<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/krankheiten/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>GARNELENHAUS</name> </author> <title>Wiki / Atom Feed</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/krankheiten/?sRss=1</id> <updated>2026-04-29T19:12:35+02:00</updated> <entry> <title type="text">Verletzungen bei Krebstieren</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/verletzungen-bei-krebstieren</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/verletzungen-bei-krebstieren"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Trotz ihres festen, panzerartigen Exoskeletts können Krebstiere ab und zu einmal eine mechanische Verletzung erleiden. Was hierbei im Krebstier passiert, welche Vorgänge ablaufen und was zu beachten ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.
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 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Fremdeinwirkung  
  2 Autotomie  
  3 Krankheiten  
  4 Sofortmaßnahme des Immunsystems  
  5 Regeneration  
 
 
 Krebstiere haben zwar einen festen  Panzer , aber hin und wieder werden sie dennoch Opfer einer mechanischen Verletzung. Diese kann unterschiedliche Ursachen haben. 
   1 Fremdeinwirkung 
 Bei Zwerggarnelen und Fächergarnelen ist die Verletzungsgefahr durch eine Einwirkung von Artgenossen eher gering, weil die Tiere innerartlich nicht stark aggressiv sind. Bei Großarmgarnelen, Krebsen und Krabben dagegen kann es durchaus zu fehlenden Gliedmaßen oder zu Schäden am Panzer kommen, wenn sich zwei Exemplare um etwas streiten - etwa um ein besonders leckeres Futterstück, um eine Höhle oder auch um ein Weibchen. 
 Zwerggarnelen und Fächergarnelen dagegen werden manchmal von Fressfeinden verletzt. Auch durch Unfälle kann es zu einem Panzerschaden kommen. 
   2 Autotomie 
 Bei der  Häutung  oder auch bei Gefahr kann ein Krebstier Gliedmaßen abwerfen - die sogenannte Autotomie (griechisch für Selbst-Schneidung). 
 Besonders häufig trifft dies Krebse und manchmal auch Krabben bei der Häutung. Sie müssen die dicken großen Scheren durch die dünnen Röhren der Scherenbeine ziehen - diese platzen dabei zwar auf, aber nicht immer passen die Scheren durch. Dann wirft der Krebs im Zweifel eine oder auch beide großen Scheren ab, um seine Häutung dennoch abzuschließen. 
   
 Aber auch, wenn ein Feind den Krebs, die Krabbe oder die Garnele an einer Gliedmaße gepackt hat, kann diese abgeworfen werden. Hierzu haben die Füße der Krebse sogar Sollbruchstellen. Der Feind bleibt mit dem kleinen Snack zurück und das Tier kann fliehen. Diese durch den Mechanismus der Autotomie &quot;bewusst&quot; verlorenen Gliedmaßen können von Krebstieren wieder regeneriert werden. 
   3 Krankheiten 
 Bei Krankheiten wie der Krebspest oder auch bei  bakteriellen Erkrankungen  kann es ebenfalls dazu kommen, dass bei Krebstieren Beine abgeworfen werden. In diesem Fall ist die Prognose leider nicht so günstig. 
   4 Sofortmaßnahme des Immunsystems 
 Um an der Bruchstelle das Eindringen von Erregern zu minimieren, lagert das Krebstier in die Ränder  Melanin  ein, was zu einer rostbraunen Farbe führt und auf den ersten Blick mit der  Rostkrankheit  verwechselt werden kann. Hier gehen die Läsionen jedoch nicht weiter (vorausgesetzt, es setzt sich keine Sekundärinfektion in die Wunde), die Stellen werden weder größer noch tiefer. 
    5 Regeneration 
 Bei der nächsten  Häutung  wird der beschädigte Panzer abgeworfen. Darunter ist eine komplette neue Haut gewachsen, und die beschädigte Stelle ist damit repariert. 
 Hat der Krebs, die Krabbe oder die Garnele ein oder mehrere Gliedmaßen verloren oder musste das Tier sie bei der Häutung oder einem Kampf abwerfen, kann man schon vor der Häutung manchmal einen dünnen Stummel sehen, der anstelle des abgeworfenen Gliedes nachwächst. Dieses Phänomen ist auch als &quot;gel limb&quot; (Gel-Gliedmaße) bekannt. 
 Nach der nächsten Häutung wandelt sich dieser Stummel zu einem vollwertigen Bein oder einer Schere um. Hin und wieder - vor allem bei älteren Tieren - kann es vorkommen, dass eine nachgewachsene Schere deutlich kleiner ist als die verbliebene. 
 Von Häutung zu Häutung holt die neue Schere zwar auf, aber bei älteren Krebsen oder Krabben (übrigens auch in der Natur) kann es dabei durchaus passieren, dass sie nie so groß wird wie die andere, nicht abgeworfene, sodass das Tier ein deutliches Ungleichgewicht kompensieren muss. 
 Manchmal ist eine nachwachsende Schere auch deformiert und nicht funktionsfähig. Bei den großen Scheren ist dies nicht schädlich, solange eine Schere funktioniert und sich der Krebs nicht gegen Artgenossen zur Wehr setzen muss. 
 Wie genau der Regenerationsmechanismus funktioniert und wie man mit Krebstieren umgehen sollte, die nicht nur eins, sondern mehrere Gliedmaßen verloren haben - darauf gehen wir in unserem ausführlichen Artikel &quot; Regeneration von Gliedmaßen &quot; ein. 
                ]]> </content> <updated>2019-07-07T01:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Regeneration von Gliedmaßen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/regeneration-von-gliedmassen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/regeneration-von-gliedmassen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Was tun, wenn der Krebs eine Schere oder die Garnele ein Bein verloren hat? Das ist mitnichten ein Todesurteil für das Tier. Dekapoden verfügen über eine nahezu unglaubliche Regenerationsfähigkeit und können ganze Gliedmaßen nachwachsen lassen.
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 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Was kann regeneriert werden?  
  2 Vorgang  
  3 Bei starkem Verlust  
 
  3.1 Quarantänebehälter  
  3.2 Fütterung  
 
  4 Häutung  
 
 
 Insbesondere bei Krebsen und Krabben kann es vorkommen, dass bei der  Häutung  die großen Scheren in der alten Haut stecken bleiben und dann abgeworfen werden. Auch kann es vorkommen, dass bei einem Kampf oder einem Angriff Gliedmaßen verlustig gehen beziehungsweise aktiv abgeworfen werden. Diesen Vorgang nennt man Autotomie oder Selbstabtrennung. Dass Gliedmaßen oder auch Teile des Panzers verloren gehen, ist also mehr oder weniger normal bei den Dekapoden, und die Natur hat ihnen folglich eine recht erstaunliche Regenerationsfähigkeit mitgegeben. 
   1 Was kann regeneriert werden? 
 Teile der Beine einschließlich der Scherenbeine oder auch die ganzen Gliedmaßen, die Antennen und die Elemente des Schwanzfächers, und sogar abgetrennte Stücke des Panzers können nach einem Verlust neu gebildet werden. Was nicht gut regeneriert werden kann, sind die Augen - hier bliebt es bei einem Totalverlust. Eventuell wachsen fühlerähnliche Strukturen anstelle des Auges. Wurde nur ein Teil des Auges abgetrennt, kann es nach Beobachtungen im der Aquaristik eventuell nachwachsen 
 Der Krebs unten im Bild verlor nicht nur Scheren und Beine, sondern auch seine große linke Antenne. Nach der nächsten Häutung ist alles wieder dort, wo es sein soll. 
   
   2 Vorgang 
 Zunächst wird an der Bruchstelle Melanin eingelagert, sodass die offenen Wunden eine dunkel rotbraune bis schwarze Färbung annehmen. Ging ein Bein oder ein Scherenbein verloren, bildet sich in einigen Fällen nach und nach an der Bruchstelle ein stummelförmiger Anhang, ein sogenanntes &quot;gel limb&quot; oder &quot;Gelgliedmaße&quot;, der zunächst weißlich gefärbt ist und mit der Zeit die für den jeweiligen Zehnfußkrebs typische Farbe annimmt. Der Stummel wird nicht länger als maximal einige Zentimeter, und es gibt auch Fälle von Gliedmaßenverlust, bei denen er überhaupt nicht auftritt. 
   
 Im Zuge der nächsten Häutung wird die verlorene Gliedmaße wieder auftauchen, allerdings in der Regel deutlich kleiner. Besonders bei den großen Scheren von Flusskrebsen und Krabben ist dies auffällig. Nach zwei oder drei Häutungen hat das nachgewachsene Glied dann in der Regel die anderen Gliedmaßen größentechnisch erreicht, auch wenn es Krebse und Krabben gibt, deren nachgewachsene Scheren nie mehr die ursprüngliche Größe erreichen. Vor allem bei älteren Tieren kann das der Fall sein. Im Extremfall haben die Krebse dann mit einem starken Ungleichgewicht zu kämpfen. 
   3 Was tun bei starkem Gliedmaßenverlust? 
 Nach Kämpfen kann es vorkommen, dass ein Krebstier so schwer verletzt wurde und so viele Beine verloren hat, dass es sich nicht mehr gegen Angreifer (auch innerartliche Konkurrenten) zur Wehr setzen kann. Ein hilfloser Krebs wird sehr schnell als Futter angesehen. Ein so schwer beeinträchtigtes Tier kann sich zwar bei der nächsten Häutung wieder regenerieren, jedoch muss es erst einmal bis zu dieser Häutung überleben. Aus diesem Grund sollten Krebse oder Krabben, die bei einem Kampf beide Scheren verloren haben, separiert werden. Dazu setzt man sie in ein kleines Extrabecken, in einen Ablaichkasten oder in eine spezielle Krebsbox aus Acrylglas. Dort kann man gezielt füttern und das Tier hat seine Ruhe. 
   3.1 Einrichtung des Quarantänebehälters 
  Herbstlaub  in diesem Quarantänebehälter ist eine empfehlenswerte Beigabe. Die hier enthaltenen Gerbstoffe und  Huminstoffe  wirken unterstützend und sogar leicht antibakteriell, und das Laub ist ein perfektes natürliches Futter für Krebse. Des weiteren liefert das Laub dem Patienten ein Versteck und dunkelt den Quarantänebehälter etwas ab. Auch (wenig!)  grünes Walnusslaub  und  Erlenzäpfchen  können unterstützend wirken. Sauberes,  sauerstoffreiches Wasser  ist ein Muss. 
 Eine Höhle ist ebenfalls Pflicht, damit sich das ohnehin gestresste Tier etwas verstecken kann. Eine dünne Schicht Bodengrund hat zwar den Nachteil, dass sie schwerer sauber zu halten ist als blanker Boden, andererseits bietet sie dem Krebs besseren Halt. 
    
   3.2 Fütterung 
 Hat das Tier in der Quarantäne wegen des starken Gliedmaßenverlustes keine Möglichkeit, selbstständig an sein Futter zu gelangen, legt man es mit den  Mundwerkzeugen  direkt auf eine Futtertablette, damit es nicht verhungert. 
 Der Krebs oder die Krabbe in der Quarantäne sollte ein gutes Futter passend zu seinen Bedürfnissen bekommen. Im Zweifel füttert man das ohnehin gestresste Tier lieber vorwiegend pflanzlich, damit nicht auch noch Häutungsprobleme herbeigeführt werden, zum Beispiel durch zu proteinreiche Ernährung. 
   4 Häutung 
 Ist die nächste Häutung geschafft und der Krebs oder die Krabbe ist ausgehärtet, kann das Tier ins ursprüngliche Aquarium zurückgesetzt werden, weil es die fehlenden Gliedmaßen regeneriert hat. Leider übersteht nicht jeder Zehnfußkrebs diese doch recht stressige Situation, vor allem alte oder bereits anderweitig geschwächte Tiere haben hier manchmal schlechte Karten - einen Versuch ist es jedoch allemal wert. 
                ]]> </content> <updated>2019-07-07T01:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Verfärbung bei toten Garnelen, Krabben und Krebsen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/verfaerbung-bei-toten-garnelen-krabben-und-krebsen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/verfaerbung-bei-toten-garnelen-krabben-und-krebsen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Warum verfärben sich tote Garnelen, Krebse oder Krabben? Welcher Farbstoff ist dafür verantwortlich, und färben sich wirklich alle Garnelen nach dem Tod rötlich? Hier erfahrt ihr, was dahintersteckt und warum der &quot;Gekochte-Hummer-Look&quot; so weit verbreitet ist.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Farbpigmente bei Krebstieren  
  2 Was passiert beim Tod?  
  3 Ausnahmen  
 
 
 Viele Krebstiere werden nach dem Tod mehr oder weniger schnell orange bis rötlich opak. Dieses Phänomen erinnert stark an einen gekochten Hummer (der ja ebenfalls ein Krebstier ist). Andere Krebse, Garnelen oder Krabben verfärben sich jedoch nicht so stark, sie werden zwar auch undurchsichtig, sind dabei aber weißlich oder gelblich. 
   1 Farbpigmente bei Krebstieren 
 Crustaceen, also auch unsere Garnelen, Krebse und Krabben im Aquarium und Terrarium, lagern typischerweise in der Pigmentschicht ihres  Panzers  den rötlich violetten Farbstoff Astaxanthin aus der Xantophyll-Klasse der Carotinoide ein.&amp;nbsp;Produziert wird Astaxanthin von Grünalgen, die die Tiere fressen und so den Farbstoff ebenfalls aufnehmen. Neben seiner färbenden Wirkung ist Astaxanthin ein hoch wirksames Antioxidans. Dieses eigentlich rote Pigment wird von Proteinen umgeben, die nicht nur rotes oder violettes Licht reflektieren können, sondern auch andere Lichtfarben. So entstehen die Farben und Muster bei Garnelen, Krabben und Krebsen: nicht nur Rot, sondern auch Blau, Schwarz, Braun und Grün sind möglich. 
   2 Was passiert beim Tod des Krebstiers? 
 Wenn der Krebs, die Krabbe oder Garnele stirbt, gehen die dreidimensionalen Proteinstrukturen in der Pigmentschicht verloren und die rote Farbe des Astaxanthins wird wieder sichtbar. Hitze beschleunigt diesen Zerfall (siehe den gekochten Hummer). Diesen Vorgang nennt man auch Autolyse. 
 Meist verfärbt sich bei toten Garnelen zuerst die Nackenregion rot. Hier befindet sich die Verdauungsdrüse, und die noch vorhandenen Verdauungsenzyme beschleunigen den Zerfall der Strukturproteine. 
 Das Eiweiß im Körper beginnt ebenfalls, sich zu zersetzen, daher sind tote Garnelen normalerweise auch nicht mehr durchsichtig, sondern werden trübe bis vollkommen opak. Zusammen mit der Rotfärbung der Pigmentschicht kommt so das Aussehen nach &quot;gekochter Garnele&quot; zustande. 
   3 Ausnahmen 
 Nicht rot verfärben sich natürlich diejenigen Krebstiere (oder Teile der Krebstiere), die gar kein Astaxanthin besitzen. Gelbe Garnelen wie beispielsweise  Yellow Fire ,  Yellow Rili , Tangerine Tiger oder Yellow King Kong haben das gelbe Lutein anstelle von Astaxanthin als Farbpigment. Sie bleiben gelb und ihr Fleisch färbt sich opak weiß.  White Pearls  besitzen weder Astaxanthin noch Lutein als Pigment, sie werden durch das zerfallende Eiweiß im Körperinneren einfach nur weiß undurchsichtig. Auch bei den Rilis verfärben sich die unpigmentierten Körperteile nur ins Weiße. 
                ]]> </content> <updated>2019-01-02T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Bakterielle Unverträglichkeit (BU) oder Kreuzverkeimung</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-unvertraeglichkeit-bu-oder</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-unvertraeglichkeit-bu-oder"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Eigentlich ein Phänomen, das es bei Garnelen aufgrund ihres Immunsystems gar nicht geben sollte, und dennoch leider ein oft im Garnelenaquarium beobachtetes Problem ist die bakterielle Unverträglichkeit, auch BU abgekürzt. Wir erklären, wie es dazu kommt und was man dagegen ma...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Definition &quot;Bakterielle Unverträglichkeit&quot;  
  2 BU bei Garnelen?  
  3 Probleme beim Zukauf neuer Tiere  
 
  3.1 Erreger bakterieller Infektionen  
  3.2 Erkrankung bei Garnelen  
  3.3 Faktoren, die eine Kreuzverkeimung begünstigen  
 
