der Achse und ein schriller, durchdringender Warnton aus dem Armaturenbrett, der erst nach der Entfernung des entsprechenden Relais zum Schweigen gebracht wurde, bildete die Akustik im Fahrgastraum. Dass die Geräusche nicht das Ergebnis regelmäßiger Wartung sein können, war einem ja schnell klar. Die Frage war nur, halten die Achsschenkel die kurvenreiche, schlecht ausgebaute und mit Schlaglöchern übersäte Berg- und Talfahrt bis Soroako aus, oder knacken sie vorher weg? 
 Allzuviele Gedanken dazu konnte man sich allerdings auch nicht machen, denn der Fahrstil unseres Busfahrers, nennen wir ihn Mr. Alptraum, lenkte uns ab. Er war ein begnadeter Aus-dem-Weg Huper und Gegenverkehrfahrer. Überholt wurde, was langsamer war bzw. im Weg stand. Dabei spielte es für Mr. Alptraum auch keine Rolle, ob es sich um eine unübersichtliche Links- oder Rechtskurve, um eine Bergkuppe, oder eine eigentlich viel zu enge Stelle der Straße handelte. 
 Naja, zumindest konnten wir keine Leitplanken durchbrechen und einen Hang hinunter stürzen … wir wären dank fehlender Planken gleich den Abhang runter gepurzelt. Blieb immerhin die Hoffnung, dass man wahrscheinlich auf Grund des meist dichten Waldes nicht all zu tief gefallen wäre … Auf jeden Fall hatten wir schon nach kurzer Zeit auch den letzten Tropfen Wasser ausgeschwitzt. Roland ging es da deutlich besser … er hatte von Anfang an die Augen zugemacht und versuchte etwas zu schlummern. 
   7. Mai - endlich am Matanosee! 
 Endlich, nach diversen Pinkelpausen, 12 Stunden Geschaukel und sich langsam einstellenden Rückenschmerzen waren wir im Morgengrauen am Ziel … der Matanosee lag vor uns! Eingefasst von sanften, mit tropischem Grün bewachsenen Berghängen. Das Klima in dieser Region war, wahrscheinlich Dank der großen Wasserflächen, sehr angenehm … zwar 30° C, aber keine drückende, schwüle Tropenhitze wie im küstennahen Tiefland … perfekt, und am liebsten wären wir sofort in den See gehüpft, um nach Garnelen zu schauen … aber erst einmal per Taxi ab ins Hotel. 
   
 Der Ort Soroako wird maßgeblich dominiert durch eine kanadische Bergbaufirma, die in den umliegenden Gebieten Nickel abbaut. Fast jeder Bewohner lebt direkt oder indirekt von dieser Firma, und für viele weitere Arbeiter gibt es auch den Bus-Pendelverkehr zwischen Makassar und Soroako. 
  Für Ingenieure, die längerfristig vor Ort sind, gibt es eine eigene und bewachte Siedlung. Auch das mehr oder weniger einzige Hotel am Platz ist wohl vornehmlich für Mitarbeiter und Gäste der Bergbaugesellschaft gebaut worden … 
 Ein echter Glücksfall, denn so waren ein vernünftiges Bett und Dusche, Frühstück und Abendessen im angrenzenden Restaurant jederzeit gesichert.&amp;nbsp;Hier konnte man seine Akkus abends beim kühlen Bier und gutem Essen wieder wunderbar aufladen … 
 Viel Zeit haben wir im Hotel allerdings nicht vergeudet, denn es war ja noch früher Morgen, und der Matanosee rief nach uns … Wir machten uns auf in Richtung Fischerviertel, wo Roland einige bekannte Gesichter begrüßte. Ruckzuck waren wir auch schon auf einem kleinen Ausleger-Fischerboot Richtung Fanggebiet unterwegs. 
 &amp;nbsp; 
  Der See war mit fast 30° C herrlich warm, und wir konnten es kaum abwarten hinein zu hüpfen und nach unseren Lieblingen zu schnorcheln. An geeigneter Stelle hielten wir am steinigen Uferbereich – Taucherbrille auf und hinein … 
 Kaum einmal genau hingeschaut, sieht man auch schon überall die kleinen weißen Ärmchen der Kardinalsgarnelen … unglaublich! Das Wasser war sehr klar, überall schwammen Fische und der Boden, sowie die Steine waren voll mit  Tylomelania -Schnecken. Wir waren einfach nur begeistert! Nachdem wir einige Stunden ausgiebig die Unterwasserwelt erkundet hatten, nahmen wir noch eine Wasserprobe für die Wertemessung im Hotel mit und fuhren noch ein Stück weiter zu einer kleinen im See gelegenen Insel. 
 Die nur wenige Quadratmeter große Insel war im Uferbereich sehr flach und überwiegend sandig. Auch hier gab es wieder zahlreiche Schnecken und sogar einige Pflanzen wuchsen dort. Im Gegensatz zu dem pflanzenlosen, steinigen Uferbereich des ersten Schnorchelplatzes gab es bei der Insel aber keine Garnelen zu finden.&amp;nbsp;Da es in Äquatornähe sehr schnell und bereits gegen 18 Uhr dunkel wird, mussten wir für den ersten Tag hier leider auch schon Schluss machen … die Zeit verging mal wieder wie im Fluge. 
 Im Dorf angekommen, hörten wir von Einheimischen, dass es Tags zuvor am Towutisee einige Verhaftungen von Indonesischen Fischern gegeben hatte, die dort als nicht ansässige illegal nach Garnelen gefischt hatten. Die weltweite Nachfrage nach diesen hübschen Tieren treibt einige Leute aus Nah und Fern an diese Seen. Mittlerweile haben auch die lokalen Behörden davon Wind bekommen und handeln dementsprechend. 
   
 Abends im Hotel klärten wir noch einmal telefonisch die Sache mit den Fanglizenzen mit Rolands Kollegen in Jakarta ab und checkten alle unsere Unterlagen und Genehmigungen. Nur für den Fall, dass wir bei Problemen etwas vorweisen können. Im Nachhinein sollte sich dies noch als hilfreich herausstellen … aber dazu später mehr. 
 Nach einer schon sehnlichst herbei gewünschten Dusche wurde das Restaurant in Augenschein genommen … Chicken-Pizza XXL und ein kaltes Bintang Bier … Perfekt! 
 Abends dann noch die Wasserprobe analysiert mittels handelsüblichen Testkoffer mit Tröpfchentests, sowie elektronischen pH- und Leitwert-Meßgerät, die beide vor Antritt der Reise geeicht wurden. 
   Wasserwerte Matanosee 
 
 Temperatur: 29,5° C 
 pH-Wert: 8,6 
 Gesamthärte: 7° dGH 
 Karbonhärte: 5° dKH 
 Leitwert: 227 Microsiemens 
 Ammonium (NH3): 0 
 Ammoniak (NH4): 0 
 Nitrit (NO2): 0 
 Nitrat (NO3): 0 
 Phosphat (PO4): 1,0 
 Eisen (Fe): 0 
 Kupfer (Cu): 0 
 
   8. Mai - Exkursion ins Hinterland 
 Um 6 Uhr am nächsten Morgen ging es voller Tatendrang, aber dennoch etwas angeschlagen wegen der langen Anreise und des gestrigen Schnorcheltages, wieder aus den Federn … wir wollten ins Hinterland zu einigen kleineren Flüssen der Region. Als erstes hieß es den Matanosee zu überqueren und als dabei die Fischer den für die Region scheinbar so typischen Eintaktmotor ankurbelten, waren wir jedenfalls hellwach … Schalldämpfer scheinen hier unbekannt. 
 Das Wetter war mal wieder wie gemacht … zwar bewölkt, aber wunderbar warm und mild. Blauen Himmel und gnadenlose Äquatorsonne hätte unsere europäische Haut auch sicher binnen Minuten zum Erröten gebracht … wir sollten es noch erfahren. 30 Minuten dauerte die Überfahrt, und wir landeten in einem kleinen, nicht wirklich einladend aussehenden Örtchen. 
 Außer ein paar Häusern, kleinen Läden, einem Klohäuschen am Hafen sowie einer ungewöhnlichen Moschee gab es nichts Aufregendes. 
   
 Für uns ging es per Geländewagen-Taxi weiter ins Landesinnere. Vorbei an einem Check-Point, an dem man sich abmelden muss, wenn man ins Hinterland will, über eine unglaublich schlechte Schotterpiste. Größtenteils konnte man nur Kriechtempo fahren, da die Schlaglöcher und Ausspülungen bzw. Aufweichungen durch Regen derart tief waren, dass der Wagen entweder drohte, mit dem Bodenblech aufzusetzen oder sich festzufahren. Nach endlosem Geschaukel erreichten wir unser erstes Ziel … einen kleinen Fluss, der irgendwann in einen größeren und schließlich im Meer mündet. Er hat keine Verbindung mit den Seen des Malili-Systems. 
 Nachdem die Utensilien ausgeladen waren und wir uns mit Keschern bewaffnet hatten, ging es ins (meist) knietiefe Wasser zum Uferbereich. Nach Minuten zappelten dann auch schon die ersten Garnelen im Netz. Hm … farblos und recht klein. Dann noch eine und immer mehr … einige wirklich schön gezeichnet … schon interessanter. 
   
 In der Mitte des Flusses lagen viele Baumstämme und Äste mit sich verfangenem Laub … Das Netz davor richtig positioniert und ordentlich im Laub rumgewühlt … dann die Überraschung, mit ca. 3 bis 5 cm zappelten sehr große Garnelen im Netz. Sehr dunkel gefärbt mit einem hellen Rückenstrich … überwiegend Weibchen mit sehr vielen kleinen Eiern in den Bauchtaschen. Scheinbar also vom primitiven Fortpflanzungstypus, wobei die Larven zur Weiterentwicklung mit dem Fluss ins salzige Wasser des Meeres getrieben werden müssen. 
 Bei den kleineren Arten aus dem Uferbereich, wo wir mittlerweile auch einige tragende Weibchen gefangen hatten, zeigten sich nur wenige und recht große Eier … sie entlassen also fast vollständig entwickelte Junggarnelen im Süßwasser. Wie wir mittlerweile wissen, handelt es sich bei der kleineren Art um eine noch unbestimmte Art, bei der größeren aus der Flussmitte um  Caridina weberi . Sie hielt sich ausschließlich in der strömungsreichen Flussmitte zwischen Laubansammlungen auf, während die kleinere Art wiederum ausschließlich in den strömungsärmeren Bereichen der Ufervegetation zu finden war. 
   
 Roland und die Fischer hatten ihr 10-Meter-Netz fertig gemacht und gingen auf groß angelegten Fischfang. Für uns gab es nun ebenfalls kein Halten mehr und wir verschwanden hinter der nächsten Flussbiegung fürs erste im Dschungel. Nachdem wir mehrfach bis zum Hals versunken waren und unsere Beutel gefüllt hatten, ging es langsam zurück und wir konnten schon von weitem an dem breiten Grinsen von Roland erkennen, dass der Tag auch für ihn scheinbar recht erfolgreich war. Stolz zeigte er uns seine Fänge und wir waren gar nicht mal wenig beeindruckt, denn es waren hübsche Fische dabei. 
   
 Am frühen Nachmittag warteten wir dann auf gepackten Sachen und zur verabredeten Zeit auf unser Taxi, welches uns abholen sollte … nichts tat sich! Stattdessen kam irgendwann ein Mann auf einem Motorroller, um uns mitzuteilen, dass das Fahrzeug einen auf die Schnelle nicht zu reparierenden Schaden habe, er aber sein Bestes tun werde, um uns hier nicht stehen zu lassen … sehr beruhigend! 
 Also wieder warten … hie und da kam ein vollbesetztes Auto vorbei und irgendwann gelang es ihm den Fahrer zu überreden, nach dem Absetzen der Fahrgäste zurückzukommen und uns einzusammeln … in der Zwischenzeit konnten wir wenigstens etwas die Umgebung über Wasser erforschen … Herrlich bunte kleine Geschöpfe gibt es zu entdecken und einiges an für uns skurrilen Pflanzen. Die Mimose z.B., die bei Berührung blitzschnell ihre Blätter zusammenfaltet. Bananen standen einfach so in der Gegend rum … Leider waren keine Früchte reif. 
   
 Endlich kam das Auto, und nach Verstauung allen Zubehörs nebst Fische und Garnelen mussten noch dreizehn Leute in einen achtsitzigen Kleinbus … Bewegen war unmöglich, und wir waren froh, als wir nach ungefähr der Hälfte der Strecke noch bei einem Fluss, den wir schon auf der Hinfahrt gesehen hatten, anhielten, um ihn etwas genauer zu inspizieren … Aber wie dem auch sei, gerade ein bisschen rum gelaufen, da fing es heftig zu regnen an, und weiter ging es wie die Sardinen zurück zum Ausgangsort am Matanosee. 
 Die Wellen auf dem See waren bedingt durch den aufkommenden Wind erheblich höher als bei unserer Überfahrt am Morgen, sodass wir auf die bunt bemalten, etwas größeren und sicheren Fährboote ausweichen mussten. Die kleinen Fischerboote waren für einen solchen Wellengang nicht gemacht … schon gar nicht mit so vielen Leuten und Gepäck an Bord. 
 Wieder in Soroako angekommen, ging es schnurstracks zu den Fischern, wo ein paar Plastikkübel mit Wasser, Membranpumpe und Sprudelsteinen versehen wurden, um die Tiere zu versorgen. 
 Im Hotel wurde abends dann noch das Wasser aus dem Fluss getestet. 
   Wasserwerte Flusssysstem 
 
 Temperatur: 23,5° C 
 pH-Wert: 8,3 
 Gesamthärte: 8° dGH 
 Karbonhärte: 6° dKH 
 Leitwert: 195 Microsiemens 
 Ammonium (NH3): 0 
 Ammoniak (NH4): 0 
 Nitrit (NO2): 0 
 Nitrat (NO3): 0 
 Phosphat (PO4): 0,5 
 Eisen (Fe): 0 
 Kupfer (Cu): 0 
 
   9. Mai - Tominanga River, Mahalonasee, Towutisee 
 Es war Freitag, der 9. Mai … Früh um 4:45 Uhr schellte uns an diesem Morgen der Handywecker aus dem Bett. Geplant ist ein Besuch am Tominangafluss und Mahalonasee. Der Mahalonasee ist ein kleiner See zwischen Matano- und Towutisee, in dem nach unseren Informationen bisher nicht viel gefischt wurde, und wir sind höchst gespannt, welche Arten an Fischen und Garnelen uns hier erwarten sollten. Der Tominangafluss verbindet den Mahalona mit dem Towutisee, und genau diesen wollten wir vom Towutisee aus mit dem Boot hochfahren … Eine gewisse Goldgräberstimmung machte sich bei uns breit. 
   
 Also erst einmal gut gefrühstückt und dann mit dem Taxi über diesmal relativ vernünftige Schotterpisten zum Towutisee, und obwohl im Vorfeld eigentlich alles organisiert war, ergab sich dann doch ein kleines Problem … Für die moslemischen Fischer ist der Freitag das, was für unsereins der Sonntag ist … eben ein arbeitsfreier Tag, gleichzeitig mit dem traditionell wichtigsten Gebet der Woche … dem Freitagsgebet. Nach einiger Überzeugungsarbeit mit Händen und Füßen unsererseits, sowie der Redegewandtheit unseres Dolmetschers Jantus, einigte man sich dann aber doch auf einen gemeinsamen Tag auf dem Wasser. 
   
 Problem Nummer 2 gestaltete sich auch für uns etwas beklemmender … im Towutisee und besonders in dem durch flaches Schwemmland fließenden Tominangafluss gibt es Krokodile. Erschwerend kam hinzu, dass für die ortsansässigen Fischer das Krokodil eine wichtige mythische Rolle spielt und Anfang des Jahres ein Fischer durch ein Krokodil ums Leben kam. 
 Jantus beschwor uns eindringlich, nicht das Wort Krokodil auszusprechen, da dies von den Fischern als schlechtes Omen gedeutet wird. Sie wären dann nicht mehr bereit, weiter auf Fischfang zu gehen, und der Tag wäre zu Ende. 
 Wir einigten uns untereinander also auf das unverfängliche Wort Handtasche, wobei Roland lapidar meinte, es wäre sowieso alles Quatsch, und wir würden eh nie eins zu Gesicht bekommen. Nunja …! Das ungute Gefühl, welches man dennoch hatte, verflog aber genauso schnell, wie es gekommen war … Das Wetter und die Natur waren einfach mal wieder zu schön. 32° C Luft- und 30° C Wassertemperatur, dazu leicht bewölkt. Blaues, sehr klares Wasser, tropischer Regenwald, der sich von den umliegenden Bergen direkt bis zur Uferzone des Sees herunterzieht und nicht zuletzt die trotz knatternden Motors gut hörbare Geräuschkulisse des Waldes, ließen einen alles andere fast vergessen … Überwältigend! 
   
