<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/haltung-zucht/schnecken/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>GARNELENHAUS</name> </author> <title>Wiki / Atom Feed</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/haltung-zucht/schnecken/?sRss=1</id> <updated>2026-04-28T09:51:12+02:00</updated> <entry> <title type="text">Wasserschnecken - Zwitter oder getrenntgeschlechtlich?</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasserschnecken-zwitter-oder</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/wasserschnecken-zwitter-oder"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            &quot;Alle Schnecken sind Zwitter, das weiß man doch&quot; - aber bei den Wasserschnecken ist bekanntlich ja oft alles anders. Welche Aquarienschnecken Zwitter sind und welche nicht und wie man sie unterscheiden kann, erfahrt ihr hier.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Vorderkiemer  
  2 Lungenschnecken  
 
 
   1 Vorderkiemer 
 Die alte Bezeichnung Vorderkiemer oder Prosobranchia wurde bis in die 1990er Jahre für Süßwasserschnecken verwendet, die einen  Deckel / Operculum  besitzen und deren  Augen  eher außen an den Fühlerseiten liegen. Diese Wasserschnecken atmen im Wasser gelösten Sauerstoff, den sie mit Hilfe ihrer  Kiemen  aufnehmen. Die Vorderkiemer sind  getrennt geschlechtlich . Die Geschlechterunterscheidung anhand äußerer Merkmale kann ganz einfach oder praktisch unmöglich sein. 
 Zu dieser ehemaligen Unterklasse gehören beispielsweise die  Pianoschnecke , die  Malaiische Turmdeckelschnecke oder TDS , die  Schnauzenschnecke  und Rennschnecken, Anthrazith-Napfschnecken und Geweihschnecken,  Tylomelania, Brotia  und viele andere beliebte Aquarienschnecken mehr. 
   2 Lungenschnecken 
 Die ehemalige Unterklasse der Lungenschnecken oder Pulmonata dagegen beherbergt die häufigsten und geläufigsten Süßwasserschecken. Die Lungenschnecken des Süßwassers haben kein Operculum, und ihre Augen befinden sich vor oder innen neben den Fühlern. Sie atmen atmosphärische Luft mit Hilfe ihrer  Lungenblase . Die Wasserlungenschnecken sind  Zwitter . 
 Zu den Wasser-Lungenschnecken gehören so bekannte Aquarienschnecken wie die  Blasenschnecke , die  Schlammschnecke  und die  Spitzschlammschnecke , die  Posthornschnecke  und die  Stufen-Posthornschnecke  und die  Tellerschnecke . 
                ]]> </content> <updated>2023-06-09T00:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Ausbruch von Aquarienschnecken verhindern</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/ausbruch-von-aquarienschnecken-verhindern</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/ausbruch-von-aquarienschnecken-verhindern"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Nicht alle Aquarienschnecken sind reine Wasserschnecken, und selbst manche reinen Wasserschnecken gehen gerne auf Wanderschaft. Was du tun kannst, um deine Schnecken nicht eines Tages vertrocknet am Boden zu finden, liest du hier.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Hilfe - Ausbrecher!  
  2 Schnecken stoppen  
 
  2.1 Unsichtbare Schranke  
 
 
 
 Viele Aquarienschnecken sind gar keine reinen Wasserschnecken, und so ist man nicht sicher davor, eines Tages eine Schnecke auf Wanderschaft außen an der Aquarienscheibe oder gar eine vertrocknete Schnecke hinter dem Aquarium zu finden. 
   1 Hilfe - Ausbrecher! 
 Manche Arten von Aquarienschnecken verlassen das Wasser, wenn die Wasserwerte sich stark verschlechtern - bei ihnen geht es ums nackte Überleben. Andere dagegen gehen von Natur aus schon gerne auf Wanderschaft. Solange die  Kiemen feucht oder der Luftsack mit Luft gefüllt sind , hat die Schnecke genügend Sauerstoff und macht sich deshalb wohlgemut auf die Socken - nicht wissend, dass unsere Wohnumgebungen leider eine viel zu niedrige Luftfeuchtigkeit haben. So endet der Ausflug leider häufig tödlich für die Schnecke. 
 Zwar können sich Schnecken mit einem  Operculum oder Deckel  eine Zeitlang vor dem Austrocknen schützen, aber wenn man sie nicht rechtzeitig findet, war&#039;s das leider auch für sie. 
 Zu den Arten, die relativ grundlos das Aquarium verlassen, gehören viele Arten aus der Familie der Neritiden. Sie wandern Zeit ihres Lebens flussaufwärts und gehen deshalb gerne mal gegen die Strömung aus dem Aquarium heraus. Viele Nixenschnecken leben zudem auch in der Natur zeitweise oberhalb der Wasserlinie und gehen beispielsweise den Stamm von Mangroven hinauf. 
  Blasenschnecken der Gattungen  Physa  und  Physella   sind ebenfalls recht unternehmungslustig, während  Posthornschnecken  nicht so sehr zum Ausbrechen neigen. 
 Andere Schnecken dagegen verlassen das Aquarium aus ganz praktischen Gründen - zum Beispiel einige Apfelschnecken, die ihre Eier über der Wasseroberfläche ablegen. 
   2 Schnecken stoppen 
 Um Aquarienschnecken vom Ausbrechen abzuhalten, bietet sich als einfachste Lösung als Unterkunft ein Aquarium mit einer Abdeckung an. Wenn es Aussparungen für Schläuche und Kabel oder Kabelschächte in der Aquarienabdeckung gibt, sollten diese vorsichtshalber mit etwas Filterschwamm oder ähnlichem zugestopft werden, damit sich die Schnecken nicht doch durchquetschen. 
 Cubes und ähnliche Aquarien mit einer Abdeckscheibe haben oft eine Lücke zwischen Scheibe und Aquarienglas, die ebenfalls dafür gedacht ist, Schläuche und Kabel durchzulassen. Diese Lücke kann man mit einem transparenten Fliegengitter luftdurchlässig und fast unsichtbar abdecken. 
 Was aber macht man, wenn man ein ganz offenes Aquarium pflegt, um die Schnecken vom Ausbrechen abzuhalten? 
   2.1 Unsichtbare Schranke 
 Findige Menschen ziehen mit schlichter Vaseline einen nahezu unsichtbaren Streifen um den oberen Rand eines offenen Aquariums - leider hält dies die Schnecken aber oft nicht dauerhaft vom Verlassen des Aquariums ab. Sie schnuppern kurz an der Vaseline, überlegen sich&#039;s nochmal, nur um dann trotzdem fröhlich über die Schicht zu marschieren. Gerade unempfindliche Schnecken oder Schnecken mit einem starken Wandertrieb lassen sich durch Vaseline alleine nicht immer gut bremsen. 
 Deshalb gibt es spezielle wasserfeste Schneckenpasten wie die SnailSafe von GlasGarten, die zusätzlich zur Vaseline als Trägermaterial noch ungiftige Repellents enthalten, die die Schnecken aktiv am Überqueren der unsichtbaren Sperre hindern. Die Schnecken empfinden den Geruch als unangenehm und gehen nicht über die Schranke. 
 Die Paste wird lückenlos ein paar Zentimeter oberhalb des Wasserspiegels rundum am Aquarienglas oder - ganz elegant - entlang des oberen Randes des Aquariums aufgetragen. Man kann auch einzelne Bereiche wie Aussparungen für Kabel und Schläuche bei Aquarien mit Abdeckung gezielt umranden und muss sie dann nicht zustopfen. 
 Wenn du bei Pflegearbeiten an die Barriere gegen Schnecken-Wanderungen gekommen bist, solltest du sie zeitnah erneuern. Rückstände kannst du mit einem trockenen Küchentuch ganz einfach abnehmen. 
                ]]> </content> <updated>2022-06-21T00:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Können sich Rennschnecken umdrehen?</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/koennen-sich-rennschnecken-umdrehen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/koennen-sich-rennschnecken-umdrehen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            &quot;Rennschnecken sterben, wenn sie auf ihr Haus fallen, weil ihr Fuß zu kurz ist, um sich wieder zu drehen.&quot; - &quot;Umgefallene Rennschnecken ertrinken.&quot; - &quot;Meine Rennschnecke hat sich aber selbst wieder umgedreht ...&quot; Was stimmt denn nun? Wir klären auf.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Beobachtungen im Aquarium  
  2 Was stimmt denn nun?  
 
  2.1 Drehen unmöglich?  
 
  3 Soforthilfe und Vorbeugung  
 
 
 Hartnäckig hält sich im Internet die Behauptung, dass sich abgestürzte oder umgefallene Rennschnecken aus der Familie der Neritidae nicht mehr umdrehen können, wenn sie auf dem Häuschen zu liegen kommen, weil ihr Fuß zu kurz sei, um dies selbst zu bewerkstelligen. Diese Tiere seien praktisch unweigerlich zum Tod verurteilt, wenn man sie im Aquarium nicht überwacht und gegebenenfalls von Hand umdreht. 
   1 Beobachtungen im Aquarium 
 Diese Theorie des zu kurzen Fußes beruht auf tatsächlichen Beobachtungen im Aquarium, nach denen viele umgefallene Rennschnecken nicht mehr auf den Fuß kommen, sondern in Rückenlage auf dem Boden liegen bleiben und dann irgendwann verenden. 
 Die Mär geht, dass sie ertrinken, wobei man dies getrost ins Reich der Legenden verweisen kann - Rennschnecken aus den Gattungen  Neritina  und  Vittina  sind ebenso wie Geweihschnecken ( Clithon  spp.)  Kiemen schnecken, ertrinken ist ihnen physiologisch gesehen also gar nicht möglich. Verhungern oder der Schwächetod sind bei aufs Haus gefallenen Rennschnecken eher plausibel. 
 Gegen die Theorie sprechen allerdings Beobachtungen, nach denen sich gesunde, fitte Rennschnecken und andere Neritiden wie zum Beispiel Anthrazith-Napfschnecken oder Geweihschnecken der Gattung  Clithon  sehr wohl im Aquarium umdrehen können, wie das nachfolgende Video einer Rennschnecke beweist - es wirkt mühsam und langwierig, aber sie sind anatomisch dazu definitiv in der Lage. Am längsten brauchen die Schnecken dabei, sich vom &quot;Rücken&quot; auf die Seite zu drehen. Das Video zeigt lediglich die letzten Minuten des Umdrehvorgangs. 
    