  4 Bakterielle Unverträglichkeit vermeiden  
 
  4.1 Großer Wasserwechsel  
  4.2 Quarantäne  
  4.3 Becken im Normalbetrieb  
  4.4 Unterstützung  
 
  4.4.1 Beta-Glukan  
  4.4.2 Probiotika  
  4.4.3 Keimreduzierung im Wasser  
 
 
  5 Bakterielle Unverträglichkeit behandeln  
 
 
 Besonders oft fällt der Begriff „Bakterielle Unverträglichkeit / Bakterienunverträglichkeit“, abgekürzt BU, oder auch das Schlagwort &quot;Kreuzverkeimung&quot; im Zusammenhang mit Problemen im Garnelenaquarium. Beim Zusammensetzen von Zwerggarnelen aus verschiedenen Quellen (z. B. aus verschiedenen Stämmen, von verschiedenen Züchtern oder aus unterschiedlichen Aquarien) beginnen die Tiere nach und nach zu sterben, bis im schlimmsten Fall keines mehr übrig bleibt. Woran liegt das? 
   1 Bakterielle Unverträglichkeit - Begriffsdefinition 
 Der Begriff &quot;Bakterielle Unverträglichkeit&quot; ist folgendermaßen definiert: Eine solche Unverträglichkeit liegt vor, wenn das Immunsystem eines Individuums oder einer Population einen Erreger kennt, Antikörper dagegen besitzt und ihn dadurch erfolgreich abwehren kann, während das Immunsystem eines anderen Individuums oder einer anderen Population diesen Erreger eben noch nicht kennt und deshalb zu spät Abwehrmaßnahmen einleiten kann: in der Folge kommt es daher zu einer Erkrankung. Ein bekanntes Beispiel aus der Geschichte sind hier die Indianer und die europäischen Siedler - hier kam es sogar zu Todesfällen durch für die andere Gruppe vergleichsweise sehr harmlose Krankheiten. 
   2 Gibt es eine Bakterienunverträglichkeit bei Garnelen? 
 Garnelen und andere Krebstiere haben jedoch ein einfaches, sogenanntes  angeborenes Immunsystem.  Es ist nicht lernfähig, das heißt, Garnelen bilden keine Antikörper. Eine bakterielle Unverträglichkeit im strengen Sinn des Wortes ist daher bei ihnen eigentlich gar nicht möglich. 
   3 Wie kommt es dann aber zu den beobachteten Phänomenen beim Zukauf neuer Tiere? 
 Dennoch beobachten viele Halter beim Zusammensetzen von Garnelen aus unterschiedlichen Quellen Todesfälle, häufig zunächst bei einem der zusammengesetzten Stämme, hin und wieder greift das Problem jedoch auf alle Tiere über. Woran liegt dies, wenn es per Definition bei Dekapoden (Zehnfußkrebsen) aufgrund ihres angeborenen Immunsystems eigentlich keine BU geben kann? 
   3.1 Erreger von bakteriellen Infektionen 
 Garnelen bilden zwar keine Antikörper und sie können sich Erreger daher nicht wirklich &quot;merken&quot;, aber für  bakterielle Infektionen  (und nichts anderes ist eine sogenannte Bakterienunverträglichkeit bei Garnelen) sind in der Garnelen-Aquaristik in der Regel ohnehin weniger die pathogenen Erreger als vielmehr Bakterien verantwortlich, die im Aquarium ohnehin vorkommen. Ihnen könnte das Immunsystem der Garnele eigentlich problemlos standhalten, wenn die  Keimzahl  nicht zu hoch wird. 
   3.2 Wie kommt es zu einer Erkrankung? 
 Wird der Organismus jedoch von diesen eigentlich harmlosen, sogenannten ubiquitären Bakterien überrannt, wird die Garnele krank. &quot;Kreuzverkeimung&quot;, also eine Einschleppung einer großen Zahl eigentlich nicht besonders gefährlicher, aber von der Menge her kritischer Keime, wäre hier also der richtigere Begriff. 
 Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Das Immunsystem eines Stammes ist gerade damit beschäftigt, sich gegen ein bestimmtes Bakterium (nennen wir es &quot;X&quot;) zu verteidigen, und nun kommt ein weiterer Stamm Garnelen hinzu, der sich gerade gegen ein anderes Bakterium verteidigen muss (nennen wir es &quot;Y&quot;). Das Bakterium „Y“ befand sich vor dem Zusammensetzen nicht im Aquarium. Der neue Stamm frisst und kotet, und Kot wird von Garnelen verwertet. Dadurch gerät sehr plötzlich eine große Menge des Bakteriums „Y“ in den Verdauungstrakt der alteingesessenen Garnelen. Ihr Immunsystem ist jedoch immer noch mit Bakterium X beschäftigt und wird gegen Bakterium Y erst mit Verspätung aktiv - die Menge an neuen Keimen ist zu groß, der Organismus wird überrannt. Die alteingesessenen Garnelen beginnen zu erkranken und zu sterben. 
 Selbstverständlich funktioniert dieser Mechanismus auch andersherum - es kann ebenso vorkommen, dass der neue Stamm Garnelen Probleme bekommt. Und es kann auch vorkommen, dass überhaupt keine Probleme auftreten, weil die neuen Tiere keine hohe Keimbelastung mitbringen und im Zielaquarium auch  keine hohe Keimdichte  herrscht. 
   3.3 Faktoren, die eine Kreuzverkeimung begünstigen 
 Frisch gekaufte Garnelen, die einen stressigen Transport hinter sich haben, sind anfälliger - je stressiger der Transport, desto mehr. Besonders häufig treten Probleme bei der Vergesellschaftung von Importgarnelen auf, die aus anderen Ländern (meist aus Asien) eingeführt werden. Bei diesen Garnelen muss man ganz besonders vorsichtig vorgehen. Im Fall von Importtieren raten wir auf jeden Fall zu einer ordentlichen, gerne auch ausgedehneteren  Quarantäne . Sie sollten die ausgiebige Möglichkeit bekommen, sich zunächst ohne die zusätzliche Belastung vom Transport zu erholen. Am besten setzt man diese Stämme jedoch gar nicht zu anderen Garnelen ins Aquarium. 
 Wie man diese Tiere gesund erhält oder wieder gesund bekommt, lest ihr in unserem Artikel  Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen . 
   4 Bakterielle Unverträglichkeit vermeiden 
   4.1 Großer Wasserwechsel 
 Statt einer Quarantäne wird vor dem Zusammensetzen oft auch ein sehr großer  Wasserwechsel  von mindestens 80% im Zielaquarium zur Keimreduzierung empfohlen. Hierdurch werden zwar die Keime im Aquarium effektiv verringert, jedoch weiß man so immer noch nicht, ob die Neuen irgendetwas mitbringen. 
   4.2 Quarantäne 
 Zur Vorbeugung gegen eine BU hat sich eine  Quarantäne der neuen Tiere  bewährt. Hierzu werden die &quot;Neuen&quot; zunächst einmal in ein  Quarantänebecken  gesetzt und separat gehalten. Zwischen dem Zielaquarium mit dem alteingesessenen Stamm und dem Quarantänebecken mit den neuen Garnelen tauscht man nun zwei Wochen lang täglich schluckweise etwas Wasser hin und her. So werden geringe Mengen der Bakterien ausgetauscht und das Immunsystem der Stämme kann sich langsam auf die veränderte Keimbelastung mit den neuen Erregern einstellen. 
   4.3 Becken grundsätzlich strikt trennen oder nicht? 
 Grundsätzlich sollte ein Aquarium mit Krebstieren wie Flusskrebsen, Garnelen oder Krabben nicht übermäßig steril gehalten werden. Ein Austausch von Kleinstmengen an Bakterien, z.B. durch Werkzeuge wie Kescher oder Pinzetten, kann helfen, Probleme wie die sogenannte BU zu vermeiden, weil die Tiere dadurch nicht plötzlich einer großen Menge fremder Keime ausgesetzt sind. Aus diesem Grund passiert häufig nichts, wenn man Tiere aus dem eigenen Bestand aus verschiedenen Becken in ein Aquarium setzt. 
   4.4 Unterstützung durch Zusatzfuttermittel und andere Hilfsmittel 
   4.4.1 Beta Glucane 
 Durch das Zufüttern von  Betaglucan  können die Tiere unterstützt und ihr Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt werden. Wie genau das funktioniert, erklären wir im verlinkten Wiki-Beitrag. 
   4.4.2 Probiotika 
 Auch  Probiotika  haben sich in Studien und in der Praxis der Aquakultur schon als hilfreiche Unterstützung für eine gesunde Darmflora und damit gute Abwehrkräfte erwiesen (&quot;Die Gesundheit beginnt im Darm&quot;). Sie kann man beim Zusammensetzen zweier fremder Stämme daher auch unterstützend einsetzen, um das Immunsystem der Tiere und die Immunantwort auf Fremdkeime potentiell zu stärken. 
   4.4.3 Keimreduzierung im Wasser 
 Freien Sauerstoffradikalen im Aquarienwasser wird eine keimhemmende Wirkung zugeschrieben. Der Einsatz eines  Oxydators  oder eines  Twinstars  könnte daher ebenfalls für die Keimreduzierung interessant sein. Auch ein  UV-C-Klärer  sorgt für die Abtötung von Keimen im Freiwasser und kann zur Unterstützung ebenfalls sinnvoll sein. Die Vor- und Nachteile dieser Hilfsmittel werden in den verlinkten Artikeln genauer erklärt (dafür bitte auf die grünen Wörter klicken). 
 &amp;nbsp; 
   5 Bakterienunverträglichkeit behandeln 
 Hat man neue Tiere zu einem alten Stamm gesetzt und treten die oben beschriebenen Probleme auf, geht man vor wie bei einer bakteriellen Infektion - denn nichts anderes ist die sogenannte Bakterienunverträglichkeit schließlich. Hier kennt man lediglich den Grund des Krankheitsausbruchs genau. Wie man gegen eine Infektion am besten vorgeht, beschreiben wir in unserem Wiki-Eintrag &quot; Bakterielle Infektionen bei Garnelen - Unterpunkt 6: Vorgehensweise bei bakteriellen Infektionen &quot;. 
                ]]> </content> <updated>2018-12-12T02:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Die Immunabwehr bei Garnelen und anderen Krebstieren</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-immunabwehr-bei-garnelen-und-anderen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/die-immunabwehr-bei-garnelen-und-anderen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Wie funktioniert eigentlich das Immunsystem bei Krebstieren? Garnelen haben ein sogenanntes angeborenes oder unspezifisches Immunsystem, das ganz anders funktioniert als bei uns Menschen oder überhaupt bei Säugetieren. Will man die Mechanismen hinter Garnelenkrankheiten verste...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Immunsystem der Crustaceen  
 
  1.1 Angeborenes Immunsystem  
 
  1.1.1 Erregererkennung  
  1.1.2 Antikörperbildung?  
  1.1.3 Hautläsionen  
 
 
  2 Infektionswege / Infektionen  
 
  2.1 Ursache für Erkrankungen  
  2.2 Infektionswege  
 
 
 
  Bakterielle Infektionen , sogenannte  bakterielle Unverträglichkeiten  und auch mysteriöses Garnelensterben treten zwar auch in der Aquaristik auf, jedoch sind sie in der Speisegarnelenzucht ebenfalls bekannt. Diese ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, und dementsprechend gut sind die Speisegarnelen erforscht. Von dem Wissen über die Vermeidung von Ausfällen in der Speisegarnelenproduktion können wir Aquarianer und Garnelenfreaks durchaus profitieren. 
   1 Das Immunsystem der Crustaceen 
 Das Immunsystem der Krebstiere wird hin und wieder als angeborenes, unspezifisches, einfaches oder primitives Immunsystem bezeichnet. Allerdings ist es bis heute nicht vollständig erforscht, sodass hier noch durchaus Überraschungen zu erwarten sind. Kurz gesagt: Das Garnelenimmunsystem funktioniert - nach heutigem Erkenntnisstand - anders als unser menschliches. 
   1.1 Unspezifisches bzw. angeborenes Immunsystem 
 Das Immunsystem von Garnelen, Krebsen, Krabben und anderen Crustaceen ist weniger flexibel und weniger adaptiv als das der Säugetiere. Dieses nicht spezifische oder angeborene Immunsystem wird erst dann aktiv, wenn es durch Zucker- und Proteinstrukturen an der Oberfläche möglicher Erreger aktiviert wird. 
   1.1.1 Erregererkennung 
 Diese Erkennung übernehmen die sogenannten Lektine: Hier handelt es sich um antimikrobielle Substanzen, Gerinnungsstoffe und strukturerkennende Proteine. Sie lösen eine Immunreaktion zur Bekämpfung des Eindringlings aus - Fresszellen nehmen sich der eingedrungenen Feinde an. Die Erregererkennung funktioniert über eingelagerte Stoffe in der Hülle der Keime - wie zum Beispiel  Beta Glucanen,  was man sich bei der Garnelenzucht durchaus zunutze machen kann. Wird ein Erreger erkannt, werden die Fresszellen (Makrophagen) aktiv, die die Krankheitserreger umschließen und sie durch proteinspaltende Enzyme (sogenannte Proteasen), durch die Bildung von organischen Säuren und durch Oxidasen unschädlich machen. 
   1.1.2 Bilden Garnelen Antikörper? 
 Antikörper gegen zukünftige Infektionen mit dem Erreger und damit eine Immunität im strengen Sinne bildet eine Garnele nicht aus. Dennoch legt der aktuelle wissenschaftliche Stand nahe, dass das Zusammenspiel der Proteine, der Makrophagen (Fresszellen) und der Muster erkennenden Lektine unseren Krustentieren auch ohne ein Immungedächtnis ein höchst effektives Immunsystem gibt. 
   1.1.3 Immunantwort auf Hautläsionen 
 Einen Sonderfall bilden die Infektionen der Haut bzw. mögliche Eintrittsstellen für Erreger: Rund um Verletzungen seiner  Cuticula  lagert ein Krebstier den Farbstoff Melanin ein, um so eindringende Erreger möglichst schon abzukapseln, bevor sie das Körperinnere erreichen. Bei der sogenannten  Rostfleckenkrankheit  tritt dieses Phänomen sehr deutlich zutage, aber auch im Fall abgeworfener oder verlorener Gliedmaßen sieht man deutlich, dass die Trennstelle eine braune Färbung annimmt. 
   2 Infektionswege und Infektionen 
 Interessanterweise werden  bakterielle Infektionen  bei Garnelen und anderen Krebstieren in der Regel nicht durch tatsächlich pathogene Bakterien hervorgerufen, also nicht durch Krankheitserreger im strengen Wortsinn, sondern durch nicht spezialisierte Bakterien, die im Aquarium eben einfach vorhanden sind - die sogenannten ubiquitären Keime. Häufig sind dies Bakterien der Gattungen  Vibrio ,  Aeromonas  und  Pseudomonas . 
   2.1 Ursache für eine Erkrankung bei Krebstieren 
 Die Ursache für eine bakterielle Erkrankung ist meist in den Umweltbedingungen zu suchen - einer hohen  Keimzahl  im Wasser, Stress, ungeeignetes  Futter , unpassende  Wasserwerte , ... all diese Faktoren eröffnen den Bakterien Möglichkeiten, aber all diese Faktoren hat ein Aquarianer auch selbst in der Hand. Wie man ein möglichst günstiges Umfeld für Garnelen schafft, erklären wir im Artikel &quot; Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen &quot;. 
   2.2 Wie gelangt der Keim in den Körper? 
 Bakterien gelangen häufig über die Kiemen, über den Verdauungstrakt und natürlich auch über eventuelle Verletzungen in die Garnele bzw. in den Krebs hinein. Spätestens jetzt ist offensichtlich, warum relativ  keimarmes Wasser  und eine ausgewogene  Ernährung  für eine erfolgreiche Garnelenhaltung und Garnelenzucht so wichtig sind. Dies trifft natürlich auch auf andere Krebstiere zu! 
                ]]> </content> <updated>2018-12-07T01:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Baytril im Aquarium</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/baytril-im-aquarium</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/baytril-im-aquarium"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Antibiotika im Aquarium sind eine sehr zweischneidige Geschichte, und man sollte sie keinesfalls nur auf Verdacht, rein vorsorglich oder unsachgemäß verwenden - dazu gibt es schon zu viele Resistenzen bei Bakterienstämmen. Hier erklären wir, wie man richtig mit Baytril umgeht,...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Diagnose vor Behandlung  
  2 Wirkung von Baytril  
  3 Woher bekommt man Baytril?  
  4 Dosierung  
  5 Behandlung  
  6 Bitte beachten  
 
 
 Bevor man Antibiotika im Aquarium verwendet, sollte man absolut sichergestellt haben, dass es keinen anderen Weg gibt. Wir haben in unserem Wiki-Artikel &quot; Bakterielle Infektionen bei Garnelen &quot; die Vorgehensweise bei weniger gravierend fortschreitenden bakteriellen Infektionen ausführlich vorgestellt: Bei einem eher  milden Verlauf  gibt es  Hausmittel und Heilmittel aus der Natur , die man zunächst einmal probieren sollte, bevor man mit der ganz großen Keule kommt. Antibiotika sollten niemals rein auf Verdacht, vorsorglich oder nicht sachgemäß verwendet werden. All dies fördert Resistenzen bei Erregern, die in der Medizin heute schon ein Riesenproblem darstellen. 
   1 Diagnose vor Behandlung 
  Vor der Behandlung muss bei Antibiotika zwingend eine Diagnose stehen.  Zur Beurteilung, ob es sich wirklich um eine bakterielle Infektion handelt, kann der Artikel in unserer Wiki &quot; Bakterielle Infektionen bei Garnelen &quot; Anhaltspunkte liefern, mit absoluter Sicherheit kann euch ein veterinärmedizinisches Labor bei der Diagnosestellung helfen. 
   2 Wirkung von Baytril 
 Der Wirkstoff von Baytril ist das Antibiotikum Enrofloxacin, ein Fluorchinolon. Es wirkt - wie alle Antibiotika - antibakteriell, insbesondere gegen Enrofloxacin-empfindliche grampositive und gramnegative Bakterien. Baytril wird in der Veterinärmedizin häufig verwendet. 
   3 Woher bekommt man Baytril? 
 Baytril ist verschreibungspflichtung, man bekommt es daher nur und ausschließlich vom Tierarzt beziehungsweise auf Rezept. Die Weitergabe &quot;unter der Hand&quot; ist verboten. Baytril gibt es als Tablette oder in flüssiger Form. Die Tablette eignet sich nicht gut zur Anwendung im Aquarium, hierfür solltet ihr also definitiv auf der flüssigen Form bestehen. 
   4 Dosierung 
 1 ml der 5%igen Lösung Baytril 5% wird auf 10 Liter Aquarienwasser gegeben. Bei der 10%igen Lösung Baytril 10% wird demzufolge die Menge halbiert, bei der 2,5%igen Lösung Baytril 2,5% wird die Dosierung entsprechend verdoppelt. 
   5 Behandlung 
 Vor der Zugabe des Medikaments werden 50%  Wasser gewechselt . Wir empfehlen eine durchgehende Belüftung mit Luftpumpe und Sprudelstein oder den Einsatz eines  Oxydators  zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit  Sauerstoff  während der gesamten Behandlungsdauer. Während des Einsatzes der Antibiotika darf sich im Filter keine Aktivkohle befinden, und  Wasseraufbereiter ,  Montmorillonit  oder  Zeolith  sollten während der Behandlungsdauer ebenfalls nicht eingesetzt werden, weil sie das Medikament binden und damit unwirksam machen könnten. 
 Dann gibt man eine entsprechende Menge Baytril (5%: 1 ml je 10 Liter Aquarienwasser, 10%: 0,5 ml je 10 l, 2,5%: 2 ml je 10 l) ins Aquarium. Der Filter sollte weiterlaufen. Die üblicherweise  bakterielle Infektionen bei Garnelen  verursachenden Bakterien sind in der Regel ubiquitär, also überall vorhanden. Aus diesem Grund wird das gesamte Becken einschließlich Tiere, Pflanzen und Einrichtung behandelt. Kescher, Pinzetten, Scheren und alles andere, was im Aquarium benutzt wurde, wird ebenfalls desinfiziert 
 Das Baytril verbleibt für 7 Tage im Aquarium, danach werden erneut 50% Wasser gewechselt und der Filter wird mit Aktivkohle bestückt. Die Aktivkohle sollte häufig erneuert werden, weil sie sich irgendwann sättigt und dann nichts mehr aufnehmen kann.  Achtung: Das Wechselwasser darf nicht in die Kanalisation gelangen!  Um dies zu vermeiden, schüttet man das Wasser nach der gründlichen Filterung mit Aktivkohle einfach auf die Erde, weitab von Gullis oder Wasserläufen. Die Aktivkohle wird im Hausmüll entsorgt. 
 In der Regel genügt eine einzige Anwendung, um das Sterben zu stoppen. 
   6 Bitte beachten 
 Baytril tötet Bakterien unspezifisch, es macht neben den Krankheitserregern auch vor Filterbakterien nicht halt. Ein mit Antibiotika behandeltes Aquarium ist biologisch gesehen nach der Medikamentengabe erst einmal tot und sollte daher wie ein frisch aufgesetztes Becken in der  Einlaufphase  behandelt und die Wasserwerte mindestens 14 Tage lang genau überwacht werden. Steigt insbesondere der  Nitritwert  an, muss  Wasser gewechselt  werden. 
 Organische Schadstoffe werden während dieser Zeit so gut wie nicht abgebaut, daher wird in diesem Zeitraum nur sehr spartanisch gefüttert: Ein  braunes Herbstblatt  ist für Garnelen in der Regel genug. Mit  Heilmitteln aus der Natur  (zum Beispiel mit  grünen getrockneten Walnussblättern  oder mit  Fenchelgrün)  kannst du deine Garnelen während der Behandlung mit Baytril unterstützen - auch hier wird jedoch nur sehr sparsam gefüttert. 
 Sobald das Baytril durch Wasserwechsel und die Filterung mit Aktivkohle entfernt wurde, kann man darüber nachdenken, das Aquarium nochmals neu mit nützlichen Bakterien  anzuimpfen . 
                ]]> </content> <updated>2018-10-15T00:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pilzinfektionen bei Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/pilzinfektionen-bei-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/pilzinfektionen-bei-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Pilzinfektionen bei Garnelen treten nicht ganz so häufig auf wie andere Problematiken, aber sie können sehr schwierig zu behandeln sein. Pilze sind Schwächeparasiten und treten oft in Folge von Stress oder Infektionen auf.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Wasserschimmel bei Garnelen  
 