 Nach gut einer Stunde Fahrt kamen wir in den Bereich des flachen Schwemmlandes, wo sich irgendwo zwischen der sumpfigen Ufervegetation auch die kleine Mündung des Tominagaflusses befinden muss. Das Wasser war an dieser Stelle sehr flach und der Boden war streckenweise übersät mit Ottelia-Pflanzen und Tylomelania-Schnecken. Hinter einer kleinen Landzunge fanden wir dann auch die Flussmündung des Tominanga … 
 Eine schlammige, schaumige Brühe ergoss sich mit doch erheblicher Strömungsgeschwindigkeit in den Towutisee. Nach einigem Hin und Her mussten wir aber schließlich erkennen, dass wir mit der uns zur Verfügung stehenden Motorisierung nicht gegen die Strömung ankommen würden … Davon abgesehen war der Tominanga zumindest in diesem unteren Bereich höchstens 20 cm tief, sodass wir uns mehrmals festgesetzt haben. Wir mussten leider an dieser Stelle unser Vorhaben aufgeben, fuhren aber nach einigen Beratschlagungen mit den Fischern zu einem weiteren Flusslauf … abermals eine gute Stunde entfernt. 
 Mitten auf dem See trafen wir noch auf einen alten Fischer, der mit endlos langen Angelschnüren einige recht große Grundeln aus den Tiefen des Sees holte. Noch einmal wurde der genaue Weg untereinander abgeklärt, und weiter ging es in eine große Bucht. Auch hier deutete das relativ flache Schwemmland zweifelsfrei auf einen Zufluss hin … Jantus und Carsten sahen dann etwas in einiger Entfernung vom Boot, dass aussah wie ein Krokodilskopf, aber bevor die Kamera startklar war, bzw. die anderen informiert werden konnten, tauchte es schon wieder ab … der Rumpf war unter Wasser im Vorbeifahren aber zweifelsfrei zu erkennen. 
   
 Erst an Land wurden dann Roland und Frank leise darüber informiert … man staunte! Auf jeden Fall hatten wir in diesem Bereich des Sees immer ein Auge auf und in das umgebende Wasser … man weiß ja nie! 
 Der Fluss und der Mündungsbereich brachten dann aber an Fischen keine nennenswerten Erfolge und Garnelen wurden überhaupt nicht gefunden. Dafür gab es einige, uns unbekannte, aber sehr schöne Wasserpflanzen an dieser Stelle, und über Wasser wuchsen die auch bei uns bekannten, fleischfressenden Kannenpflanzen. 
   
 Nach zwar erfolglosen Fangversuchen, aber durch die Mittagspause wenigstens wieder mit einer Kleinigkeit im Magen, ging es dann einige Kilometer der Küstenlinie entlang, bis wir zu einer kleinen, geschützten Ausbuchtung kamen. Der überwiegend steinige Grund war unterbrochen durch kleine sandige Stellen und fiel vom Ufer aus her gesehen, nach wenigen Metern steil ab. Scheinbar die perfekte Stelle für die Harlekingarnele … 
 Taucherbrille auf, ab ins Wasser und tatsächlich … in jeder Felsspalte, in jeder Nische saßen sie … unglaublich! Krabben waren vereinzelt zu finden, Massen von  Tylomelania -Schnecken und diverse, überwiegend auch recht farbige Fischarten … besonders schön die tiefschwarzen Grundeln mit ihrer leuchtend gelben Rückenflosse. 
   
 Was für ein Kontrast zu der ansonsten, wie schon im Matanosee, optisch kärglichen Umwelt unter Wasser. Keine Pflanze,&amp;nbsp;kein Grün lockert das Bild auf … nur Steine, Steine, Steine … dazwischen nur immer wieder Totholz von umgestürzten Bäumen, bzw. abgebrochenen Ästen und ab&amp;nbsp;und an eine kleine Sandfläche. Roland hatte sich mit den Fischer in der Zwischenzeit wieder mit dem großen Fangnetz bewaffnet, wobei wir hingegen bis zum Dunkelwerden unter jeden Stein schauten, was es zu entdecken gab … 
 Trotz der Pleite durch die fehlgeschlagene Flusserkundung am Morgen, war dies wohl einer der schönsten Tage unserer Reise … Die Wartezeit auf das Taxi, welches uns wieder nach Soroako zurückbringen sollte, verbrachten wir bei der Familie eines der Fischer, die mit uns heute unterwegs waren. 
   
 Für die Kinder und Nachbarn waren wir wieder mal die Attraktion … unzählige Fotos wurden per Handykamera aufgenommen und uns voller Stolz präsentiert. 
 Nachdem die Tiere versorgt waren und wir uns ebenfalls im Restaurant gestärkt hatten, wurden für den nächsten Tag schon mal einige Einzelheiten besprochen. Wieder sollte es ins Hinterland des Matanosees zu einigen Flüssen gehen und Abends dann Nachtfischen im Matanosee selbst … hört sich gut an! 
   Wasserwerte Towutisee 
 
 Temperatur: Ø 30° C 
 bis in 40 cm Tiefe: 32° C 
 in 300 cm Tiefe: 29° C 
 pH-Wert: 8,3 
 Gesamthärte: 6° dGH 
 Karbonhärte: 5-6° dKH 
 Leitwert: 181 Mikrosiemens 
 Ammonium (NH3): 0 
 Ammoniak (NH4): 0 
 Nitrit (NO2): 0 
 Nitrat (NO3): 0 
 Phosphat (PO4): 2,0 
 Eisen (Fe): 0 
 Kupfer (Cu): 0 
 
   10. Mai - Flusssystem im Urwald und Nachtfang am Matanosee 
 Nachdem wir gegen 6:30 Uhr hoch sind, ging es um 8 Uhr los. Als erstes zum Nordufer des Matanosees per Fischerboot, dann weiter mit dem Taxi-Kleinbus … so war es geplant. Unser Vor-Ort-Organisator und Dolmetscher Jantus hatte aber wohl vergessen auch ein Taxi für heute an diesen Ort zu bestellen. 
 Doch der Schreck währte nur kurz … der lokale Dorfchef organisierte auf die Schnelle adäquaten Ersatz in Form eines abenteuerlich anmutenden Reisebusses, der seine beste Zeit mit Sicherheit hatte, als wir noch in den Windeln lagen … aber gut, in dem Gefährt spürt man die&amp;nbsp;Schlaglöcher nicht ganz so heftig, und schnell fahren, das wussten wir ja noch von der letzten Tour ins Hinterland, war eh&amp;nbsp;nicht drin. Die&amp;nbsp;Kilometer&amp;nbsp;zogen sich hin und wir beneideten die Mopedfahrer, die hin und wieder zügig an uns vorbei rauschten. 
 Irgendwann war dann aber Schluss für unseren Taxi-Bus … es ging beim besten Willen nicht mehr weiter. Nur zu Fuß war der letzte Teil der Reise zu bewältigen. Es ging einige Kilometer samt Gepäck über Weiden, wackelige Brücken und durch den Regenwald auf holprigen Pfaden. 
   
 Wir waren froh, dass sich der eigens engagierte und ortskundige Begleiter offensichtlich gut auskannte … und tatsächlich, nach dem schweißtreibendem Auf und Ab des Dschungelpfades kamen wir an einen kleinen, gut einen Meter breiten Fluss, der sich, von der Waldvegetation recht zugewuchert, durch den Wald schlängelt. 
 Kurze Verschnaufpause, dann ging es mit Kescher bewaffnet in den Bach. Gefunden wurden kleine Garnelen, die sich überwiegend in dem unter Wasser gelegenem Wurzelgeflecht der am Fluss stehenden Bäume aufhielten. Auch an Fischen wurde nichts Nennenswertes gefunden und da die Begehung dieses Flussteils durch die eng stehende Ufervegetation und den darin lebenden Insekten zu mühselig war, ging es noch einmal gut zwei Kilometer weiter zu einem etwas breiteren Urwaldbach. 
   
 Hier sah es vielversprechend aus … der Fluss war gut und gerne drei bis vier Meter breit, einen halben bis einen Meter tief mit unterschiedlichen Strömungszonen. Der Grund bestand zu großen Teil aus versteinerten Sedimentschichten, losem Geröll und Sandzonen. Das Ufer war steil abfallend mit vielen Unterspülungen, teilweise einwachsende Wurzeln der Bäume und Sträucher und einiges an herabgestürzten Ästen, an denen sich teilweise viel Treibgut verfing. Roland zog mit den Fischern und Netz flussaufwärts, während wir uns mit Kescher und Plastikbeutel untern Arm flussabwärts aufmachten … gefunden haben wir auch hier viele Garnelen, wie wir sie schon zwei Tage zuvor gefangen haben. Relativ farblos, aber doch teilweise sehr schön dunkel gemustert. Die größere  Caridina weberi  gab es hier allerdings nicht. 
   
 Nachdem wir nun gut und gerne 800 Meter den Fluss hinabgewandert waren, fiel uns eigentlich erst auf, wie ursprünglich und unberührt der uns umgebende Wald war. Über uns schlossen Bäume, Lianen, Palmen und Farne jede Lücke, die den Blick auf den Himmel hätte frei geben können.&amp;nbsp;Auf den Bäumen wuchsen die unterschiedlichsten Orchideenarten, und am Boden gab es jede Menge Moose und Pilze zu bewundern … für eine ganze Zeit hatten wir die Unterwasserwelt völlig vergessen. Es war wunderbar, einfach so durch den Regenwald zu laufen und der uns fremdartigen Geräuschkulisse zu lauschen … 
   
 Nachdem wir nun aber bestimmt schon zwei Stunden alleine unterwegs waren, wollten wir doch mal lieber nach den anderen schauen … nicht dass sie uns schon vermissten. Angekommen am Lagerplatz nichts als gähnende Leere … auch zu hören war nichts. Also machten wir uns auf, stromaufwärts nach Roland zu schauen. Es dauerte lange, bis wir die ersten Stimmen vernahmen. Rolands breites Grinsen verriet, dass sie einiges Interessantes an Fischen gefangen hatten, und er hatte gar nicht gemerkt, dass wir nicht da waren … klasse! Am frühen Nachmittag ging es dann erst einmal wieder zu Fuß zurück zur Straße, und nach diesmal nicht allzu langer Wartezeit kam auch schon das zugesagte Taxi Richtung Matanosee. 
 Bis wir wieder in Soroako waren und die Tiere versorgt hatten, war es früher Abend. Also noch schnell eine Kleinigkeit essen gehen, denn gegen 20 Uhr wollten wir uns mit einigen Fischern des Ortes noch einmal treffen, um an geeigneter Stelle im Matanosee einen Nachtfang zu versuchen. Bepackt mit Petroleumlampen, Keschern, Netzen und Fischbeuteln ging es per Mopedtaxi ein Stück an der Küste entlang, zu einem strandähnlichen Bereich. 
 In dem seichten Wasser konnten wir im Schein der Taschenlampen etliche Ottelien, große Wiesen von Armleuchteralgen und einige kleine Seerosenpflanzen erkennen. Ansonsten war der Bodengrund hier völlig kahl und bestand nur aus feinem, hellen Sand. Garnelen haben wir in diesem Bereich nicht gefunden, nur einige Krabben und Schnecken. 
   
 Hier, wie auch an einer weiteren, etwas steinigeren Stelle war für Roland der Fischfang nicht sonderlich ergiebig. Einige, zwischen den Steinen dann doch noch gefundenen Garnelen, Schnecken und Fische kamen in die Transportbeutel und wir machten uns wieder auf zum vereinbarten Treffpunkt mit den Mopedtaxis. 
 Kaum waren wir ein paar Kilometer gefahren, gerieten wir gegen 23 Uhr mitten hinein in eine Verkehrskontrolle. Eigentlich ja kein Problem, nur hatten weder die meisten Fahrer, noch wir Helme auf. Nach einigen Wortwechseln zwischen unserem Dolmetscher und der Polizei, hieß es dann per Polizeiwagen ins Hotel … da lagen unsere Pässe und dann weiter auf die Wache, denn zweifelsfrei war es für die Polizisten ungewöhnlich, nachts drei Europäer ohne Helme auf Mopeds, dafür aber mit einigen Fischtüten unter den Armen in der Kontrolle zu haben. 
 Die Befragung auf der Wache, wieso, warum, weshalb, ergab dann aber doch wegen einiger sprachlicher Probleme nicht das erhoffte Ergebnis. Mittlerweile war es ca. 0:30 Uhr, und ein Vorgesetzter bzw. offizieller Dolmetscher, den man hätte hinzuziehen können, war um diese Uhrzeit nicht mehr aufzutreiben. Also blieben die Pässe auf der Wache und die Angelegenheit wurde auf den nächsten Tag verschoben. Dann wäre auch jemand da, der etwas besser Englisch spricht … Man entschuldige sich aber schon mal jetzt für die Unannehmlichkeiten … hieß es. 
   11. Mai - Der letzte Tag in Soroako 
  Pünktlich um 7 Uhr am nächsten Morgen standen dann wieder zwei Beamte vor dem Hotelzimmer, um uns abzuholen … Befragung die Zweite! Dank dem offiziellen Dolmetscher und der Vorlegung aller notwendigen Dokumente entspannte sich die Lage dann aber doch recht rasch. 
 Es sollten nur noch von jedem von uns eine Aussage aufgenommen werden, dann wäre die Sache auch schon erledigt … ein Vorgang, der sich Dank des scheinbar recht beschaulichen Alltags der Polizisten über weitere vier Stunden hinzog und einem natürlich den letzten Tag in Soroako doch erheblich vermieste, da gegen 17 Uhr bereits unser Bus zurück nach Makassar abfuhr. 
 Doch die Sache war nicht zu ändern und rückblickend hatten wir auch viel Spaß auf der Wache. Wir wurden von den freundlichen Jungs mit Frühstück, Kaffee, Cola und Zigaretten versorgt, konnten fernsehen und durften sogar die Beute eines Schwerkriminellen begutachten … einen Sack mit ca. 15 kg Nickelschlacke aus der schon erwähnten kanadischen Nickelmine. Den jungen Mann hatten sie im Laufe des Vormittags in Handschellen bei der Wache abgeliefert. 
 Zum Schluss hat man sich dann nochmals in aller Form entschuldigt und der Polizeichef brachte sein Bedauern zum Ausdruck, dass wir heute schon abreisen … er hätte da im Bekanntenkreis noch einige unverheiratete Frauen … 
 Wir schauten uns ungläubig an und wussten …, nun ist es Zeit, hier wirklich zu verduften. Noch schnell ein Abschiedsfoto, beste Wünsche für die Reise und die Bitte, bei erneutem Besuch doch mal wieder reinzuschauen … 
 Nach einem kühlen Bier an der Hotelbar sah die Welt dann aber doch&amp;nbsp;gleich wieder freundlicher aus und wir waren froh, gut aus der Nummer raus gekommen zu sein. Dann hieß es noch schnell die Tiere für den langen Transport nach Jakarta vorzubereiten, die Sachen packen und den Bus zu erreichen. Leider konnten wir auf Grund der knappen Zeit nicht alle Tiere wie vorgesehen vorbereiten und so mussten sie einen Tag später auf die Reise gehen. 
 Gegen 17 Uhr standen wir dann mit Sack und Pack am Busbahnhof und die Zeit des Abschieds von Soroako und den Fischern war gekommen. 
   
 Wieder lagen 12 Stunden schaukeliger Busfahrt vor uns, die diesmal aber doch wegen des relativ anstrengenden Tages zum großen Teil schlafend verbracht wurde. 
   12. Mai - Heimreise 
 Aus dem Bus ging es direkt zum Airport und nach gut zwei Stunden saßen wir auch schon im Flieger nach Jakarta, wo uns dann wieder Rolands Händlerkollege abholte. 
 Nach kurzem Zwischenstop zum Imbiss warteten wir dann beim Großhändler auf die Anlieferung der Fische und Garnelen, da sie einen kleinen Umweg über die Exportbehörden nehmen mussten. Die Zeit nutzend, schauten wir uns ausgiebig beim Großhändler in der Anlage um … exotisches aus dem Meerwasser und Fische in allen Farben und Formen waren zu finden. Sogar eine einzige knallorangfarbene  Tylomelania -Schnecke haben wir in den Becken ausfindig gemacht, die wir dann sogar mitnehmen durften. 
   
 Endlich, der Transporter mit den Tieren stand vor der Tür … haben alle überlebt? Die Freude war groß … es gab trotz der für die Tiere sicher anstrengenden Reise keinerlei Verluste. 
 Nach einem entspannenden Essen am Abend, einem anschließenden kleinen Einkaufsbummel durch ein nahes Einkaufzentrum, wo wir in einer Zooabteilung eines Kaufhauses sogar einige Produkte deutscher Hersteller gefunden haben, und einer ruhigen Nacht in einem etwas besseren Hotel, erwarteten wir gut gelaunt am nächsten Morgen auch die zweite Lieferung aus Soroako. Auch hier verlief alles bestens und ohne nennenswerte Verluste. Wir konnten also beruhigt die Heimreise nach Deutschland antreten … 
   13. Mai - Auf Wiedersehen, Indonesien! 
 Rolands Flug ging schon um 15 Uhr Richtung Heimat, unser dagegen erst um 18 Uhr. Über Singapur, Colombo, Dubai waren wir mit diversen Aufenthalten gut 20 Stunden später wieder in Hamburg … 
 Glücklich, aber todmüde! 
 Was bleibt, sind unvergessliche Bilder und Eindrücke von Land und Leuten einer uns bisher so fremdartig anmutenden Welt. Besonders beeindruckt waren wir, trotz vielerorts sichtbarer Armut, von der allgegenwärtigen Freundlichkeit der Menschen und der zum Großteil und über weite Strecken noch unversehrten und zum Teil überwältigenden Naturkulisse. Wir werden sicher nicht das letzte Mal in der Region unterwegs gewesen sein … 
   
 Bedanken möchten wir uns auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich, bei allen Beteiligten. Besonders bei den Fischern von Soroako, den Kontaktpersonen vor Ort, unserem Dolmetscher Jantus, den Jungs von der Polizeistation und natürlich bei Roland, der einen Großteil der Reise schon im Vorfeld organisiert hatte … Perfekt! 
 Last, but not least … geht besonderer Dank auch an die Firma TETRA, die uns bei der Reise sehr unterstützt hat. 
 