   2 Was stimmt denn nun? 
 Da sich Rennschnecken im Aquarium nachweislich grundsätzlich umdrehen können, wenn sie auf ihr Haus gefallen sind, muss es für die umgefallenen verendeten Rennschnecken einen anderen Grund als den angeblich zu kurzen Fuß geben. 
   2.1 Warum sich manche Rennschnecken nicht drehen können 
 Dazu müssen wir uns kurz anschauen, wie Rennschnecken, Anthrazith-Napfschnecken (aka Stahlhelmschnecken) und Geweihschnecken in die Aquaristik gelangen. Eine Nachzucht im Süßwasser ist nicht möglich, weil Nixenschnecken (Neritidae) Eikokons legen, aus denen Veliger-Larven schlüpfen. In der Natur werden die Veliger mit der Strömung ins Meer getragen, wo sie sich zu Schnecken entwickeln, die dann wieder flussaufwärts wandern. Rennschnecken und Co. sind also immer Wildfänge! 
 Als Aufwuchsfresser sind die Neritiden beim Futter zudem vor allem anfangs sehr mäkelig. Weder die Sammelmethode noch die Zwischenhälterung und der Versand sind sonderlich schonend, deshalb kommen viele Rennschnecken, Napfschnecken und Geweihschnecken stark geschwächt und halb verhungert in die Aquaristik-Läden. Dass diese Aquarienschnecken zum einen von der Scheibe abfallen (allein das ist bereits ein Alarmzeichen, eine gesunde Rennschnecke fällt nicht einfach ab) und zum anderen nicht mehr herumkommen, wenn sie auf dem Haus gelandet sind, ist selbsterklärend. Ihnen fehlt dazu schlicht die Kraft. 
   3 Soforthilfe und langfristige Vorbeugung 
 Halb verhungerte, kranke oder auch sehr alte Rennschnecken sind also aufgrund von Schwäche nicht mehr fähig, sich umzudrehen, wenn sie auf ihr Haus gefallen sind. Auf feinem Sand tun sich auch gesunde Neriditen schwer mit der Drehung, weil ihnen in feinem Sand das Widerlager fehlt. Diese Tiere brauchen definitiv Hilfe! Sie müssen wieder auf den Fuß gestellt oder, wenn sie sich eingezogen haben, mit der Gehäuseöffnung nach unten auf einen festen Untergrund gelegt werden. Dies ist jedoch lediglich eine Soforthilfe. 
 Auf lange Sicht muss man als verantwortungsvoller Schneckenbesitzer dafür sorgen, dass die Aquarienschnecken wieder fit werden, sodass sich die Rennschnecken selbst umdrehen können, ohne in Lebensgefahr zu geraten. 
 Wie man den Futterzustand einer Neritide zuverlässig erkennen und beurteilen kann, erklären wir im Artikel  &quot;Ernährungszustand von Aufwuchs fressenden Wasserschnecken erkennen&quot; . Was Rennschnecken eigentlich fressen, behandeln wir im Artikel  &quot;Was fressen Rennschnecken?&quot; , und viele bewährte Tipps, wie man Neritiden im Aquarium wieder proper und rund bekommt, findet ihr im Beitrag  &quot;Aufwuchsfresser richtig füttern&quot; . 
                ]]> </content> <updated>2021-01-07T00:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Was fressen Rennschnecken?</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/was-fressen-rennschnecken</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/was-fressen-rennschnecken"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Sind Rennschnecken Algenfresser? Die einen sagen ja, die anderen verneinen dies vehement. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Hier im Artikel dröseln wir auf, wovon sich Nixenschnecken (Neritidae) eigentlich ernähren und wie man sie im Aquarium richtig füttert.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Algen  
  2 Bakterien / Mikroorganismen  
  3 Mineralstoffe  
  4 Eier von Artgenossen  
  5 Rennschnecken im Aquarium  
 
 
 Die Aquaristik ist in zwei Lager gespalten, wie es scheint. Die einen propagieren Rennschnecken (Neritidae), zu denen auch Geweihschnecken ( Clithon  sp.), Kahnschnecken ( Theodoxus  sp.) und Anthrazit-Napfschnecken ( Neritina pulligera)  gehören, generell als prima Algenfresser, während sich mittlerweile die Stimmen mehren, die vehement behaupten, diese Schnecken fräßen ausschließlich Aufwuchs und so gut wie gar keine Algen. Was stimmt denn nun? 
   1 Algen - aber Algen sind nicht gleich Algen 
 Während es stimmt, dass die Neritiden nicht an höhere Algen gehen (dazu gehören  grüne Fadenalgen,   Pelzalgen  und alle Arten von Rotalgen wie  Pinselalgen ,  Bartalgen ,  Froschlaichalgen  und so weiter), fressen Rennschnecken, Geweihschnecken und Co. als unspezifische  Aufwuchs fresser neben  Biofilmen  auch alle Arten von feinen und dünnen Algenbelägen. 
  Kieselalgen  gehörten dabei in wissenschaftlichen Studien neben  einzelligen und kleinen mehrzelligen Grünalgen  zu ihren bevorzugten Nahrungsquellen und sorgten im Laborversuch bei   Theodoxus   für das beste Gehäusewachstum. Diese einzelligen und kleinen mehrzelligen Algen sind ein wichtiger Teil des Aufwuchs in der Natur und im Aquarium und bilden zusammen mit Bakterien, Hefen und weiteren Mikroorganismen die Biofilme respektive den Aufwuchs, der alle Oberflächen unter Wasser überzieht. 
   2 Bakterien und andere Mikroorganismen 
 Biofilme bestehen aus Bakterien,  einzelligen oder kleinen mehrzelligen Algen ,  Blaualgen (Cyanobakterien) , Einzellern oder Protozoen wie Amöben, Geißeltierchen und Wimpertierchen und Hefen sowie Pilzen. Die Bakterien und Cyanobakterien im Biofilm stellen eine wichtige Eiweißquelle für Neritiden beziehungsweise für alle Aufwuchsfresser dar. 
 Durch die Zugabe von Bakterienkulturen, wie sie zum Beispiel in Bacter AE enthalten sind, kann man die Zusammensetzung der Biofilme günstig beeinflussen. Im Detail erklären wir die Zusammensetzung der Beläge im Aquarium in unserem Artikel  &quot;Der Biofilm im Aquarium&quot; . 
   3 Mineralstoffe 
 Mineralstoffe, insbesondere Kalziumkarbonat, sprich Kalk, braucht die Rennschnecke nicht nur, um ihr  Gehäuse  und ihr Körpergewebe aufzubauen, sondern auch für die Steuerung vieler Stoffwechselvorgänge. Kalk entnimmt die Schnecke zwar über ihr Mantelgewebe auch dem Wasser, jedoch wird Calciumcarbonat ebenso wie andere Mineralstoffe auch mit der Nahrung aufgenommen. Gerade die mineralstoffreichen Algenbeläge spielen hier eine wichtige Rolle in der Ernährung der Rennschnecken. 
 Nicht verdauliche Mineralstoffe werden in einem Organ gesammelt, das nah dem Anus und dem Ausgang des Eileiters liegt, dem Kristallsack. Die Schnecke entzieht ihrem Kot mit der Nahrung aufgenommene kleine Sandkörnchen, Skelettreste von  Kieselalgen  und so weiter und strudelt sie mit der Hilfe von Wimpern in den Kristallsack, wo sie sie sammelt. Diese Stoffe dienen bei der Eiablage dazu, die Hülle des Eikokons zu verstärken und widerstandsfähiger zu machen. 
   Eier von Artgenossen 
 Häufig ist von den lästigen Eiern der Rennschnecken im Aquarium irgendwann nur noch ein beiger dünner oval geformter Rand übrig, der Rest der Kuppel und die Eier im Inneren der Kokons sind verschwunden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass das daran liegt, dass sich Rennschnecken und Geweihschnecken gerne an den Eikokons ihrer Artgenossen bedienen, die sie als wichtige Quelle für Eiweiß und Mineralstoffe für sich nutzen. 
 Die Kokons bestehen zu einem großen Teil aus dem Komplexprotein Conchiolin und eingelagerten Kalziumkristallen. Auch die Eier im Inneren der Eikokons der Neritidae sind sehr proteinhaltig. Aus diesem Grund legen Rennschnecken ihre Eier gerne auf den Häuschen von Artgenossen oder anderen Schnecken ab - das verringert das Risiko, dass die Kokons gefressen werden. Auch die Ablage in Spalten und kleinen Vertiefungen trägt dazu bei, das Fraßrisiko zu verkleinern. 
   5 Rennschnecken im Aquarium 
 Rennschnecken und Geweihschnecken im Aquarium sind Wildfänge und fressen zumindest am Anfang überwiegend Aufwuchs, bestehend aus  einzelligen oder kleinen mehrzelligen Algen , Hefen, Pilzen, Bakterien und  Cyanobakterien (Blaualgen) , Protozoen und anderen Mikroorganismen. Sie sind nicht leicht an Kunstfutter zu gewöhnen. Zur Ernährung von Neritina, Vittina, Clithon und Neritodryas im Aquarium findet ihr Details in unserem Artikel  &quot;Aufwuchsfresser richtig füttern&quot; , zur Beurteilung ihres Futterzustandes gibt es Infos im Wiki-Artikel &quot; Ernährungszustand von Aufwuchs fressenden Schnecken erkennen&quot; . 
                ]]> </content> <updated>2020-12-13T00:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Die Anatomie von Wasserschnecken</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-anatomie-von-wasserschnecken</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-anatomie-von-wasserschnecken"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Wasserschnecken haben eine interessante Anatomie, die von Art zu Art stark variieren kann. Einem groben Schema folgen jedoch alle mehr oder weniger, und das dröseln wir in diesem Artikel auf.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Sinnesorgane  
 