  1.1 Weitere Infektionen  
 
  2 Verlauf  
 
  2.1 Laichverpilzung  
 
  3 Symptome des Wasserschimmels  
  4 Ursachen einer Pilzinfektion  
  5 Pilzinfektionen vorbeugen  
  6 Vorgehensweise bei Infektionen  
 
  6.1 Quarantäne  
  6.2 Medikamentöse Behandlung  
 
 
 
   1 Wasserschimmel bei Garnelen 
 Infektionen mit den Eipilzen oder Algenpilzen  Achlya  und  Saprolegnia  treten im Aquarium eher selten auf, kommen aber durchaus vor. Die Ordnung Saprolegniaceae wird auch Wasserschimmel genannt. Wasserschimmel sind sogenannte ubiquitäre Pilze, die überall in der Umwelt vorkommen können. Gesunde Tiere werden in der Regel nicht befallen, erst, wenn das  Immunsystem  geschwächt ist, kommt die Mykose als Sekundärinfektion zum Ausbruch. 
   1.1 Weitere Infektionen, die für Mykosen gehalten werden können 
 Oft liegt bei einem Verdacht auf eine Pilzinfektion eigentlich eine Besiedelung mit  Glockentierchen  vor, die andere Maßnahmen erfordert - hier solltet ihr also genau hinschauen! Auch wurde lange Zeit die sogenannte  systemische Mykose  für eine Pilzerkrankung gehalten, mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass es sich hier um eine parasitäre Alge handelt. An der  Rostfleckenkrankheit oder Brandfleckenkrankheit , die den Panzer der Garnele befällt, können neben chitinolytischen Bakterien allerdings auch Pilze (die Fadenpilze  Cephalosporium leptodactyli ,  Ramularia astaci  oder auch  Didymaria cambari ) beteiligt sein. Auch die sogenannte Schwarzkiemenkrankheit, die die Kiemen bei Garnelen befällt, kann von Pilzen hervorgerufen werden. 
   2 Verlauf 
 Infektionen mit  Achlya  oder  Saprolegnia  können schleichend oder sehr rasch verlaufen. Bei schweren Pilzinfektionen kann das befallene Tier binnen Stunden sterben, wenn die inneren Organe angegriffen werden. Schleichende Verläufe lassen sich eventuell behandeln. 
   2.1 Laichverpilzung 
 Ist nur der (meist unbefruchtete, zu spät aussortierte) Laich der Garnele infiziert und der Panzer intakt, wird das Muttertier die verpilzten Eier aussortieren oder spätestens bei der nächsten Häutung abwerfen. In der Regel hat sich das Thema damit erledigt. Im Fall einer Laichverpilzung ist der Panzer nicht verfärbt! Unterstützend kannst du in einem solchen Fall mit  Erlenzapfen ,  Seemandelbaumblättern  oder alternativ mit einem Huminpräparat wie  Liquid Humin+  behandeln. Wenn nur die Eier verpilzt sind, weist der Panzer keine Verfärbungen auf. 
   
 Um zu verhindern, dass die Infektion von den Eiern auf die Garnele oder auf andere Garnelen im Aquarium übergreift, sollte bei starkem Befall und spätestens bei Anzeichen von einem Übergreifen des Pilzes auf gesundes Gewebe zügig wie unten unter dem Punkt  6 &quot;Vorgehensweise bei Infektionen&quot;  beschrieben gehandelt werden. 
 &amp;nbsp; 
   3 Symptome einer Infektion mit Wasserschimmel bei Garnelen 
 Eine Infektion mit  Achlya  oder  Saprolegnia  äußert sich in der Regel durch wattebauschähnliche, meist weiße bis gelbliche fädige Wucherungen, die wie ein weißer Schimmelpilzbefall aussehen. Diese Wucherungen können flächig auf dem Panzer oder an einzelnen Stellen auftreten. Die Garnele versucht, die Infektion durch Einlagern von Melanin abzuwehren, deshalb verfärbt sich der Panzer an den infizierten Stellen orange bis braun. 
   
 Bei Laichverpilzungen sind nur die an den Schwimmbeinen unter dem Hinterleib getragenen Eier der Garnele betroffen, zwischen denen dann ebenfalls ein helles, fädiges Pilzgeflecht sichtbar ist. 
   4 Ursachen einer Pilzinfektion bei Garnelen 
 Häufig setzen sich die Pilze in kleine Läsionen der Haut, befallen also verletzte Teile des Panzers. Grundsätzlich gilt: Pilze sind ebenso wie  parasitäre Algen  Sekundärparasiten, die sich zunutze machen, wenn das  Immunsystem  der Garnelen durch Stress beeinträchtigt ist, zum Beispiel durch Transportstress oder durch häufiges Umsetzen und damit verbundene Schwankungen bei den Wasserwerten und natürlich auch durch ungeeignete Haltungsbedingungen wie unpassende  Wasserwerte , eine  einseitige Ernährung , ungenügende  Wasserwechsel , hoher  Keimdruck im Aquarium , aber auch eine unsachgemäße  Eingewöhnung  kann Infektionen mit Sekundärparasiten begünstigen. 
   
   5 Pilzinfektionen vorbeugen 
 Da Pilze ein Sekundärparasit sind, dient der Vorbeugung alles, was die Haltungsbedingungen der Garnelen verbessert. Hierzu haben wir einen eigenen Artikel in der Garnelenhaus-Wiki:  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot; . Hier nur ein paar Stichworte: 
 
  Huminstoffe  und Gerbstoffe gelten als immunstärkend und pilzhemmend. Enthalten sind sie unter anderem in  braunem Laub , und  Seemandelbaumblättern ,  Erlenzapfen , aber auch z.B. in Huminpräparaten wie  Liquid Humin+.  
 Gute Wasserqualität mit einer niedrigen organischem Belastung, ein  Nitratwert  von unter 10 mg/l sollte angestrebt werden. 
 Mit regelmäßigen  Wasserwechseln  mit angepasstem Wasser werden Schadstoffe ausgetragen. 
 Aquarienhygiene ist ebenfalls wichtig: Der Futterplatz sollte regelmäßig gemulmt werden und tote Pflanzen(teile) und Tiere werden schnellstmöglich aus dem Aquarium genommen. 
 Eine angepasste und ausgewogene  Fütterung  unterstützt die Gesundheit der Tiere. 
 
   6 Vorgehensweise bei Pilzinfektionen 
   6.1 Quarantäne für erkrankte Garnelen 
 Verstorbene Garnelen und auch Garnelen mit sichtbaren Symptomen eines Pilzbefalls werden aus dem Aquarium genommen, damit sich die augenscheinlich noch gesunden Tiere nicht anstecken. Garnelen mit sichtbarem Pilzflaum werden in ein  Quarantänebecken  gesetzt und dort behandelt. 
 Im Aquarium, aus dem das erkrankte Tier stammt, sollten vorsorglich  Seemandelbaumblätter ,  Erlenzapfen  oder ein Huminpräparat wie  Liquid Humin+  nach Dosierungsanleitung zum Einsatz kommen. 
   6.2 Medikamentöse Behandlung 
 Pilzinfektionen mit  Achlya  oder  Saprolegnia  lassen sich mit Fungol von JBL behandeln, oder mit anderen Präparaten, die Malachitgrünoxalat enthalten. Die Medikamente werden nach Herstelleranweisung verwendet. Achtung: Das neue Fungol Plus 250 ist laut Packungsbeilage des Herstellers nicht für die Behandlung von Garnelen und Krebsen geeignet! 
                ]]> </content> <updated>2018-09-14T00:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">&quot;Systemische Mykose&quot; - ein Befall mit einer parasitischen Alge</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/systemische-mykose-ein-befall-mit-einer</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/systemische-mykose-ein-befall-mit-einer"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Systemische Mykose oder ein Befall mit Ellobiopsidae? Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich bei den grüngelben Fusseln um einen Befall mit einer parasitischen Alge (Cladogonium ogishimae) handelt, die in Japan und weiteren Teilen von Asien in der Natur vorkommt.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Erreger  
 
  1.1 Was es nicht ist  
  1.2 Parasitische Alge  
 
  2 Verlauf und Ansteckung  
  3 Symptome  
  4 Ursachen  
  5 Vorbeugung  
  6 Vorgehensweise bei Infektionen  
 
  6.1 Quarantäne  
  6.2 Behandlung  
 
  6.2.1 Durchmulmen  
  6.2.2 Malachitgrün  
  6.2.3 Garnelenpaste TiMa Balance  
 
 
 
 
   1 Erreger 
 Die gelbgrünen bis dunkelgrünen Fussel der Garnelenalge sitzen unter dem Pleon bei Garnelen, vorzugsweise bei   Neocaridina davidi  , aber auch bei   Neocaridina palmata   und anderen Garnelen der Gattungen  Macrobrachium  und  Caridina . 
   1.1 Was es nicht ist 
 Die pilzähnlichen Ektoparasiten traten in den letzten Jahren vorwiegend bei Importgarnelen auf. Zunächst wurden sie von einer Tierärztlichen Hochschule als  Pilz ( Achlya  oder  Saprolegnia )  angesprochen, weswegen man immer noch häufig von systemischer Mykose oder von Garnelenschimmel spricht - gängige Pilzmittel schlagen jedoch nicht an. Andere Experten waren daher der Ansicht, dass es sich bei den zotteligen Gewächsen nicht um einen Pilz, sondern um Ellobiopsidae handeln müsste, Einzeller, die eigentlich nur aus dem Meerwasser bekannt sind und die sich durch Sporen vermehren. Die Anatomie der grünen Fussel stimmt allerdings nicht zu 100% mit der der Ellobiopsidae überein. 
   1.2 Parasitische Alge 
 In verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten aus Japan und Polen wurde in den letzten Jahren die in Japan und weiteren Teilen von Asien heimische parasitäre Alge  Cladogonium ogishimae  als Erreger der sogenannten &quot;systemischen Mykose&quot; beziehungsweise des &quot;Garnelenschimmels&quot; eindeutig identifiziert. 2023 wurde diese spezielle parasitische Alge von einer&amp;nbsp;Forschergruppe um Rafał Maciaszek als  Cladogonium kumaki  neu beschrieben, weil sie sich hinreichend von  Cladogonium ogishimae  unterscheidet, sodass eine Zuordnung zu einer neuen Art gerechtfertigt erschien. 
 Der Artname bezieht sich auf das polnische Gemeinschaftsprojekt &quot;Kumak Shrimp&quot;, an dem verschiedene Züchter und andere Garnelenfreunde teilnahmen und das sich der Wissensvermittlung rund um die Süßwassergarnelen in der Aquaristik widmete, insbesondere Themen der Garnelengesundheit. 
 Die Garnelenalge  Cladogonium kumaki  (vormals  Cladogohium ogishimae)  kann keine Photosynthese betreiben, weil die Alge an sich kein Chlorophyll enthält. Davon abgesehen ist sie jedoch ähnlich wie Grünalgen aus der Ordnung der Cladophorales aufgebaut. Zur Energieversorgung zapft die parasitische Alge mit ihrem Rhizoid (einer wurzelähnlichen Struktur) den Abdominalmuskel der befallenen Garnele an. 
 Die sich im Lauf der Zeit entwickelnden Sporen der Alge enthalten dagegen viele Chloroplasten, was den Sporenbehältern ihre gelbgrüne bis olivgrüne Farbe gibt.  Cladogonium kumaki  vermehrt sich durch diese Zoosporen, die mobil sind und die neue Garnelen mit dem Ektoparasiten anstecken können. Sind die Sporenbehälter sichtbar, ist die Infektion schon weit fortgeschritten. 
   
   2 Verlauf und Ansteckung 
 Sieht man erst die gelblich-grünen Sporenkörper der Garnelenalge unter dem  Hinterleib oder Pleon , ist die Garnele schon eine lange Zeit infiziert. Die befallenen Tiere werden nach und nach schwächer. Eine Vermehrung findet nicht mehr statt. Stark befallene Garnelen sterben irgendwann. Wird nicht behandelt, kann der Parasit nach und nach die ganze Population befallen - aber es wurde auch schon berichtet, dass der Befall bei guten Bedingungen nicht auf andere Tiere überging.  Werden verstorbene infizierte Garnelen angefressen, können sich jedoch die noch gesunden Tiere im Aquarium anstecken - ähnlich wie bei einer  bakteriellen Infektion . Ein weiterer Ansteckungsweg sind die mobilen gegeißelten Zoosporen, die die parasitische Alge absondert. Sie können neue Tiere befallen und infizieren, entweder wenn sie vom Boden aufgenommen und gefressen werden oder indem sie sich von außen in den Panzer der Garnele setzen und dort ihre wurzelähnlichen Rhizoide durch dünne Panzerteile ins Muskelgewebe treiben.  Die Infektion kann auf immer neue Garnelen übergreifen, wenn man nicht zum einen alle sichtbar betroffenen Garnelen in  Quarantäne  steckt und man zum anderen den  Bodengrund  im Aquarium nicht mehrfach absolut gründlich durchmulmt, damit man die Sporen der Garnelenalge entfernt. 
   3 Symptome für einen Befall mit  Cladogonium kumaki  (vormals  Cladogonium ogishimae)   
 Der Befall wird erst sehr spät sichtbar, wenn die im Muskelgewebe der Garnele parasitierende Alge beginnt, ihre grünlichen Sporenbehälter auszubilden. Die eigentliche Alge ist farblos. Typischerweise sitzen die Filamente zwischen den Schwimmbeinen, wo der Panzer der Garnele dünner und damit für den Ektoparasiten durchgängiger ist. Nur sehr selten kann man die typischen verzweigten Anhängsel auch an anderen Körperstellen der Garnele entdecken. 
   4 Ursachen 
  Cladogonium kumaki  ist ein Sekundärparasit, der zuschlägt, wenn das  Immunsystem  der Garnelen geschwächt ist, sei es durch einen stressigen Transport, unsachgemäße  Eingewöhnung  , durch unpassende  Wasserwerte , eine hohe  Bakterienbelastung , unsachgemäße  Fütterung  und andere Stressfaktoren. 
   5 Vorbeugung 
 Da es sich bei  Cladogonium kumaki  um einen Schwächeparasiten handelt, sollte Stress im Garnelenaquarium so gut wie möglich vermieden werden. Dazu ist es zwingend notwendig, die Haltungsbedingungen zu optimieren. Im Wiki-Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  gehen wir darauf genau ein, daher hier nur einige kurze Stichworte: 
 
 Eine gute Wasserqualität, passende Wasserwerte für die jeweilige Garnelenart und eine möglichst niedrige Keimbelastung sind wichtig. Auch die organische Belastung sollte nicht zu hoch sein, ein  Nitrat wert von unter 10 mg/l ist das Ziel. Regelmäßige  Wasserwechsel  halten die Wasserbelastung und den Keimdruck niedrig. 
 Hygiene ist wichtig: entferne abgestorbene Pflanzen(teile) und tote Tiere schnellstmöglich 
 Neue Tiere werden zunächst in Quarantäne gehalten. 
 Insbesondere Importgarnelen werden langsam  eingewöhnt , um möglichst wenig Stress zusätzlich zu produzieren. 
 Die  Fütterung  sollte optimiert werden. 
 