 Frank und Carsten Logemann 
 Frank und Carstens GARNELENHAUS 
 www.garnelenhaus.de 
 Mit freundlicher Unterstützung von Tetra 
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                ]]> </content> <updated>2023-04-15T00:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Die Seen auf Sulawesi</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-seen-auf-sulawesi</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-seen-auf-sulawesi"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die Insel Sulawesi ist ein Traumziel von Fischhaltern und Wirbellosenaquarianern. 2006 kamen die ersten Sulawesigarnelen in den Handel, die mit ihrer Farbigkeit verzauberten. Hier erfahrt ihr mehr über die Habitate. 
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Die Insel Sulawesi  
  2 Der Pososee  
 
  2.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3 Das Malili-Seensystem  
 
  3.1 Matanosee  
 
  3.1.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.2 Towutisee  
 
  3.2.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.3 Mahalonasee  
 
  3.3.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.4 Lontoasee  
 
  3.4.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.5 Masapisee  
 
  3.5.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.6 Peteafluss  
 
  3.6.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.7 Tominangafluss  
 
  3.7.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
  3.8 Laronafluss  
 
  3.8.1 Zahlen, Daten, Fakten  
 
 
  4 Probleme im Habitat  
  5 Sulawesi Keepers  
 
 
   1 Die Insel Sulawesi 
 Die indonesische Insel Sulawesi ist vulkanischen Ursprungs, gelegen zwischen Borneo und Neuguinea. Hier treffen sich der Pazifik, der Indische Ozean und das Sulawesimeer. Auf Sulawesi herrschen tropische Temperaturen, die Niederschlagsmenge ist hoch, was den Wuchs von dichtem Regenwald begünstigt. Auf der Insel Sulawesi gibt es große Seen und Seensysteme. Besonders erwähnenswert sind der Pososee und das Malili-Seensystem, bestehend aus den Seen Matano, Towuti, Lontoa, Mahalona und Masapi. 
 Die Unterwasserlandschaft in den Seen war und ist teilweise noch geprägt vom vulkanischen Ursprung der Insel: Das Substrat ist steinig, das Wasser extrem sauber und nährstoffarm, daher gibt es nur wenige höhere Pflanzen. 
 Die Insel Sulawesi war während ihrer ganzen geologischen Geschichte vollkommen isoliert und weder mit dem asiatischen noch mit dem australischen Kontinent verbunden. Aus diesem Grund konnte sich hier eine ganz eigene endemische Flora und Fauna entwickeln. Viele der dort vorkommenden Lebewesen sind nur auf der Insel heimisch. Umso fataler sind schädliche Umwelteinflüsse - die faszinierenden Süßwassergarnelen, Fische und Krabben würden für immer verschwinden, wenn ihre Habitate sich stark verändern. 
 Die ersten Sulawesigarnelen wurden im Jahr 2006 importiert und bereichern seither die aquaristische Wirbellosenszene um zahlreiche Arten der Gattung Caridina. 
   
   2 Der Pososee 
 Der Danau Poso oder Pososee in Zentralsulawesi ist der drittgrößte See Indonesiens. Er ist kein Teil des Malili-Seensystems, sondern liegt ein Stück nordwestlich. Zum Malilisystem besteht keine Verbindung. Der Pososee wird durch den Posofluss entwässert, der nach einer Länge von etwa 100 km in der gleichnamigen Küstenstadt Poso im Golf von Tomini ins Meer mündet, nämlich in die Molukkensee. 
 Im Pososee findet sich eine auffallend große Artenvielfalt der Schneckengattung Tylomelania. Berühmt sind die wilden Orchideen entlang der Seeufer. Der Pososee selbst ist geprägt durch weitgehende Pflanzenlosigkeit. 
 Entlang der Ufer liegen ins Wasser gefallene Urwaldriesen, der Seeboden selbst ist überwiegend steinig und besteht aus Geröll und größeren Felsbrocken. Sandige oder lehmige Stellen kommen vor, sind aber weniger häufig. 
   Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: bis ca. 450m 
 Fläche: 323,2 km 2  
 Temperatur: 27,7 °C 
 pH-Wert: 8,1 
 Gesamthärte: 5 °dGH 
 Karbonathärte: 4 °dKH 
 Leitwert: 107 µS 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina caerulea ,  Caridina ensifera ,  Caridina longidigita ,  Caridina acutirostris ,  Caridina sarasinorum ,  Caridina schenkeli ,  Caridina  sp. &quot;Tigri&quot;,  Caridina  sp. „White Orchid“ 
   
   3 Das Malili-Seensystem 
 Das Malili Seensystem besteht aus fünf miteinander verbundenen Seen. Es wird durch den Larona-Fluss entwässert, der im Westen in der Bone Bay ins Meer mündet. Das Seensystem ist nach der Provinz Malili benannt, in der es sich befindet. Die Seen sind durch einen Grabenbruch entstanden, ähnlich wie die ostafrikanischen Grabenbruchseen. Ihr Alter wird auf eine bis vier Millionen Jahre geschätzt - daher auch der Name Alte Seen. 
 Auch in den Alten Seen gibt es fast keine Wasserpflanzen oder höheren Algen. Das Wasser wurde früher als extrem klar und sehr nährstoffarm (ultraoligotroph) beschrieben. Die Wassertemperatur ist bis in tiefe Wasserschichten hoch. Entlang der Uferzonen sieht man häufig ins Wasser gefallene Urwaldbäume, der Seeboden selbst ist wie im Pososee überwiegend felsig. Das Geröll besteht aus kleinen bis sehr großen Felsbrocken. Sandige Stellen oder Stellen mit Detritus finden sich ebenfalls in der Uferzone. 
 Die fünf Seen des Malilisystems sind: 
 
 Danau Matano 
 Danau Mahalona 
 Danau Towuti 
 Danau Lontoa 
 Tapara Masapi 
 
 &amp;nbsp; 
 Der Matanosee speist sich ebenso wie die anderen Seen aus zahllosen Urwaldbächen. Der See liegt am weitesten nördlich und ist durch den Petea River mit dem Mahalonasee verbunden. Der wiederum ist durch den Tominanga River mit dem Towutisee verbunden. Dank dieser Verbindung durch die Flüsse kommen manche Arten in mehr als einem der Seen vor. 
 Die beiden Seen Lontoa und Masapi sind sogenannte Satellitenseen, die nicht direkt mit den drei Hauptseen verbunden sind, jedoch dennoch zum Malilisystem gezählt werden. Das Malili-Seensystem zeichnet sich durch weiches Wasser mit einer niedrigen Karbonathärte, aber einem ungewöhnlich hohen pH-Wert aus. 
 Neben den bei den einzelnen Seen jeweils spezifisch aufgeführten Süßwassergarnelenarten leben in den extrem nährstoffarmen und keimarmen Gewässern des Malili Seensystems zahlreiche endemische Fischarten (hauptsächlich Grundeln und Regenbogenfische), verschiedene Krabben und einige Schneckenarten der Gattung Tylomelania. 
   
   3.1 Matanosee 
 Der Matanosee oder Danau Matano ist mit ca. 590 m Tiefe nicht nur der tiefste See des Maliliseesystems und das tiefste Süßwasserbinnengewässer Indonesiens, er gehört sogar zu den zehn tiefsten Seen der Erde. 
   3.1.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: bis ca. 590 m 
 Fläche: 164,1 km 2  
 Temperatur: 28,7 °C 
 pH-Wert: 8,5 
 Gesamthärte 7 °dGH 
 Karbonathärte: 5 °dKH 
 Leitwert: 175 µS 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:   Caridina dennerli  ,  Caridina holthuisi ,  Caridina loehae ,  Caridina masapi ,  Caridina lanceolata ,  Caridina mahalona ,  Caridina parvula ,  Caridina  sp. „malili red“ 
   
   3.2 Towutisee 
 Der Towutisee oder Danau Towuti ist der flächenmäßig größte See auf Sulawesi und der zweitgrößte See in ganz Indonesien. Über die Hälfte der bekannten Arten von Sulawesigarnelen sind hier heimisch. Der Towuti-See ist durch die Flüsse Petea und Tominanga mit dem Mahalonasee und dem Matanosee verbunden. 
   3.2.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: bis ca. 203 m 
 Fläche: 561,1 km 2  
 Temperatur: 29,2 °C 
 pH-Wert: 8,4 
 Gesamthärte: 6 °dGH 
 Karbonathärte: 4 °dKH 
 Leitwert: 146 µS 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina glaubrechti ,  Caridina spongicola ,  Caridina spinata ,  Caridina striata ,  Caridina woltereckae ,  Caridina holthuisi ,  Caridina tenuirostris ,  Caridina profundicola ,  Caridina lingkonae ,  Caridina parvula ,  Caridina masapi ,  Caridina loeahae ,  Caridina lanceolata ,  Caridina  sp. &quot;trimaculata&quot; 
   
   3.3 Mahalonasee 
 Der etwas kleinere Mahalonasee oder Danau Mahalona erstreckt sich über 25 Quadratkilometer. Der See ist maximal 73 m tief. Er wird durch den Petea-Fluss und dem Tominanga-Fluss mit dem Matanosee und dem Towutisee verbunden. 
   3.3.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: bis ca. 73 m 
 Fläche: 25 km 2  
 Temperatur: 28,7 °C 
 pH-Wert: 8,5 
 Gesamthärte 7 °dGH 
 Karbonathärte: 5 °dKH 
 Leitwert: 175 µS 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina dennerli ,  Caridina holthuisi ,  Caridina loehae ,  Caridina masapi ,  Caridina lanceolata ,  Caridina mahalona ,  Caridina parvula ,  Caridina  sp. „malili red“ 
   3.4 Lontoasee 
 Der sehr kleine, mit nur 2-4 m Tiefe sehr flache Lontoasee oder Danau Lontoa, auch Wawantoa-See genannt, gilt als Satellitensee des Malili Seensystems. Er ist nicht mit den drei Hauptseen verbunden und liegt östlich vom Towutisee. Es gibt eine indirekte Verbindung zum Tominanga River. 
   3.4.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: 2 bis ca. 4 m 
 Fläche: 1,1 km 2  
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina masapi  
   3.5 Masapisee 
 Der ebenfalls sehr kleine nur 2-4 m tiefe Masapisee oder Tapara Masapi gilt wie der Danau Lontoa als Satellitensee des Malili Seensystems und ist nicht direkt mit den drei Hauptseen verbunden. Der Masapisee liegt westlich vom Towutisee. Es gibt eine indirekte Verbindung zum Petea River. 
   3.5.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Tiefe: 2 bis ca. 4 m 
 Fläche: 1,5 km 2  
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina masapi  
   
   3.6 Peteafluss 
 Der Petea River ist eigentlich kein Fluss im engeren Sinne, sondern könnte als Erweiterung der Seen gesehen werden, die er verbindet. Hier leben dementsprechend auch Garnelenarten aus den Seen, keine Fluss-Spezies. Der Petea River verbindet den Matanosee mit dem Mahalonasee. Das Wasser überwindet einen beträchtlichen Höhenunterschied und fließt stellenweise in Kaskaden abwärts. 
   3.6.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Länge: ca. 9,5 km 
 Höhenunterschied: 72 m 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina holthuisi ,  Caridina lanceolata ,  Caridina loehae ,  Caridina masapi ,  Caridina parvula   
   3.7 Tominangafluss 
 Der Tominanga River, auch Mahalona River genannt, verbindet den Mahalonasee mit dem Towutisee und wird ebenfalls eher als Erweiterung der beiden Seen gesehen denn als &quot;richtiger&quot; Fluss. Dementsprechend kommen auch hier nur die lakustrischen Arten vor. 
   3.7.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Länge: ca. 8,7 km 
 Höhenunterschied: 31 m 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina lanceolata ,  Caridina masapi ,  Caridina parvula ,  Caridina tenuirostris  
   3.8 Laronafluss 
 Der Larona River fließt im Westen aus dem Towutisee und entwässert das Malili-Seensystem in Richtung Towuti Outlet Bay. Auch hier finden sich überwiegend lakustrische Arten. 
   3.8.1 Zahlen, Daten, Fakten 
 
 Länge: etwas über 50 km 
 Höhenunterschied: 293 m 
 
 &amp;nbsp; 
 Vorkommende Garnelenarten:  Caridina lanceolata ,  Caridina masapi ,  Caridina tenuirostris  
   4 Probleme in den Habitaten 
 Das Malili-Seensystem beziehungsweise das Einzugsgebiets des Larona Rivers, zu dem die Seen gehören, wird aufgrund des starken Gefälles für die Gewinnung von Strom aus Wasserkraft genutzt. Anliegend an den Matanosee sind Nickelminen, die für eine starke lokale Sedimentverschmutzung verantwortlich sind - schwierig für die substratgebundenen Garnelen und Schnecken, die sich überwiegend von Aufwuchs ernähren, an den sie nun nicht mehr herankommen. Auch wird das eigentlich ultrasaubere, sehr nährstoffarme Wasser in seiner Qualität lokal durch die Minen beeinträchtigt. 
  Das allergrößte Problem ist jedoch nicht im Nickelabbau auf Sulawesi zu suchen, sondern in den eingeschleppten nicht heimischen Fischarten. Insbesondere Flowerhorn-Cichliden, die in Asien in der Aquaristik sehr beliebt sind, wurden absichtlich oder durch Zufall in den Matanosee eingebracht. Sie stammen aus einer Zuchtfarm für die Aquaristik, die unterschiedlichen Angaben nach entweder aufgegeben wurde (weshalb die Fische im See ausgesetzt wurden) oder durch einen Sturm so stark beschädigt wurde, dass die Fische in den See entkommen konnten. 
 Die Flowerhorn Cichliden haben im See keine natürlichen Feinde, vermehren sich unter den dortigen Bedingungen mehr als nur gut und richten unter den Garnelenarten im Matanosee wahre Verheerungen an. Bei Felduntersuchungen war teils nicht eine Garnele mehr zu finden, wo vor einigen Jahren noch dichte Populationen auf Steinen oder Treibholz saßen und die Oberfläche fleißig abweideten. Hin und wieder ließen sich einige wenige Tiere tief zwischen den Steinen sichten, aber dennoch - die Populationsdichte hat sehr krass abgenommen. 
 Eine weitere Folge dieser starken Störung im Biotop: Die  Tylomelania -Schnecken werden eklatant weniger. Offenbar sind die Aufwuchsfresser darauf angewiesen, dass ihnen die Garnelen die Weidegründe sauberhalten. Weil es auf den Steinoberflächen fast keine Garnelen mehr gibt, finden die Schnecken nicht mehr genügend Aufwuchs. Berichten zufolge sieht man fast keine jungen Tylos mehr, nur noch größere adulte Schnecken - und auch von denen deutlich weniger. 
 Auch auf die einzigartige Fischfauna haben die räuberischen Eindringlinge ähnlich verheerende Auswirkungen wie auf die Garnelen. 
 Da die drei großen Seen miteinander verbunden sind, wandern die Cichliden langsam auch in die anderen Seen des Malili Systems ein - im Mahalonasee wurden sie bereits gesichtet. Die zu erwartenden Folgen dürften ähnlich dramatisch sein wie im Matanosee. 
   5 Sulawesi Keepers 
 Weil die faszinierenden Tiere aus den Alten Seen auf Sulawesi nicht von unserem Planeten verschwinden dürfen, hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern und engagierten Aquarianern und Aquarianerinnen zusammengefunden: die Sulawesi Keepers. Die Gruppe arbeitet vernetzt und stellt Verbindungen zwischen Aquarianern, Wissenschaftlern, Forschungsinstituten und Universitäten in Indonesien und dem Rest der Welt, mit Naturschutzorganisationen und lokalen Fischern und anderen von den Süßwasserhabitaten abhängigen Einwohnern der Insel her. Nur so gelingt vielleicht noch die Rettung der wundervollen Arten in den Alten Seen. 
 Wenn ihr mehr erfahren möchtet, wir stellen in unserem Extraartikel  &quot;Die Sulawesi Keepers&quot;  die Organisation im Detail vor. 
                ]]> </content> <updated>2022-12-31T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Halbseiter</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/halbseiter</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/halbseiter"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Halbseiter sind ein seltenes Phänomen bei Garnelen, das sich leider züchterisch bisher noch nicht festigen ließ. Hier erklären wir, wie es dazu kommt, dass Garnelen links anders aussehen als rechts.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Was ist ein Halbseiter?  
  2 Wie entsteht ein Halbseiter?  
  3 Halbseiter bei Krebstieren  
 
  3.1 Erbfestigkeit  
 
 
 