  1.1 Fühler  
  1.2 Augen  
  1.3 Osphradien / Geruchssinn  
  1.4 Statocysten / Lagesinn  
 
  2 Nervensystem  
 
  2.1 paarige Ganglien  
  2.2 paarige Nervenstränge  
  2.3 ringförmiger Nervenstrang  
 
  3 Schneckenhaus  
 
  3.1 Deckel  
 
  4 Verdauungssystem  
 
  4.1 raspelnde Radula  
  4.2 Odontophor  
  4.3 Magen  
  4.4 Mitteldarmdrüse  
  4.5 Mitteldarm  
  4.6 Anus  
 
  5 Mantel  
  6 Fortpflanzungsorgane  
 
  6.1 Gonaden  
  6.2 Gameten  
 
  7 Herz-Kreislaufsystem  
 
  7.1 Aorta  
  7.2 Perikard (Herz)  
 
  7.2.1 Ventrikel  
  7.2.2 Herzvorhöfe  
 
 
  8 Ausscheidungsorgane  
 
  8.1 Metanephridien  
  8.2 Nierenporen  
 
  9 Atmungsorgane  
  10 hintere Mantelhöhle  
  11 Kriechfuß  
 
  11.1 Retraktoren  
 
 
 
 Der genaue Aufbau des Körpers bei den Wasserschnecken ist sehr stark von der Art der Schnecke abhängig, daher gibt es hier nur eine ganz grobe Übersicht. Sie basiert auf der Archimolluske, einer hypothetischen Urschnecke. Die einzelnen Organe können bei verschiedenen Schneckenarten etwas anders liegen als hier im groben Schema abgebildet. 
 Die Wasserschnecken wurden bis in die 1990er Jahre wissenschaftlich in  Lungenschnecken  und in Kiemenschnecken getrennt. Im Süßwasser findet man vorwiegend Lungenschnecken (Pulmonata) und  Vorderkiemer (Prosobranchia) . Diese haben ihre Kiemen vor dem Herzen. Die früher als Hinterkiemer bezeichneten Schnecken sind überwiegend im Meer beheimatet, es gibt nur ganz wenige Süßwasserarten unter ihnen. Ihre Kiemen liegen hinter dem Herzen. 
   1 Sinnesorgane 
   1.1 Paarige Fühler 
 Wasserschnecken haben paarige Fühler. Mit den Fühlern tastet die Wasserschnecke, aber es liegen auch große Mengen an Geruchssinneszellen auf ihnen, sie dienen also auch als Geruchssinnesorgan. Auch im weichen Teil des Fußes und im Mantelgewebe der Wasserschnecke liegen Tastsinneszellen. 
   1.2 Augen (Ocellen) an der Fühlerbasis 
 Die Augen (Ocellen) der Wasserschnecken liegen im Gegensatz zu den Landschnecken an der Fühlerbasis, nicht an der Fühlerspitze. Die Augen der Wasserschnecken ermöglichen ihnen zumindest ein Hell-Dunkel-Sehen und die Orientierung zur Lichtquelle hin. 
   1.3 Paarige Osphradien / Geruchssinnesorgane 
 Bei den Osphradien handelt es sich um Chemorezeptoren, die Teil des Geruchssinnesapparates der Wasserschnecken sind. Sie liegen nicht notwendigerweise hinten im Gehäuse, sondern können auch vorne am Kopf sitzen. 
   1.4 Statocysten / Lagesinnesorgane 
 Als Statocysten bezeichnet man die Gleichgewichtsorgane der Wasserschnecken. Sie bestehen aus einer mit Flüssigkeit gefüllten Blase, die einen oder mehrere Kalk- oder Sandkörner, die Statolithen, beinhaltet. Bei Bewegung reizt der Statolith die Sinneshärchen, die innen an der Hülle des Statocysten sitzt. Dieser Reiz dient der räumlichen Orientierung der Schnecke. 
   2 Nervensystem 
   2.1 Paarige Ganglien 
 Die Wasserschnecke besitzt ein Strickleiternervensystem, das aus paarigen Ganglien oder Nervenknoten besteht, die durch längs und quer verlaufende Nervenstränge verbunden sind. Die Ganglien werden je nach Lage als Cerebralganglien (das &quot;Gehirn&quot; der Schnecke), Pedalganglien (zuständig für die Nerven im Fuß) und Pleuralganglien (oft mit den Cerebralganglien verbunden und zuständig für die Nervenverbindungen im Mantel und im Vorderkörper) bezeichnet. 
   2.2 Paarige längs verlaufende Nervenstränge 
 Die paarigen längs im Körper der Wasserschnecke verlaufenden Nervenstränge sind Teil des Strickleiternervensystems der Schnecke und dienen der Informations- und Reizleitung. 
   2.3 Ringförmiger Nervenstrang 
 Auch der ringförmige Nervenstrang ist Teil des Strickleiternervensystems und verbindet die Ganglien miteinander. Er umgibt die Speiseröhre (Ösophagus). 
   3 Einteilige mineralisierte kuppelförmige dorsale Schale 
 Dem Schneckenhaus bei Wasserschnecken haben wir einen eigenen Artikel gewidmet:  bitte hier entlang . Kurz gesagt ist das Schneckenhaus ein mineralisiertes Gehäuse, das die Schnecke dorsal (also auf dem Rücken) trägt. Überwiegend besteht es aus Kalziumcarbonat, also aus Kalk, den die Schnecken mit dem Futter oder mit Hilfe ihres Mantelgewebes aus dem Wasser aufnimmt. 
 Das säureanfällige Kalkskelett des Schneckenhauses wird durch eine Eiweißschicht, das Periostracum, vor Korrosion geschützt. Das Periostracum enthält Farbpigmente und ist für Farbe und Muster des Schneckenhauses verantwortlich. Es kann im Gegensatz zum Kalkgehäuse nicht regeneriert werden. 
 Die meisten Wasserschnecken haben ein gewundenes Gehäuse mit mehreren Umgängen, es gibt aber auch Arten mit schalenförmigem Gehäuse wie   Ferrissia fragilis  . Das Gehäuse ist artabhängig links- oder rechtsgewunden. Das Schneckenhaus wächst vorne an der Öffnung, wo die Schnecke mit Hilfe ihres Mantelgewebes Material anbaut. Schäden weiter hinten am Gehäuse kann die Schnecke von innen reparieren. Diese Stellen bleiben weiß. 
   3.1 Das Operculum 
 Nicht auf der Zeichnung, aber trotzdem wichtig: Verschiedene Schneckenarten können ihre Öffnung mit einem aus Horn bestehenden Deckel, dem sogenannten Operculum, ganz oder teilweise verschließen, um sich vor Feinden oder vor dem Austrocknen zu schützen. Das Operculum wächst in Ringen, seine Form und Struktur spielt bei der Artbestimmung eine wichtige Rolle. In ausgeklapptem Zustand trägt die Schnecke ihr Operculum auf dem hinteren Teil des Fußes, oft teilweise unter dem Schneckenhaus verborgen. 
 Geht das Operculum aufgrund eines Unfalls verloren, kann die Schnecke trotzdem weiterleben. Bei sehr guter Fütterung und Wasserhygiene wird das Operculum eventuell sogar regeneriert. 
   4 Verdauungssystem bei Wasserschnecken 
   4.1 Raspelndes Radulaorgan 
 Die Zunge der Schnecke heißt Radula. Sie ist mit Chitinzähnen besetzt, deren Anordnung für die Artbestimmung eine große Rolle spielen. Mit der Radula raspelt die Schnecke ihr Futter von Oberflächen ab oder zerkleinert es. Je nach Härte und Anordnung der Chitinzähne werden Algenbeläge, totes oder lebendes Pflanzenmaterial, Aas oder Detritus aufgenommen. 
   4.2 Odontophor 
 Der Odontophor besteht überwiegend aus Muskeln und Bindegewebe und dient als Stützapparat und Widerlager für die Radula (Raspelzunge). Er ist beweglich und kann gegen die Unterlage gedrückt werden, von der die Schnecke ihre Nahrung abraspelt. 
   4.3 Magen 