 &amp;nbsp; 
   6 Was tun, wenn die Infektion schon ausgebrochen ist? 
   6.1 Quarantäne für erkrankte Garnelen 
 Garnelen, bei denen die grünlichen Anhängsel, also die Sporenkörper der Garnelenalge, schon sichtbar sind, fungieren als Sporenschleuder. Sie müssen in Quarantäne gesetzt werden, damit sich die noch gesunden nicht anstecken. Erkrankte Garnelen kommen in ein Quarantänebecken ohne Bodengrund, bei dem ihr täglich die Bodenscheibe absaugt, um eine Wiederansteckung mit Sporen zu verhindern. Wenige Stängel Schwimmpflanzen sind in Ordnung. Mit einem Luftsprudler oder einem  Oxydator  bringt ihr den nötigen  Sauerstoff  ein. Ein Filter wäre kontraproduktiv, weil sich im  Filtermaterial  Sporen ansammeln könnten. Im Artikel  &quot;Das Quarantänebecken&quot;  haben wir die Einrichtung genauer beschrieben. 
 Mit der fälschlicherweise als systemische Mykose angesprochenen Alge befallene Tiere werden im Quarantänebecken nicht nur separiert, sondern auch behandelt. 
 Auch wenn alle bereits sichtbar befallenen Garnelen im Quarantäneaquarium sitzen, wird die Garnelenpopulation im ursprünglichen Aquarium mit behandelt, weil man einen Befall mit  Cladogonium kumaki  lange nicht erkennen kann. 
   6.2 Behandlung 
 Da die Alge selbst kein Chlorophyll enthält, sondern sich parasitisch ernährt, lässt sie sich nicht durch eine gewöhnliche  Dunkelkur  aushungern - ob eine sehr lange Dunkelkur zumindest die chlorophyllhaltigen Sporen, die sich offenbar durch Photosyntese ernähren, beeinträchtigt, ist noch nicht klar. Die meisten der gängigen Algenmittel enthalten  Kupfer  und wirken damit leider auch gegen Garnelen. Man kann aber dennoch einiges gegen die Alge tun. 
 Im Aquarium werden zunächst optimale Verhältnisse hergestellt. Wie das geht, findet ihr in unserem Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  gut erklärt. 
   6.2.1 Durchmulmen 
 Dann wird der  Bodengrund  mehrfach gründlich abgesaugt, um so möglichst viele der Sporen zu eliminieren, bevor sich weitere Garnelen mit ihnen anstecken können. 
   6.2.2 Malachitgrün 
 Der Amerikaner Chaz Hing fand heraus, dass das Rhizoidsystem der parasitischen Alge durch eine systemische Behandlung mit malachigrünhaltigen Medizinalflocken von innen zerstört werden kann. Selbst bei schon sichtbar infizierten Tieren ging der Befall daraufhin zurück und verschwand sogar. Chaz tränkte dafür das bei Garnelen beliebte Snowflake-Futter (also getrocknete Sojabohnenhülsen) mit Kordon Rid Ich Plus, einem in Amerika gängigen flüssigen Fischmedikament gegen Ichthyo, und ließ sie danach wieder trocknen. Seine Zusammensetzung:&amp;nbsp; 4,26% Formaldehyd und 0,038% zinkfreies Malachitgrünchlorid. Produkte mit Malachitgrünoxalat stellten sich als nicht ganz so effektiv heraus wie dieses Mittel. Diese Flocken verfütterte er sowohl im Quarantänebecken als auch im Ursprungsaquarium über eine Woche lang ausschließlich. Zusammen mit anderen Maßnahmen wie einer Haltungsoptimierung und regelmäßigem gründlichem Mulmen bekam Chaz Hing so seine Garnelen algenfrei.   Unglücklicherweise ist in der EU die Verwendung von Malachitgrün in Futtermitteln für Wassertiere verboten, da sich Malachitgrün in Speisefischen ansammelt und in die menschliche Nahrungskette gelangen könnte.  
   6.2.3 Garnelenpaste TiMa Balance 
 Matthias Eßlinger von TiMa Garnelenfutter geht mit seiner &quot; Garnelenpaste Balance &quot; einen anderen Weg. Wir erinnern uns: Diese Algen sind Schwächeparasiten. Ein Parasitenbefall ist bei Krustentieren in Aquakulturen nichts Neues, in vielen Nutztieranlagen kämpft man mit dieser Art von Problem. Der Einsatz von Medikamenten verbietet sich dort jedoch, weil die Krebse oder Garnelen dann nicht mehr in den Verzehr kommen dürfen. Die Parasiten können jedoch auch unschädlich gemacht werden, indem man ihnen den Weg zu ihrer Nahrung versperrt, die Wirtstiere stärkt und eine Barriere zwischen den Parasiten und seinen Wirt legt. Dieses Wissen aus der Aquakultur macht sich der Hersteller zunutze.  Mit Hilfe einer bestimmten Ölgruppe in diesem Futter kann die Garnele eine Sperrschicht zwischen Panzer und Gewebe einlagern, trennt also den Parasiten von seiner Wurzel. Die Garnelenalge bleibt zwar zunächst noch an Ort und Stelle, kann sich aber nicht mehr aus dem Muskelgewebe der Garnele ernähren und das Tier schwächen. Bei der nächsten  Häutung  streift die Garnele den befallenen Panzer ab. Die Tiere sollten noch weiter mit dem Futter gefüttert werden, bis sie die nächste Häutung auch noch überstanden haben.   Natürlich muss zusätzlich zur Behandlung immer auch das primäre Problem angegangen werden! Aus diesem Grund solltest du - wie oben ausgeführt - die Aquarienhygiene überprüfen, Stress für die Garnelen vermeiden und generell die Haltungsbedingungen kritisch ins Auge fassen. Eine regelmäßige Zugabe von  Huminstoffen  hat sich in der Garnelenhaltung/zucht bewährt, sie reduzieren Stress und stärken das  Immunsystem .&amp;nbsp; 
                ]]> </content> <updated>2018-09-05T00:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Checkliste Garnelensterben</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/checkliste-garnelensterben</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/checkliste-garnelensterben"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Leider kann es vorkommen, dass Garnelen sterben - entweder immer nur wenige Einzeltiere oder aber es sind schlagartig alle oder fast alle Zwerggarnelen im Aquarium betroffen. Hier findet ihr eine Checkliste, die Symptome und mögliche Ursachen beschreibt. Möget ihr sie niemals ...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 Hier geben wir euch eine Checkliste an die Hand, mit der ihr die Gründe für plötzliche Todesfälle im Garnelenaquariun und für Garnelensterben näher eingrenzen könnt. Bitte klickt jeweils auf den grün unterlegten Satzteil, der auf eure Situation zutrifft, dann kommt ihr direkt zu den entsprechenden Unterpunkten beziehungsweise zu den Artikeln und zu Hilfsmaßnahmen. 
 Sterben  einzelne Tiere  oder ist mehr oder weniger  die ganze Gruppe  betroffen? 
   Einzeltiere 
 Morgens liegt  hin und wieder eine einzelne tote Garnele  im Aquarium. -&amp;gt; Hinweis auf  Sauerstoffmangel  in der Nacht 
 Bevor die Garnele starb, wurde sie ganz  ruhig und apathisch und hörte auf zu fressen . -&amp;gt; Hinweis auf eine  schleichende Vergiftung , auf eine&amp;nbsp; bakterielle Infektion  oder auf  Häutungsprobleme  
 Bevor die Garnele starb, war sie  ganz normal unterwegs, und dann fiel sie auf einmal einfach um . -&amp;gt; Hinweis auf eine&amp;nbsp; bakterielle Infektion  
 Bevor die Garnele starb, war sie  eher langsam unterwegs, und dann fiel sie auf einmal einfach um . /  Jungtiere kommen nicht mehr hoch  / Garnelen werden  nicht mehr tragend  / Garnelen  wachsen nur noch sehr langsam  -&amp;gt; Hinweis auf einen zu hohen  Silikatwert  
 Bevor die Garnele starb, sah man deutlich einen  Spalt zwischen dem Kopfpanzer und dem Hinterleib ,  und/oder Teile des Kopfpanzers standen ab . -&amp;gt; Hinweis auf  Häutungsprobleme oder eine Fehlhäutung  
 Bevor die Garnele starb,  wurde sie im Inneren weiß . -&amp;gt; Hinweis auf  bakterielle Infektion  oder  idiopathische Muskelnekrose  
 Bevor die Garnele starb, hatte sie  verkürzte Fühler und/oder verlor Gliedmaßen . -&amp;gt; Hinweis auf  bakterielle Infektion  
 Bevor die Garnele starb,  verfärbte sich der Panzer weißlich . -&amp;gt; Hinweis auf  bakterielle Infektion  
 Bevor die Garnele starb,  verblassten die Farben, sie wurde mehr oder weniger durchsichtig . -&amp;gt; Hinweis auf Probleme wegen  unpassender Wasserwerte  
 Bevor die Garnele starb, hatte sie  Vertiefungen im Panzer, die eine rostbraune bis schwarze Farbe aufwiesen . -&amp;gt;  Hinweis auf Infektion der Haut mit Bakterien oder Pilzen (Rostkrankheit)  
 Die gestorbene Garnele hat Stellen an ihrem Körper, die  rosa-pink und wie entzündet aussehen.  Eventuell wachsen  weiße Fusseln  aus diesen Stellen. -&amp;gt; Hinweis auf eine  Pilzinfektion  
 Die gestorbene Garnele liegt einfach tot da.  Sie war schon ziemlich groß . -&amp;gt; Eventuell starb das Tier einfach  aufgrund seines Alters . 
 Bevor die Garnele starb, hatte sie  weißliche, gelbgrüne bis grüne Fusseln unter dem Hinterleib an den Schwimmbeinen  -&amp;gt; Hinweis auf einen  Befall mit parasitischen Algen  (fälschlicherweise oft als systemische Mykose bezeichnet) oder eine  Pilzinfektion  
 Bevor die Probleme begannen, habe ich  Tiere aus unterschiedlichen Quellen zusammengesetzt  -&amp;gt; Sonderform der bakteriellen Infektion, die sogenannte  Bakterienunverträglichkeit  
   Massensterben 
 Ich habe morgens das Licht angemacht und alle Tiere lagen tot am Boden/einige Tiere lagen tot am Boden, der Rest saß oben dicht unter der Wasseroberfläche. -&amp;gt; Hinweis auf  Sauerstoffmangel  
 Ich habe eine neue Pflanze aus dem Handel eingesetzt, daraufhin begannen Garnelen wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, oder sie versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten. -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Ich habe Medikamente gegen eine Fischkrankheit eingesetzt, daraufhin begannen Garnelen wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, oder sie versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten. -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Ich habe eine neue Wurzel eingesetzt, daraufhin begannen Garnelen wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, einige versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten. -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Von meiner Lampe ist die Verchromung abgeblättert, daraufhin begannen Garnelen wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, oder sie versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten. -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Ich habe einen  Wasserwechsel  mit  Leitungswasser  gemacht, nun sterben die Tiere, einige versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten -&amp;gt; Hinweis auf eine&amp;nbsp; akute Vergiftung  oder auf einen starken Anstieg des pH-Wertes und die Anwesenheit von  Ammonium  im Aquarium, das durch den höheren pH-Wert teilweise zu giftigem  Ammoniak  wurde 
 Ich habe Algenmittel eingesetzt, um meine Algen loszuwerden. Nun beginnen meine Garnelen, wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, einige versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Ich habe Gemüse gefüttert. Nun beginnen meine Garnelen, wild in der Gegend umherzuschießen, umzukippen und zu sterben, einige versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten -&amp;gt; Hinweis auf eine  akute Vergiftung  
 Meine Garnelen beginnen direkt nach dem Einsetzen wild in der Gegend umherzuschießen / schnell zu schwimmen, umzukippen und zu sterben, einige versuchen, aus dem Aquarium zu flüchten -&amp;gt; Hinweis auf eine&amp;nbsp; akute Vergiftung  oder auf einen  osmotischen Schock  
 Meine Garnelen werden innen weiß, verlieren Gließmaßen, verfärben sich anderweitig, sind sehr ruhig, und einige Tiere sterben -&amp;gt; Hinweis auf eine schwer verlaufende  bakterielle Infektion  
 Vor dem Tod verfärben sich meine Garnelen orange, sie sterben wie die Fliegen -&amp;gt; Hinweis auf eine Virusinfektion 
                ]]> </content> <updated>2018-08-16T02:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Idiopathische Muskelnekrose</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/idiopathische-muskelnekrose</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/idiopathische-muskelnekrose"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Eine milchige bis weiße Trübung des Hinterleibs bei Garnelen kann durch eine Infektion hervorgerufen werden, es gibt jedoch auch noch weitere Faktoren, die hierfür verantwortlich sein können. Wann man von einer idiopathischen Muskelnekrose sprechen kann und was man dagegen unt...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Symptom  
  2 Ursachen  
 
  2.1 Stressfaktoren  
 
  3 Behandlung  
 
 
 Eigentlich sind alle Garnelen soweit fit, sie fressen, schwimmen und scheinen munter, und dennoch sitzt da ein Tier, das nicht ist wie alle anderen - es hat einen innerlich weiß verfärbten Hinterleib. Besonders gut sieht man dieses Phänomen bei den eher durchsichtigen Arten wie beispielsweise  Red Fire ,  White Pearl ,  Blue Jelly  und natürlich bei den ganzen  Rili-Varianten  mit transparenten Stellen am Körper. Diese - nicht nur leichte - Verfärbung ist das Symptom einer idiopathischen Muskelnekrose. 
   1 Symptom 
 Bei der idiopathischen, also durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufenen Muskelnekrose verfärben sich Teile des Muskelgewebes im Hinterleib der Garnele milchig bis undurchsichtig weiß. Hier ist nicht der Panzer betroffen, sondern das darunter liegende Gewebe. In schweren Fällen ist der gesamte Hinterleib von diesen fibrotischen Veränderungen betroffen. Das entzündete Gewebe vernarbt, und die Muskulatur kann sich bei schlimmen Fällen verkürzen. 
 Eine ganz schwache milchige Trübung muss kein Krankheitszeichen sein - nur wenn das Muskelgewebe deutlich trübe wird, spricht man von einer Muskelnekrose. Auch kurz vor einer  Häutung  wird eine Garnele leicht milchig, jedoch ist hier das Gewebe nicht sichtbar betroffen. Die Trübung wird in diesem Fall durch die sich ablösende Haut ( Apolyse ) hervorgerufen beziehungsweise durch einen leichten Sauerstoffmangel, da die Kiemen mitgehäutet werden. Nach der erfolgreichen Häutung ist die Trübung dann wieder weg - das unterschiedet sie von der krankhaften Nekrose. 
 Garnelen mit einer idiopathischen Muskelnekrose zeigen oft lange Zeit kein abweichendes Verhalten, sie laufen und fressen ganz normal und wirken nicht sichtbar krank. 
 Ist die Nekrotisierung des Muskelgewebes schon stark fortgeschritten, kann sich der Hinterleib der Garnele zu einem kleinen Buckel verformen - dieser tritt auf, wenn sich das angegriffene, vernarbte Gewebe zusammenzieht. 
   2 Ursachen 
 &quot;Nekrose&quot; nennt man das krankhafte Absterben von Zellen oder Geweben in einem lebenden Organismus, bei der idiopathischen Muskelnekrose sterben Muskelzellen im Hinterleib der Garnele ab. Verantwortlich dafür kann eine Unterversorgung der Muskelzellen mit Sauerstoff sein. Ein Grund für eine Muskelnekrose kann daher eine  bakterielle Infektion  der Kiemen sein, die in der Folge zu Sauerstoffknappheit und dadurch zu einer Trübung des Muskelgewebes führt. 
 Aber auch ein  Fehlen von Nährstoffen  kann eine Rolle spielen, ebenso wie  Gifte ,  Bakterien  oder Säuren. Zunächst entzündet sich das betroffene Gewebe. Dauern die Schädigungen an beziehungsweise wird der Auslöser nicht entfernt, sterben die Muskelzellen ab, was letzten Endes früher oder später zum Tod der Garnele führt. 
   2.1 Stressfaktoren 
 Mögliche Stressfaktoren (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), die eine idiopathische Muskelnekrose auslösen können, sind: 
 
 ausbleibende, zu geringe oder zu seltene  Wasserwechsel , dadurch eine Anreicherung von Schadstoffen im Aquarium 
 ein Überangebot an Nährstoffen und ein damit einhergehendes Ungleichgewicht in der Biofauna 
  Sauerstoffmangel  durch  zu hohe Bakteriendichte  
  unpassende Wasserwerte  
 zu hohe oder zu niedrige Temperaturen 
 Stress durch Transport 
 Stress durch Mitbewohner (sehr neugierige Fische, Raubfische) 
 
   3 Behandlung 
 Die Bedingungen im Aquarium müssen beim Auftreten einer Muskelnekrose bei einem oder mehreren Tieren dringend überprüft und optimiert werden. Besteht der Verdacht, dass das erkrankte Tier an einer bakteriellen Infektion leidet, sollte es unbedingt separiert und in ein  Quarantäneaquarium  überführt werden, wo man es weiter behandelt. 
 Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Krankheitserreger deutlich weniger Angriffspunkte haben, wenn die Tiere im Aquarium optimal gehalten werden. Die meisten Keime sind ubiquitär, kommen also überall vor. Daher ist es besser, die Tiere von vornherein so zu halten, dass sie eine gute Kondition besitzen und gesund und vital sind. Wie man das macht, darauf gehen wir in unserem Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  ein, in dem ihr viele wichtige Tipps für die Optimierung eures Garnelenaquariums findet. 
                ]]> </content> <updated>2018-08-16T00:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Schleichende Vergiftung bei Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/schleichende-vergiftung-bei-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/schleichende-vergiftung-bei-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Eine schleichende Vergiftung bei Garnelen ist nicht leicht von einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden, weil sich die Symptome stellenweise recht ähnlich sind. Umso genauer sollte man hinschauen und mögliche Risikofaktoren im Garnelenaquarium von vornherein ausschließen.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Symptome  
  2 Ursachen  
 
  2.1 Schwermetalle und andere Giftstoffe  
 
  2.1.1 Giftstoffe im Aquarium  
 
  2.1.1.1 Schwermetalle aus dem Wasser  
  2.1.1.2 Schwermetalle durch Aquarienpflanzen  
  2.1.1.3 Schwermetalle und PAK durch Aquariendeko  
  2.1.1.4 Schwermetalle durch Gestein  
  2.1.1.5 Schwermetalle in Aquarienwurzeln  
  2.1.1.6 Pestizide in Aquarienpflanzen / Gemüse  
  2.1.1.7 Gammelnder Bodengrund  
  2.1.1.8 Duftkerzen / Duftöle  
 
  2.1.2 Abhilfe  
 
  2.1.2.1 Quelle entfernen  
  2.1.2.2 Mulmen und Wasserwechsel  
  2.1.2.3 Schwermetalle im Leitungswasser  
  2.1.2.4 Aquariendeko versiegeln  
 
 
  2.2 Falsch gelagertes Futter  
 
  2.2.1 Abhilfe  
 
 
 
 
   1 Symptome 
 Garnelen im Aquarium sterben bei einer schleichenden Vergiftung eher vereinzelt und nicht in Abhängigkeit von der Tageszeit. Nicht jedes Tier kommt mit einer Hintergrundbelastung mit Schadstoffen gleich gut klar, die schwächsten trifft es zuerst. Oft - aber nicht ausschließlich - sind tragende Weibchen betroffen. Die Tiere werden ruhig und stellen das Fressen ein, eine milchigweiße Eintrübung des Hinterleibs ist möglich. Die Symptome sind einer  bakteriellen Infektion  nicht unähnlich, umso wichtiger ist die Ursachensuche, um eine schleichende Vergiftung ausschließen zu können. 
   2 Ursachen 
 Eine schleichende Vergiftung im Aquarium kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die folgende Liste erhebt keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit - Garnelen reagieren auf viele Substanzen sehr empfindlich. 
   2.1 Schwermetalle und andere Giftstoffe 
   2.1.1 Giftstoffe im Aquarium 
 Schwermetalle wie  Kupfer , Silber, Zink, Blei und so weiter sind für Garnelen giftig. Eine geringe Belastung damit kann eine schleichende Vergiftung zur Folge haben. Die Schwermetalle werden im Körpergewebe eingelagert und tun dort ihr zerstörerisches Werk. Andere Giftstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) können vor allem in Kunststoffdeko vorkommen, Pestizide trägt man vorwiegend mit Pflanzen und mit pflanzlichen Futtermitteln ein. 
    