 Garnelen oder Krebse, deren Muster auf der einen Körperhälfte sich auffallend von dem der anderen unterscheidet, werden oft als Halbseiter angesprochen. Das Phänomen ist bei Krebsen und Garnelen noch nicht vollständig erforscht, man kann aber von anderen Tierarten, bei denen ebenfalls Halbseiter bekannt sind, ungefähr ableiten, wie es dazu kommt. Bislang geht die Forschung davon aus, dass es sich bei Halbseitern um Chimären handelt, also um Tiere, die das genetische Zellmaterial mehrerer Individuen in sich vereinen. 
   1 Was ist ein Halbseiter? 
 Halbseiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Farbe und/oder Muster her wie in der Hälfte geteilt wirken. Bei Wirbellosen haben wir häufig eine Teilung entlang der Längsachse, die wie ein scharfer Strich entlang der Rückenlinie geht. 
 Halbseiter werden auch Gynandromorphe oder Gynander genannt. Der Name kommt aus dem Griechischen: “gyne” bedeutet &quot;weiblich&quot;, “andro” dagegen &quot;männlich&quot;, und “morph” bedeutet sinngemäß Variante. Echte Gynandromorphe sind keine Zwitter, vereinen aber dennoch (oft farblich unterschiedliche) Merkmale von Männchen und Weibchen. Bei Vögeln und teils auch bei Säugetieren (zum Beispiel bei Katzen) ist das Phänomen bekannt, bei Wirbellosen ebenfalls. 
 Im Prinzip vereint das Tier zwei Einzeltiere in seinem Körper. Die Zeichnung der einen Hälfte entspricht des des einen Tiers, während die andere Hälfte wie das andere Tier gezeichnet ist. In bei Vögeln untersuchten Exemplaren wurden in der einen Körperhälfte weibliche und in der anderen Hälfte männliche Zellen nachgewiesen. 
 Häufig splitten sich die Farben und Muster bei Halbseitern entlang einer Längslinie, bei Garnelen oder Krebsen meist entlang der Rückenlinie. Es sind aber auch andere Farbverteilungen bekannt, zum Beispiel ein Mosaikmuster. In der Regel sind nicht nur die Farben der Tiere betroffen. Meist zeigen sich auf der einen Körperhälfte männliche, auf der anderen weibliche Merkmale, einschließlich der  Fortpflanzungsorgane . In der Regel sind Halbseiter steril, also nicht vermehrungsfähig. 
   2 Wie entsteht ein Halbseiter? 
 Ein Halbseiter entsteht, wenn in einem sehr frühen Embryonalstadium die Zellteilung gestört wird - durch einen Bakterienbefall, einen Virus, durch starke Temperaturschwankungen oder gravierende Veränderungen bei der Beleuchtungsdauer. 
   3 Halbseiter bei Krebstieren 
 Das Phänomen des Halbseiters bei Krebsen und Garnelen ist noch so gut wie gar nicht erforscht. Bei Krebsen zeigt sich diese Zeichnung eher selten, bei Garnelen scheint sie bei bestimmten Hybridisierungen dagegen öfter vorzukommen. Das Phänomen fällt nur dann auf, wenn sich die einzelnen Individuen optisch gravierend unterscheiden. Eine weitere Bedingung für eine deutliche Ausprägung ist, dass die Eltern unterschiedlich gefärbt sind - daher sind Halbseiter bei Hybridzuchten deutlich auffälliger als in reinfarbigen Stämmen. 
 Auch bei Krebsen und Garnelen sind Halbseiter in der Regel nicht zeugungsfähig, daher lässt sich das Phänomen &quot;Halbseiter&quot; züchterisch nicht festigen. Allerdings wurde schon beobachtet, dass in Zuchtgruppen von Garnelen, in denen Halbseiter vorhanden waren, das Merkmal im Nachwuchs vermehrt auftreten konnte. Züchterisch festigen ließ es sich bisher jedoch noch nicht. 
                ]]> </content> <updated>2022-12-03T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Die Nachzucht von Atyopsis moluccensis</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-nachzucht-von-atyopsis-moluccensis</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-nachzucht-von-atyopsis-moluccensis"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die Nachzucht von Atyopsis moluccensis gilt als Königsklasse der Garnelen-Aquaristik. In diesem Zuchtbericht beschreibt Jenny Luetz aus Schweden für uns, was für sie zum Erfolg führte.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Elternbecken  
 
  1.1 Fütterung der Elterntiere  
 
  2 Zutaten  
 
  2.1 Becken 1 - Entlassbecken  
  2.2 Becken 2 - Larvenbecken  
  2.3 Becken 3 - Babybecken  
 
  3 Weiteres Vorgehen  
  4 Die Larven im Salzwasser  
 
  4.1 Fast fertige Molukken  
 
  5 Umsetzen  
 
 
 Die Nachzucht von Atyopsis moluccensis wird nicht sonderlich häufig versucht und gilt als Königsklasse der Garnelen-Aquaristik. In diesem Zuchtbericht von 2011 beschreibt Jenny Luetz aus Schweden, womit sie Erfolg hatte. Dieselbe Methode dürfte auch für  Atya scabra, Atya gabonensis  und alle anderen Fächergarnelen mit marinen Larvenstadien funktionieren. 
   1 Elternbecken 
 In meinen Fächergarnelenaquarien habe ich einen Leitwert von 300 Mikrosiemens, einen pH von ca. 7,4, KH 2 und GH 8. In allen Becken herrscht eine Aquarientemperatur von 24-25°C. Das Wasser kommt so schon aus der Leitung und wird nur noch durch einen Blockfilter mit 0,3 µm gejagt, bevor es in die Becken kommt. Ich mache einmal die Woche einen Wasserwechsel von 30-40%, denn durch das viele Füttern verschlechtert sich die Wasserqualität schnell, wenn man nicht aufpasst. 
 Die Becken haben keinen richtigen Filter, denn das Futter soll ja recht lange durch das Becken wirbeln. Die Konstruktion sieht so aus: 
   
   1.1 Fütterung der Elterntiere 
 Gefüttert wird 2 Mal am Tag. Das Futter wird in einem kleinen Schnapsglas mit Aquarienwasser angerührt und dann mit einer 15 cm langen Plastikpipette in die Strömung vor die Garnelen gespritzt. Die Kaffeemühle ist mein bester Freund, alles wird zu Staubfutter verarbeitet. 
 Auf dem Speiseplan stehen: 
 Gruppe 1: Eichenblätter, Walnussblätter, Haselnussblätter, Schwarze Johannisbeerblätter, Brennnesseln, Hokkaidokürbis, Spezialfutter für Fächergarnelen. Gibt es jeden Tag, immer schön abwechselnd, natürlich alles als Staubfutter. 
 Gruppe 2: Geschälte Artemieneier, Spirulinapulver, frische kleine Artemien, lebende  Cyclops , lebende  Moina , gekochte Erbsen (zermanscht), Liquifry 2, Pollen. Wegen des hohen Proteingehalts mische ich nur 2 Mal die Woche etwas von dem Futter aus Gruppe 2 dem Futter aus Gruppe 1 zu. 
 Nach dem Wasserwechsel gibt es jeweils 15 Tropfen Red Sea Success Jod. Ob das wirklich hilft, wer weiss, aber ich habe deutlich mehr Weibchen mit Eiern, seitdem ich das mache. 
   2 Zutaten 
 
 Eine Molukken-Zuchtgruppe. Bei mir bestehend aus sieben schicken Damen und drei feschen Kerlen. 
 Ein Strömungsbecken, am besten ein reines Artenbecken. Wichtig ist, dass sich die Fächerlis wohlfühlen. 
 Drei 20l Aquarien 
 
 &amp;nbsp; 
 Wenn sie sich wohlfühlen, schaut man eines Morgens ins Becken und wird vom Anblick eierbespickter Weibchen freudig überrascht. Jetzt bitte keine Panik. 
 Als erstes braucht man eine Post-It-Note. Darauf notiert man sich das Datum und klebt es ans Aquarium. Damit erspart man sich hektische Rechnerei, wie weit die Dame denn schon seien könnte zum späteren Zeitpunkt. 
 Als nächstes braucht man die 3 kleineren 20l Aquarien. 
 
 1 Aquarium als Exilaquarium für die werdende Mama 
 1 Aquarium mit Salzwasser für die Larven 
 1 Aquarium für die fertigen Molukkenbabies 
 
   2.1 Becken 1 - Das Exilbecken 
 In einem Strömungsbecken eine gute Larvenausbeute zu machen ist relativ schwierig. Die meisten Larven landen in den Fächern der Artgenossen, bevor man entdeckt, dass die Mutter sie entlassen hat - oder sie werden von den Powerheads zerkleinert. 
 Deshalb brauchen wir ein  kleines eingefahrenes Aquarium , in das wir die werdende Mutter umsetzen, kurz bevor die Eier &quot;reif&quot; sind. &quot;Trial and Error&quot; hat gezeigt, dass man einen  kleinen Filter  im Aquarium haben sollte. Ohne Filter wird das Wasser schnell schlecht. Ausserdem brauchen wir eine gewisse Strömung im Aquarium, sonst werden die Larven nicht entlassen. Und die Dame soll ja auch fächern können. 
 Am besten  impfen  wir das Aquarium mit Wechselwasser und etwas Filterschlamm aus dem Strömungsbecken an und lassen es gut einfahren. Empfehlenswert sind auch wenige Schnecken (am besten solche, die sich NICHT im Süsswasser vermehren) zur Schmutzbeseitigung. 
 Der Boden sollte mit einer dünnen Schicht Kies bedeckt sein; die Molukken reagieren sehr panisch, wenn sie sich auf dem glatten Glasboden nicht festhalten können. Und dann braucht man noch sowas wie einen kleinen Tunnel/Brücke in der Strömung wo sich die Mutter verstecken und fächern kann. 
 Regelmässige Wasserwechsel sind sehr wichtig. Es sollte auch gut und abwechslungsreich gefüttert werden. 
 Das Aquarium sollte 24°C haben, eine regulierbare Heizung ist also von Vorteil. Bitte sicherstellen, dass das Aquarium eine Abdeckung hat! Molukken können hüpfen und klettern und sie sind meist nicht besonders begeistert von &quot;Exil&quot;. 
   
   2.2 Becken 2 - das Larvenbecken 
 Ein weiteres  20 l fassendes Becken mit Abdeckung  wird hierfür benötigt. Das Becken kann auch grösser sein. Allerdings wird es dann schwieriger, die Larven korrekt zu füttern und vor allem, die fertigen Molukken wieder einzufangen. Deshalb also 20 l. 
 Wichtig ist ein  Heizstab , um das Wasser bei 26 °C zu halten. Die Larven sind sehr temperaturanfällig, und sollte das Wasser mal kälter werden, kippen die ersten schnell um. 
 Dann braucht man noch  zwei Luftschläuche  und  zwei Ringsauger . Man fädelt jeweils einen Schlauch durch einen Ringsauger und befestigt diese dann diagonal voneinander entfernt in der jeweiligen Aquarienecke. Auf dem Silikon der Ecken werden sich später die fertigen Molukkenbabies zum Fächern in der Strömung sammeln. 
 Ein  Absperrhahn für jeden Schlauch  ist ebenfalls von Vorteil, um einen Bubbelsturm im Aquarium zu vermeiden. Ansonsten braucht das Aquarium keine Einrichtung. 
   Jetzt nimmt man sich  zwei grosse Eimer mit 10 Litern Fassungsvermögen  und füllt diese mit warmen Wasser (ca. 25°C). Dann kommt das Salz dazu. Am bestem man kauft sich eine  2 kg Packung gutes Salz für Meerwasserbecken . Ich nehme 232 g Salz auf einen fast vollen Eimer mit Wasser. Schön einrühren, am besten für eine Stunde einen Powerhead rein, und dann ab ins Aquarium bis es voll ist. 
 Das Becken sollte nicht direkt am Fenster stehen, Beleuchtung reicht für 4 Stunden abends. Ansonsten genügt normales indirektes Tageslicht. 
 Die Luftschläuche an eine Luftpumpe anschliessen und so einstellen, dass man die einzelnen Blasen noch erkennen kann. 
 Damit unsere Larven etwas zu futtern haben, besorgt man sich einen  Zuchtansatz von  Nannochloropsis salina   und schüttet den dazu oder greift auf eine im Seewasser-Bereich für Filtrierer und Korallen übliche Mischung von Phytoplankton zurück (meist ein Mix aus  Nannochloropsis oculata ,  Phaeodactylum tricornutum  und  Chlorella ). 
 Das Becken läuft jetzt ein bis unsere Larven schlüpfen. Bis dahin sollte sich eine schöne grüne Algenschicht auf dem Boden gebildet haben. Das Wasser selbst ist sehr grün. Sollte die Alge überhand nehmen, muss ein Wasserwechsel mit frischem Salzwasser gemacht werden. 
   
   2.3 Becken 3 - Babybecken 
 Die Molukkenbabies sind am Anfang noch viel zu klein, um sie ins Strömungsbecken zu den Eltern zu setzen (&quot;Vom Winde verweht&quot;-Effekt). Besonders um die Fütterung einfach zu gestalten und die Übersicht zu behalten, sollte man ein kleines Aquarium als Babybecken nehmen. 
 Dazu brauchen wir also wieder ein  20l Becken mit Abdeckung, Beleuchtung und Heizer . Ein  kleiner Innenfilter  ist auch erforderlich; er darf aber nicht zu stark sein. Dieses Becken füllen wir mit Wechselwasser und etwas Filtermulm aus dem Elternbecken und setzen ein paar Schnecken ein. 
 Auf den Boden kommen  Kiesel (Grösse: Golfball -Tennisball) . In eine Ecke in die Nähe des Filterausflusses hängen wir einen  Beutel mit Zeolith . Dann lassen wir es einlaufen. 
   
   3 Wie geht es weiter? 
 Erstmal warten wir ab. Molukken mögen es gar nicht, aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen zu werden. Internetrecherchen ergeben, dass es zwischen 21 bis 28 Tage dauert, bis die Larven entlassen werden. Nachdem wir so um den Tag 18 herum sichergestellt haben, dass die Wasserwerte des Exilbeckens denen des Strömungsbecken gleichen, schnappen wir uns einen Kescher und fangen das entrüstete Weibchen ein. 
 Dann setzen wir das eiertragende Weibchen vorsichtig und langsam um. Am besten lassen wir auch das Licht am ersten Tag aus. Es kann einige Tage dauern, bis das Weibchen sich an das Becken gewöhnt hat, dann wird sie wieder fächern. 
 Wenn die Eier weiss-gräulich sind, ist es bald Zeit für das Entlassen der Larven. Ich glaube, jeder fragt sich ängstlich, ob man denn die Larven auch sehen wird oder sie etwa verpasst. No panic, die Larven sind mit dem blossen Auge erkennbar. Einfach mal jeden Abend vor dem Schlafengehen mit einer Taschenlampe ins Aquarium leuchten. Die Larven werden meist bei Dunkelheit entlassen. Wenn man plötzlich jede Menge weissliche Kommas im Wasser schweben sieht, dann ist es soweit. 
 Nun heißt es erstmal den Filter ausstellen - und keine Hektik! Die Kleinen können einige Tage im Süsswasser überleben. 
 2 x pro Abend nehmen wir uns einen kurzen Luftschlauch (ca. 1 cm Durchmesser), leuchten mit der Taschenlampe in die eine Aquariumecke und warten 5 min. Die Larven schwimmen aktiv zum Licht. Jetzt können wir sie bequem in den Luftschlauch saugen und ins Salzwasserbecken transferieren. Eine langsame Anpassung ans Salzwasser bringt nix; dabei sind mir die Larven zu fast 95% gestorben. Beim direkten Umsetzen ins grüne Wasser dagegen ist die Überlebensrate signifikant höher. 
   
 Man hört oft, dass in der Natur alle Larven auf einmal entlassen werden. In Gefangenschaft scheint das nicht so oft der Fall zu sein. Meist zieht sich der Prozess über mehrere Tage hin. Wenn sich eine Dame sehr ziert, kann man es mit einem Wasserwechsel mit kühlem Wasser versuchen oder mal kräftig Strömung durchs Exilbecken jagen. 
 Sobald alle Larven entlassen wurden (oder wenn die Dame fast leer ist), kann man sie langsam wieder ins Strömungsbecken zurücksetzen. 
   4 Die Larven im Salzwasser 
 Bis zu diesem Punkt sind wohl schon viele gekommen, und hier werden wohl auch die meisten Fehler gemacht. Man sollte jetzt nach der Devise &quot;Weniger ist mehr&quot; vorgehen. Je weniger man an dem Becken rumexperimentiert, desto besser. Wenn ein Aräometer vorhanden ist, dann lässt man es im Becken schwimmen. So kann man jederzeit den Salzgehalt kontrollieren. 
 Die ersten 3-4 Tage lässt man die Larven in Ruhe und füttert nix. Das Wasser sollte relativ grünlich mit  Nannochloropsis salina  sein, das reicht als Futter. 
 Danach füttert man 5 Tropfen  Liquizell  pro Tag. Nicht mehr. Ja, das scheint doch recht wenig zu sein, aber für ein 20l Aquarium reicht das dicke. Und wir wollen ja auch nicht, dass das Wasser schlecht wird. 
 Jetzt braucht man Geduld. Bloss nicht am Salzwert rumpanschen. In den ersten 14 Tagen nur verdunstetes Wasser nachfüllen (gut umrühren). 
 Nach 14 Tagen sollte man mal einen Wasserwechsel (ein halber bis 1 Eimer) machen. Ein kleines Artemiensieb vor den Abflussschlauch halten, damit wir die Larven nicht versehentlich raussaugen und wegkippen.  Das frische Salzwasser wird nach der oben erwähnten Methode angerührt . Bitte stellt absolut sicher, dass das Salzwasser im Eimer den gleichen Wert wie das Salzwasser im Aquarium hat (Aräometer) - und die gleiche Temperatur !!! 
 Dann einfach das Wasser ins Aquarium schütten und gut umrühren - und erschreckt euch nicht vor dem aufgewirbelten Schmutz, der ist nicht weiter schlimm. 
 Nach 3 Wochen kann man mal ein wenig  Mikrozell  anrühren und damit füttern. Ich hatte auch eine Flasche  Grotech PlanktoMarin  und habe da immer wieder ein paar Tropfen gefüttert. 
 Am Anfang driften die Larven eher wirr durch das Aquarium, immer dem Licht nach. Haben sie einen schönen Knick in der Mitte dann fressen sie. Je älter sie werden, desto mehr orientieren sie sich am Boden und fressen dort den Belag ab. Im Bild sind die Larven vier Wochen alt. 
   
 Interessanterweise scheint es im gleichen Wurf Blitzstarter und Spätzünder zu geben. Bei gleichen Bedingungen hatte ich nach 4 Wochen Larven zwischen 5 mm bis ca. 10 mm Grösse. 
 Auch gibt es unterschiedliche Angaben, wann denn die letze Metamorphose zur Fächergarnele stattfindet. Ich hatte oft von ca. 70 Tagen gelesen; meine ersten Larven waren allerdings schon nach 6 Wochen fertig. Die Spätzünder haben allerdings satte 2,5 Monate gebraucht. 
   