 Der Magen der Wasserschnecken ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems. Er nimmt die abgeraspelte, gekaute Nahrung auf. Seitlich des Magens liegen Speicheldrüsen, die in der Mundhöhle der Schnecke münden. Sie geben Enzyme zur Aufspaltung von Kohlehydraten wie Zucker und Stärke ab. Der Speichel macht die Nahrung breiiger, sodass sie besser in den Magen rutscht. 
   4.4 Mitteldarmdrüse oberhalb des Magens und mit ihm verbunden 
 In der Verdauungsdrüse oder Mitteldarmdrüse (Hepatopankreas) bildet die Wasserschnecke Verdauungsenzyme, die die zerkleinerte Nahrung weiter aufschließen. Hier werden auch Fette und Eiweiße und teilweise sogar Zellulose zerlegt und die Nährstoffe aufgenommen. Im Hepatopankreas wird durch Kalkzellen außerdem Calcium aus der Nahrung resorbiert, das die Schnecke unter anderem für den Bau ihres Gehäuses braucht. 
   4.5 Mitteldarm mit einfacher Schlinge 
 Der Magen mündet in den Darm. Hier werden letzte einfache Zuckermoleküle aufgenommen und ansonsten der nicht verdauliche Teil der Nahrung aus dem Körper der Schnecke transportiert. 
   4.6 Anus 
 Der Darm mündet im durch einen Muskel verschließbaren Anus. Hier scheidet die Wasserschnecke ihren Kot aus. Die genaue Lage ist von Art zu Art verschieden. 
   5 Mantel 
 Der Mantel der Schnecke besteht aus einem besonders zähen und widerstandsfähigen Gewebe, das den Eingeweidesack schützt und einhüllt. Das Mantelgewebe ist an der Öffnung des Gehäuses am dicksten. Hier werden Mineralstoffe, vorwiegend Calcium, und auch gelöster Sauerstoff aus dem Wasser aufgenommen. Bei manchen Schneckenarten kann man außen auf dem Gehäuse entlang der Öffnung Anhängsel des Mantelgewebes sehen, die die Kapazität zur Sauerstoffaufnahme erhöhen. Der Mantel hängt nahtlos mit dem Cephalopodium, also dem Kopf-Fuß, zusammen. 
   6 Fortpflanzungsorgane 
   6.1 Gonade 
 Die Gonade ist die Geschlechts- oder Keimdrüse der Wasserschnecke.  Zweigeschlechtliche Schneckenarten  haben jeweils nur weibliche oder nur männliche Keimdrüsen,  zwittrige Arten  dagegen haben beide Arten zur gleichen Zeit. Die Keimdrüsen liegen im Eingeweidesack und münden in den Eileiter. Die Öffnung, aus der die Eier austreten, befindet sich bei zweigeschlechtlichen Schnecken üblicherweise seitlich über dem Kopf, bei zwittrigen Arten seitlich am &quot;Hals&quot;. Lebend gebärende Schneckenarten besitzen zusätzlich einen Brutbeutel, in denen die Eier heranreifen. Sie entlassen fertig entwickelte Jungtiere. 
   6.2 Gameten 
 Die Gameten sind die Geschlechtszellen oder Keimzellen der Wasserschnecke. 
   7 Herz-Kreislaufsystem 
 Der Blutkreislauf der Wasserschnecken ist weitgehend offen. Im Haemocoel befindet sich das Blut der Schnecke, die Haemolymphe. Je nach Art der Wasserschnecke besteht der Blutfarbstoff der Sauerstoff transportierenden Blutkörperchen aus rotem Hämoglobin oder bläulichem Hämocyanin. 
   7.1 Vordere und hintere Aorta 
 Die vordere und hintere Aorta oder Körperschlagader führt zum Herzen. Sie endet im Haemocoel, wo das Blut offen kreist. 
   7.2 Perikard 
 Das Perikard ist der Herzbeutel der Schnecke. Er ist ein wichtiger Teil des halb offenen Blutkreislaufs und umschließt das eigentliche Herz (Ventrikel) und die Aurikel. 
   7.2.1 Ventrikel 
 Der Ventrikel ist die Herzkammer der Wasserschnecke. Als muskulöser kurzer Schlauch saugt das Herz die Blutflüssigkeit an und pumpt das Blut durch die Aorta (bei Vorderkiemern) an den Kiemen vorbei in Richtung Kopf. 
   7.2.2 seitliche paarige Herzvorhöfe 
 Die Herzvorhöfe werden auch Aurikel genannt. Nur die sogenannten Altschnecken (unter ihnen die Neritidae oder Nixenschnecken, zu denen die bekannten Rennschnecken, Geweihschnecken, Kahnschnecken und Napfschnecken gehören) haben zwei Aurikel, alle anderen Schnecken besitzen nur einen. 
   8 Ausscheidungsorgane 
   8.1 Metanephridien 
 Bei den Metanephridien handelt es sich um Kanäle, die mit dem Herzbeutel oder Coelom der Schnecke verbunden sind. Sie führen nach außen und dienen der Harnausscheidung. Die Metanephridien enden in den Nierenporen. 
   8.2 Linke und rechte Nierenpore 
 Die verschließbaren Nierenporen liegen links und rechts hinten unter dem Gehäuse. Sie dienen der Harnausscheidung. Die Metanephridien münden hier. 
   9 Atmungsorgane 
 Die hier abgebildeten doppelästige Kiemen (Cnetidien) stehen lediglich symbolisch für den Atemapparat der Schnecke. Neben Arten mit Kiemenatmung gibt es auch noch Wasserschnecken mit einer Lunge. Die Kiemen der in der Aquaristik üblicherweise gehaltenen Süßwasserschnecken liegen vor dem Herzen, nicht wie hier abgebildet dahinter. 
 Kiemenatmende Schnecken (zum Beispiel Neritiden) können nicht ertrinken, weil sie den benötigten Sauerstoff aus dem Wasser ziehen. Sie brauchen daher sauerstoffreiches Wasser. Lungenschnecken wie die  Posthornschnecke  oder Apfelschnecken dagegen brauchen immer freien Zugang zur Wasseroberfläche, können dafür aber auch noch in relativ sauerstoffarmen Verhältnissen überleben. 
   10 Hintere Mantelhöhle 
 Die hintere Mantelhöhle beinhaltet und schützt im allgemeinen den Darmausgang und die Nierenausgänge und Chemorezeptoren. Bei den Neritiden sitzt hier außerdem nahe dem Anus und dem Ausgang des Eileiters der Kristallsack, in dem die Nixenschnecke feine mineralische unverdauliche Bestandteile sammelt, die sie zuvor aus dem Kot ausgefiltert hat. Sie dienen bei der Eiablage zur Verstärkung der Haut des Eikokons. 
   11 flacher, muskulöser Kriechfuß 
 Der unten flache Fuß der Schnecke dient der Fortbewegung. Die Schnecke bewegt sich dabei auf der Kriechsohle des Fußes fort. Am Fuß kann man aber auch den Futterzustand der Schnecke gut erkennen. Nähere Informationen findet ihr in diesem Wiki-Artikel:  &quot;Ernährungszustand von Aufwuchs fressenden Wasserschnecken erkennen&quot; . Kopf und Fuß der Schnecken werden für gewöhnlich unter dem Begriff &quot;Cephalopodium&quot; zusammengefasst. 
   11.1 Serielle Retraktormuskeln (Rückziehmuskeln) 
 Die seriellen Retraktormuskeln sind die starken Muskeln des Fußes der Wasserschnecke. Mit ihrer Hilfe kann die Schnecke nicht nur vorwärts kriechen, sondern auch graben. Kriecht die Schnecke an der Aquarienscheibe, kann man die wellenförmigen Muskelbewegungen beobachten, mit denen sie sich auf einer an der Vorderseite des Fußes produzierten Schleimschicht vorwärts schiebt. 
   