   2.1.1.1 Schwermetalle aus dem Wasser 
 Silber wird beispielsweise in Brita-Filtern zur Desinfektion eingesetzt. Wasser aus diesen Filtern ist nicht tauglich für ein Garnelenaquarium (dieser Hinweis stammt vom Hersteller selbst). Aber auch manches Wasserwerk setzt Silber zur Leitungswasserdesinfektion ein, auch durch Leitungswasser kann Silber daher ins Aquarium gelangen. 
  Kupfer  wird klassischerweise von Kupferleitungen oder von Kupferheizspiralen in Boilern ins Wasser abgegeben. In der Regel sind Kupferleitungen innen von einer Oxidschicht umgeben, daher ist die Kupferkonzentration im Wasser meist nicht sehr hoch. Steht das Wasser lange in den Leitungen oder sammelt sich das Schwermetall im  Bodengrund  des Aquariums an, so kann es irgendwann doch zu tödlichen Konzentrationen kommen. 
 Auch Dachrinnen oder Dachverkleidungen sind oft aus Kupfer oder auch aus Zink - wer Regenwasser nutzen will, sollte das im Hinterkopf behalten. 
 Sehr alte Wasserleitungen können noch aus Blei bestehen. 
   2.1.1.2 Schwermetalle durch Aquarienpflanzen 
 Aus dem Bleiband, mit dem immer noch Bundpflanzen fürs Aquarium zusammengehalten werden, kann unter bestimmten Umständen Blei herausgelöst werden. Bleibänder sollte man daher sicherheitshalber nicht im Wirbellosenaquarium verwenden, auch wenn Blei nicht gut in Lösung geht. 
   2.1.1.3 Schwermetalle und PAK durch Aquariendeko 
 Die Farbe mancher Aquariendekoration oder billiger bunter  Kunststoffkies  kann Schwermetalle enthalten, Kunststoffe können außerdem Gifte wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ans Aquarienwasser abgeben. 
   2.1.1.4 Schwermetalle durch Gestein 
 Selbst Gestein kann Schwermetalle abgeben - insbesondere bei Lava können solche Einschlüsse vorhanden sein, aber auch bei anderen Gesteinsarten wird vereinzelt darüber berichtet. 
   2.1.1.5 Schwermetalle in Aquarienwurzeln 
 Über schleichende Vergiftungen durch Schwermetalle wurde auch schon im Zusammenhang mit Aquarienwurzeln und hier ganz besonders mit den häufig verwendeten zweifarbigen Mopaniwurzeln berichtet. Der Grund ist nicht etwa giftiges Holz, sondern vielmehr die Tatsache, dass diese Aquarienwurzeln sandgestrahlt werden, um den zweifarbigen Effekt zu erzeugen. Wird hier ungeeignetes Strahlmittel verwendet, können winzige Reste davon in Spalten im Holz sitzen und hier das Wasser vergiften. 
   2.1.1.6 Pestizide in Aquarienpflanzen und Gemüse 
 Obwohl von Pestiziden schon kleine Mengen ausreichen, um  akute Vergiftungssymptome  bei Garnelen auszulösen, so ist es doch denkbar, dass winzigste Spuren von Pestiziden zu einer schleichenden Vergiftung mit den oben genannten Symptomen führen können. 
   2.1.1.7 Gammelstellen im Bodengrund 
 Futterreste, die in den  Bodengrund  einsickern, können zu schweren Problemen im Garnelenaquarium und zu Garnelensterben führen. Wenn das Futter im Boden beginnt zu faulen, bildet sich für Garnelen hochgiftiger Schwefelwasserstoff. Zu erkennen ist dies daran, dass aus dem Bodengrund Blasen aufsteigen, wenn man mit einem Schaschlikstäbchen darin stochert, die auffallend nach faulen Eiern riechen. 
   2.1.1.8 Duftkerzen / Duftöle 
 Immer wieder kommt es in Räumen zu Garnelensterben, in denen Duftkerzen oder Duftöle benutzt werden. Insbesondere wenn das Garnelenaquarium über einen  Luftheber  gefiltert wird oder wenn man einen Sprudelstein im Aquarium einsetzt, kommt sehr viel Raumluft mit dem Wasser in Berührung. Nicht jede Duftkerze und nicht jedes Duftöl schadet, aber wenn man ungeklärte Todesfälle im Aquarium hat, sollte man diese Option ebenfalls in Betracht ziehen. 
   2.1.2 Abhilfe 
   2.1.2.1 Quelle entfernen 
 Besteht der Verdacht auf eine schleichende Vergiftung mit Schwermetallen, so muss man zunächst die Schwermetallkonzentration im Aquarium in den Griff bekommen. Vermutet man eine Schwermetallquelle im Aquarium, wird sie selbstverständlich zunächst entfernt. 
 Faulstellen enstehen besonders häufig an der Futterstelle. Steigen hier Blasen aus dem Boden auf oder ist der Boden unter der Deckschicht schwarz verfärbt, wird das gesamte verfärbte Substrat entfernt. 
 Vermutet man Duftkerzen oder Duftöle als Ursache des Problems, sollten die Duftquellen aus dem Raum mit dem Aquarium entfernt werden. Dann gut lüften und  Wasser wechseln . 
   2.1.2.2 Mulmen und Wasserwechsel 
 Da sich Schwermetalle gerne im  Bodengrund  absetzen, wird zunächst der Bodengrund sehr gründlich durchgemulmt (auch unter den Wurzeln) und dabei gleich ein großer Wasserwechsel von 80%+ durchgeführt. Auch der Einsatz von  Wasseraufbereiter  im Aquarium kann als Erste-Hilfe-Maßnahme nützlich sein. 
   2.1.2.3 Schwermetalle im Leitungswasser 
 Besteht der Verdacht auf Kupfer im  Leitungswasser , sollte man das Wasser, das in den Leitungen steht, definitiv abfließen lassen, bevor man Wasser fürs Aquarium entnimmt, das Wasser wird außerdem immer nur kalt entnommen (im warmen Wasser löst sich mehr Kupfer) - so lässt sich eine eventuell vorhandene Kupferbelastung des Leitungswassers gut verringern. 
  Mineralische Wasseraufbereiter auf Zeolithbasis  (zu erkennen an der milchweißen Färbung und der Tatsache, dass man die Flasche vor Verwendung schütteln muss) eignen sich hervorragend zur Bindung von Schwermetallen. Idealerweise wird der Wasseraufbereiter außerhalb des Aquariums in das Wechselwasser eingerührt. Das Wasser lässt man dann einen Tag abstehen und gibt es möglichst ohne den weißen Bodensatz ins Aquarium. Im Bodensatz sind eventuell vorhandene Schwermetalle wie Kupfer oder Silber gebunden, sie können unter bestimmten Umständen wieder ans Wasser abgegeben werden - daher ist es sinnvoll, wenn man sie erst gar nicht ins Aquarium gelangen lässt. 
 Alternativ kann man auf  Osmosewasser ,  Wasser aus dem Vollentsalzer  oder auf mit Aktivkohle gefiltertes Regenwasser zurückgreifen, das man mit einem entsprechenden Mineralsalz auf die für die im Aquarium gepflegte Garnelenart  passenden Werte aufsalzt . 
   2.1.2.4 Aquariendeko versiegeln 
 Will man oder kann man beispielsweise Aquariendeko aus Kunststoff nicht entfernen, obwohl man die Gegenstände im Verdacht hat, giftige Stoffe abzugeben, lässt man sie zunächst gut trocknen und versiegelt sie dann mit Kunstharz (Epoxidharz). Achtung, bei hohlen Gegenständen Innenwände nicht vergessen! Das Versiegeln kann natürlich auch schon prophylaktisch geschehen. 
 Bei Wurzeln funktioniert diese Methode leider nicht. Restfeuchte, die im Holz eingeschlossen ist, kann hier unter der Versiegelung zu Fäulnis führen. 
   2.2 Falsch gelagertes Futter 
 Falsch gelagertes Futter kann schimmeln, verderben oder - wenn es Öle oder andere Fette enthält (wie zum Beispiel manche Puddingfutter) - ranzig werden. Die dadurch entstehenden Gifte können ebenfalls für Probleme bei Garnelen sorgen. 
   2.2.1 Abhilfe 
 Futter sollte immer trocken, luftig und kühl aufbewahrt werden, je nach Anweisung auf der Packung auch im Kühlschrank. 
 Getrocknete Pflanzenteile wie  braunes oder grünes Laub  oder getrocknete Brennnesseln, Löwenzahn und so weiter werden wegen der immer vorhandenen geringen Restfeuchte nicht in Plastiktüten, sondern nur in luftdurchlässigen Behältern wie Papiertüten oder Kartons aufbewahrt, um Schimmel zu vermeiden. 
 Sind Schimmel- oder Stockflecken sichtbar oder riecht das Futter ranzig oder muffig - bitte nicht mehr verfüttern, sondern wegwerfen! 
 &amp;nbsp; 
                ]]> </content> <updated>2018-08-01T02:00:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Rostfleckenkrankheit, Brandfleckenkrankheit</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/rostfleckenkrankheit-brandfleckenkrankheit</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/rostfleckenkrankheit-brandfleckenkrankheit"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Orangefarbene bis dunkelbraun-schwarze, manchmal runde, manchmal auch unförmige Flecken auf dem Panzer von Garnelen, Krabben und Krebsen werden als Rostlflecken oder Brankflecken bezeichnet. Hier handelt es sich häufig um eine Infektion mit Bakterien und/oder Pilzen. Hier erfa...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Diagnose  
 
  1.1 Akuter Verlauf  
 
  2 Erreger der Rostfleckenkrankheit  
  3 Krankheitsursache  
  4 Heilung  
 
  4.1 Ursachenfindung  
 
  5 Behandlung der Infektion  
 
  5.1 Naturheilmittel  
 
  6 Vorbeugung  
 
  6.1 Naturheilmittel  
 
 
 
 Die Brandfleckenkrankheit bei Garnelen und Krebsen wird auch Rostkrankheit genannt. Eigentlich handelt es sich bei der namensgebenden Braunfärbung betroffener Stellen auf dem Panzer um eine typische  Immunreaktion  der Zehnfußkrebse. Bei Problemen wie Läsionen, Verletzungen, oberflächlichen bakteriellen Infektionen oder Pilzinfektionen lagern Garnelen, Krebse und Krabben den schwarzbraunen Farbstoff Melanin als Abwehrstoff ein, um so das verletzte oder infizierte Gewebe vom noch gesunden Gewebe abzukapseln und so ein Übergreifen der Infektion möglichst zu verhindern. 
   1 Diagnose 
 Je nach Schweregrad sind die von der Rostkrankheit oder Brandfleckenkrankheit betroffenen Stellen durch das eingelagerte Melanin orangebraun bis beinahe schwarz, häufig haben sie einen durch Vorstufen des Melanins rötlich verfärbten Rand. Bei schwereren Infektionen ist der Fleck zur Mitte hin eingesenkt, in besonders weit fortgeschrittenen Fällen ist sogar ein kleines Loch sichtbar. Die Flecken können wenige Millimeter bis fast einen Zentimeter im Durchmesser haben. 
   1.1 Akuter Verlauf 
 Breiten sich diese Melanisierungen stark aus und vergrößern sie sich rapide, spricht man von einem akuten Verlauf. Brechen die Erreger in die Leibeshöhle durch, ist der Tod der Garnele oder des Krebses nahezu unausweichlich. 
   2 Erreger der Rostfleckenkrankheit 
 Häufig wird diese Garnelenkrankheit durch die Fadenpilze  Ramularia astaci ,  Didymaria cambari  oder  Cephalosporium leptodactyli  hervorgerufen. Typische bakterielle Erreger sind chitinolytische, also Chitin auflösende Bakterien wie  Aeromonas ,  Vibrio  und&amp;nbsp; Citrobacter  - auch eine Mischinfektion mit Bakterien und Pilzen gleichzeitig kann vorliegen. Die Erreger dringen durch winzige Verletzungen in den Garnelen- oder Krebspanzer ein, setzen sich fest und beschädigen ihn dann. Die meisten Erreger der Brandfleckenkrankheit oder Rostfleckenkrankheit sind im Aquarium omnipräsent, also so gut wie überall vorhanden. 
 Untersuchungen aus der kommerziellen (Speise-)Garnelenzucht belegen, dass beim Auftreten von Melanisierungen so gut wie immer eine Mischinfektion mit verschiedenen Erregern vorliegt. 
   3 Ursache der Infektion 
 Wie immer begünstigt Stress einen Ausbruch der Rostfleckenkrankheit oder Brandfleckenkrankheit bei Garnelen, Krebsen und Krabben. Durch Versand,  ungünstige Haltungsbedingungen,  einseitige  Fütterung , aber auch durch Verletzungen nach Kämpfen (vor allem bei Flusskrebsen und Zwergkrebsen) oder durch unpassende, scharfkantige Aquarieneinrichtung können Läsionen entstehen, in denen sich die Erreger einnisten können. 
   4 Heilung 
 Sind die Flecken wie bei den frisch importierten Tieren im Bild unten nur oberflächlich auf dem Körper der Garnele oder des Krebses vorhanden, so hat sich das Problem mit der nächsten Häutung erledigt. Der beschädigte Panzer wird mitsamt der melanisierten Gebiete abgestreift und das Tier ist in dem Fall dann wieder gesund. Sind die Zerstörungen bereits so tief, dass die Erreger ins Körperinnere vordringen konnten, ist eine Heilung sehr schwierig. 
   
   4.1 Ursachenfindung 
 Tauchen immer wieder Tiere auf, die Brandflecken oder Rostflecken haben, muss man unbedingt die Ursache des Problems herausfinden. Dabei ist ein Erregernachweis weniger zielführend (obwohl man natürlich dennoch eine Probe im Labor untersuchen lassen kann, wenn man genau wissen will, womit man es zu tun hat und wie dagegen im konkreten Fall vorzugehen ist) als vielmehr eine generelle Verbesserung der Lebensbedingungen: Die Besatzdichte, die  Bakteriendichte im Wasser , die  Fütterung , ... 
 Auch in der kommerziellen Zucht wird bei Rostflecken oder Brandflecken auf dem Panzer der Speisegarnelen grundsätzlich eher durch eine Haltungsverbesserung Abhilfe geschaffen als durch eine medikamentöse Behandlung. 
   5 Behandlung 
  Huminstoffe  und Gerbstoffe wirken adstringierend, also zusammenziehend. Sie haben einen ausgesprochen positiven Effekt auf die Schleimhäute und auch auf den Panzer von Garnelen und anderen Krebstieren, und nebenbei wirken sie auch noch antibakteriell und fungizid. Durch ein entsprechendes Huminstoffpräparat wie Black Water Powder SE/Fulvin+ oder Liquid Humin+ kann man einfach eine große Menge dieser positiven Substanzen einbringen. 
   5.1 Naturheilmittel 
 Im Akutfall kann man parallel zur Haltungsverbesserung zum Beispiel mit den sowohl antibakteriell als auch fungizid wirkenden  Seemandelbaumblättern ,  Zimtstangen  oder mit  Grüntee  gegen die Erkrankung vorgehen.   In unserem Artikel  &quot;Hausmittel und Heilmittel aus der Natur&quot;  stellen wir euch diese und andere natürlichen Hausmittel gegen Infektionen bei Garnelen vor. 
   6 Vorbeugung 
 Auf eine allgemeine Vorbeugung gegen Krankheiten gehen wir im Wiki-Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  ein. Konkret kann man mit Zugabe von  Huminstoffen  und Gerbstoffen durch ein entsprechendes Huminstoffpräparat wie das Black Water Powder SE/Fulvin+ oder das Liquid Humin+ auch prophylaktisch die Haut der Garnelen, Krebse und Krabben stärken. 
   6.1 Naturheilmittel 
 Die  Huminstoff - und Gerbstoffzugabe funktioniert selbstverständlich auch mit verschiedenen Naturmitteln wie  braunem Herbstlaub  und  Erlenzapfen . Mit diesen Naturheilmitteln lässt sich der Rostflecken- oder Brandfleckenkrankheit sehr gut vorbeugen. 
                ]]> </content> <updated>2018-07-30T01:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Akute Vergiftung bei Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/akute-vergiftung-bei-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/akute-vergiftung-bei-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Hier beschreiben wir, wie du eine akute Vergiftung im Garnelenaquarium erkennen und behandeln kannst und was du tun kannst, dass es erst gar nicht so weit kommt. Garnelen sind kleine Tiere, die einen empfindlichen Organismus haben und die auf hier übliche Umweltgifte leider se...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Symptome  
  2 Abhilfe  
  3 Ursachen  
 
  3.1 Schwermetalle  
 
  3.1.1 Kupfer  
 
  3.1.1.1 Medikamente, Algizide, Schneckenmittel  
 
  3.1.2 Silber  
  3.1.3 Blei und andere Schwermetalle  
 
  3.2 Chlor  
  3.3 Ammoniak  
  3.4 Nitrit  
  3.5 Pestizide  
 
  3.5.1 Neue Aquarienpflanzen  
  3.5.2 Insektenspray  
  3.5.3 Flohmittel, Zeckenabwehrmittel etc.  
  3.5.4 Futter  
  3.5.5 Sonstiges  
 
  3.6 Schwefelwasserstoff aus Faulstellen  
 
  4 Vorbeugung  
 
  4.1 Wasserwechsel - Schwermetalle, Chlor  
 
  4.1.1 Alternative  
 
  4.2 Ammoniak und Nitrit vermeiden  
  4.3 Pestizide vermeiden  
 
  4.3.1 Neue Aquarienpflanzen  
 
  4.3.1.1 Alternativen  
 
  4.3.2 Beim Einsatz von Insektiziden  
  4.3.3 Beim Futter  
 
  4.3.3.1 Alternativen  
 
 
  4.4 Faulstellen vermeiden  
 
 
 
   1 Symptome einer akuten Vergiftung beim Garnelen 
 Bei einer akuten Vergiftung sind alle oder zumindest fast alle Garnelen im Aquarium betroffen. Typische Symptome sind   
 
 Hochspringen und wieder herabfallen 
 Taumeln 
 Zappeln 
 hektisches Umherschwimmen 
 Umfallen 
 der Versuch, aus dem Aquarium zu flüchten 
 regungsloses Sitzen 
 Sterben 
 