 Hier nochmals eine Detailaufnahme einer vier Wochen alten Molukken-Fächergarnelenlarve. 
   4.1 Fast fertige Molukken 
 Irgendwann schaut man dann mal in die grüne Salzwassersuppe und wundert sich, was da in der Nähe der bubbelnden Luftblasen in der Ecke sitzt. Die (fast) fertigen Molukken sind rötlich, man kann deutlich ihre Beinchen und den Schwanzfächer erkennen. Mit einer Lupe (oder mit einem Makroobjektiv) sieht man dann auch die winzigen Fächer, die sie in die Strömung halten. Ein toller Augenblick. Aber irgendwie sehen sie noch nicht ganz fertig aus. 
   
   5 Umsetzen 
 Da es auch hierzu keine Angaben gab, musste ich zwangsläufig experimentieren. Wieder einmal Trial-and-Error. Heraus kam folgendes: 
 
 Sehr langsame Anpassung ans Süsswasser (über 2 Wochen hinweg) = Alle Tiere verstarben sehr schnell. 
 Ruck-Zuck Methode (gleich rein ins Süsswassser) = Alle Tiere innerhalb 1 Stunde tot. 
 
 &amp;nbsp; 
  Was sich bewährt hat, ist folgendes:  Man nehme eine Plastikschüssel, die ins Babyaquarium passt. Diese setzen wir auf die Wasseroberfläche des Babyaquariums und transferieren unsere (fast) fertigen Molukken mit ein bisschen Salzwasser hinein. (Das hört sich übrigens leichter an als es ist; die Molukken per Luftschlauch aus der grünen Salzwassersuppe zu fangen ist eine Schweinearbeit. Die Kleinen sind überaus lichtscheu und blitzschnell. 
 Jetzt nehmen wir einen kleinen Messbecher und schütten alle 10 min 20 ml Süsswasser aus dem Becken dazu. Dadurch dass die Schüssel auf dem Wasser schwimmt, gibt es keine Temperaturschwankungen. Nochmals, die Babies sind  SEHR temperaturempfindlich ! 
 Wenn die Schüssel voll ist, kann man die Kleinen mit dem Wasser ins Aquarium schütten. Die ersten Tage lässt man das Licht aus, normales indirektes Tageslicht reicht aus. Und immer weiter schön 5 Tropfen Mikrozell oder Liquizell füttern. 
   
 Im Süsswasser erfolgt die letzte Metamorphose zur fertigen  Atyopsis moluccensis . Wenn man die (fast) fertigen Tiere im Salzwasser lässt, leben diese zwar weiter (bis jetzt schon 6 Wochen), sie entwickeln sich aber nicht weiter. 
   
 Am Ende meines Versuches konnten 33 Jungtiere mit einer Grösse von ca 3 cm ins Elternbecken umziehen. 
   
                ]]> </content> <updated>2022-05-22T00:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Geschlechtsbestimmung bei Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/geschlechtsbestimmung-bei-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/geschlechtsbestimmung-bei-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Bei vielen Zwerggarnelen-Arten sind Männchen und Weibchen recht gut zu unterscheiden, bei anderen nicht. Unsere Autorin erklärt hier in diesem Artikel der Garnelenhaus Wiki, wie das geht, und gibt gute Tipps.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Farbe und Farbintensität  
  2 Größe  
  3 Tigerschaufel  
  4 Eier und der Eifleck  
  5 Form der Schwimmbeine  
 
 
 Aus züchterischen Gründen ist es oft nicht ganz uninteressant zu wissen, welche Garnele ein Männchen oder ein Weibchen ist. Nur dann könnt ihr eure Garnelen  gezielt verpaaren . Auch bei einem Vermehrungsstopp im Garnelenaquarium ist es interessant zu wissen, ob überhaupt beide Geschlechter in der Gruppe von Zwerggarnelen vorhanden sind. 
 Einige dieser Merkmale gelten für alle Zwerggarnelen, andere dagegen sind spezifisch für  Neocaridina . 
 Insgesamt bitte nicht vergessen: Manchmal muss man alle folgenden Faktoren zusammen betrachten, jedes Tier ist einzigartig und nicht immer passen feste Muster zur Natur! 
   1 Farbe und Farbintensität 
   
 Bei vielen  Neocaridina -Stämmen sind die Weibchen deutlich besser gefärbt als die Männchen. Dennoch ist die Farbintensität kein sicheres Bestimmungsmerkmal, da es in  gut selektierten Stämmen  auch eher ordentlich deckend gefärbte Männchen gibt (siehe das Orange Sakura-Paar links), und durch natürliche Streuung kommt es auch immer mal wieder zu blasseren Garnelen-Damen. 
 Bei  Bienengarnelen  ist beispielsweise der Farbunterschied zwischen den Geschlechtern kaum noch vorhanden, bei  Tigergarnelen  und vielen anderen  Caridina -Arten und -Hybriden sieht man ebenso wie bei&amp;nbsp; Paracaridina  farblich überhaupt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bei  Amanogarnelen  dagegen haben die Weibchen ein Strichmuster, während die Männchen ein Punktmuster aufweisen. 
   2 Größe 
 Auch die Grösse der Garnele heranzuziehen ist schwierig, denn meist gibt es im Stamm Jungtiere. Grundsätzlich sind adulte Garnelen-Damen etwas grösser als adulte Garnelen-Herren, aber die Unterscheidung zwischen Jungtier und adultem Tier ist manchmal auch nicht ohne. 
   3 Die Tigerschaufel 
 Die sogenannte Tigerschaufel (die übrigens nicht nur bei  Tigergarnelen  auftritt) wird gern als sicheres Geschlechtsmerkmal bei Garnelen genannt. 
 Bei der Tigerschaufel handelt es sich um das verbreiterte zweite Abdominalsegment (siehe die Green Jade unten), das nur die Weibchen haben. Der Begriff geht auf eine Arbeit von Lisa Klotz zurück, die das Merkmal im Rahmen ihrer Fachbereichsarbeit Biologie und Umweltkunde behandelte. 
   
 Soweit, so gut - aber nicht bei allen Farbschlägen ist eine Tigerschaufel ohne weiters erkennbar: je transparenter, desto eher nicht, aber auch in anderen Garnelenstämmen können manche Tiere ohne Schaufel trotzdem weiblich sein. 
 Das heisst: Ist eine Tigerschaufel da, handelt es sich sicher um ein Weibchen, wenn nicht - ist man genau so schlau wie vorher. 
   4 Eier und der Eifleck 
 Das einfachste Bestimmungsmerkmal für weibliche Garnelen ist das Vorhandensein von Eiern, entweder im Eifleck hinter dem Kopfpanzer, wie bei der Blue Jelly unten im Bild links, oder an den Schwimmbeinen zum Austragen, wie bei der Blue Bee rechts. 
 Natürlich tragen Garnelen-Weibchen hin und wieder keine Eier, zum Beispiel, weil sie Winterpause machen oder die Populationsgrenze das Futterangebot übersteigt, oder sie sind so deckend gefärbt, dass man die Eier schlicht nicht sieht. 
   
   5 Form der Schwimmbeine 
 Ein super Unterscheidungsmerkmal ist die Form der Schwimmbeine - sehr deutlich sieht man diese bei  Neocaridina . Während beim Weibchen vorne und hinten die Körperansätze eher weich in der Form sind, bildet sich beim Männchen eine richtige kleine Spitze am Carapax- Ansatz. 
 Auch bilden die Garnelen-Jungs keine Rundung nach aussen, sie haben keine Bauchtaschen. Müssen sie auch nicht, denn Eier müssen nicht reinpassen, und mit ihrer aquadynamischen Form können sie beim Paarungsschwimmen so richtig Gas geben. 
   
                ]]> </content> <updated>2022-02-13T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Vermehren sich Amanogarnelen in Süßwasser?</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/vermehren-sich-amanogarnelen-in-suesswasser</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/vermehren-sich-amanogarnelen-in-suesswasser"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Immer wieder liest man, dass sich angeblich Amanogarnelen im Süßwasser vermehrt haben. Was ist an der Theorie dran, dass Amanogarnelen auch im Süßwasser fortpflanzungsfähig sind?
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Fortpflanzungstypus der Amanogarnele  
  2 Ausnahme  
  3 Wie schleppt man Amanos ein?  
  4 Achtung Verwechslungsgefahr!  
 
  4.1 Amanogarnelen sicher identifizieren  
 
 
 
 Immer wieder liest man in Foren oder in Gruppen auf Facebook, dass sich angeblich  Amanogarnelen  im Süßwasser vermehrt haben sollen. Sofort werden dann Stimmen laut, dass die Larven sich eigentlich nur in Salzwasser entwickeln können, und oft entbrennt dann eine rege Diskussion. Was ist wirklich dran an der Theorie, dass Amanogarnelen sich auch im Süßwasseraquarium fortpflanzen können? 
   1 Fortpflanzungstypus der Amanogarnele 
  Amanogarnelen ( Caridina multidentata , früher:  Caridina japonica )  gehören zum  primitiven Fortpflanzungstypus (prolonged type)  und können sich daher eigentlich nicht in Süßwasser vermehren. Die Weibchen von Garnelen des primitiven Typus tragen pro Wurf weit über tausend winzige Eier, aus denen Larven schlüpfen, die in der Natur in Flussmündungen oder gleich ganz ins Meer gespült werden, wo sie in Brackwasser bis Meerwasser groß werden. Im Süßwasser überleben bei der Amanogarnele die Larven nur ungefähr 72 Stunden. So lange haben sie Zeit, ins Brackwasser beziehungsweise ins Meer gespült zu werden. 
 Den Link zum Zuchtbericht der Logemänner findet ihr übrigens hier:  Amanogarnele (Caridina multidentata) - Zuchtbericht . 
   2 Ausnahme 
 Vorab: Es gibt sie wirklich, die Amanogarnelen, die als Zufallsnachzuchten ganz vereinzelt im Süßwasser groß werden - allerdings müssen dazu ganz bestimmte Voraussetzungen im Aquarium herrschen, die nicht vollständig verstanden sind. Es gibt Hinweise, dass ein stark verschobenes Calcium-Magnesium-Verhältnis zugunsten von Magnesium das Überleben einzelner Larven der Amanogarnele im Süßwasser begünstigen könnte. 
  Wichtig:  Hier muss man aber ganz klar sagen: Es handelt sich dabei wirklich um Ausnahmen und auf keinen Fall um ein Massenphänomen! 
 Viel öfter gibt es andere, sehr viel weniger sensationelle Gründe für das spontane Auftreten von &quot;Amanogarnelen-Nachwuchs&quot; im Aquarium. 
   3 Wie kommen Amanos sonst noch ins Aquarium? 
 Ganz unspektakulär kommen echte Amanos zum Teil mit Pflanzen aus der Zoohandlung oder dem Aquaristik-Onlineshop ins Aquarium. Die robusten Amanogarnelen sind phänomenale Algenfresser und werden daher sehr gerne in die Verkaufsbecken mit den Aquarienpflanzen gesetzt, um sie frei von Algen zu halten. 
 Sehr oft sind importierte Amanogarnelen noch recht jung und klein, und daher kann es schonmal vorkommen, dass man die transparenten, durch ihr Fleckmuster sehr gut getarnten Garnelen in der Pflanze schlicht nicht sieht und sie so ins Aquarium einschleppt. 
 Auch können Amanos sich extrem gut festhalten und reisen daher auch gerne mal am Netz des Keschers oder an bereits benutzten Dekoelementen durch die Gegend. Hast du mehr als ein Aquarium und nur einen Kescher, oder hast du eine Aquarienwurzel umgesetzt, ist es also gut möglich, dass du so versehentlich eine Amanogarnele aus dem einen ins andere Aquarium transportierst. 
   4 Achtung Verwechslungsgefahr! 
 Vermehren sich jedoch die vermeintlichen &quot;Amanogarnelen&quot; im Aquarium extrem gut, liegt praktisch immer eine Fehlbestimmung vor. Selbst wenn durch einen großen Zufall doch mal ein einzelnes Jungtier der Amanogarnele im Aquarium als Zufallsnachzucht durchkommt, so haben wir hier doch niemals eine Massenvermehrung! 
 Häufig werden in diesen Fällen   Neocaridina   oder Sulawesi-Inlandsgarnelen ( Caridina parvidentata  im Aquarium gehalten. Auch jede andere relativ farblose Garnelenart mit einem dunklen, dünn gestreuten Strich- oder Punktmuster kann auf den ersten flüchtigen Blick mit der Amanogarnele verwechselt werden. 
  Insbesondere bei bunt gemixten  Neocaridina- Gruppen kommt es im Nachwuchs häufig zu  wildfarbenen Jungtieren,  die ihren Eltern nicht sonderlich ähnlich sehen und bei denen oft angenommen wird, sie seien Nachwuchs der Amanogarnelen im selben Aquarium - weil ihnen die kleinen wildfarbenen, teils transparenten, teils dunkel gemusterten Junggarnelen einfach viel ähnlicher sehen als ihren blauen, roten oder gelben Eltern. 
 Hier im Bild seht ihr eine weibliche wildfarbene  Neocaridina -Garnele. Diese Garnelen können allerdings noch deutlich weniger pigmentiert daherkommen und sehen dann wirklich auf den ersten Blick aus wie eine Amano. 
 Es gab längere Zeit die sogenannte &quot;Mini Japonica&quot; zu kaufen, vermutlich eine  Neocaridina- Art, deren Muster dem der Amanogarnele beim flüchtigen Hinschauen ein bisschen ähnlich sah. Diese Garnelen sind aber schon seit längerer Zeit aus der Aquaristik verschwunden. 
 &amp;nbsp; 
   4.1 Amanogarnelen sicher identifizieren 
 Anders als bei  Neocaridina , Sulawesi-Inlandsgarnelen und anderen transparenten Garnelenarten haben Amanogarnelen ein sehr gut erkennbares, gleichmäßiges Muster. 
 Neben einem sehr dünnen, meist scharf abgegrenzten Rückenstrich haben die kleineren Amano-Männchen ein Muster aus dunkelbraunen bis schwarzen kleinen Punkten, die auf dem Hinterleib seitlich in Reihen angeordnet sind. Bei den Weibchen sind diese Punkte teils zu kurzen waagrechten Strichen verschmolzen, die ebenfalls in Reihen sitzen. Außerdem haben die Weibchen oft einen Eifleck. 
   
 So gleichmäßig und konsequent sind die Punkte und Streifen bei keiner anderen Garnelenart angeordnet, daher ist beim wirklich ganz genauen Hinschauen (zur Not mit einer Lupe) die Verwechslungsgefahr von  Neocaridina  oder Sulawesi-Inlandsgarnelen beziehungsweise anderen Rückenstrichgarnelen mit der echten Amanogarnele  Caridina multidentata  dann doch nicht mehr ganz so groß. Man muss nur wissen, wonach man suchen muss! 
                ]]> </content> <updated>2022-02-02T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Neocaridina-Grades</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/neocaridina-grades</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/neocaridina-grades"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Bei den Neocaridina kann man die verschiedenen Grade der Farbdeckung zur Qualitätsbeurteilung heranziehen. Dafür werden sie ähnlich wie die Bienengarnelen in verschiedene Grades eingeteilt. 
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Internationales System  
 
  1.1 Cherry  
  1.2 Grade A  
  1.3 Grade S / Low-Grade Fire  
  1.4 Grade SS / High-Grade Fire  
  1.5 Painted Fire Red  
 
  2 System im deutschsprachigen Raum  
 
  2.1 Fire/Cherry  
  2.2 Low-grade Sakura  
  2.3 High-grade Sakura  
 
 
 