                ]]> </content> <updated>2020-06-15T00:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Schneckenplage im Aquarium</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/schneckenplage-im-aquarium</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/schneckenplage-im-aquarium"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Das Problem mit den Schnecken im Aquarium ist offenbar so alt wie die Aquaristik. Wir erklären, woran die Massenvermehrung liegt und wie man an die Wurzel des Problems geht, anstatt rein durch das oft empfohlene Absammeln oder gar durch Schneckenfresser lediglich die Symptome ...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Gründe für Massenvermehrung  
 
  1.1 Trockenfutter  
  1.2 Minderwertiges Futter  
  1.3 Algenbeläge und Biofilme  
  1.4 Pflanzenreste  
  1.5 Tote Tiere  
 
  2 Abhilfe bei Schneckenplagen  
 
  2.1 Nicht zielführend  
 
  2.1.1 Schneckenfresser  
  2.1.2 Absammeln  
  2.1.3 Schneckenmittel  
 
  2.2 Zielführend  
 
  2.2.1 Trockenfutter  
  2.2.2 Futterqualität  
  2.2.3 Algenbeläge und Biofilme  
  2.2.4 Pflanzenreste  
  2.2.5 Tote Tiere  
 
 
 
 
 &quot;Hilfe, ich habe zu viele Schnecken im Aquarium!&quot; - &quot;Was kann man gegen Schneckenplagen tun?&quot; - &quot;Welche Schneckenfresser könnt ihr empfehlen?&quot; ... so oder so ähnlich fragen viele Menschen in diversen Aquaristikgruppen. Oft werden dann Schneckenfresser wie Raubschnecken, Kugelfische oder verschiedene Schmerlen empfohlen, man hört auch gern den Tipp, überzählige Schnecken mit Hilfe eines Stücks Gurke oder mit einer Schneckenfalle abzusammeln und zu verkaufen oder abzutöten ... und man hört dann auch sehr oft pauschal &quot;Wirf weniger Futter rein&quot;. 
 Grundsätzlich muss man jedoch nicht in Panik verfallen, wenn sich die Schnecken im Aquarium massenhaft vermehren. Anders als viele Landschnecken gehen gängige Wasserschnecken wie Blasenschnecken,  Malaiische Turmdeckelschnecken  oder auch die  Kleine Posthornschnecke  nicht an gesunde Aquarienpflanzen - man hat also keinen sofortigen Handlungsbedarf, sondern kann sich in Ruhe auf die Ursachensuche machen. 
   1 Gründe für die Massenvermehrung 
 Der häufigste Grund für eine Massenvermehrung von Schnecken (und übrigens auch von  Planarien ,  Hüpferlingen ,  Muschelkrebsen  und eigentlich überhaupt fast allen Lebewesen im Aquarium, auch von Fischen und Garnelen und sogar von  Bakterien  und  Algen)  ist im Prinzip ein reichhaltiges Futterangebot beziehungsweise Nährstoffangebot. Ohne Futter keine Vermehrung! 
   1.1 Trockenfutter 
 Sehr oft liegt eine Massenvermehrung und Schneckenplage schlicht an einer Überfütterung. Vor allem Einsteiger überschätzen den Futterbedarf ihrer Fische und Wirbellosen im Aquarium oft stark und füttern viel zu viel. Die nicht gefressenen Reste kommen direkt den Schnecken zugute, die dann mit einer starken Vermehrung reagieren. 
   1.2 Minderwertiges Futter 
 Billiges Futter mit vielen Füllstoffen wird von Garnelen, Krebsen und Fischen nur mangelhaft verdaut. Hier werden dann sehr viele unverdaute Reste mit dem Kot ausgeschieden. Selbst wenn hier auf den ersten Blick nicht zu viel gefüttert wird, können hier die Schnecken überhand nehmen, weil sie die Nährstoffe aus dem Kot verwerten. 
   1.3 Algenbeläge und Biofilme 
 Schnecken fressen als typische Aufwuchsfresser neben Futterresten sogenannten  Aufwuchs  im Aquarium:  Algenbeläge  und  Biofilme . Sind diese im Übermaß im Aquarium vorhanden, weil zum Beispiel die Garnelenpopulation noch klein und das Nährstoffangebot im Wasser sehr groß ist, können sich die Schnecken das Algenwachstum und die verstärkte Bildung von Biofilmen zunutze machen. 
   1.4 Pflanzenreste 
 Auch abgestorbene oder absterbende Pflanzenteile werden von den typischen Schnecken gefressen, die eine Schneckenplage im Aquarium auslösen können. Besonders in der  Einlaufphase  eines Aquariums, wenn sich die Pflanzen  auf das Leben unter Wasser umstellen müssen , kann es vermehrt zu absterbenden Blättern kommen, die die Schnecken dann gerne verwerten. 
   1.5 Tote Tiere 
 Auch Aas verwerten Schnecken sehr gerne, sie sind keine reinen Pflanzenfresser, sondern brauchen als Allesfresser einen guten Anteil Eiweiß, gern aus tierischen Quellen. Tote Tiere werden gefressen und verwertet - das beinhaltet nicht nur den einen oder anderen verstorbenen Aquarienbewohner, sondern auch Frostfutter oder gefriergetrocknetes Futter. 
   2 Abhilfe bei Schneckenplagen 
 Ein Aquarium vollkommen schneckenfrei zu machen, ist nicht empfehlenswert - sie spielen im Ökosystem des Aquariums als Resteverwerter die wichtige Rolle der Gesundheitspolizei! Dennoch sollte man bei einer Massenvermehrung der Schnecken definitiv eingreifen, sie ist - ähnlich einer Algenplage - ein Zeichen für ein Ungleichgewicht im Aquarium. 
   2.1 Nicht zielführend 
 Oft werden direkt Mittel, Methoden oder sogar Fressfeinde gegen die Schnecken selber empfohlen. Dies ist jedoch nicht wirklich zielführend, weil man hiermit nur die Symptome bekämpft. Natürlich kann man Schnecken absammeln, wenn man gleichzeitig auf Ursachensuche geht! 
 Zu viele Schnecken im Aquarium sind immer ein Zeichen für zu viel vorhandene, von Schnecken verwertbare Nahrung. Sind die Schnecken weg, ist die Nahrung immer noch da und kann dann anderweitige Probleme machen -  Faulstellen , weil Futter ungenutzt versickert,  Algenplagen , weil Nährstoffe ungenutzt bleiben, ein Anstieg der  Keimdichte , weil die organische Belastung im Wasser ansteigt, ... 
   2.1.1 Schneckenfresser 
 Grundsätzlich ist der Einsatz von Tieren gegen Tiere im Aquarium kritisch zu sehen - wenn das Problem behoben ist, was passiert dann mit den Raubschnecken, dem Kugelfisch oder der Schmerle? Vor allem bei Raubschnecken ( Anentome  sp.) gilt dasselbe wie für alle anderen Schnecken auch - viel Futter bedeutet eine starke Vermehrung. Einige Aquarianer hatten dann anstatt einer Posthornschneckenplage eine Raubschneckenplage im Aquarium - ob man das unbedingt braucht, sei dahingestellt. 
   2.1.2 Absammeln 
 Selbstverständlich ist die naheliegende Lösung das Absammeln. Das kann man mit einer Futtertablette oder einem anderen Leckerbissen für die Schnecken in einem Kescher oder mit Hilfe einer Schneckenfalle recht effizient erledigen. Wenn man allerdings nur Schnecken absammelt und die Ursache des Problems nicht behebt, sammelt man im Extremfall für den Rest des Aquarienlebens Schnecken ab, weil sich am Nahrungsangebot nichts ändert und weil die Schnecken daher weiterhin fleißig für Nachschub sorgen. 
   2.1.3 Schneckenmittel 
 Viele gängige Schneckenmittel enthalten  Kupfer  und wirken dadurch auch ganz hervorragend gegen Garnelen - davon sollte man also von vornherein Abstand nehmen. 
   2.2 Zielführend 
 Viel besser ist es, bei einer Schneckenplage im Aquarium an die Wurzel des Problems zu gehen und die Nährstoffsituation im Aquarium zu überprüfen. 
   2.2.1 Trockenfutter 
 Trockenfutter ist praktisch, aber zu viel ist nicht gut. Hier sollte man wirklich sehr konsequent nur so viel geben, wie die Fische und Garnelen oder Krebse innerhalb von 1-2 Minuten fressen. Im Aquarium finden Allesfresser in der Regel trotzdem immer noch genug anderes Futter, sie picken an Algenbelägen und Biofilmen und verwerten auch andere Kleintiere, die sich in jedem Aquarium aufhalten. Wer das Gefühl hat, die Tiere kommen zu kurz (eingefallene Bäuche bei den Fischen und ein nicht durchgehend gefüllter Darmfaden bei den Garnelen), sollte nicht einfach die doppelte Menge an Futter ins Aquarium werfen, sondern zum Beispiel morgens und abends füttern. 
 Für Fische im Gesellschaftsaquarium bietet Lebendfutter eine nette Abwechslung, die den Schnecken nicht zugute kommt. 
 Ein bis zwei Fastentage pro Woche schaden den Fischen und Garnelen im Aquarium nicht und können ebenfalls dazu beitragen, die Schneckenpopulation zu regulieren - solange der wohlmeinende Aquarianer am nächsten Tag dann nicht einfach das doppelte füttert, weil ... die armen, hungrigen Tiere ihm leidtun. 
 Der Futterplatz im Aquarium sollte regelmäßig durchgemulmt werden, damit eventuell in den Boden abgesunkene Futterreste entfernt werden. 
   2.2.2 Futterqualität 
 Hochwertiges, gut verdauliches Futter ohne billige Füllstoffe wird vom Besatz im Aquarium besser verstoffwechselt und &quot;hinten&quot; kommen nicht mehr so viele Nährstoffe heraus. Es mag zwar auf den ersten Blick teurer sein als Billigfutter, aber meist kommt man mit der Dose deutlich länger hin, weil viel kleinere Mengen gefüttert werden müssen. 
   2.2.3 Algenbeläge und Biofilme 
 Algenbeläge entstehend durch ein Ungleichgewicht an  Nährstoffen ,  Licht  und  CO  2  im Aquarium. Ganz grob lässt sich sagen: Alles, was den höheren Pflanzen im Becken nutzt, schadet den Algen. Wie man gegen grüne Algenbeläge vorgeht, beschreiben wir im Detail in unserem Wiki-Artikel &quot; Grüne Algenbeläge im Aquarium &quot;. 
  Biofilme  sind zunächst eine gute Sache im Aquarium, zu viel deutet allerdings ebenfalls auf ein Nährstoffungleichgewicht hin. Vor allem in der Einfahrphase im Aquarium ist dies noch normal. Eine hier auftretende Bevölkerungsexplosion bei den Schnecken lässt sich sogar aussitzen - wenn sich das Gleichgewicht im Aquarium eingependelt hat, werden die Schnecken von selber wieder weniger. Auch wenn die Garnelen zahlenmäßig mehr werden, verwerten sie mehr Biofilme, was sich wiederum regulierend auf die Zahl der Schnecken im Aquarium auswirkt. 
   2.2.4 Pflanzenreste 
 Pflanzenreste sollten beim wöchentlichen Wasserwechsel abgesaugt werden, absterbende Blätter werden im selben Arbeitsgang abgeschnitten und ebenfalls aus dem Aquarium genommen. Wenn die Pflanzen sichtbar leiden und immer wieder Teile oder ganze Pflanzen absterben, solltest du dir die Bedingungen in deinem Aquarium näher anschauen. Wie man eine gute Umgebung für die Aquarienpflanzen schafft, erklären wir in unserem Wiki-Artikel &quot; Pflanzen im Aquarium pflegen &quot;. 
   2.2.5 Tote Tiere 
 Tote Tiere werden aus dem Aquarium entfernt, sobald man sie entdeckt, bei der Fütterung von Frostfutter gilt dasselbe wie bei allem anderen Futter: Man gibt nur so viel, wie in wenigen Minuten von den Aquarienbewohnern aufgenommen wird. 
                ]]> </content> <updated>2019-03-02T01:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Ernährungszustand von Aufwuchs fressenden Schnecken erkennen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/ernaehrungszustand-von-aufwuchs-fressenden</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/ernaehrungszustand-von-aufwuchs-fressenden"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Verhungernde Schnecken klingt erstmal wie ein Widerspruch in sich - jedoch ist eine Mangelernährung gerade bei importierten Schnecken wie Rennschnecken aus den Gattungen Vittina und Neritina (aber auch bei anderen) ein gravierendes Problem.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Grund für Mangelernährung  
  2 Mangelernährung erkennen  
 
  2.1 Größe des Fußes  
  2.2 &quot;Schrumpelfuß&quot;  
  2.3 Abstürzen  
 
  3 Abhilfe  
 
 
 Viele Schnecken aus der Familie der Neritidae (zum Beispiel Rennschnecken, Stahlhelmschnecken oder  Clithon  / Geweihschnecken) werden in ihrem Habitat in Südostasien gefangen und dann zu uns importiert.&amp;nbsp; 
 Der lange Transportweg kann dabei durchaus in Problemen resultieren, unter anderem in einem Futtermangelzustand - die Schnecke steht dann kurz vor dem Verhungern und muss erst einmal gepäppelt werden. 
   1 Grund für Mangelzustände bei Aufwuchs fressenden Schnecken 
 Auf der langen Reise vom Fänger über diverse Zwischenstationen zum Zoohandel mangelt es den Schnecken meist leider an Futter. Dies führt dazu, dass ein Großteil von ihnen schon unterernährt und geschwächt bei uns zuhause im Aquarium ankommt. 
 Um das Sterben der Tiere durch Nahrungsmangel zu vermeiden, ist es wichtig, den Ernährungszustand der Wasserschnecke sicher erkennen zu können. 
 Natürlich können auch Krankheiten zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führen - auch dann nimmt die Schnecke stark ab. 
   2 Wie erkenne ich Futtermängel bei der Schnecke? 
   