 &amp;nbsp; 
    2 Abhilfe 
 Bei einer akuten Vergiftung hilft eigentlich nur eines: Das Gift muss aus dem Becken. Dazu muss man natürlich zunächst die Quelle des Giftes (zum Beispiel eine neue Pflanze) ermitteln und entfernen. Danach wird zügig ein sehr großer  Wasserwechsel  mit  angepasstem Wasser  gemacht (80-90%). 
 Zusätzlich ist es sinnvoll,  Wasseraufbereiter  wie Salty Shrimp Easy Filter Powder oder Flüssiges Filtermedium von Easy Life ins Aquarium zu geben, damit die letzten Reste des Giftes auch noch unschädlich gemacht werden. Auch Aktivkohle eliminiert Gifte und kann zusätzlich zum Wasserwechsel eingesetzt werden. 
 Wasser muss so lange gewechselt werden, wie die Tiere Symptome zeigen. Bei hartnäckigen Problemen hat sich ein Durchlauf-Wasserwechsel bewährt: Unten wird Wasser abgesaugt, oben gibt man Frischwasser zu (wenn möglich angepasst, wenn das nicht möglich ist, muss trotzdem das vergiftete Wasser aus dem Aquarium, zur Not muss man dann mit nicht optimalen Wasserwerten leben - das Gift ist auf jeden Fall tödlich!). Durch diese Methode wird das Gift im Wasser schneller verdünnt als bei einem einfachen Wasserwechsel. 
 Um die Garnelen schnell aus dem lebensbedrohlichen Milieu zu bringen, kann man sie auch aus dem Aquarium herausfangen und in frisches Wasser setzen, solange der Wasserwechsel noch läuft. 
 Trat die akute Vergiftung der Tiere direkt nach einem Wasserwechsel mit  Leitungswasser  auf, musst du allerdings anders vorgehen: Ist Chlor das Problem, lässt du das Wasser, wie unter  Punkt 3.2  beschrieben, vor dem Wasserwechsel unter starker Bewegung ausgasen. Haben die Wasserwerke Silber beigemischt, musst du das Wechselwasser entweder vor dem Wasserwechsel mit einem Aufbereiter behandeln oder auf demineralisiertes (&quot;destilliertes&quot;) Wasser oder Osmosewasser zurückgreifen. 
   3 Ursachen 
 Die Ursachen für eine akute Vergiftung können sehr unterschiedlich sein. Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - Garnelen können an sehr vielen Dingen sterben. 
   3.1 Schwermetalle 
 Ab einer bestimmten Konzentration sind Schwermetalle im Wasser für Wirbellose akut giftig. Sind Garnelen ständig einer geringen Konzentration zum Beispiel von  Kupfer  ausgesetzt, das etwa aus den Wasserleitungen oder dem Boiler stammt, kommt es eher zu einer  schleichenden Vergiftung . 
   3.1.1 Kupfer 
 Wasser, das lange in relativ neuen Kupferleitungen stand, kann so stark mit  Kupfer verbindungen belastet sein, dass es eine akute Vergiftung auslöst. Symptome zeigen sich dann relativ zeitnah zum Wasserwechsel mit dem belasteten Wasser. 
 Auch Regenwasser, das aus einer Kupferrinne kommt oder das von einem Kupferdach aufgefangen wurde, kann Kupfer in gefährlichen Konzentrationen enthalten. 
 Die verchromte Schicht von Lampen ist ebenfalls kupferhaltig, Kupfer dient hier als Trennmittel. Blättert die silbrige Schicht von einer Aquarienleuchte ab, kann dies schon ausreichen, um die Garnelen zu vergiften. 
   3.1.1.1 Fischmedikamente, Algenmittel, Schneckenmittel 
 Auch in Medikamenten zur Behandlung von Zierfischen, in Algenmitteln und in Mitteln gegen Schnecken im Aquarium ist oft Kupfer enthalten. Bitte deshalb immer das Etikett genau lesen und das entsprechende Präparat nicht im Wirbellosenaquarium verwenden, wenn sich der Verdacht auf einen noch so geringen Kupfergehalt auftut! 
 Im  Pflanzendünger enthaltenes Kupfer  dagegen ist chelatiert und dadurch gebunden - kann also bei Garnelen durch die Bindung keinen Schaden anrichten. 
   3.1.2 Silber 
 Eine akute Vergiftung durch Schwermetalle kann zum Beispiel aber auch durch einen Wasserwechsel mit Wasser aus einem Brita-Filter oder einem anderen Wasserfilter ausgelöst werden - hier wird das für Wirbellose hoch giftige Silber zur Desinfektion eingesetzt. Je nachdem, wie lange das Wasser im Filter stand, können hier kritische Konzentrationen erreicht werden. Auch bei Problemen mit dem Leitungswasser vom Wasserwerk zugesetztes Silber kann je nach Konzentration auch zu akuten Vergiftungen führen. 
   3.1.3 Blei und andere Schwermetalle 
 Konventionell erzeugte Bundpflanzen werden oft von Bleibändern zusammengehalten. Blei, das sich unter bestimmten Umständen vorwiegend durch Bakterientätigkeit im Boden aus diesen Bleibändern löst, kann für Garnelen giftig sein. Sie sollten daher unbedingt vor dem Einpflanzen abgemacht werden. 
 Auch andere Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber sind für Garnelen giftig. Sie sollten ebenfalls nicht ins Aquarium gelangen. 
   3.2 Chlor 
  Leitungswasser  wird immer noch oft mit Chlor desinfiziert. Chlor ist für Garnelen und andere Wirbellose im Aquarium hoch giftig. Wenn der Wasserversorger auf eine bakterielle Belastung des Leitungswassers hingewiesen hat, nach Unwettern oder wenn die Leitungen gespült werden, kommt häufig immer noch Chlor zum Einsatz. Zeigen die Garnelen kurz nach dem Wasserwechsel Symptome einer akuten Vergiftung, kann dies an zugesetztem Chlor im Leitungswasser liegen. Wenn das Leitungswasser nach der Entnahme leicht nach Schwimmbad riecht, ist dies ein deutlicher Hinweis auf das Vorhandensein von Chlor. 
 In diesem Fall sollte das neue Wechselwasser beim Entnehmen aus der Leitung stark bewegt werden, damit das Chlor ausgast - das geht zum Beispiel, indem man es über die Duschbrause entnimmt oder für einige Zeit mit einer Luftpumpe stark durchblubbern lässt. Auch der Einsatz eines  Wasseraufbereiters  zur Chlorbindung kann zusätzlich sinnvoll sein. 
   3.3 Ammoniak 
  Ammoniak (NH 3 )  ist ein Nervengift. Schon ein Wert von 0,2 mg/l Ammoniak ist für Garnelen tödlich giftig. Garnelen aus sehr sauberen, nährstoffarmen Biotopen wie zum Beispiel die  Bienengarnele  zeigen schon bei noch geringeren Konzentrationen bereits Symtome einer Vergiftung:&amp;nbsp; Sie zucken, fallen um und sterben. 
 Bei pH-Werten über 7 liegt ein Teil des vergleichsweise harmlosen Ammoniums (NH 4 ) als Ammoniak vor. Treten unmittelbar nach einem Wasserwechsel mit Leitungswasser mit einem recht hohen pH-Wert Vergiftungserscheinungen auf, ist der Ammoniakwert im Wasser definitiv etwas, das bedacht werden muss. In Aquarien mit einem recht niederen pH-Wert löst eine plötzliche Erhöhung dieses Wertes die Umwandlung des Ammoniums in das tödliche Gift Ammoniak aus. 
   3.4 Nitrit 
  Nitrit (NO 2 )  entsteht wie Ammoniak im Zuge des  Stickstoffkreislaufs  im Aquarium. In einem gut laufenden biologisch aktiven Aquarium sollte eigentlich kein Nitrit nachweisbar sein - aber hin und wieder geht etwas schief: Eine plötzliche hohe organische Belastung durch ein unentdecktes großes gestorbenes Tier wie eine große Apfelschnecke oder durch einen Unfall mit einer Futterdose oder ein Absterben der Filterbakterien bei  Antibiotikaeinsatz  sind nur einige der denkbaren Möglichkeiten. 
 Eine direkte Nitritvergiftung führt bei empfindlichen Garnelen zu Massensterben. Ab einer Konzentration von 0,3-0,5 mg/l NO 2  im Aquarienwasser sollte man eingreifen, wenn man Garnelen aus nährstoffarmen Weichwasserbiotopen wie zum Beispiel  Bienengarnelen, &amp;nbsp; Kardinalsgarnelen aus Sulawesi  oder Tigergarnelen hält: Sie können bereits bei ca. 0,3-0,5 mg/l mit Appetitlosigkeit und einer erhöhten Krankheitsneigung reagieren. Kritisch sind bei diesen Garnelen Nitritwerte zwischen 0,5–1 mg/l. 
 Dagegen sind Teichgarnelen wie   Neocaridina davidi   oder   Neocaridina palmata   und auch die robusten  Amanogarnelen  nicht empfindlich gegenüber Nitrit - sie vertragen Konzentrationen bis 2 mg/l, ohne Probleme zu zeigen. 
   3.5 Pestizide 
 Viele Pestizide aus der Landwirtschaft und dem Pflanzenbau sind für Wasserorganismen hoch giftig, aber auch Mittel gegen Läuse und Flöhe sind für Garnelen, Krebse und andere Wirbellose im Aquarium tödlich. Es gibt leider einige Quellen, wie man sich Pestizide ins Aquarium holen kann. 
   3.5.1 Neue Aquarienpflanzen 
 Konventionell im nichteuropäischen Ausland erzeugte Pflanzen müssen vor der Einfuhr behandelt werden, sodass keine Fremdorganismen mit ihnen eingeschleppt werden können. Dazu werden die Pflanzen in den Herkunftsländern häufig einfach mit Pestiziden behandelt, die Insekten und auch Algen und Pilze vernichten. Krebstiere gehören als Gliedertiere oder Arthropoda zur selben Tierklasse wie Insekten, Milben und Spinnen, und diese Mittel sind daher auch für Garnelen, Krebse und Krabben im Aquarium tödlich giftig. 
   3.5.2 Insektenspray 
 Im Haus versprühtes Insektenspray kann für Garnelen fatale Folgen haben. Betreibt man das Aquarium mit einem luftbetriebenen Filter wie einem  Luftheber ) oder hat man einen Sprudelstein im Aquarium laufen, gelangt das Insektenspray besonders schnell und gründlich ins Aquarium und kann hier ein massenhaftes Garnelensterben auslösen. Garnelen gehören derselben Tierklasse (Arthropoda oder Gliederfüßer) an wie die Insekten, die hier bekämpft werden sollen. 
 Selbst der Sprühnebel von intensiv gespritzten Feldern war nachweislich schon bei offenem Fenster und günstigem Wind für Garnelensterben verantwortlich - also Vorsicht beim Sprühen von Insektengiften aller Art. Auch Insektenabwehrstecker für die Steckdose geben Pestizide ab und haben sicherheitshalber in einem Raum mit Wirbellosenaquarium nichts verloren. 
   3.5.3 Flohmittel, Zeckenabwehrmittel etc. 
 Kurz den Hund gestreichelt, danach mit den nur unter klarem Wasser gewaschenen (oder ganz ungewaschenen) Händen ins Aquarium gefasst, und nun sterben die Garnelen? Flöhe und Zecken gehören wie Garnelen zu den Arthropoda (Gliederfüßern), und die Gifte, die als Spot-on-Präparat oder in Floh- oder Zeckenhalsbändern bei Hunden und Katzen zum Einsatz kommen, sind auch für sie tödlich giftig. Auf Gift basierende Läusemittel beim Menschen (zum Beispiel Goldgeist Forte) sind ebenfalls tödlich giftig für Garnelen, ebenso wie Mittel zur Bekämpfung von Milben (zum Beispiel Sebacil bei Pferden und Großvieh). 
   3.5.4 Futter 
 Pestizide können neben Insektenspray auch durch das Futter ins Aquarium gelangen. Gerade bei der oft propagierten Fütterung von Gemüse kann nicht ausgeschlossen werden, dass auf der Schale oder auf dem Blatt noch Reste von Pestiziden anhaften, die für eine akute Vergiftung im Garnelenaquarium sorgen können. Diese Reste lassen sich auch durch gründliches Waschen unter fließendem Wasser nicht vollständig entfernen. 
   3.5.5 Sonstiges 
 Natürlich gibt es noch viele weitere Quellen für Gifte, die dann zufällig ins Garnelenaquarium gelangen können - sei es der Nachbar, der im Sommer seine Felder spritzt, während das Fenster offen war und der Wind ungünstig stand, sei es der mit Pestiziden kurz vor dem Fest behandelte Weihnachtsbaum, der Giftstoffe an den Händen des Aufstellers hinterließ, oder ... oder ... oder ... Grundsätzlich ist es eine gute Idee, im Zweifel vor dem Hanterien im Aquarium die Hände zu waschen oder sogar bei einem begründeteren Verdacht zu Latex-Handschuhen zu greifen. 
   3.6 Schwefelwasserstoff aus Faulstellen 
  Faulstellen im Boden sorgen häufig eher für schleichende Vergiftungen  im Aquarium, jedoch kann es vorkommen, dass zum Beispiel das Entfernen von Pflanzen oder umwälzende Arbeiten im  Bodengrund  so viel Schwefelwasserstoff frei wird, dass Garnelen zumindest in unmittelbarer Nähe eine so hohe Dosis abbekommen, dass sie sterben. Zu erkennen sind Faulstellen eindeutig am Geruch und an schwarz verfärbtem Substrat. 
   4 Vorbeugung 
   4.1 Beim Wasserwechsel - Schwermetalle und Chlor 
 Gegen Kupfer, das sich aus Leitungen löst, ist es sinnvoll, nur Frischwasser zu verwenden und das Wasser, das schon längere Zeit in der Leitung steht, vorher ablaufen zu lassen. Wer Wasser sparen möchte, gießt mit dem abgestandenen Wasser die Blumen oder entnimmt das Wechselwasser fürs Aquarium nach dem Duschen. 
 Nur kaltes Wasser entnehmen, je tiefer die Temperatur des  Leitungswassers  ist, desto weniger Unliebsames löst sich darin. 
 Gegen Chlor wird - wie oben unter  Punkt 3.2  beschrieben - das frische Wasser entweder vor dem Wasserwechsel mit Hilfe einer Luftpumpe stark bewegt oder über eine Düse wie zum Beispiel die Duschbrause entnommen. Chlor ist ein flüchtiges Gas, es wird durch Wasserbewegung schnell ausgetrieben. 
 Auch  Wasseraufbereiter  kann eingesetzt werden, um das Chlor im Leitungswasser zu binden. 
   4.1.1 Alternative 
 Wer diese Probleme ganz elegant umschiffen möchte, weicht auf  Osmosewasser , gefiltertes Regenwasser oder  Wasser aus dem Vollentsalzer  aus, das dann mit einem Mineralsalz auf für die gepflegten Aquarientiere  passenden Werte  gebracht wird. 
   4.2 Ammoniak und Nitrit vermeiden 
 In einem gut laufenden biologisch aktiven Aquarium sollten Ammoniak und Nitrit nicht wirklich messbar sein. Tritt vor allem in frisch aufgesetzten Aquarien ein erhöhter Ammonium-/Ammoniakwert oder ein erhöhter Nitritwert auf, so sollte man als Soforthilfe einen großen Wasserwechsel machen (80% Wasserentnahme entfernen auch 80% des Schadstoffs) und dann der Ursache für den Anstieg auf den Grund gehen. 
 
 Arbeitet der Filter richtig? Hier kann man gegebenenfalls nochmals mit einem  Bakterienpräparat  nachimpfen. 
 Liegt irgendwo ein unentdecktes totes Tier? Bitte suchen und entfernen! 
 Haben sich an einer wenig durchströmten Stelle Futterreste gesammelt oder hat es jemand viel zu gut mit der Futterdose gemeint? Bitte gründlich absaugen, auch den  Bodengrund  an der Futterstelle ordentlich durchmulmen. 
 
 &amp;nbsp; 
   4.3 Pestizide vermeiden 
   4.3.1 Neue Aquarienpflanzen 
 Neue Aquarienpflanzen aus konventioneller Anzucht sollten vorsichtshalber mindestens zwei Wochen separat gewässert werden. Hierzu werden sie mit Wasser in einem durchsichtigen Gefäß am Fenster geparkt oder aber während der Quarantänezeit entsprechend mit einer Klemmlampe o. ä. beleuchtet. Das Wasser im Wässerungsbehälter sollte öfter gewechselt werden. 
 Eventuell um die Wurzeln gewickelte Steinwolle wird vor dem Wässern so rückstandslos wie möglich entfernt, sie kann besonders viele unerwünschte Stoffe speichern. 
   4.3.1.1 Alternativen 
 InVitro gezogene Pflanzen setzen sich in der Aquaristik mehr und mehr durch. Diese Aquarienpflanzen werden komplett steril im Labor erzeugt und müssen nicht mit Pestiziden behandelt werden. Sie können ohne Wässerungszeit direkt ins Aquarium eingepflanzt werden. 
 Auch Pflanzen aus laufenden Aquarien, in denen nicht mit Medikamenten behandelt wurde, sind sicher für Garnelen und andere Wirbellose. 
   4.3.2 Vorbeugung beim Einsatz von Insektiziden 
 Ist es einmal unumgänglich, dass im Haus mit Insektengift hantiert wird (zum Beispiel bei Schaben- oder Flohbefall) und kann man das Aquarium nicht entfernen, sollte man auf jeden Fall vorher das Aquarium mit Frischhaltefolie absolut luftdicht einpacken und natürlich Luftpumpen und so weiter abschalten. Ein mit Aktivkohle bestückter Filter kann hier ebenfalls helfen, falls trotz der Vorsichtsmaßnahmen kleinste Mengen Insektengift ins Wasser gelangen sollten. 
 Hat man ein Haustier mit Spot on behandelt oder ein Mittel gegen Zecken, Läuse oder Milben verwendet, müssen die Hände sehr gründlich mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden, ehe man wieder ins Aquarium greift. Auch die behandelten Tiere sollten keinen Kontakt zum Wasser haben. Da hier bereits ganz geringe Mengen des Kontaktgiftes tödlich wirken können, sollten auch keine Tierhaare ins Aquarienwasser gelangen. 
   4.3.3 Vorbeugung beim Futter 
 Gemüse sollte -  wenn überhaupt  - nur geschält gefüttert werden, wenn es aus konventionellem Anbau kommt. Biogemüse ist etwas sicherer, jedoch kommen im Bioanbau teilweise kupferhaltige Spritzmittel zum Einsatz, die nicht viel besser für Garnelen sind. Auch hier sollte vorher gründlich gewaschen, wenn möglich geschält und nur in kleinen Portionen gefüttert werden. 
 Wer  Laub  und Grünfutter selbst sammelt, sollte darauf achten, dass die Bäume und Pflanzen nicht direkt neben einer viel befahrenen Straße, einem Feld oder einer anderen Intensivkultur stehen und auch nicht im Industriegebiet oder in seiner Abluftschneise. 
   4.3.3.1 Alternativen 
 Wer nicht die Möglichkeit hat, selber an unbedenkliches Garnelenfutter zu kommen, kann natürlich jederzeit auf Produkte aus dem Fachhandel ausweichen. Sie stammen in der Regel zumindest aus kontrolliertem Anbau und sind unbedenklich. 
   4.4 Faulstellen im Bodengrund vermeiden 
 Faulstellen im  Bodengrund  kann man vermeiden, indem man regelmäßig das Substrat durchmulmt und beispielsweise eine Futterschale nutzt, damit Futterreste nicht in den Bodengrund einsinken können. Hast du den Verdacht, dass der Bodengrund unter den Pflanzen nicht in Ordnung sein könnte, die du entfernen musst, so kannst du beim Herausziehen der Pflanzen parallel mit einem dickeren Schlauch oder mit der Mulmglocke das Wasser samt dem potenziellen Gammel absaugen und so das Risiko minimieren. Auch  Wasseraufbereiter  auf Zeolithbasis wie zum Beispiel Salty Shrimp Easy Filter Powder kann hier vorbeugend vor dem Gärtnern ins Wasser gegeben werden und so Schwefelwasserstoff binden helfen. 
                ]]> </content> <updated>2018-07-26T01:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Bakterielle Infektionen bei Garnelen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-infektionen-bei-garnelen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-infektionen-bei-garnelen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Bakterielle Infektionen sind bei Garnelen gar nicht so selten. Häufig äußern sie sich in Symptomen wie Weißwerden, Gliedmaßenverlust und Apathie. Einzelne Garnelen sterben, bei schweren Verläufen sterben auch mehrere Tiere in kurzem Abstand. Was man gegen eine solche Infektion...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Erreger einer bakteriellen Infektion  
  2 Verlauf  
  3 Symptome einer bakteriellen Infektion  
  4 Ursachen einer bakteriellen Infektion  
  5 Infektionen vorbeugen  
  6 Vorgehensweise bei Infektionen  
 
  6.1 Quarantäne  
  6.2 Behandlung beim milden Verlauf  
  6.3 Medikamentöse Behandlung  
 
  6.3.1 Dosierung und Bezugsquelle  
  6.3.2 Während der Behandlung  
  6.3.3 Nach der Behandlung  
 
  6.4 Alternative zu Antibiotika  
 
 
 
   1 Erreger einer bakteriellen Infektion bei Garnelen 
 Bakterielle Infektionen sind bei Garnelen relativ häufig. Die meisten Erregerstämme sind dabei erfahrungsgemäß (und durch mehrfache Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover bestätigt) sogenannte ubiquitäre Keime, die in jedem Aquarium vorkommen und eigentlich keinen Schaden anrichten - es sei denn, das  Immunsystem  der Garnelen ist geschwächt. Insbesondere die Bakteriengattungen&amp;nbsp; Vibrio,   Aeromonas  und  Pseudomonas  zählen hier zu den häufigsten in Proben gefundenen Erregern. 
   2 Verlauf 
 Nicht jede bakterielle Infektion hat den gleichen Verlauf, und auch nicht alle Infektionen wirken notwendigerweise gleich absolut verheerend. Manchmal verläuft die Krankheit mild, es sterben nur wenige Tiere, manche Tiere mit Symptomen erholen sich sogar wieder. Andere bakterielle Infektionen im Garnelenaquarium verlaufen sehr viel schwerer, die Tiere stecken sich in Massen an und es gibt viele Verluste innerhalb kurzer Zeit. 
   3 Symptome für eine bakterielle Infektion bei Garnelen 
 Vorab: Nicht alle der in der folgenden Liste aufgezählten Symptome treten bei jeder bakteriellen Infektion auf. Auch sind nicht alle Symptome in der Liste eindeutig einer Infektion mit bakteriellen Erregern zuzuordnen, sie können auch andere Gründe haben (beispielsweise eine Infektion mit Pilzen oder eine Vergiftung). Bevor ihr Medikamente einsetzt (vor allem Antibiotika), klärt unbedingt ab. ob die Probleme eurer Garnelen nicht eine andere Ursache haben könnten - werden sie richtig gehalten, sind potentielle Schadstoffquellen im Aquarium vorhanden, stimmt die  Ernährung ? 
 