 Bei  Neocaridina davidi  spricht man vor allem bei den flächig gefärbten Tieren der roten Linie von unterschiedlichen Grades, um die Farbqualität und die Farbdeckung zu beurteilen. Zur Farbintensität&amp;nbsp; bei  Neocaridina- Garnelen haben wir einen gesonderten Artikel in der Wiki, bitte  hier entlang.  
 Bitte beachtet, dass vorwiegend die Weibchen zur Beurteilung der Grades herangezogen werden. Die Männchen sind bei allen  Neocaridina -Varianten schlechter gefärbt und weisen auch in den hohen Grades noch transparente Stellen auf - natürlich zeigen sie trotzdem weniger Farbfehler als die Männchen in den niedrigen Grades. 
 Für Rilis und andere teilweise flächig transparente Farbschläge gibt es bei den  Neocaridina  noch kein akzeptiertes Grade-System. 
 Die Bezeichnungen der  Neocaridina -Grades im deutschsprachigen Raum unterscheiden sich etwas von den internationalen Benennungen, ähnlich wie bei den  Bienengarnelen . 
   1 Internationales System 
 Das internationale System zur Klassifizierung der Farbqualität bei  Neocaridina  bezieht sich vorwiegend auf die Tiere der roten Linie, kann aber mit gewissen Einschränkungen auch auf andere Farbschläge angewendet werden. Die Einteilung erfolgt in fünf Grades. 
 Bei allen Grades kann ein Rückenstrich auftreten, der auf die Einteilung keinen Einfluss hat. 
    1.1 Cherry 
 Die Cherry entspricht von der Zeichnung her der Wildform. Ein Flammenmuster mit vielen transparenten Anteilen bedeckt den Körper der Weibchen. 
 Teilweise sind die Männchen ebenso im Flammenmuster, aber noch schwächer gefärbt, teilweise zeigen sie eine deutlich senkrechte Streifung, manche haben auch nur ein diffuses Punktmuster mit vielen transparenten Stellen dazwischen. Achtung, nicht mit  Roten Tigergarnelen  verwechseln! Bei   Caridina mariae   stehen die Streifen nicht senkrecht, sondern schräg. 
    1.2 Grade A 
 Der Grade A ist intensiv und im oberen Rückenbereich sowie im oberen Bereich des Carapax deckend gefärbt, jedoch zeigen die Garnelen auf der unteren Körperhälfte transparente Stellen. 
 Auch die Beine und der Schwanzfächer sind weitgehend transparent. Der Unterschied zur Cherry ist fließend, allerdings ist beim Grade A die Deckfarbe schon etwas intensiver. Nicht alle Züchter unterscheiden in Cherry und Grade A. 
    1.3 Grade S / Low-Grade Fire 
 Beim Grade S ist die Färbung auf dem Körper der Zwerggarnele schon beinahe ganz deckend. Nur kleine transparente Stellen im unteren Bereich der Bauchsegmente sind noch erlaubt.&amp;nbsp; 
 Die Schreitbeine und der Schwanzfächer dagegen weisen noch teilweise transparente Stellen auf, bei manchen Exemplaren dieses Grades sind die Schreitbeine noch völlig unpigmentiert. 
    1.4 Grade SS / High-Grade Fire 
 Bei der High-Grade Fire ist die Deckfarbe sowohl auf dem Körper als auch in den Gliedmaßen weitgehend deckend.  Auch bei Stress bleiben die Garnelen deckend gefärbt . 
 Nur noch die Gelenke der Schreitbeine sind transparent, während die Schreitbeine selbst wie auch der Schwanzfächer durchgefärbt sind. 
 &amp;nbsp; 
    1.5 Painted Fire Red 
 Die Painted Fire Red ist eine Sonderklassifizierung, die nur in der  roten Linie  Anwendung findet. Diese  Neocaridina -Farbvariante entspricht in etwa dem Grade SS, lediglich das Rot ist dunkler. 
 Die Painted-Fire-Red-Garnele ist vollständig gefärbt. Bei den Weibchen ist kein  Eifleck  sichtbar. 
 &amp;nbsp; 
   2 System im deutschsprachigen Raum 
 Im deutschsprachigen Raum haben sich teilweise andere Namen für die  Neocaridina -Grades etabliert, die die Verständigung mit internationalen Züchtern schwierig machen - so steht &quot;Fire&quot; bei uns nicht für einen besonders hohen, sondern für einen besonders niedrigen Grade. Hier muss man also auch gut aufpassen und genau hinschauen, was nun gemeint ist. 
 Auch beim hiesigen System spielt der Rückenstrich für die Qualitätsbeurteilung der Farbe der Zwerggarnelen keine Rolle. 
   2.1 Fire / Cherry 
 Die  Red Fire bzw. Cherry  entspricht der internationalen Bezeichnung  Cherry , umfasst aber auch den  Grade A . Der Zusatz &quot;Fire&quot; wird auch für andere  Neocaridina -Varianten mit transparenten Stellen verwendet, so zum Beispiel für die Black Fire oder die  Orange Fire  (und fälschlicherweise auch für die gelbe Variante, die  Yellow Fire , die gar nicht in dieses System passt, weil sie keine Deckfarbe und damit natürlich auch kein Flammenmuster hat). 
 Hin und wieder findet auch hierzulande die internationale Bezeichnung &quot;Cherry&quot; Verwendung, häufiger hört man aber den Zusatz &quot;Fire&quot;. 
   2.2 Low-Grade Sakura, Sakura Low 
 Low-Grade Sakura entsprechen bei den  Neocaridina  in etwa dem internationalen  Grade S . Hier sind die Beine und der Schwanzfächer nicht durchgefärbt. 
   2.3 High-Grade Sakura, Sakura High 
 Die High-Grade Sakura entspricht dem internationalen  Grade SS . Zur  Painted Fire Red  wird kein Unterschied gemacht, auch sie fällt bei roten Tieren unter diese Klassifizierung. 
                ]]> </content> <updated>2022-01-05T00:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Farbintensität bei Neocaridina-Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/farbintensitaet-bei-neocaridina-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/farbintensitaet-bei-neocaridina-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die Farbintensität bei Neocaridina lässt sich beeinflussen - aber ist das immer der Fall? Wie bekommt man die Garnelen möglichst durchgefärbt, gibt es Dinge, mit denen sich die Farbe beeinflussen lässt?
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Beeinflussung der Farben  
  2 Farbintensität bei Varianten  
  3 Farbqualität beurteilen  
  4 Varianten ohne Deckfarbe  
 
 
 In der Natur sind  Neocaridina -Garnelen durchsichtig gemustert bis deckend braun bis grauschwarz. Sie können ihre Farben tatsächlich ziemlich schnell verändern. In der Natur ist dieser Mechanismus überlebenswichtig für die Tiere. 
   1 Beeinflussung der Farben 
 Wie alle Garnelen mit  Deckfarbe  haben auch die  Neocaridina -&amp;gt;Arten und Farbvarianten Farbzellen oder Chromatophoren, die sie bei Bedarf vergrößern und verkleinern können. Bei Stress werden die Tiere blass, weil sich die Farbzellen zusammenziehen. 
 Garnelen nutzen ihre Farbzellen aber auch, um sich dadurch zur Tarnung an den Untergrund anpassen. 
 Auf dunklem  Bodengrund  dehnen sich die Chromatophoren aus, während sie sich auf hellem Boden zusammenziehen. Das ist ein einfacher, aber ziemlich effektiver Tarnmechanismus für die Zwerggarnele. 
 Die Farbpigmente in den Chromatophoren werden durch das Carotinoid Astaxanthin gebildet, das in Verbindung mit unterschiedlichen Komplexproteinen andere Farben annimmt. Rote, grüne, blaue, braune und schwarze Farbtöne der Garnelen entstehen durch unterschiedliche Mischungen der Farbpigmente. 
 Durch Farbfutter, das Astaxanthin enthält, lässt sich die Farbdichte bei Garnelen mit diesen Farbtönen beeinflussen. 
   2 Farbintensität bei den Varianten 
 Weil sich eine  Neocaridina- Garnele nicht bewusst ist, dass sie z.B. rot ist, funktioniert dieser Mechanismus im Aquarium ebenfalls. Dunkler Boden sorgt auch bei einfarbigen  Neocaridina -Varianten mit Deckfarbe für weit ausgedehnte Farbzellen, die Farbe der Garnele wird also intensiver. 
 Heller Boden dagegen sorgt für zusammengezogene Farbzellen, die Garnele wird also blasser. 
   3 Farbqualität beurteilen 
 Bei den besonders gut deckend gefärbten verschiedenen Sakura-Varianten (nicht nur bei  Red Sakura ) und bei Tieren der roten Linie bei dem besonders hohen Grade Fire Red (nicht zu verwechseln mit Red Fire!) sitzen die Farbzellen durch Zuchtselektion besonders dicht, sodass das Zusammenziehen bei Stress oder zur Anpassung an den Untergrund keinen Effekt mehr hat. 
 Die Farbqualität bei Sakura kann man daher sehr einfach beurteilen - man fängt die Tiere einfach mit dem Kescher heraus und setzt sie in einen hellen Behälter. Wenn sie ihre Farbe behalten oder sich die Farbdichte zumindest nicht signifikant verschlechtert, handelt es sich um Sakura-Garnelen mit einer sehr hohen Farbqualität. 
   4 Varianten ohne Deckfarbe 
 Eine Ausnahme bilden die  Neocaridina -Garnelen, die keine Deckfarbe mehr besitzen, wie die  Blue Jelly  oder die  Blue Dream  und mit Ausnahme des Rückenstrichs auch die  Yellow Fire . Bei diesen Garnelen fehlen die Farbzellen, die für die Deckfarbe verantwortlich sind. Sie verfügen nur mehr über die  Körperfärbung , die durch Stress oder andere Umstände nicht beeinflusst werden kann. Logischerweise fehlt hier dieser Mechanismus. Bei diesen Farbvarianten ist damit auch der Bodengrund nicht mehr ausschlaggebend für die Farbintensität, sondern nur noch das Futter und die Zuchtselektion. 
 Es gibt allerdings Berichte, wonach  Blue Jelly  auf hellem Boden vermehrt rote Anzeichen ausbilden, die auf dunklem Grund dann wieder verschwinden. 
                ]]> </content> <updated>2021-12-31T00:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Die Farben der Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-farben-der-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-farben-der-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Bei Garnelen gibt es Deckfarben und Unterfarben - wie sie zustandekommen, ob man sie züchterisch beeinflussen kann und was man sonst noch wissen muss, erfahrt ihr in diesem Wiki-Artikel.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Deckfarbe  
 
  1.1 Farbpigmente  
 
  2 Körperfarbe oder Unterfarbe  
 
 
 Bunte und farbig gemusterte Garnelen sind in der Aquaristik total beliebt, egal, ob  Neocaridina, Paracaridina  oder  Caridina . Wie kommen die Farben bei den Zwerggarnelen aber überhaupt zustande, und wie lassen sich Farbintensität und Farbverteilung beeinflussen? Gibt es Unterschiede bei den Pigmenten? 
   1 Deckfarbe 
 Von der Deckfarbe spricht man bei Zwerggarnelen, die Farbzellen oder Chromatophoren besitzen. Diese meist sternförmigen Zellen sitzen im Gewebe unter dem  Panzer  in der sogenannten Pigmentschicht. Die Farbzellen werden bei Zwerggarnelen - anders als zum Beispiel bei Krebsen oder Krabben - nicht mitgehäutet. Weil der Panzer von Süßwassergarnelen gänzlich transparent ist, sind die Farbzellen uneingeschränkt sichtbar. 
   
  Gut sichtbar: die sternförmigen Chromatophren am vorderen Ende des Carapax dieser Red Devil OE  
 Die Farbzellen der Garnele können sich - durch Hormone gesteuert - ausdehnen oder zusammenziehen. Wie dicht die Farbzellen sitzen, lässt sich durch Zuchtauswahl beeinflussen. Sitzen die Farbzellen nicht sehr eng zusammen, können die Garnelen nahezu durchsichtig werden - schön sieht man das zum Beispiel nach dem Versand. Manche Arten sind dann nahezu transparent und nehmen erst nach einigen Tagen im neuen Zuhause wieder ihre ursprüngliche, intensivere Farbe an. 
   1.1 Farbpigmente 
 Für die unterschiedlichen Farben in der Pigmentschicht der Garnelenhaut ist mit Ausnahme von Gelb- und Weißtönen der natürliche Farbstoff  Astaxanthin  zuständig. Obwohl Astaxanthin an sich rot ist, ergeben sich in Kombination mit verschiedenen Komplexproteinen in den Chromatophoren rote, gelbe und blaue Farbtöne. Die unterschiedlichen Garnelenfarben entstehen durch die Kombination dieser Grundfarben. Alle drei Farben zusammen ergeben ein schmutziges Schwarzbraun, wie wir es zum Beispiel von der  wilden Bienengarnele  kennen. 
   
  Schön zu erkennen: Die dunkle Farbe der wilden Bienengarnele ist kein reines Schwarz.  
 Astaxanthin nimmt die Garnele mit dem Futter auf, daher ist es möglich, die Intensität der Deckfarben durch ein geeignetes Farbfutter zu beeinflussen. 
 Stirbt die Garnele, zerfallen die komplexen Proteine, die die Farbpigmente mit Astaxanthin zusammen bilden, recht schnell, und nur noch die rote Farbe des Astaxanthins bleibt sichtbar. So kommt der  &quot;gekochte&quot; Look bei toten Garnelen  zustande, deren Pigmente auf Astaxanthin basieren. Weiße oder gelbe Garnelen verfärben sich nach dem Tod dagegen nicht so dramatisch, sie werden lediglich weißlich. 
   2 Körperfarbe oder Unterfarbe 
 Verschiedene Garnelen wie die  Taiwan Bee / Shadow Bee ( Caridina  sp.)  und andere  Caridina -Hybriden, verschiedene  Neocaridina -Varianten wie die  Blue Jelly  oder die  Blue Dream , die  Blue Carbon Rili  und die Blue Red Rili, aber auch Wildformen wie die Tangerine Tiger, die Aura Blue (beides Varianten von  Caridina cantonensis)  und manche  Tigergarnelen ( Caridina mariae )  besitzen (teils zusätzlich zur Deckfarbe bzw. zum Muster, das durch Farbzellen in der Pigmentschicht unter der Cuticula gebildet wird) noch eine Körperfarbe oder genauer eine Unterfarbe, die nicht in Farbzellen liegt, sondern &quot;lose&quot; in der Haut. Meist ist die Unterfarbe gelb bis orange oder aber hellblau bis dunkelblau. 
 Durch Zucht lässt sich auch die Farbintensität der Unterfarbe beeinflussen, jedoch nicht durch Hormone. Die Innenfarbe, Unterfarbe oder Körperfarbe bei Zwerggarnelen ist daher nicht stimmungsabhängig. Weil kein Astaxanthin bei ihrer Ausbildung beteiligt ist, lässt sie sich nicht durch Farbfutter intensivieren. 
   
  Eine Red Bolt mit orangegelber Unterfarbe.  
                ]]> </content> <updated>2021-12-30T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Quarantäne - zwei fremde Stämme zusammengewöhnen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/quarantaene-zwei-fremde-staemme-zusammengewoehnen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/quarantaene-zwei-fremde-staemme-zusammengewoehnen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Beim Zusammensetzen fremder Garnelen kann es zu einer bakterielle Unverträglichkeit (BU) respektive einer Kreuzverkeimung kommen. Mit einer sauber durchgeführten Quarantäne kann man das Risiko zumindest minimieren.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Vorgehen bei Quarantäne  
  2 Zusammengewöhnen  
 
 
 Zur Vorbeugung gegen eine  bakterielle Unverträglichkeit (BU) respektive eine Kreuzverkeimung  beim Zusammensetzen zweier fremder Zwerggarnelen Stämme hat sich eine Quarantäne bewährt. Das klappt sowohl beim Eingewöhnen neuer Garnelen, die man zu einem bereits bestehenden Stamm im Aquarium dazusetzen möchte, als auch, wenn man zum Beispiel verschiedenfarbige   Neocaridina davidi   aus verschiedenen Quellen in einem neu eingerichteten Aquarium zusammen einsetzen möchte. (Welche Garnelen Farbschläge hier miteinander gehalten können, ohne dass es zu wildfarbenem Garnelen-Nachwuchs kommt, erfahrt ihr übrigens hier: &quot; Neocaridina-Farbschläge kurz erklärt &quot;.)&amp;nbsp; 
 Am besten funktioniert eine Quarantäne übrigens, wenn man etwas Zeit mitbringt. 
   1 Vorgehen bei einer Quarantäne 
 Sollen nur einige neue Tiere zu einem bereits bestehenden Stamm ins Aquarium kommen, setzt man die &quot;Neuen&quot;&amp;nbsp; in ein  Quarantänebecken , in dem man sie eine Weile separat halten kann. In dem grün markierten verlinkten Artikel zum Quarantänebecken erklären wir genau, wie so ein Quarantänebecken aussehen muss. Selbstverständlich sollte wie immer eine sorgfältige  Eingewöhnung der neuen Garnelen ins Aquarium  vorgenommen werden. 
 Wollt ihr zwei neue Garnelen Stämme in einem neu eingerichteten Aquarium zusammensetzen, könnt ihr einen der neuen Stämme direkt ins Aquarium und den anderen ins Quarantänebecken setzen oder beide neuen Garnelenstämme zunächst in zwei getrennten Quarantänebecken halten. 
 Sinnvoll wären zwei getrennte Quarantäneaquarien zum Beispiel, wenn das eigentliche Aquarium noch in der  Einfahrzeit  ist oder wenn ihr 100%ig sichergehen wollt, dass euch die &quot;Neuen&quot; keine Parasiten wie  Saugwürmer  mitbringen, die ihr später mühsam wieder aus dem Aquarium entfernen müsst oder deren Behandlung (zum Beispiel mit  Kochsalz ) eure neuen Aquarienpflanzen schädigen könnte. 
 Sinnvollerweise beobachtet man die Garnelen in der Quarantäne nun erst einmal für eine Woche oder zwei. Zeigen sich Parasiten wie  Saugwürmer ,  Holtodrilus  oder  Planarien  oder Aufsitzer wie  Glockentierchen ? Seht ihr Zeichen einer  bakteriellen Infektion,   Rostflecken, Brandflecken  oder einer  Muskelnekrose ? In der Quarantäne kann man deutlich einfacher behandeln als später im Aquarium, also gut hinschauen! 
   2 Zusammengewöhnen 
 Habt ihr in den ein oder zwei Wochen getrennter Haltung bei den Garnelen in der Quarantäne keine Probleme festgestellt, könnt ihr anfangen, zwischen dem Zielaquarium mit dem alteingesessenen Stamm und dem Quarantänebecken mit den neuen Garnelen beziehungsweise zwischen den beiden Quarantänebecken zwei Wochen jeden Tag eine halbe Tasse Wasser und ein paar (wirklich nur ein paar!) Flöckchen Mulm hin und her zu tauschen. Dadurch kommen die jeweils fremden Bakterien zu den Tieren, und das  Immunsystem der Garnelen  kann sich langsam auf die andere Keimbelastung&amp;nbsp; einstellen. 
 Wer auf der absolut sicheren Seite sein will, macht vor dem Zusammensetzen der Zwerggarnelen im Aquarium noch einen Wasserwechsel von 80% im Zielaquarium und saugt dabei idealerweise auch noch den Boden ab. So wird die  Keimdichte  nochmals drastisch reduziert, was das&amp;nbsp; Immunsystem  der Zwerggarnelen im Aquarium entlastet und ihnen durch die stressige Zeit des Umsetzens helfen kann. 
                ]]> </content> <updated>2021-03-27T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Erste Hilfe im Garnelenaquarium</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/erste-hilfe-im-garnelenaquarium</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/erste-hilfe-im-garnelenaquarium"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Erste Hilfe für Garnelen - was muss man unbedingt dahaben, um Probleme direkt abzufangen, wenn sie entstehen - auch am Wochenende oder abends, wenn die Geschäfte geschlossen haben? Hier gibt&#039;s gute Tipps, was in keinem Aquarienschrank fehlen sollte, auf dem ein Garnelenaquariu...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Lage checken!  
  2 Schlauch und Eimer  
  3 Wasseraufbereiter  
  4 Montmorillonit-Pulver  
  5 Aktivkohle  
  6 Zeolith  
  7 Huminstoffe  
  8 Beta-Glucan  
  9 Natürliche Heilmittel  
 