   2.1 Größe des Fußes 
 Der aussagekräftigste Hinweis darauf, ob eine Rennschnecke gut genährt ist, ist ihr Fuß, also quasi der Saugnapf, mit dem sie sich an der Aquariumscheibe festsaugt. Dieser sollte immer mindestens so groß sein wie die Gehäuseöffnung der Schnecke. Wenn sie also an der Scheibe hängt und man deutlich das Haus von unten sehen kann, ist die Schnecke sehr mager. Ragt der Fuß über das Gehäuse hinaus und zieht er sich beim „Voranschnecken“ hinterher, ist das ein Zeichen dafür, dass es dem Tier gut geht. 
   2.2 &quot;Schrumpelfuß&quot; 
 Manche zu magere Schnecken zeigen einen „Schrumpelfuß“: Ihn erkennt man deutlich daran, dass der Fuß nicht glattrandig an der Scheibe liegt, sondern sich deutlich wellt. Die Schnecke hier im Bild zeigt beides: Der Fuß ist deutlich zu klein und gewellt. 
   2.3 Abstürzen 
 Ein weiterer Hinweis auf eine geschwächte Aquarienschnecke ist, wenn die Schnecke sich nicht selbstständig an der Scheibe oder der Einrichtung halten kann und immer wieder abstürzt. Hier ist es dann sehr wichtig, die Tiere immer wieder umzudrehen, wenn sie auf ihrem Gehäuse landen.  Schwache, unterernährte Tiere sind nicht in der Lage, sich selbstständig wieder auf ihren Fuß zu drehen.  Sie werden so zwangsläufig verhungern. Eine gut genährte Rennschnecke hat mit dem selbstständigen Umdrehen allerdings keinerlei Probleme. Es mag lange dauern und mühsam aussehen, aber wenn die Schnecke fit ist, kommt sie wieder auf ihren Fuß. 
    
   3 Abhilfe 
 Rennschnecken, Stahlhelmschnecken und Geweihschnecken werden leider immer wieder auch für frisch eingerichtete Aquarien empfohlen, in denen sie noch gar nicht genügend Aufwuchs finden können, oder sie werden in zu großer Zahl in ein Aquarium eingesetzt. Im Zweifelsfall muss man diese Aquarientiere dann zufüttern. Wie das am sinnvollsten geschieht, liest du im Artikel &quot; Aufwuchsfresser richtig füttern &quot;. Was Rennschnecken tatsächlich fressen, dröseln wir hier auf:  &quot;Was fressen Rennschnecken?&quot;    
                ]]> </content> <updated>2019-01-04T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Zauberschnecke, Elfenbeinschnecke ... weiße Schnecken, geschliffene Häuser</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/zauberschnecke-elfenbeinschnecke-weisse</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/zauberschnecke-elfenbeinschnecke-weisse"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Strahlend weiße Schneckenhäuschen - ein Traum? Oder doch eher ein Alptraum? Was steckt hinter den Sonderfarben, die hin und wieder als Rarität in den Handel kommen und die bei manchen Sammlern heiß begehrt sind?
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Weiße Häuschen - alles Natur?  
 
  1.1 Der Essigtest  
 
  1.1.1 Reaktion eines normales Hauses  
 
  1.2 Farbreste  
 
  2 Folgen für die Schnecke  
 
  2.1 Sonderfall Weichwasser  
 
  3 Folgen für den Nachwuchs  
 
 
 Seit 2015 werden im Zoohandel immer wieder Wasserschnecken mit auffallend weißem  Gehäuse  verkauft. Anfangs war es eine Sumpfdeckelschneckenart der Gattung  Filopaludina , die das Synonym „Ghost Piano“ erhielt, inzwischen sieht man hin und wieder auch Kahnschnecken (Neritiden) mit einem ebensolchem weißen Häuschen auf dem Markt, und auch Schnecken der Gattung  Brotia . Heiß begehrt als Rarität. Die Ghost Piano wird mittlerweile auch unter dem Namen Zauberschnecken oder Elfenbeinschnecke verkauft. 
 Bald fragten sich allerdings manche Schneckenfans, ob es hier wirklich mit rechten Dingen zugehen konnte - einige dieser Schnecken zeigten sich als ungewöhnlich empfindlich, und die Häuschen wirkten irgendwie &quot;komisch&quot;. 
   1 Sind die weißen Häuschen natürlichen Ursprungs? 
 Recht schnell stellte sich bei Untersuchungen heraus, daß die Gehäuse mechanisch bearbeitet waren, die oberste Schicht entfernt wurde. Mit Ausnahme der weißen Variante der Apfelschnecke  Pomacea diffusa  gibt es eigentlich keine weißen Schnecken in der Natur im Süßwasser. Mit einem einfachen Essig-Test lässt sich beweisen, dass die weiße Schicht der entsprechenden Schnecken aus Kalk besteht. 
   1.1 Der Essigtest 
 Man nehme ein Wohnheim einer verstorbenen Schnecke und lege es in ein Glas Essig oder Essigessenz. Kurze Zeit später kann man anhand der Reaktion erkennen, dass die oberste Schicht aus Kalk bestehen muss: Die gesamte Schicht reagiert mit dem Essig und wird unter heftigem Sprudeln aufgelöst. 
    
   1.1.1 Wie reagiert ein normales Schneckenhaus in Essig? 
 Normalerweise besteht die oberste Schicht eines Schneckenhauses aus verdichtetem Eiweiß, dem  Periostracum . Diese Schicht ist besonders resistent gegen chemische Angriffe. Legt man ein intaktes Haus in Essig, reagieren nur die eventuell erodierte Spitze des Hauses und die Kalkschicht im Inneren des Mündungsbereiches. 
   1.2 Farbreste 
 Auch bei genauen optischen Untersuchungen kann man Reste der alten Farbschicht erkennen, die leicht erhaben sind. Sie findet man in der Regel an Stellen, die vom Schleifmittel nicht gut erreicht werden können – in der Senkung an der Gehäuseöffnung zum Beispiel. 
   
   2 Folgen für die beschliffene Schnecke 
 Es zeigt sich, dass viele der solchermaßen beschliffenen und dadurch gestressten Aquarienschnecken äusserst empfindlich sind und ihr Leben im Aquarium meist nur kurze Zeit währt. Gelegentlich, sofern der Saum des Hauses nicht geschädigt ist, wächst das Gehäuse in seiner orginalen Struktur in der entsprechenden Farbe weiter, man sieht in diesem Fall dann einen deutlichen Farbunterschied zum beschliffenen, weißen Teil. Ist der Mantelsaum beim Schleifen beschädigt worden, kann die Schnecke dagegen überhaupt nicht mehr weiter wachsen. 
   
   2.1 Sonderfall Weichwasser 
 Besonders problematisch ist die Haltung der überlebenden Tiere in einem Wasser, welches einen pH-Wert unter 7,3 hat. Hier werden die schutzlos dem sauren Wasser ausgesetzten Gehäuse recht schnell immer dünner, bis es zum Mantelkollaps kommt, oder bis einfach die Innereien frei liegen. Das bedeutet dann natürlich den Tod des Tieres. 
   3 Folgen für den Nachwuchs 
 Sind besonders robuste Schnecken dabei, leben sie zwar weiter, aber die ersten Jungtiere, die von den lebend gebärenden sogenannten &quot;Ghost Piano Snails&quot; entlassen wurden, zeigten sich häufig als instabil. Es ist anzunehmen, dass sie durch den Prozess des Schleifens im Brutbeutel der Mutter nachhaltig geschädigt werden. Die überlebenden Jungschnecken sind wildfarben. Sie wirken zunächst zwar recht hell, dunkeln aber später stark nach. 
 Also - Augen auf beim Wirbellosenkauf! 
                ]]> </content> <updated>2018-12-13T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Verbot der Gattung Pomacea in der EU</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/verbot-der-gattung-pomacea-in-der-eu</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/verbot-der-gattung-pomacea-in-der-eu"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Seit dem Jahr 2012 sind Apfelschnecken der Gattung Pomacea in der EU von einem Weitergabeverbot betroffen. An dieser Stelle herrscht immer noch recht viel Unklarheit - wir erklären&#039;s euch.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 Seit 2019 gelten alle Apfelschnecken der Gattung  Pomacea  als Unionsquarantäneschädling. Damit sind Import, Haltung, Zucht, Weitergabe und natürlich auch das Aussetzen in die freie Natur in der EU verboten. Altbestände dürfen bis zum natürlichen Aussterben gehalten werden. Ihre weitere Vermehrung muss jedoch zuverlässig verhindert werden. 
 