 Das Muskelfleisch im Inneren der Garnele (im Pleon, also im Hinterleib) nimmt eine weißlich-trübe Farbe an. Der Grund für diese Färbung liegt in einer Schädigung der Kiemen – auch ein schwerer Sauerstoffmangel aus anderen Gründen kann sich so äußern. Wird der Hinterleib der Garnele nahezu gänzlich undurchsichtig und weiß, liegt eine schwere  Muskelnekrose  vor. 
 Bei einer Entzündung des Muskelgebewes kann diese Verfärbung auch ins Rötliche gehen. 
 Bei einer Infektion der inneren Organe verfärben sich die durch den Rückenpanzer sichtbaren Organe der Garnele farblich - oft nehmen die entzündeten Organe eine rosa bis rötlich-orangene Färbung an. 
 Bei einer äußeren bakteriellen Infektion verfärbt sich die Haut der Garnele weißlich, oft in asymmetrischen Flächen. 
 Eine bakterielle Infektion, die mit Hautläsionen einhergeht, äußert sich in dunkelbraunen sogenannten  Rostflecken oder Brandflecken  auf der Haut, die mehr oder weniger stark eingesenkt sein können. 
 Erkrankte Garnelen verlieren insgesamt an Farbe, sie werden blass. 
 Es kann vorkommen, dass an einer bakteriellen Infektion erkrankte Garnelen Gliedmaßen oder Fühler ganz oder teilweise verlieren 
 Typisch ist auch das Steifwerden der Schreitbeine. Betroffene Tiere fallen um und bleiben liegen, die Schwimmbeine wedeln ab und zu noch schwach. 
 Manchmal äußert sich eine bakterielle Infektion durch das Aufbrechen einer kleinen Lücke zwischen dem 3. und 4. Abdominalsegment der Garnele, oft knickt das Pleon infizierter Tiere an dieser Stelle sichtbar nach unten ab und sie haben einen kleinen &quot;Buckel&quot; - zu sehen beispielsweise bei der blauen Tigergarnele in unserem Artikelbild 
 Erkrankte Garnelen werden träge, sie sitzen viel herum und fressen nicht mehr 
 Eine bakterielle Infektion kann zu  Häutungsproblemen  führen. 
 Aber auch ohne weitere sichtbare Symptome kann es geschehen, dass Garnelen mit einer bakteriellen Infektion wie aus heiterem Himmel einfach umfallen und sterben. 
 Eine eher milde verlaufenden Infektion äußert sich nicht in Massensterben, dennoch verenden jeden Tag einzelne Garnelen, oft auch in kurzen Abständen über mehrere Tage hinweg. 
 An einer bakteriellen Infektion gestorbene Tiere machen durch die hohe Bakterientätigkeit in ihrem Inneren häufig einen eher instabilen Eindruck, das Körpergewebe wird schnell weiß, beim Herausnehmen zerfallen sie schneller. 
 
 &amp;nbsp; 
   
   4 Ursachen einer bakteriellen Infektion bei Garnelen 
 Das Immunsystem der Garnelen ist ein sogenanntes rudimentäres Immunsystem. Infektionen können sich ausbreiten, wenn der  Keimdruck im Aquarium  steigt, oder wenn neue Garnelen zugekauft werden, die eine fremde Keimflora mitbringen. Auch Stress durch suboptimale Haltungsbedingungen wie falsche Wasserwerte, eine  ungeeignete Ernährung,  Stress durch Versand, eine nicht oder zu schnell stattgefundene  Eingewöhnung  (um nur einige Beispiele zu nennen) kann bei Zwerggarnelen zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Keimen führen. 
 Ganz besonders gefährdet sind bei einer hohen Keimbelastung diejenigen Garnelen, die aus sehr sauberen, keimarmen Biotopen stammen (die sogenannten Bachgarnelen wie z.B. die  Bienengarnele  Caridina logemanni   oder Tigergarnelen ( Caridina mariae ), aber auch die Garnelen aus dem Malili-Seensystem auf Sulawesi). Hier sollte man vorbeugend besonders darauf achten, die  Keimbelastung möglichst niedrig  zu halten. 
   5 Infektionen vorbeugen 
 Ausführlich gehen wir darauf in unserem Wiki-Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  ein, daher hier nur ganz kurze Stichworte: 
 
 Bakterien stehen zueinander in Konkurrenz. Wenn wir nun die &quot;guten&quot; Bakterien, die Schadstoffe abbauen, im Aquarium fördern, geht dies zu Lasten der krankmachenden Bakterien. 
  Huminstoffe  sollten im Aquarium vorhanden sein, sie stärken das Immunsystem der Bewohner. Sehr wenig hilft schon, entweder durch regelmäßigen Einsatz von braunem Laub, Erlenzapfen, etc. einbringen, oder z.B. mit&amp;nbsp;Liquid Humin+ oder Black Water Powder SE/Fulvin+. 
 Eine gute Wasserqualität ist wichtig, die organische Belastung sollte niedrig sein, und du solltest einen  Nitratwert  von unter 10 mg/l anstreben. 
 Es kann helfen, regelmäßig den Futterplatz zu mulmen oder Futterschalen im Garnelenaquarium zu verwenden, damit sich die Futterkrümel gar nicht erst in den  Bodengrund  verkrümeln können. 
 Abgestorbene Pflanzen(teile) und tote Tiere werden schnellstmöglich entfernt 
 Neue Tiere werden zunächst in Quarantäne gehalten. 
  Regelmäßige Wasserwechsel  sind wichtig - sie halten die Wasserbelastung und den Keimdruck niedrig. 
 Unter anderem haben zum Beispiel  braunes Herbstlaub ,  Erlenzäpfchen  und  Seemandelbaumblätter  eine keimhemmende Wirkung. Sie können im Aquarium auch vorbeugend eingesetzt werden. 
 Laut verschiedenen Studien hat das Verfüttern von  Beta-Glucan  einen ausgesprochen positiven Effekt auf das Immunsystem bei Garnelen und kann diversen Erkrankungen vorbeugen. 
 Auch gibt es Studien, die den Einsatz von  probiotisch wirkenden Bakterien  als positiv für das Immunsystem bei Wassertieren - und auch bei Garnelen - beurteilen. 
 
 &amp;nbsp;  
   6 Vorgehensweise bei Infektionen 
   6.1 Quarantäne für erkrankte Garnelen 
 Tote Garnelen und Garnelen, die  Krankheitssymptome  zeigen, müssen umgehend aus dem Aquarium genommen werden! Wenn die noch gesunden Tiere eine an einer Infektion verstorbene Garnele auffressen, stecken sie sich unweigerlich an und werden selbst krank. Sichtbar kranke Garnelen setzt ihr am besten in ein kleines Quarantänebecken ohne  Bodengrund  und mit nur einem oder zwei Stängeln Pflanzen. Ein Luftsprudler oder ein  Oxydator  sorgen für Sauerstoff, ein Filter ist nicht unbedingt notwendig. Wie genau ein solches Quarantänebecken aussieht und gehandhabt wird, haben wir im Artikel  &quot;Das Quarantänebecken&quot;  eingehend beschrieben. 
 Auch wenn die sichtbar kranken Tiere im Quarantänebecken sitzen, sollte das ursprüngliche Aquarium dennoch vorsorglich mit behandelt werden, weil die Keime dort in jedem Fall vorhanden sind. 
   6.2 Behandlung bei mildem Verlauf 
 Im Aquarium sollten zunächst optimale Verhältnisse hergestellt werden, siehe dazu auch unseren Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot; . 
 Mit Mitteln aus der Natur wie  Fenchelgrün ,  grün getrocknetes Walnusslaub ,  Seemandelbaumblättern  oder  Seemandelbaumrinde ,  Zimtstangen  und vielen anderen mehr (ausführlich erklärt im Artikel  &quot;Hausmittel und Heilmittel aus der Natur&quot; ) kann man bei einer nicht schwer verlaufenden bakteriellen Infektion unterstützen. 
 Häufig ist bei einer bakteriellen Infektion der  Keimdruck im Aquarium  so hoch, dass das rudimentäre Immunsystem der Garnelen einfach überrannt wird. Durch einen  Wasserwechsel  von 80% alle zwei Tage kann die Keimbelastung reduziert werden. Die Wasserwechsel werden mindestens eine Woche lang durchgeführt, beziehungsweise so lange, bis die Garnelen keine Symptome mehr zeigen.&amp;nbsp;Weitere sinnvolle Maßnahmen zur Reduzierung des Keimdrucks findet ihr in unserem Artikel:  &quot;Die Keimdichte senken&quot; . 
   6.3 Medikamentöse Behandlung 
 Bei schwereren Verläufen kann es vorkommen, dass man um eine Behandlung mit Medikamenten nicht herumkommt. Grundsätzlich gilt allerdings das schon oben gesagte: Zunächst müssen die Bedingungen im Aquarium optimiert werden, wie im Wiki-Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  beschrieben. 
   6.3.1 Dosierung und Bezugsquelle 
 Das Antibiotikum Baytril gilt mittlerweile als das Mittel der Wahl bei einer bakteriellen Infektion bei Zwerggarnelen im Aquarium. Bitte beachtet, dass Antibiotika wegen der Resistenzbildung  genau nach Anweisung  verwendet werden müssen und dass sie keinesfalls unterdosiert oder zu kurz angewendet werden dürfen! Antibiotika sind rezeptpflichtig und dürfen nur vom Tierarzt abgegeben werden. 
 Wie dosiert wird, beschreiben wir in unserem Artikel &quot; Baytril im Aquarium &quot;. 
   6.3.2 Während der Behandlung 
 Zu beachten ist, dass Antibiotika unspezifisch auf Bakterien wirken, das heißt, auch die Filterbakterien müssen bei einer antibakteriellen Behandlung gegen eine Infektion bei Zwerggarnelen dran glauben. Während der Behandlungszeit sollte das Aquarium belüftet oder per  Oxydator  mit  Sauerstoff  versorgt werden. Weil organische Schadstoffe nicht oder nur noch in geringem Maße von den Filterbakterien abgebaut werden, sollte für zwei Wochen nach der Behandlung nur sparsam gefüttert werden. In der Regel reicht ein  braunes Herbstblatt  für die Garnelen als Nahrungsgrundlage aus. 
 Mit  Heilmitteln aus der Natur  wie  grünen getrockneten Walnussblättern ,  Fenchelgrün  und so weiter kann man die Garnelen natürlich parallel zu einer Behandlung mit Antibiotika unterstützen. Auch der Einsatz von  Probiotika , die eine gesunde Darmflora und damit das  Immunsystem  der Garnelen unterstützen können, sowie das Verfüttern von Produkten, die  Betaglucane  enthalten, die ebenfalls das Immunsystem stärken können, ist bei einer bakteriellen Infektion sinnvoll. 
 Während der Antibiotika-Behandlung muss Aktivkohle aus dem Filter genommen werden. Auch  Wasseraufbereiter ,  Zeolith  und  Montmorillonit  können Medikamente binden, sie sollten ebenfalls während der Behandlung nicht zum Einsatz kommen. 
   6.3.3 Nach der Behandlung 
 Nach der Behandlung werden die Antibiotika durch die regulären Wasserwechsel ausgetragen, zusätzlich kann man noch über Aktivkohle filtern. Das Wechselwasser aus einem Aquarium, das mit Antibiotika behandelt wird, darf unter keinen Umständen in die Kanalisation gelangen. Es wird am besten einfach auf die Erde geschüttet, wo die Antibiotika von Bodenbakterien früher oder später abgebaut und unschädlich gemacht werden.   
 Da die Filterbakterien durch Antibiotika ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, kann es notwendig sein, das Aquarium nach dem Wasserwechsel und dem Filtern über Aktivkohle neu  anzuimpfen . 
   6.4 Alternative zu Antibiotika 
 Wenn man nicht mit Antibiotika behandeln möchte (weil sie durchaus ein zweischneidiges Schwert sind), bietet sich als Alternative an, das Aquarium &quot;auf Null&quot; zu setzen, also einen Reset vorzunehmen und es komplett neu zu machen. Dabei wird nicht nur der  Bodengrund  ausgetauscht und das Wasser zu 100% gewechselt, man spült auch den Filter gründlich aus und  impft das Aquarium neu an.  Das Animpfen ist wichtig, weil man so den in frischen Aquarien auftretenden  Nitritpeak  abmildern oder sogar ganz vermeiden kann. 
 Dieses Vorgehen sorgt für eine drastische  Keimreduzierung  und kann dazu beitragen, dass die Mikroflora des Aquariums wieder ins Lot kommt und dass das  Immunsystem  der Garnelen mit der Infektion fertig wird. Zunächst klingt dies zugegebenermaßen nach Hauruckmethode, aber dieses Vorgehen hat schon so manchen sterbenden Stamm gerettet. 
 Nach dem Neuaufsetzen unterstützt man die Garnelen mit  Heilmitteln aus der Natur  wie zum Beispiel  grünen getrockneten Walnussblättern  oder kleinen Mengen von  Fenchelgrün  wie bei der Behandlung mit Antibiotika auch.  Probiotika , können die Darmflora und das Immunsystem der Garnelen unterstützen, und Futtermittel mit  Betaglucanen  sind bei der Bekämpfung einer bakteriellen Erkrankung ebenfalls sinnvoll. 
                ]]> </content> <updated>2018-07-24T01:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Hausmittel und Heilmittel aus der Natur</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/hausmittel-und-heilmittel-aus-der-natur</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/hausmittel-und-heilmittel-aus-der-natur"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Nicht immer müssen es gleich Antibiotika sein - auch im Akutfall kann man mit natürlichen Heilmitteln im Aquarium Garnelen, Krebsen, Schnecken und natürlich auch die Aquarienfische gut helfen und gegebebenfalls natürlich auch eine Behandlung mit Medikamenten durch die Naturmed...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Vorbeugend  
 
  1.1 Herbstlaub  
 
  1.1.1 Dosierung  
 
  1.2 Erlenzapfen  
 
  1.2.1 Dosierung  
 
 
  2 Akute Verpilzung / bakterielle Infektion  
 
  2.1 Walnusslaub  
 
  2.1.1 Dosierung  
 
  2.2 Seemandelbaumblätter  
 
  2.2.1 Dosierung  
 
  2.2.1.1 Sud  
 
 
  2.3 Bananenblätter  
 
  2.3.1 Dosierung  
 
  2.4 Schwarztee oder Grüntee  
 
  2.4.1 Dosierung  
 
  2.5 Zimtstangen  
 
  2.5.1 Dosierung  
 
  2.6 Propolis  
 
  2.6.1 Dosierung  
 
  2.7 Birkenlaub  
 
  2.7.1 Dosierung  
 
 
  3 Akute bakterielle Infektion  
 
  3.1 Fenchelgrün  
 
  3.1.1 Dosierung  
 
  3.2 Weidenrinde  
 
  3.2.1 Dosierung  
 
  3.3 Seemandelbaumrinde  
 
  3.3.1 Dosierung  
 
  3.4 Getrocknete Guavenblätter  
 
  3.4.1 Dosierung  
 
  3.5 Kochsalz  
 
  3.5.1 Dosierung  
 
 
 