 
 Sehr häufig nehmen Garnelen im Aquarium so gar keine Rücksicht auf Wochenenden oder die Nachtzeit, wenn es Probleme gibt. Deshalb ist es sehr hilfreich, wenn man sich von dem einen oder anderen einen kleinen Vorrat anlegt und für die wichtigsten akuten Problematiken bei der Garnelenhaltung etwas in petto hat. Weiterführende Infos zu den einzelnen Problemfällen sind im Artikel verlinkt, schaut gerne auch dort mal rein, um mehr zu erfahren. 
   1 Lage checken! 
 Auch bei akuten Problemen ist es sinnvoll, erst einmal innezuhalten und die Lage zu checken. Wann trat das Problem auf? Nach einem Wasserwechsel? Nach der Fütterung? Morgens? Bei großer Hitze? Nach dem Dazusetzen neuer Garnelen? Nach dem Entfernen von Pflanzen? Steigen Gasblasen aus dem Bodengrund auf? 
 Von der Ursache hängt das weitere Vorgehen ab - erst einmal muss das Problem im Garnelenaquarium identifiziert und die Ursache gefunden werden. Es kann dabei nicht schaden, wenn man kurz die wichtigsten Wasserparameter des Aquarienwassers durchtestet: den  pH-Wert ,  Nitrat ,  Nitrit ,  Ammonium/Ammoniak  und - wer hat - auch den  Chlorgehalt  und  Kupfer . 
   2 Schlauch und Eimer 
 Was banal klingt, ist eine tiefe Wahrheit in der Aquaristik: Der  Wasserwechsel  ist bei umweltbedingten Problemen unsere schärfste Waffe. Mit einem Wasserwechsel von 80% entfernt man direkt 80% aller Schadstoffe, die potentiell im Aquarium vorhanden sind. Bei Problemen im Garnelenaquarium ist deshalb ein großer Wasserwechsel von deutlich über 60% eigentlich nie verkehrt - dadurch reduziert man augenblicklich die  Keimdichte im Aquarium , die Konzentration von potentiellen Schadstoffen wie  Nitrit  oder  Nitrat  und natürlich auch Schadstoffe wie  Schwefelwasserstoff aus Faulstellen im Bodengrund  oder  Pestizide , die man versehentlich durch neu gekaufte Aquarienpflanzen, gespritztes Grünfutter oder in der Wohnung oder auf Haustieren verwendete Chemikalien (zum Beispiel  Flohmittel ) ins Aquarium eingebracht hat. 
 Insbesondere wenn die Garnelen im Aquarium Anzeichen einer  akuten Vergiftung  zeigen, ist ein zügiger, wirklich großer Wasserwechsel das erste Mittel der Wahl - vorausgesetzt natürlich, die Probleme treten nicht direkt nach dem regulären Wasserwechsel auf, weil ein Giftstoff wie zum Beispiel  Chlor  im Wechselwasser war! 
   3 Wasseraufbereiter 
 Im Fall einer  akuten Vergiftung bei Garnelen  ist vor allem dann ein  Wasseraufbereiter  angezeigt, wenn man die Ursache des Übels im Leitungswasser vermutet oder wenn man keine Zeit für einen wirklich großen   Wasserwechsel hat. Natürlich wäre Wasserwechsel eigentlich das Mittel der Wahl, aber machen wir uns nichts vor, manchmal kommt das Leben halt dazwischen, und dann ist ein Plan B nicht verkehrt. In diesem Fall kann ein guter Wasseraufbereiter die schlimmsten Schadstoffe im Aquarium binden und unschädlich machen. 
   4 Montmorillonit-Pulver 
 Trockenes  Montmorillonit-Pulver  kann ähnlich wie Wasseraufbereiter verwendet werden. Das Pulver kann Schadstoffe binden. Es wird dem Wasser nach Packungsanweisung beigegeben. 
   5 Aktivkohle 
 Eine weitere Alternative zu Wasseraufbereiter ist  Aktivkohle , die in die Filterströmung gehängt wird oder in den Filter gegeben werden kann. Sie bindet Pestizide und andere Giftstoffe im Aquarienwasser und kann bei akuten Vergiftungen wie auch bei schleichenden Vergiftungen bei Garnelen hilfreich sein und gute Dienste leisten. 
 Auch nach einer Medikamentenbehandlung ist Aktivkohle im Filter neben großen Wasserwechseln nützlich, um Medikamentenreste aus dem Aquarienwasser zu beseitigen. 
   6 Zeolith 
 Zeolith gibt es nicht nur in Form von flüssigem Wasseraufbereiter, sondern auch in  Stücken für den Filter . Auch Zeolith im Filter kann Schadstoffe einfangen, jedoch dauert das naturgemäß länger als bei einem flüssigen Wasseraufbereiter. 
   7 Huminstoffe 
  Huminstoffe  puffern nicht nur den pH-Wert bei ca. 5,5 bis 6, sondern können auch die Keimbelastung im Aquarienwasser senken. Bei Symptomen einer  Pilzerkrankung , einer Infektion mit der  parasitären Garnelenalge  oder einer  bakteriellen Infektion  kann eine Flasche  Dr. Shrimp Endobakt Aktiv ,  Liquid Humin  oder eine Dose  Black Water Powder SE/ Fulvin +  im Aquarienschrank als Erste-Hilfe-Maßnahme Abhilfe schaffen beziehungsweise die Behandlung unterstützen. Dadurch wird die Keimbelastung im Aquarienwasser gesenkt, Pilze können eingedämmt und den Garnelen bei der Bekämpfung einer bakteriellen Infektion oder einem Parasitenbefall geholfen werden.  Huminstoffe  unterstützen das Immunsystem der Garnelen und können es durch die Reduzierung der Keimzahl entlasten. 
   8 Beta-Glucan 
 Auch  Beta-Glucan  kann zur Immunstärkung bei Garnelen verwendet werden. Es kann das  Immunsystem der Garnelen  fit gegen Eindringlinge machen und es in Alarmbereitschaft versetzen. So sind die Tiere beim Eindringen echter Keime potentiell bereits gewappnet und die Reaktion kann frühzeitig erfolgen. 
   9 Natürliche Heilmittel 
  Seemandelbaumrinde  wirkt stärker antibakteriell und fungizid als  Seemandelbaumblätter  und kann daher bei akuten  bakteriellen Erkrankungen  oder bei  Pilzerkrankungen  bei Garnelen zum Einsatz kommen. Auch  Zimtstangen (Ceylon-Zimt)  haben sich zu diesem Zweck in der Aquaristik bewährt. Eins der beiden Mittel sollte in keinem Unterschrank fehlen, weil man damit schnell gegensteuern kann, wenn die ersten Garnelen Symptome zeigen. 
  Fenchelgrün  kann bei  bakteriellen Infektionen  verfüttert werden. Es wirkt systemisch und ist daher besonders effektiv, weil es von der Garnele gefressen wird. Dasselbe gilt für  grünes Walnusslaub . Noch viel mehr Hausmittel und Heilmittel aus der Natur findet ihr in diesem Wiki-Artikel:  Klick  
                ]]> </content> <updated>2021-03-12T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Wenig bepflanzte Garnelenaquarien</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/wenig-bepflanzte-garnelenaquarien</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/wenig-bepflanzte-garnelenaquarien"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Wir alle wissen, dass Pflanzen für die Aquarienbiologie eigentlich eine wichtige Rolle spielen. Oft haben wir gehört, dass Garnelen Pflanzen im Aquarium brauchen, um sich verstecken zu können. Ist ein pflanzenloses Aquarium für die Garnelenhaltung überhaupt geeignet?
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Wenig Pflanzen - warum?  
  2 Natürliche Garnelenbiotope  
  3 Rolle der Pflanzen  
  4 Schadstoffabbau ohne Pflanzen  
  5 Sauerstoffversorgung ohne Pflanzen  
  6 Verstecke ohne Pflanzen  
 
 
 Oft hört man, dass Aquarienpflanzen für die garneligen Bewohner im Becken sehr wichtig seien - sie nehmen potentielle Schadstoffe aus dem Wasser auf. Auch sagt man Garnelen nach, dass sie sich gerne in Pflanzen verstecken. Häufig hört man in Gruppen oder Aquaristikforen sogar den Vorwurf, die Tiere nicht artgerecht zu halten, wenn sie in einem nur spärlich oder sogar überhaupt nicht bepflanzten Aquarium leben. Aber inwieweit trifft dieser Vorwurf überhaupt zu? 
   1 Gründe für spärlich bepflanzte Aquarien 
 Neben ästhetischen Gesichtspunkten (es soll ja tatsächlich Leute geben, die keine Pflanzen mögen oder denen die Pflanzenpflege zu aufwändig ist ...) spielen bei der Einrichtung eines Zuchtaquariums für Garnelen hauptsächlich praktische Gesichtspunkte eine Rolle. Will man ernsthaft züchten, kommt man um eine  Zuchtselektion  nicht herum. Garnelen mit erwünschten Merkmalen werden gezielt verpaart, Garnelen mit unerwünschten Merkmalen aus dem Zuchtbecken genommen. Dazu ist eine gewisse Übersichtlichkeit absolut von Nutzen - in einer dicht bepflanzten Grünen Hölle sieht man als Züchter kein Land. Daher haben sich mehr oder weniger kahle Zuchtaquarien in der Garnelenzucht durchgesetzt - eine dünne Schicht Bodengrund, nur wenige Körnchen dick, verhindert Gammelstellen und lässt sich deutlich einfacher sauberhalten, eignet sich aber natürlich nicht mehr für wurzelnde Pflanzen. Sie würden hier keinen Halt finden. 
 Im Zuchtaquarium kommen daher vorwiegend Aufsitzerpflanzen wie   Bucephalandra   oder  Javafarn , eventuell auch kleine  Anubias -Arten zum Einsatz, ebenso wie Moose. All diesen Pflanzen ist gemein, dass sie sehr langsam wachsen und deshalb nicht viele Schadstoffe aus dem Wasser ziehen. 
   
   2 Natürliche Biotope von Zwerggarnelen 
 Sind wenig bepflanzte oder ganz pflanzenlose Aquarien garnelenfreundlich? Wenn wir uns die natürlichen Biotope sehr vieler beliebter Ziergarnelen in der Aquaristik anschauen, stellen wir fest, dass es dort teilweise überhaupt keine Pflanzen gibt -  Bienengarnelen , viele  Tigergarnelen -Stämme und viele weitere wildlebende Garnelen leben in Gumpen und Pools in Bächen, in denen nicht einmal Moos wächst. 
 Auch die Alten Seen auf Sulawesi, zum Beispiel Heimat der  Kardinalsgarnele  Caridina dennerli   zeichnen sich nicht gerade durch üppigen Pflanzenwuchs aus. Andere Garnelen wie   Neocaridina davidi   leben sowohl in pflanzenlosen als auch in pflanzenbewachsenen Gewässern. Aus ihren Biotopen kennen die gängigen Garnelenarten folglich die Anwesenheit von Wasserpflanzen nicht unbedingt, weshalb naheliegt, dass sie sie im Aquarium auch nicht unbedingt vermissen dürften. Ein wenig bepflanztes Aquarium ist für Garnelen nicht unnatürlich. 
 &amp;nbsp; 
   3 Die Rolle der Pflanzen im Aquarium 
 Um zu verstehen, wie ein wenig oder gar nicht bepflanztes Aquarium stabil funktionieren kann, muss man zunächst die Rolle der Pflanzen im Aquarium verstehen: Pflanzen verbrauchen potentielle Schadstoffe im Aquarienwasser, die ihnen als Nährstoffe dienen:  Phosphat ,  Nitrat ,  Ammonium  und diverse  Spurennährstoffe  wie  Eisen  und Co. 
 Des weiteren produzieren die Wasserpflanzen im Aquarium durch Photosynthese  Sauerstoff  und verbrauchen dabei  Kohlendioxid , das für Wassertiere ab einer bestimmten Konzentration sehr giftig ist. 
 Außerdem bieten Pflanzen den Garnelen natürlich noch gute Verstecke. 
   4 Schadstoffabbau ohne Pflanzen 
 Was ihr auf jeden Fall beachten solltet, wenn ihr euer Aquarium mit wenigen, langsam wachsenden oder gar ganz ohne Pflanzen betreiben wollt, ist die Filterleistung. Nur ein wirklich ordentlich dimensionierter Filter kann kompensieren, dass die Pflanzen als Schadstoffverbraucher wegfallen. 
 Dazu braucht der Filter einen anaerob arbeitenden Teil, in dem die Bakterien im Zuge der  Denitrifikation   Nitrat  veratmen. Steht den denitrifizierenden Bakterien kein Sauerstoff zur Verfügung, lösen sie die Sauerstoff-Moleküle aus dem Nitratmolekül heraus. 
 Es gibt spezielle Filtermedien, die die Bildung sauerstoffarmer Zonen fördern (zum Beispiel  Siporax ). Eine weitere Möglichkeit ist, zwei kleine  Außenfilter  in Reihe zu schalten. Im ersten Filter verbrauchen die Nitrifizierer den Sauerstoff im Wasser, im zweiten herrscht dann ein anaerobes Milieu, in dem Nitrat veratmet wird. 
 Bei mangelhafter Filterung kann sich ein Nährstoffungleichgewicht im Wasser bilden, was ein  Algenproblem  erster Güte zur Folge hat. Während Garnelen  Aufwuchs fresser sind, fangen sie mit  Fadenalgen  und  Pinselalgen  nichts an - sie verheddern sich höchstens drin, was sie stressen kann. 
 Ein starker Nitratüberschuss im Aquarienwasser kann bei Garnelen die Bildung des Häutungshormons hemmen und daher teils tödliche  Häutungsprobleme  nach sich ziehen. 
   
   5 Sauerstoffversorgung ohne Pflanzen 
 Des weiteren musst man auch im pflanzenarmen oder pflanzenlosen Aquarium eine konstante Sauerstoffversorgung sicherstellen. Hier fallen schließlich die Pflanzen als Sauerstoffproduzenten über den Tag weg. Um den Gasaustausch im Aquarienwasser zu unterstützen und den Sauerstoffeintrag zu erhöhen, kann man den Filterauslauf plätschern lassen oder einen Sprudelstein nutzen. Die Belüftung mittels Sprudelstein ist in Garnelenbecken nicht immer ganz unproblematisch - manchmal fangen sich unter ihrem Panzer Luftbläschen - das ist zwar nicht schädlich, aber kann die Tiere durchaus stressen. 
 Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz eines  Oxydators . Das Gerät ist geräuschlos und produziert nicht nur Sauerstoff, sondern auch Aktivsauerstoff, der sich gleich auch noch gut gegen  Bakterien im Freiwasser  auswirkt. 
 &amp;nbsp; 
   6 Verstecke ohne Pflanzen 
  Verstecke  brauchen Garnelen in einem pflanzenlosen Aquarium natürlich auch, da eignen sich beispielsweise braune  Laubblätter  am Boden - wie in den natürlichen Habitaten. Davon darf es gern auch eine kleine Handvoll sein. Gegebenenfalls nachlegen, die Blätter werden von den Garnelen aktiv verwertet. Auch Aufbauten aus Wurzeln oder Steinen sind schöne natürlich wirkende Verstecke, wobei man hier zugunsten der Übersichtlichkeit vor allem in einem Zuchtaquarium nicht übertreiben sollte. 
                ]]> </content> <updated>2021-01-15T00:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Genetische Defekte und Deformationen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/genetische-defekte-und-deformationen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/genetische-defekte-und-deformationen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Genetische Defekte und Deformierungen sind in der Garnelenzucht leider relativ weit verbreitet. Das Problembewusstsein ist gemischt - einige Züchter sind aufmerksam, andere leider nicht. Welche Deformationen gängig sind und welche Auswirkungen sie haben, erfahrt ihr hier.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Schatzsucher  
 
  1.1 Rolling Antennas  
  1.2 Folgen für die Garnele  
 
  2 Zu kurzer Carapax  
 
  2.1 Folgen für die Garnele  
  2.2 Einen verkürzten Carapax erkennen  
 
  3 Ballonkopf  
 
  3.1 Folgen für die Garnele  
 
  4 Kurzes Rostrum  
 
  4.1 Folgen für die Garnele  
 
  5 Umgang mit Deformierungen  
 
 
 Seit vor rund 15 Jahren die ersten Crystal Red Garnelen in europäischen Aquarien Einzug hielten, ist viel geschehen. Immer mehr Zuchtformen und Farbvarianten von Bienengarnelen und Mixen wie Taiwan Bees fanden im Laufe der Zeit den Weg in die Aquaristik. Mit ihnen kamen auch leider einige Deformationen und genetischen Defekte bei Garnelen. Auf die häufigsten Deformationen gehen wir hier im Einzelnen ein. 
   1 Schatzsucher 
 Einer der häufigsten Defekte sind wohl die &quot;Schatzsuchergarnelen“ - zu erkennen an dem auffallend nach unten verkrümmten und oft verkürzten unteren  Fühlerpaar . Die Ausprägung dieses genetischen Defekts wird auf Englisch auch &quot;Treasure Hunter“ genannt. Der Name ist angelehnt an eine Wünschelrute, die nach unten ausschlägt, wenn Wasser gefunden wurde. 
 Diese Deformation ist sehr häufig, da sie oft einfach als normal hingenommen wird. Mittlerweile bekommt man so gut wie keinen Stamm mehr, der davon vollkommen frei ist. Im Vergleich mit der Wildform sieht man aber den Unterschied bei der Fühlerform deutlich. Auch bei sorgfältig arbeitenden Züchtern treten immer wieder solche Tiere auf. Da die Grenze hier recht schwierig zu ziehen ist, werden die Tiere je nach Stärke der Ausprägung aus der Zucht genommen oder dürfen verbleiben. 
   