 &amp;nbsp; 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Schadpotenzial von  Pomacea   
  2 Einfuhr- und Verbreitungsverbot  
 
  2.1 Bedeutung für die Aquaristik  
  2.2 Nicht vom Verbot betroffen  
 
  3 Einstufung als Unionsquarantäneschädling  
 
 
 In Spanien wurden im Ebro-Delta, in Bewässerungskanälen und auch im Ebro selbst nicht heimische Apfelschnecken der Art  Pomacea insularum  (d’Orbigny, 1835) entdeckt, die enorme Fraßschäden an den Reisfeldern anrichten. 
   1 Schadpotenzial von Apfelschnecken der Gattung Pomacea 
 Ein von Wissenschaftlern durchgeführtes Gutachten, eine Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und eine&amp;nbsp;Schadorganismus-Risikoanalyse ergaben, dass neben der Insel-Apfelschnecke  Pomacea insularum  auch weitere Arten der Gattung Pomacea ein hohes Schadpotential entwickeln können. 
   2 Einfuhr- und Verbreitungsverbot 
 Es ist laut den EU-Behörden nicht ganz einfach, die verschiedenen Arten taxonomisch eindeutig voneinander zu unterscheiden, und daher wurden sowohl die Einfuhr als auch die Verbreitung aller Schneckenarten in dieser Gattung im November 2012 nach EU-Recht verboten. 
   2.1 Bedeutung für die Aquaristik 
 Für das Aquarienhobby bedeutet die Formulierung im Gesetzestext, dass das Verbot auch die beliebten bunten Apfelschnecken  Pomacea diffusa  (vormals  bridgesii ) betrifft, obgleich diese nachweislich keine Wasserpflanzen fressen. Eigentlich sollte die Verordnung im Jahr 2016 überprüft werden - dies ist jedoch nicht geschehen, und das Verbreitungs- und Einfuhrverbot gilt nach wie vor. 
   2.2 Nicht vom Verbot betroffen 
 Vom Verbot nicht betroffen waren nach der Verordnung von 2012 die Haltung und sogar die Vermehrung von Apfelschnecken der Gattung  Pomacea . Lediglich Weitergabe und Import waren nicht mehr erlaubt. Das hat sich 2019 allerdings geändert:  Einstufung als Unionsquarantäneschädling  
 Alle anderen Apfelschnecken sind von dem Verbot nicht betroffen: Schnecken der Gattungen  Asolene,   Marisa, Lanistes, Pila  und so weiter sind nach wie vor uneingeschränkt handelbar, so auch die im Bild unten zu sehende  Asolene spixi,  die Zebraapfelschnecke. 
   
   3 Einstufung als Unionsquarantäneschädling 
 Die Apfelschnecken der Gattung &amp;nbsp;  Pomacea  stehen seit 2019 in der Liste der Unionsquarantäneschädlinge. Unionsquarantäneschädlinge werden in der Verordnung (EU) 2016/2031 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen definiert. Ihre Haltung, Zucht und Weitergabe ist in der gesamten EU verboten. 
 In der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 der Kommission vom 28. November 2019 zur Festlegung einheitlicher Bedingungen für die Durchführung der Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen werden auch alle Apfelschnecken der Gattung  Pomacea  als Unionsquarantäneschädlinge definiert. Somit ist die Haltung, Zucht, Vermehrung, Weitergabe, das Aussetzen und natürlich weiterhin auch die Einfuhr dieser Apfelschnecken nicht mehr erlaubt. 
 Die Lesart ist, dass Altbestände weiter gehalten werden dürfen, sofern die Vermehrung unterbunden wird. Natürlich dürfen auch Altbestände nicht mehr verbreitet werden. 
                ]]> </content> <updated>2018-11-20T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Das Schneckenhaus bei Wasserschnecken</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/das-schneckenhaus-bei-wasserschnecken</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/das-schneckenhaus-bei-wasserschnecken"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Bei Wasserschnecken spielt das Gehäuse nicht nur bei der Artbestimmung eine wichtige Rolle. Wie es aufgebaut ist, woraus es besteht und warum die Schnecke ihr Schneckenhaus dringend braucht, lest ihr hier.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Material  
 
  1.1 Periostracum  
  1.2 Operculum  
  1.3 Verbindung Gehäuse-Körper  
 
  1.3.1 Von der Scheibe lösen  
 
 
  2 Bildung des Gehäuses  
  3 Wachstum der Schnecke  
  4 Rechts- oder linksgewunden  
  5 Korrosion  
 
  5.1 Regeneration möglich?  
  5.2 Was tun bei großem Riss?  
 
 
 
 Das Schneckenhaus fungiert für die Schnecke als eine Art Außenskelett, das ihr die Bildung von Körperhöhlen ermöglicht. Zum Beispiel würde bei Lungenschnecken die Lunge ohne Häuschen einfach zusammenfallen. Die Farbe, Musterung, Form und Spiralrichtung des Gehäuses ist ein wichtiges Merkmal zur Artbestimmung bei den Schnecken. 
   1 Material 
 Das Schneckenhaus selbst besteht aus Kalk (Calciumcarbonat - CaCO 3 ). Bei dünnen Gehäusen ist es fast durchsichtig, bei dickeren Gehäusen weißlich bis weiß. Die Öffnung heißt auch Mündung, die Spitze nennt man Apex. Das gedrehte Gehäuse wird in Windungen eingeteilt, die letzte Windung endet in der Mündung. Die scharfe Linie zwischen diesen Windungen nennt sich Naht oder Sutur. Im Schneckenhaus haben wir die Spindel, die in der Mitte des Gehäuses nach oben geht. 
   1.1 Periostracum 
 Überzogen wird das Schneckenhaus von einer aus gegerbtem Eiweiß (Conchiolin) aufgebauten organischen Schicht, dem Periostracum. Das Periostracum schützt die kalkhaltige Schale vor Säure und anderen Umwelteinflüssen. Hier werden die Farbpigmente eingelagert, die dem Schneckenhaus seine Farbe und Musterung verleihen. Für die Bildung dieser Schicht braucht die Wasserschnecke Eiweiß, das sie mit der Nahrung aufnimmt. Wasserschnecken können zwar pflanzliches Eiweiß in Aminosäuren aufspalten und zum Hausbau verwenden, einige Arten bevorzugen jedoch tierisches Eiweiß dafür. Viele Wasserschnecken sind daher keine reinen Pflanzenfresser. 
 Aus dem Periostracum können sogar haarähnliche oder borstenähnliche Strukturen wachsen. 
   1.2 Operculum 
 Das Gehäuse wird an der Öffnung bei den Vorderkiemern von einem hornigen oder kalkhaltigen Deckel verschlossen, dem Operculum. Es wächst konzentrisch, indem die Schnecke am Rand jeweils Material anlagert. Hiermit kann sie ihre Gehäuseöffnung verschließen (&quot;sich eindeckeln&quot;) und sich so vor Umwelteinflüssen wie Trockenheit und teilweise auch vor Fressfeinden schützen. Vereinzelt kann es durch Entzündungen oder mechanische Verletzungen zu einem Verlust des Operculums kommen, dies ist für die Schnecke nicht weiter tragisch. 
 Nach einem Verlust kann das Operculum bei guter Nährstoffversorgung sogar regeneriert werden. 
   1.3 Verbindung von Gehäuse und Körper 
 Die Gehäusewände der spiraligen Schale stoßen im Inneren des Häuschens zusammen und bilden hier die sogenannte Spindel. Hier setzt der Spindelmuskel an, der das Gehäuse mit dem Körper verbindet. Durch Kontraktion dieses Muskels kann die Schnecke ihren Weichkörper ins Gehäuse einziehen. 
 Hin und wieder kann man eine Schnecke ohne Häuschen im Aquarium finden. Das hat den folgenden Grund: Der Spindelmuskel kann reißen, zum Beispiel bei einem Sturz oder wenn die Schnecke sich am Untergrund festhält und mit Gewalt von der Scheibe gezogen wird. Auch durch eine Infektion mit Bakterien kann die Verbindung geschwächt werden. Reißt der Spindelmuskel, verliert die Schnecke ihr Gehäuse und ist zum Sterben verurteilt. 
 Der Gehäuseverlust führt zu einem Mantelkollaps bzw. zu einer Mantelablösung. Ohne Häuschen kann eine Schnecke mit Lungenblase diese nicht mehr aufrecht erhalten und erstickt. Auch Kiemenschnecken ohne Gehäuse sind zum Tode verurteilt, weil ihnen die feste Struktur des Häuschens fehlt, um ihre inneren Organe und insbesondere die Kiemen funktionsfähig zu halten. 
   
   1.3.1 Schnecken richtig von der Scheibe lösen 
 Weil der Spindelmuskel relativ leicht reißen kann, sollte man niemals eine Aquarienschnecke mit Gewalt von der Scheibe abziehen. Besser ist es, sie durch vorsichtiges Hin- und Herschieben oder Anstupsen so zu ärgern, dass sie sich einzieht, loslässt und - so vorhanden - ihr Operculum vor die Öffnung klappt. 
   2 Bildung des Gehäuses 
 Schnecken nehmen nur einen Teil der von ihnen für die Gehäusebildung benötigten Stoffe über die Nahrung zu sich, sie können vor allem Kalk auch über ihren Mantel (Pallium) aus dem Wasser aufnehmen. Das Mantelgewebe gehört eigentlich zum Schneckenkörper dazu und überzieht die Innenseite des Gehäuses. Besonders dick ist es am Gehäuseeingang. Hier bildet das Mantelgewebe sowohl die Eiweißschicht als auch die Kalkschicht. Das Schneckenhaus wächst am vorderen Rand, an der Gehäuseöffnung. Das Mantelgewebe kann auch im Gehäuseinneren Kalk anlagern, dieser Mechanismus wird allerdings vorwiegend zur  Reparatur  genutzt. 
   3 Wachstum der Schnecke 
  Die erste Windung, sprich, die oberste Spitze (Apex) des Schneckenhauses wird - wie links im Foto zu sehen - bereits im Ei angelegt, sie ist also der älteste Teil des Gehäuses. Das Häuschen härtet erst nach dem Schlüpfen aus, wenn Kalk aus dem Wasser eingelagert wird. 
 Das Häuschen wächst mit der Schnecke zusammen in charakteristischen spiralförmigen Windungen oder Umgängen - mit Ausnahme einiger weniger Arten wie zum Beispiel der  Zerbrechlichen Mützenschnecke  Ferrissia fragilis   oder der Porzellanschnecke  Septaria porcellana , bei denen das Gehäuse eine flache Schale bildet, an deren Rand ringsum &quot;angebaut&quot; wird. 
 Auch Höcker, Erhebungen, Einschnitte, Streifen, Stacheln und weitere Skulpturierungen können im Zuge des Gehäusewachstums ausgebildet werden. Auch diese Charakteristika sind für die Artbestimmung wichtig. 
 Die Stelle, an der die Windungen aneinanderstoßen, nennt man &quot;Naht&quot; (Sutura). 
 Bei manchen Schnecken kann man den Zuwachs deutlich sehen, sie bilden die sogenannten Anwachsstreifen aus. Auch Wasserveränderungen zum Beispiel durch Umsetzen in andere Wasserverhältnisse kann man im Gehäuse sehen, hier sieht man oft die so genannten Wasserwechselstreifen - verdickte Anwachsstreifen. 
   4 Rechtsgewunden und linksgewunden 
 Ob die Windungen sich links oder rechts drehen, ist artspezifisch und dient als wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Die Windungsrichtung wird über die Mutter vererbt. Von &quot;rechts gewunden&quot; (dextral) spricht man, wenn man das Schneckenhaus mit der Spitze nach oben hält und die Öffnung nach rechts zeigt. Bei links gewundenen Schneckenhäusern (sinistral) zeigt die Öffnung dementsprechend nach links. 
     
 Gehäuse von Meeresschnecken, links: linksgewunden, rechts: rechtsgewunden  (Nyst, P.H., 1878-1881. Conchyliologie des terrains tertiaires de la Belgique. -- Ann. Mus. r. Hist. nat. Belg., 3: 1-262 (1878), 28 pls. (1881) 
   5 Korrosion 
 Durch mechanische Verletzungen zum Beispiel beim Graben oder durch kommensalisch lebende Organismen wie   Caobangia  sp.  kann das Periostracum verletzt werden. Bei vielen Schnecken sieht man dies insbesondere an den ältesten kleinsten Windungen. Hier kann dann Säure im Wasser ungehindert am Kalkgehäuse fressen und hier kann man oft regelrechten Lochfraß sehen. In der Regel bewohnt die Schnecke diese oberen, ältesten Windungen direkt unterhalb des Apex nicht mehr, von daher macht ihr ein an der Spitze korrodiertes Gehäuse nicht viel aus, auch wenn es teilweise - vor allem bei Wildfängen - dramatisch aussehen kann.  
   5.1 Kann die Schnecke ihr Gehäuse reparieren? 
 Jein. Wenn das Periostracum weg ist, ist es weg, es kann nicht nachgebildet werden. Löcher und sogar kleinere Risse im Kalkgehäuse jedoch kann die Schnecke von innen reparieren, indem sie mit Hilfe ihres Mantelgewebes von innen Kalk anlagert. 
 Eine Vorbeugung durch ausgewogene Kost auch mit tierischen Anteilen sorgt für ein stabiles Periostracum, dann tritt die Korrosion deutlich langsamer ein. Auch die Wasserhygiene spielt eine wichtige Rolle bei der Gesundheit der Schneckenhäuser. 
   5.2 Was tun bei einem großen Riss im Schneckenhaus? 
 Wenn Schnecken abstürzen und auf einen Stein oder ähnliches prallen, kann das Gehäuse beschädigt werden. Oft sind große Risse das Todesurteil. Aquarianer konnten solche Todeskandidaten schon retten, indem sie ein Stück Eierschale o.ä. mit Sekundenkleber auf die beschädigte Stelle klebten. Mit etwas Glück und wenn die Schnecke beim Sturz keine inneren Verletzungen erlitten hat, kann sie sich dann wieder erholen. 
                ]]> </content> <updated>2018-11-11T01:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Fortpflanzung bei Tylomelania</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/fortpflanzung-bei-tylomelania</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/fortpflanzung-bei-tylomelania"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Die wunderschönen, lebend gebärenden Tylomelania-Schnecken aus Sulawesi sind gut im Aquarium zu halten und zu züchten. Wie genau die Fortpflanzung bei diesen hübschen Aquarienschnecken vonstatten geht, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.
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 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Vermehrung im Aquarium  
  2 Hybridisierung der Arten  
  3 Fortpflanzung  
 
  3.1 Größe der Zuchtgruppe  
  3.2 Paarung  
  3.3 Entwicklung der Jungtiere  
  3.4 Sturzgeburten, Fehlgeburten  
 
  4 Jungtiere  
 
 
 Wasserschnecken der Gattung  Tylomelania  leben auf der zu Indonesien gehörenden Insel  Sulawesi  in allen Gewässern des Süßwassers. Diese Schnecken, liebevoll auch einfach Tylos genannt, gehören zu der in Asien und Ozeanien verbreiteten Familie der Pachychilidae und sind damit zum Beispiel entfernt unter anderem mit der Gattung  Brotia  und  Faunus  verwandt. 
   1 Vermehrung im Aquarium 
 Im Süßwasser-Aquarium vermehren sich eigentlich alle Arten der Gattung  Tylomelania  recht gut, Nachzuchten wurden schon vielfach belegt, und auch die Jungtiere kommen in der Regel gut unter Aquarienbedingungen hoch. Allerdings findet - anders als bei manchen anderen Schneckenarten - auch bei hohem Futterangebot keine übermäßige Vermehrung statt, sodass es nicht zu einer Schneckenplage kommt. 
   2 Hybridisierung der Arten 
 Die verschiedenen Arten aus der Gattung  Tylomelania  leben in der Natur streng nach Untergrund getrennt - es gibt Arten, die nur auf Treibholz vorkommen, Arten, die ausschließlich auf steinigem Untergrund leben und so weiter. Im Aquarium geben die Schnecken diese Gewohnheiten jedoch auf und so kommt es hier zur Vermischung der verschiedenen Lebensräume und auch zur Hybridisierung. In der Natur begegnen sich die Tiere unterschiedlicher Arten aufgrund ihrer Lebensgewohnheiten und Futterpräferenzen schlicht niemals, im Aquarium schon. Hybriden von verschiedenen  Tylomelania -Arten wurden schon mehrfach nachgewiesen, sie sind auch untereinander teilweise wieder fortpflanzungsfähig. Im Sinne der Arterhaltung sollte daher immer nur eine einzige  Tylomelania -Art pro Aquarium gehalten werden. 
   3 Fortpflanzung 
   3.1 Größe der Zuchtgruppe 
 Die Wasserschnecken aus der Gattung  Tylomelania  sind getrenntgeschlechtlich, also keine Zwitter. Leider lassen sich die Geschlechter an der lebenden Schnecke nicht von außen unterscheiden. Für eine gezielte Zucht sollten also immer mehr als nur ein Pärchen  Tylomelania  gehalten werden, weil so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass beide Geschlechter in der Zuchtgruppe vorhanden sind. 3-5 Tiere haben sich als Mindestbesatz bewährt, mehr gehen natürlich - abhängig von der Aquariengröße - immer. 
   3.2 Paarung 
 Die Schneckengattung  Tylomelania  gehört zu den lebend gebärenden Wasserschnecken. Bei der Begattung sitzt das Männchen auf dem Weibchen und führt seinen Penis in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. Die Paarung findet überwiegend nachts statt. 
    
   3.3 Entwicklung der Jungtiere 
 Die Weibchen haben als Verlängerung ihres Eileiters einen Brutbeutel entwickelt, der in ihrem  Gehäuse  liegt. Hier entwickeln sich die Jungtiere. Im Brutbeutel findet man unterschiedlich alte Jungtiere in verschiedenen Entwicklungsstadien - es können also noch mehrere Monate nach der Paarung und sogar bei Einzelhaltung noch Jungschnecken zur Welt kommen. Sie sind von einer weißlich gefärbten Nährhülle umgeben, die sich auflöst, kurz bevor oder kurz nachdem die Jungschnecke das Licht der Welt erblickt. 
   
   3.4 Sturzgeburten und Fehlgeburten 
 Bei großem Stress kann es vorkommen, dass es zu einer sogenannten Sturzgeburt kommt. Dann bringt das Weibchen ein noch nicht voll entwickeltes Jungtier noch mitsamt der Hülle zur Welt. Die Hülle löst sich im Wasser nach und nach auf. Auch zu früh geborene  Tylomelania -Schnecken sind normalerweise lebensfähig und holen das Größendefizit mit der Zeit auf. Selten kann es auch zu Fehlgeburten kommen, dann ist kein Schneckenhaus in der weißen Hülle zu finden. Die Eihülle hier auf dem Foto wurde im Aquarium von Giuliano und Max gefunden. 
   
   4 Jungtiere 
 Eine beim Entlassen voll entwickelte  Tylomelania -Jungschnecke ist mit ca. 1,5-2 mm Gehäuselänge noch recht klein. Die Tiere sind sofort alleine lebensfähig und beginnen gleich nach der Geburt herumzukriechen und zu fressen. Bei guten Bedingungen bringen weibliche  Tylomelania  1-3 Jungtiere ca. alle 6-8 Wochen zur Welt. 
   
                ]]> </content> <updated>2018-03-14T01:30:00+01:00</updated> </entry> </feed>