   1.1 Rolling Antennas 
 Eine extreme Form der &quot;Treasure Hunter“ sind die &quot;Rolling Antennas“ oder &quot;Curled Antennas&quot;.&amp;nbsp; Bei diesem Merkmal sehen die Antennen der Garnele aus, als wären sie durch eine Dauerwelle gerade frisch frisiert worden, sie sind deutlich nach hinten-unten gekrümmt. 
   
 Auffallend häufig tritt dieses Inzuchtmerkmal bei extrem gut durchgefärbten High-Grade-Tieren auf. Oft zeigen bei diesen Tieren die Antennen Farbansätze oder sind sogar komplett durchgefärbt.&amp;nbsp; Das hier gezeigte Tier war eines der besten Tiere im Stamm des Autors, und es aus der Zucht zu entfernen, war sehr bedauerlich, aber leider notwendig für einen verantwortungsvollen Züchter. 
   1.2 Folgen für die Garnele 
 Die verkrümmten Antennen verhindern eine korrekte Orientierung der Garnele im Raum - zum Tasten taugen sie nicht mehr. In einem Artbecken dürfte diese Deformierung die Tiere nicht stark einschränken, in Anwesenheit von Fressfeinden hätten sie deutliche Nachteile. 
   2 Zu kurzer Carapax 
 Definitiv ebenfalls nicht harmlos ist der verkürzte  Carapax  oder &quot;Open Skirt&quot;, der in der Garnelenzucht leider ein häufiges Phänomen ist. Unter Carapax oder Cephalothorax versteht man den ersten Teil der Garnele, der sich von vorn bis zur ersten „Einschnürung“ des Panzers erstreckt (hier mit Pfeilen markiert). 
   
 Das auf dem Bild gezeigte Tier zeigt einen sehr gut ausgeformten und gesunden Carapax.&amp;nbsp; Hat der Carapax die richtige Ausmaße, so endet dieser ungefähr an der Stelle, an der die Beine einer Garnele am Körper ansetzen. An der Basis der Schreitbeine sitzen die  Kiemen . Der Carapax übernimmt eine wichtige Schutzfunktion, da dieser die empfindlichen Kiemen des Tieres vor Beschädigungen und Angriffen von außen schützt. 
 Ein verkürzter Carapax ist dagegen nach unten nicht lang genug, und im Extremfall sieht man hier sogar die Kiemenansätze, die somit ungeschützt allen äußeren Einflüssen ausgesetzt sind. 
   
   2.1 Folgen für die Garnele 
 Beobachtungen von Züchtern und Haltern legen nahe, dass Garnelen mit verkürztem Carapax durch die frei liegenden Kiemen unter Einschränkungen, einem erhöhten Krankheitsrisiko und erhöhter Mortalität leiden. Auch wird vermutet, dass sich dieser Gendefekt weiter vererbt. Es wurden verschiedene Versuchsreihen dazu gestartet, die leider nicht zu Ende geführt wurden. 
   2.2 Einen verkürzten Carapax erkennen 
 Meist sieht man diese Deformierung nur dann mit bloßem Auge, wenn sie extrem ausfällt. Wenn man eine Verkürzung des Carapaxes erahnt, sich jedoch nicht sicher ist, wäre ein guter Weg, das betroffene Tier mit einer Spiegelreflexkamera und einem Makroobjektiv oder mit Makrolinsen fürs Handy zu fotografieren und anhand der entstandenen Bilder zu entscheiden, ob das Tier weiterhin für die Zucht in Frage kommt oder nicht. 
   
 Auch hier sind die Grenzen fließend, was als noch in Ordnung und was als schon zu kurz empfunden wird. Grundsätzlich gilt: Sind wie hier die Ansätze der Kiemen zu sehen, ist der Carapax definitiv zu kurz. 
   3 Ballonkopf 
 Beim Ballonkopf (Balloon Head) ist der Carapax im Kopfbereich ungewöhnlich stark aufgewölbt und wirkt im Extremfall im Vergleich zum Körper zu groß. Bei einer normal geformten Garnele ist der Kopf-Brustpanzer in der Regel nur leicht konvex. 
   
 Diese  Taiwan Bee  zeigt eine Tendenz zum Ballonkopf. 
   3.1 Folgen für die Garnele 
 Die  inneren Organe  haben in dem stark vergrößerten Kopfpanzer (zu) viel Platz. Probleme bei der Häutung, eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit sowie Auswirkungen auf die Lebenserwartung sind denkbar, wurden aber nicht genauer erforscht. 
   4 Kurzes Rostrum 
 Eine weitere recht häufig auftretende Deformation ist das im Vergleich zur Wildform deutlich verkürzte  Rostrum , auch &quot;Short Rostrum&quot; genannt. Bisher gibt es keine Definition, ab wann eine Garnele ein zu kurzes Rostrum hat. Mancher Züchter folgt jedoch der Faustregel, dass das Rostrum mit bloßem Auge sichtbar zwischen den Augen hervortreten und gut erkennbar sein muss. 
   
 Bei dieser Bloody Mary ist das Rostrum variantentypisch verkürzt, jedoch noch vorhanden. 
   4.1 Folgen für die Garnele 
 Inwieweit Garnelen durch das Fehlen des Rostrums in ihrem Alltag eingeschränkt sind, ist schwer zu beurteilen, weil die Funktion des Rostrums nicht wirklich erforscht ist. Tiere mit diesem Defekt erreichen meist ihr normales Alter und sind bis zum Schluss putzmunter und kerngesund. Auch gibt es Wildformen mit sehr kurzen Rostren. Eventuell ist ein fehlendes Rostrum nur für den Betrachter/Züchter störend. 
   5 Umgang mit Deformierungen bei Championaten 
 Bei verschiedenen Championaten werden mittlerweile genetische Defekte mit in die Bewertung der Tiere einbezogen - sie führen zu Punktabzügen. Immerhin ein starker Anreiz, gesunde Tiere zu züchten! Allerdings wird niemand bewusst Tiere mit genetischen Defekten zu solch einem Event einsenden, und leider ist damit nicht sichergestellt, dass in den heimischen Zuchtbecken nicht doch noch Tiere mit Gendefekten leben. 
 Da bei allen hier aufgezeigten genetischen Deformierungen die Grenzen zwischen Gut und Schlecht sehr fließend sind, wäre es für die ambitionierten Züchter sehr wünschenswert, wenn es nicht nur für nationale und internationale Championate einen Zuchtstandard gäbe, in dem klar definiert ist, was noch in Ordnung ist und was schon als Deformation gilt. Damit wäre auch im Vorfeld sofort klar, welche Tiere bei einem Championat disqualifiziert würden.&amp;nbsp; 
                ]]> </content> <updated>2019-12-06T01:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Neocaridina davidi Farbschläge kurz erklärt</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/neocaridina-davidi-farbschlaege-kurz-erklaert</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/neocaridina-davidi-farbschlaege-kurz-erklaert"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die bunten Neocaridina laden förmlich zum Mischen ein - ein tolles bonbonbuntes Aquarium hat einfach was. Aber leider kann nicht jeder Farbschlag mit jedem gehalten werden, ohne dass es zu recht unspektakulären Nachkommen kommt.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Mischen impossible?  
  2 Art oder Variante?  
  3 Linien  
 
  3.1 Die rote Linie  
 
  3.1.1 Die orange Linie  
 
  3.2 Die schwarze Linie  
  3.3 Die gelbe Linie  
  3.4 Cobbies  
 
  4 Ausnahmefall Blue Jelly  
 
 
   Neocaridina davidi   sind im Aquaristik-Hobby sehr beliebt, weil sie bunt und relativ leicht zu halten sind. Hier sind zahlreiche Farbvarianten unterwegs, die geradezu dazu einladen, ein bonbonbuntes Aquarium zu betreiben:  rote ,  blaue ,  grüne ,  gelbe ,  orangefarbene ,  braune ,  schwarze , und dasselbe in fast allen Farben, aber mit transparenten Stellen&amp;nbsp; - und auch  hellblau-transparente Garnelen  und Tiere mit  ausgeprägten heller farbigen Rückenstrichen . 
   1 Mischen impossible? 
 Mittlerweile hat sich jedoch in der Garnelenaquaristik herumgesprochen, dass nicht alle Farbvarianten ohne weiteres mit allen anderen Farbvarianten gehalten werden können - vermischen sie sich, kann unter Umständen die Farbtreue des Nachwuchses stark leiden und es kommen teilweise sogenannte wildfarbene Tiere heraus - bräunliche oder transparent gräuliche bis grünliche Garnelen mit mehr oder weniger ausgeprägtem Punkt- oder Strichmuster. Sie sehen der  Wildform   der  Neocaridina davidi   stark ähnlich, daher kommt auch die Bezeichnung &quot;wildfarben&quot;. 
   2 Art oder Variante? 
 Auch bei Kreuzungen mit der nah verwandten Art   Neocaridina palmata   (zum Beispiel  White Pearls ) kommt es beim Nachwuchs zu wildfarbenen Tieren. Es gibt daher die Theorie, dass es sich beispielsweise bei den gelben  Neocaridina davidi  eigentlich nicht um  N. davidi  handelt, sondern um eine andere Art - bisher gibt es allerdings keine ernstzunehmenden wissenschaftlichen Untersuchungen, die dies bestätigen würden. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass zum Beispiel die später aufgetauchten Farbschläge wie  Bloody Mary ,  Schoko Sakura  und weitere eventuell Hybriden aus verschiedenen  Neocaridina -Arten sein könnten. Sicher nachgewiesen ist dies jedoch nicht. 
 Wir reden daher hier weiterhin bis zum sicheren Nachweis nicht von verschiedenen Arten, sondern von Farbvarianten einer Art, nämlich  Neocaridina davidi . Diese Varianten können im Prinzip alle miteinander Nachwuchs zeugen, sich also vermischen. Von Kreuzung spräche man, wenn es unterschiedliche Arten wären, die da zusammen Nachwuchs hervorbrächten - das nur nebenbei. 
   3 Linien bei den  Neocaridina davidi  
 Versuche von Hobby-Aquarianern haben gezeigt, dass einzelne Farbschläge sich mischen, ohne dass es zu wildfarbenem Nachwuchs kommt. Bei einigen kommen dabei nur &quot;reine&quot; Farbschläge heraus, bei anderen ein mehr oder weniger bunter Mix. Bei anderen Kombinationen dagegen kommt es unweigerlich zu wildfarbenen Tieren. 
 Es hat sich mittlerweile die Theorie gefestigt, dass es bei den  Neocaridina  sogenannte Linien gibt - die rote, die schwarze, die gelbe und (je nachdem, wie man wertet) die orangene Linie. 
 Garnelenfarben innerhalb der Linie kann man vermischen, ohne dass es zu wildfarbenen Nachkommen kommt - vorausgesetzt, dass es sich um REINE Farbschläge handelt, das kann leider keiner garantieren, Überraschungen sind also nicht ausgeschlossen. Im Nachwuchs innerhalb der Linien fallen dann nur wieder die Farben der Linie. Vermischungen verschiedener Linien resultieren in den meisten Fällen in wildfarbenen Nachkommen. 
   3.1 Die rote Linie 
 Einmal haben wir die sogenannte rote Linie:  Red Fire ,  Red Sakura ,  Red Rili, Blue Rili ,  Blue Jelly . Diese Farbvarianten wurden auseinander herausgezüchtet. Auch die Blue Jelly wird daher zur roten Linie gezählt, obwohl sie streng genommen keine oder nur sehr kleine rote Abzeichen ausprägt. 
   3.1.1 Die orange Linie 
 Die meisten  Orange-Sakura -Stämme wurden aus Garnelen der roten Linie gezüchtet, allerdings gibt es hier eventuell auch andere Herkünfte und daher selten auch die Möglichkeit, dass es im Nachwuchs von Tieren der roten Linie und orangefarbenen zu Wildfarben kommt. Das muss man also gegebenenfalls ausprobieren. 
 Aus  Orange Sakura  sind die  Green Jade  genannten Zwerggarnelen hervorgegangen. Sie lassen sich auch ohne wildfarbene Nachkommen untereinander verpaaren. Es gibt jedoch auch noch andere grüne Neocaridina-Varianten, und man kann nicht sicher sagen, ob die grünen Neos, die man vor sich hat, wirklich aus der orangenen Linie kommen. 
 Wenn es sich um reinerbige Tiere mit der korrekten Abstammung handelt, sind bei diesem Mix orangefarbene und grüne Junggarnelen das zu erwartende Ergebnis in den Folgegenerationen. Die Tiere auf dem Foto sitzen bereits seit über einem Jahr zusammen, wildfarbene sind bisher laut der Züchterin nicht aufgetaucht. 
   
   3.2 Die schwarze Linie 
 Aus der schwarzen Linie gingen  Black Sakura , Blue/Black Rili,  Carbon Rili ,  Blue Dream ,  Schoko Sakura  und  Bloody Mary  hervor. Ob die  Blue Sapphire  und die  Red Onyx  hier dazu gehören, ist nicht geklärt und wurde auch noch nicht getestet - auch wenn es recht wahrscheinlich sein dürfte. 
   3.3 Die gelbe Linie 
 Dann haben wir die gelbe Linie, aus der im Prinzip nur die gelben  Yellow Fire , die  Yellow Neon  mit dem schönen Rückenstrich und die  Yellow Rili  hervorgegangen sind. Wenige hellgrüne Stämme sollen auch von den gelben Tieren abstammen, deren Verbreitung im Hobby jedoch ganz unklar ist. Vor allem Yellow Neon paaren sich nur sehr unwillig mit anderen  Neocaridina davidi . Aus der Verpaarung von &quot;normalen&quot; Yellows und Red Fire fallen nachweislich wildfarbene Tiere. 
   3.4 Cobbies 
 Die  Cobbies  kreuzen sich nicht willig mit anderen   Neocaridina-davidi - Varianten. Es ist ziemlich unklar, wie sie entstanden sind. Vereinzelt hört man die Theorie, dass es sich hier um Hybriden handeln könnte, allerdings ergab eine mikroskopische Untersuchung, dass männliche Tiere alleine Merkmale von  N. davidi  aufwiesen. Hier weiß man also nichts genaues. 
   4 Ausnahmefall Blue Jelly 
 Der Weg zur Red Rili: Blue Jelly mit Red Sakura 
 Die&amp;nbsp; Blue Jelly  ist eine sichere Garantie für Rilis im Nachwuchs. Will man aus  Red Sakura &amp;nbsp; Red Rilis  ziehen, so verpaart man sie mit Blue Jelly - hier erhält man in der F1 theoretisch 100% Red Rilis. 
 Der Weg zur Orange Rili: Blue Jelly mit Orange Sakura 
 Auch mit  Orange Sakura  funktioniert dieser &quot;Trick&quot; - hier erhält man in der F1 ebenfalls zu 100% Red Rili und dann in der F2 neben Red Rilis, Red/Blue Rilis, Red Fire und Blue Jellys ca. 25%  Orange Rilis . Diese Vererbung folgt damit mehr oder weniger den klassischen  Mendelschen Regeln . Züchtet man mit den Orange Rilis aus der F2 weiter, hat man in der Folge praktisch ausschließlich Orange Rilis, Orange Rilis mit blauem Körper und wenige Blue Jellys in der Nachkommenschaft. 
 Dieser Zuchtgang funktioniert deshalb, weil die Blue Jelly im Prinzip eine extreme Rili-Form ist, bei der die roten Pigmente mehr oder weniger komplett weggezüchtet wurden. Die Kreuzungsversuche legen nahe, dass sie das Merkmal Rili-Rili in ihren Genen trägt. 
 Blue Jelly mit Blue Dream 
 Verpaart man die Blue Jelly mit  Blue Dream , fallen im Nachwuchs häufig nicht nur die zu erwartenden Wildfarben (die aber auch auftreten können), sondern - wie im Bild unten zu sehen - eine bunte Mischung aus phänotypischen Blue/Black Rili, Carbon Rili, Blue/Red Rili, Blue Jelly und Blue Dream. Warum das so ist, ist nicht geklärt. In der Folgegeneration (F2) dieser Tiere treten nach Erfahrungsberichten neben Carbon Blue Rilis und roten Rilis auch wildfarbene Tiere auf. 
 Verpaart man die phänotypischen Blue Jelly und Blue Dreams der F1 gezielt miteinander, fallen in der F2 relativ dunkle phänotypische Blue Jellys. In weiteren Generationen nehmen bei diesem Kreuzungsexperiment ohne Selektion die wildfarbenen Tiere tendenziell zu, sodass man davon ausgehen kann, dass die blauen und roten Farben mit der Zeit verschwinden werden. 
   
                ]]> </content> <updated>2019-09-30T00:00:00+02:00</updated> </entry> </feed>