 
   1 Vorbeugend 
 Im Artikel  &quot;Krankheiten vorbeugen ist besser als heilen&quot;  gehen wir ausführlich auf eine Garnelenhaltung ein, bei der es erst gar nicht zu Krankheiten kommen sollte. Vorbeugung ist natürlich das A und O!   
 Naturprodukte wie  Laub  oder Erlenzapfen könnt ihr im Aquarium für eure Wirbellosen zur gezielten Krankheitsvorbeugung gegen Verpilzungen oder  bakterielle Infektionen  dauerhaft einsetzen. Auch zur Unterstützung bei der Häutung eignen sich diese Naturprodukte sehr gut. In den Biotopen in der Natur haben Garnelen, Krebse, Krabben und Schnecken so gut wie immer Zugang zu Laub, und der natürliche Gehalt des Wassers ist, was  Huminstoffe  und Gerbstoffe anbelangt, sehr hoch. 
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   1.1 Herbstlaub 
 Der Klassiker in der Aquaristik: Braunes Herbstlaub enthält  Huminstoffe  und Tannine (Gerbstoffe), die milde antibakteriell und fungizid wirken. Von den heimischen Baumarten ist es vor allem das Eichenlaub, das besonders viele dieser Stoffe enthält. Bitte verwendet Herbstlaub nur, wenn es vollkommen trocken und komplett braun ist. Eine Übersicht über geeignete Baumarten findet ihr in unserer  Laubliste . 
 Herbstlaub muss nicht zwingend abgekocht werden, selbst wenn es auf dem Boden lag, ist es in der Regel unbedenklich. Offensichtlich verschmutztes Laub wird natürlich nicht gesammelt! Auch vollkommen trocken wirkendes Laub kann noch Restfeuchte enthalten und unter Luftabschluss beginnen zu schimmeln. Laub wird daher immer luftig aufbewahrt - in einer Papiertüte, einer Stofftasche, einem Karton, ... 
 Überbrüht man sie kurz, gehen die braunen Herbstblätter gleich im Aquarium unter. Nicht überbrühtes Herbstlaub schwimmt noch für einige Zeit, geht dann aber von selbst unter, wenn es sich mit Aquarienwasser vollgesogen hat. Das Laub könnt ihr am Stück einbringen oder in der Hand zerkrümeln. 
   1.1.1 Dosierung 
 Es ist günstig, mehrere Blätter in unterschiedlichen Zerfallsstadien im Aquarium zu haben. Dabei ist die Aquariengröße unerheblich. Selbst eine dickere Laubschicht am Aquariengrund ist unbedenklich, weil der Baum bei ganz braunem Laub die Zuckerstoffe entzogen hat. 
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   1.2 Erlenzapfen 
 Erlenzäpfchen sind der Fruchtstand der  Schwarzerle . Sie enthalten besonders viele Fulvosäuren ( Huminstoffe ), die sich in entsprechender Dosierung günstig auf den  pH-Wert  auswirken können und ihn auf einen Wert zwischen ca. 6 bis 6,5 senken und dort puffern. Des weiteren wirken die Inhaltsstoffe der Erlenzapfen leicht antibakteriell und fungizid. 
 Erlenzapfen werden gesammelt, wenn sie dunkelbraun sind. Reif sind sie ungefähr ab Ende September oder Anfang Oktober, idealerweise erntet man sie jedoch erst nach dem ersten Frost, weil dann die Samen aus den Fruchtständen herausgefallen sind. Im Frühjahr hängen zwar immer noch Erlenzapfen vom letzten Jahr an den Bäumen, jedoch sind sie dann besonders nach regenreichen Wintern nicht mehr so reich an Inhaltsstoffen. Die Wirksamkeit ist ganz einfach zu überprüfen: Gib den Erlenzapfen in ein Glas mit Wasser und beobachte. Senken sich nach einigen Minuten dunkelbraune Schlieren ab, enthält der Erlenzapfen noch genug Huminstoffe und kann verwendet werden. 
 Sind noch Samen im Erlenzapfen vorhanden, kann es vorkommen, dass sie im Aquarium zu keimen beginnen. Das ist nicht weiter schlimm. Wer keinen Erlenbaum im Aquarium haben möchte, zupft den Keimling einfach aus. Sind die Zäpfchen noch frisch, können sie das Wasser deutlich bernsteinfarben bis braun färben. Den Aquarienbewohnern macht dies nichts aus, im Gegenteil! Färbt sich das Wasser zu stark (teebraun), entfernst du besser einige der Zapfen und machst einen Wasserwechsel. 
   1.2.1 Dosierung 
 Grundsätzlich rechnest du 1 bis 2 Erlenzapfen je 20 l Aquarienwasser. Erlenzapfen dürfen vor Verwendung nicht ausgekocht werden! 
 Nach ca. zwei bis vier Wochen im Aquarium sind die Erlenzapfen ausgelutscht und verlieren ihre Wirkung. Du kannst sie auch dann noch im Aquarium lassen, solltest aber frische Zapfen nachlegen, wenn du Wert auf die Inhaltsstoffe legst. 
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   2 Akute Verpilzung / akute bakterielle Infektion 
 Heilmittel aus der Natur sind bei milde verlaufenden Infektionen bei Garnelen oder Krebsen manchmal sogar als alleinige Behandlung ausreichend, aber auch bei schwereren Krankheitsverläufen können diese natürlichen Heilmittel zur Unterstützung der medikamentösen Behandlung sinnvoll sein. 
 Die nachfolgend aufgezählten Heilmittel aus der Natur sind nicht zur Dauermedikation geeignet, nur für akute Behandlungen! Ein Gewöhnungseffekt, der hier eintreten kann, würde uns einer effektiven Waffe gegen Krankheiten berauben. Natürlich kann man trotzdem zum Beispiel grün getrocknetes Walnusslaub verfüttern, sollte dann aber im Behandlungsfall auf ein anderes Naturheilmittel wie Fenchelgrün o. ä. ausweichen. 
 Zunächst solltet ihr jedoch sicher sein, um welche Art Infektion es sich handelt. In unserem Artikel  &quot;Bakterielle Infektionen bei Garnelen&quot;  gehen wir ausführlich auf die Thematik ein und erklären, wie man eine Infektion mit bakteriellen Erregern bei Garnelen erkennen und was man dagegen tun kann. Vieles aus der Natur, was gegen Bakterien wirkt, wirkt auch gegen Pilzinfektionen. Bevor ihr gezielt gegen Pilze vorgeht, solltet ihr zunächst abklären, ob eure Garnelen tatsächlich an einem Pilzbefall leiden oder ob es sich bei den Belägen um  Saugwürmer  oder um  Glockentierchen  handelt. 
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   2.1 Grünes, getrocknetes Walnusslaub 
  Walnuss laub wirkt antibakteriell und fungizid, es enthält wirksame Polyphenole wie Tannine und ätherische Öle. 
 Geerntet wird grünes Walnusslaub am besten im Sommer, wenn die Blätter vollkommen ausgehärtet sind, was je nach Standort des Baumes Anfang Juli bis Mitte August der Fall ist. Dann ist der Wirkstoffgehalt am höchsten. Idealerweise sollte die Sonne vor der Ernte mindestens drei Stunden auf den Baum geschienen haben, dann ist die Produktion der ätherischen Öle am höchsten. 
    2.1.1 Dosierung 
 Das Walnussblatt besteht aus 7-9 Fiederblättern, die am Blattstiel sitzen. Ein bis zwei Teilblätter werden auf 30 Liter Aquarienwasser gegeben. Sind sie aufgefressen, legst du frische trockene Blätter nach. 
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   2.2 Seemandelbaumblätter 
 Seemandelbaumblätter stammen vom indischen Seemandelbaum (Terminalia catappa). Die braunen Blätter werden in den Herkunftsländern geerntet und getrocknet. 
 Selten kann man Seemandelbaumsamen ergattern und daraus einen eigenen Seemandelbaum ziehen. Er sollte vor der Ernte unbedingt am besten im Freiland in der Sonne stehen, damit die Blätter ihre Wirkstoffe bilden können! Hier werden ebenfalls die braunen Blätter verwendet, die von selbst abfallen.&amp;nbsp; Hat man die Möglichkeit nicht, den Seemandelbaum möglichst sonnig zu stellen, sollte man im Akutfall besser auf Blätter aus dem Handel zurückgreifen. Sie enthalten ggf. deutlich mehr Wirkstoffe. 
 Seemandelbaumblätter beeinflussen den  pH-Wert  minimal nach unten und können den  Leitwert  ganz leicht erhöhen. Die Blätter können im Aquarium bleiben, bis sie komplett verwertet wurden. Je nach Besatz bleibt das Gerippe übrig, das entnommen werden oder im Aquarium bleiben kann. 
   2.2.1 Dosierung 
 Die Dosierung hängt stark von der Blattgröße ab. Leider sind die Blätter des Seemandelbaums nicht alle gleich groß. In Shops werden häufig Größenangaben wie Nano, XL und XXL gemacht. 
 Als Richtwert gilt (bitte immer Packungsanweisung beachten!): Nano: 2 - 3 Blätter auf ca. 40 l Aquarienwasser,  Größe XL: 2 - 3 Blätter auf ca. 100&amp;nbsp;l Aquarienwasser, Größe XXL: 1 - 2&amp;nbsp;Blätter auf ca. 100&amp;nbsp;l Aquarienwasser. 
   2.2.1.1 Sud aus Seemandelbaumblättern 
 Um die Wirkung von Seemandelbaumblättern zu verstärken und wenn es schnell gehen muss (zum Beispiel, wenn eine  akute bakterielle Infektion  behandelt werden muss), kann man aus den Seemandelbaumblättern auch einen Sud kochen. Dazu werden die zerbröselten Blätter in der passenden  Dosierung  für die Aquariengröße wie Tee mit ca. 1 Liter kochendem Wasser aufgegossen. 10 Minuten ziehen lassen und alles zusammen ins Becken geben. Bei Bedarf wöchentlich nach dem Wasserwechsel wiederholen. 
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   2.3&amp;nbsp; Trockene braune Bananenblätter (unbehandelt!) 
 Getrocknete Bananenblätter haben eine ähnliche Wirkung wie  Seemandelbaumblätter  und werden genauso verwendet. Sie enthalten Tannine und ätherische Öle, die antibakteriell wirken und auch Pilzinfektionen eindämmen helfen. 
 Im Haus gezogene Bananenbäume sind dabei nicht so wirkungsvoll wie importierte Bananenblätter, die in der Sonne reifen konnten. 
   2.3.1 Dosierung 
 Bananenblätter werden sehr oft im Aquaristikfachhandel in Streifenform verkauft. Hier gibt man zum Beispiel auf 10 Liter Aquarienwasser 2 Streifen als Prophylaxe und 4-6 Streifen bei einer Behandlung einer akuten Verpilzung oder bakteriellen Infektion. Bitte beachtet allerdings jeweils die Dosierungsangaben auf der Packung - sind die Streifen größer oder kleiner, kann sich die Menge ändern. 
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   2.4 Schwarz- oder Grüntee 
 WICHTIG: für Teebehandlungen dürft ihr keinesfalls aromatisierte Teemischungen verwenden. Der Sicherheit halber solltet ihr auf Tee aus dem Reformhaus oder aus dem Bioanbau zurückgreifen. 
 Tee enthält Polyphenole, darunter Tannine (Gerbstoffe), die antibakteriell und fungizid wirken. Grüntee ist dabei noch etwas effektiver als Schwarztee. Koffeinarme Sorten wären beispielsweise Bancha oder Kukicha aus Japan. Grundsätzlich solltet ihr japanischem Grüntee den Vorzug geben, da er deutlich höhere Anteile von Polyphenolen enthält als chinesische Sorten. 
   2.4.1 Dosierung 
 Gießt den Tee nach Packungsanweisung auf und trinkt den ersten Aufguss selbst (oder schüttet ihn weg - wäre aber schade drum). Erst der zweite Aufguss wird im Aquarium verwendet. 
 10 ml Tee werden auf 10 l Aquarienwasser gegeben. Jeden zweiten Tag werden ca. 25% Wasser gewechselt, dabei dosiert ihr nochmals Tee nach. Nach ungefähr 2 Wochen sollte sich eine deutliche Besserung einstellen, dann hört ihr auf, Tee nachzudosieren und geht auf eure normalen wöchentlichen Wasserwechsel zurück. 
 Alternativ gebt ihr&amp;nbsp;Grüntee in einen ungebleichten Teefilterbeutel, überbrüht ihn kurz mit 60 bis 70 °C heißem Wasser und lasst ihn eine halbe Minute ziehen. Den Aufguss trinkt ihr selbst oder kippt ihn weg, den Filterbeutel hängt ihr ins Aquarium. Achtung, Papierfilterbeutel lösen sich mit der Zeit auf und hinterlassen dann Reste im Aquarium. Damit dies nicht passiert, solltet ihr den Filterbeutel öfter wechseln. 
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   2.5 Zimtstangen 
 Zimtstangen werden aus der Rinde des Zimtbaums gewonnen. Sie wirken gegen Pilze und Bakterien, da sie ätherische Öle und Tannine (Gerbstoffe) enthalten. Nach einiger Zeit (zwei bis vier Wochen) verlieren Zimtstangen ihre Wirkung, können dann aber als Deko und natürliche Höhle im Aquarium gelassen werden. Gegebenenfalls solltet ihr nach dieser Zeit nachlegen, wenn es noch Probleme gibt. 
 Bitte verwendet Zimtstangen aus dem Lebensmittelbedarf, nicht aus dem Floristikbedarf - hier kann nicht garantiert werden, dass die Rindenstücke unbehandelt sind. Einige Quellen besagen, dass man nur Ceylon-Zimt verwenden sollte, weil Cassia-Zimt mehr Cumarin enthält. In der Aquarienpraxis hat sich hier jedoch kein Unterschied feststellen lassen. Es ist nicht erwiesen, dass Cumarin in den in Zimtstangen vorhandenen Dosierungen für Garnelen oder Fische schädlich ist. 
   2.5.1 Dosierung 
 1 Zimtstange von ca. 5 bis 7 cm Länge wird auf 20 l Aquarieninhalt gegeben. 
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   2.6 Propolis 
 Propolis, auch Bienenharz genannt, wird - wie der Name schon sagt - von Bienen produziert. Seine antibakterielle und fungizide Wirkung ist wissenschaftlich erwiesen. Das Harz ist im Aquarium nicht sonderlich hilfreich, es gibt Propolis aber auch in der flüssigen Lösung zu kaufen - achtet dabei unbedingt darauf, dass die Lösung alkoholfrei ist! 
   2.6.1 Dosierung 
 Propolis dringt nicht durch den Panzer von Krebstieren, es wird daher nicht direkt ins Aquarium gegeben, sondern über das Futter verabreicht, damit es innerlich wirken kann. Dazu werden zur Unterstützung bei akuten Krankheiten 1-2 Tropfen Propolis auf eine Portion Garnelenfutter aufgetropft oder - wenn ihr euer Futter selbst macht - einfach mit dazugemischt. Das mit Propolis angereicherte Futter wird nach dem Trocknen wie immer verfüttert. 
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   2.7 Grün getrocknetes Laub von Birken 
 Grünes  Birken laub wirkt durch Flavonoide, Saponine, Tannine (Gerbstoffe), ätherische Öle und Vitamin C gegen Bakterien und Pilze, außerdem kann es die Wundheilung unterstützen und es kann bei Geschwüren und Tumoren (bei Fischen) hilfreich wirken. 
 Grünes Birkenlaub wird im Frühsommer an sonnigen Tagen geerntet. Wenn die Sonne mindestens drei Stunden auf das Laub scheinen konnte, ist die Produktion an ätherischen Ölen so richtig im Schwung, dann sind die Blätter am wertvollsten. 
   2.7.1 Dosierung 
 1 ganzes Blatt auf 10 l Aquarienwasser. Nicht überdosieren! Die Blätter bleiben im Aquarium, bis sie von den Aquarienbewohnern verwertet wurden. Bei Bedarf wird nach ca. ein bis zwei Wochen nachdosiert. 
 &amp;nbsp; 
   3 Akute bakterielle Infektionen 
   
   3.1 Fenchelgrün 
 Das grüne Kraut der Fenchelknolle wird schonend im Schatten bei Zimmertemperatur getrocknet und kann danach verfüttert werden. Fenchelgrün enthält antibakterielle Substanzen und wirkt durch das Verfüttern von innen - ein echter Geheimtipp! Fenchelgrün gibt es im Gemüsehandel. Bitte achtet auf unbelastete Ware und wascht das Grün vor dem Trocknen sehr gründlich. 
 Achtung: Fencheltee besteht nicht aus dem Kraut, sondern aus den Samen. Fencheltee taugt daher nicht zur Verwendung im Aquarium, die Samen werden nicht gefressen! 
   3.1.1 Dosierung 
 Füttert immer nur so viel Fenchelgrün, wie eure Zwerggarnelen oder Krebse innerhalb zwei bis drei Stunden fressen können. Das kann individuell durchaus unterschiedlich sein. Gegebenenfalls tastet ihr euch von unten an die benötigte Dosis heran. 
 &amp;nbsp; 
   
   3.2 Weidenrinde 
 Weidenrinde wirkt durch die darin enthaltene Salicylsäure antibakteriell (und ganz nebenbei auch erstaunlich gut gegen  Fadenalgen  und  Blaualgen ). Insbesondere die Rinden der weit verbreiteten Salweide ( Salix caprea ), Reifweide ( Salix daphnoides ) oder Bruchweide ( Salix fragilis ) haben sich bewährt. Die Rinde wird frisch verwendet, man kann sie aber auch auf Vorrat trocknen. Weidenrinde wird immer bei Zimmertemperatur im Schatten getrocknet, damit die Wirkstoffe möglichst vollständig erhalten bleiben. 
   3.2.1 Dosierung 
 Gib 2 bis 3 Streifen Weidenrinde auf 50 Liter Aquarienwasser, ca. 5 cm lang und 2 cm breit. 
 Ist der Besatz im Aquarium hoch oder schreitet die bakterielle Infektion schnell fort, kannst du die Dosis auf bis zur dreifachen Menge erhöhen. Die Rindenstücke müssen nach 2 Wochen gegen frische Streifen ausgetauscht werden. 
 &amp;nbsp; 
   
   3.3 Seemandelbaumrinde 
 Seemandelbaumrinde stammt vom Seemandelbaum&amp;nbsp; Terminalia catappa  aus Indien. Die Rinde enthält deutlich mehr antibakterielle Wirkstoffe als&amp;nbsp; Seemandelbaumblätter  und hat sich bei bakteriellen Infektionen gut bewährt.  Sie sollte insbesondere zur Behandlung zum Einsatz kommen. Bei weniger stark verlaufenden Infektionen im Aquarium ist es eventuell sogar ausreichend, mit Seemandelbaumrinde alleine zu behandeln. 
   3.3.1 Dosierung 
 Bitte verwende Seemandelbaumrinde immer nach Packungsanweisung. 
 &amp;nbsp; 
   
   3.4 Getrocknete Guavenblätter 
 Die Blätter des Guavenbaums wirken antibakteriell, und hier vor allem gegen Vibrio-Bakterien. Guavenblätter enthalten natürliche Gerbstoffe, die auf natürliche Weise antibiotisch wirken. Ihre antibakterielle Wirkung ist den Blättern des Seemandelbaums oder grünem Walnusslaub ähnlich. 
   3.4.1 Dosierung 
 Zur Vorbeugung dosierst du 1-2 Guavenblätter je ca. 10-20 Liter Aquarienwasser, zur Behandlung akuter Infektionen wird die Menge verdoppelt, also 2-4 Blätter auf 10-20 Liter. 
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   3.5 Kochsalz ohne Jod, Fluor oder Rieselmittel (E535) 
 Sehr viele Bakterien, die Krankheiten bei Garnelen und Krebsen verursachen können, sind halophob, mögen also kein Kochsalz (NaCl). Mit etwas Glück kann eine Behandlung mit Salz schon ausreichen, um den Krankheitserregern das Leben schwer zu machen. 
 Auch gegen Parasiten wie  Saugwürmer  oder  aufsitzende Würmer bei Schnecken  hilft Kochsalz. Wie ein solches Salzbad gegen Parasiten bei Garnelen durchgeführt wird, beschreiben wir ausführlich im Artikel über Scutariella / Saugwürmer / Kiemenwürmer, im  Unterkapitel &quot;Salzbehandlung&quot; , wie man bei Schnecken (vor allem Tylomelania sind hier betroffen) mit aufsitzenden Würmern vorgeht, im Artikel Tylomelania-Egel, ebenfalls im Unterkapitel  &quot;Salz&quot; . 
   3.5.1 Dosierung 
 1 bis 3 g Kochsalz pro Liter wird im Normalfall gut vertragen. Höhere Dosierungen können Pflanzen stark schädigen. Bei Garnelen aus den Alten Seen von Sulawesi (zum Beispiel  Caridina dennerli,   Caridina spinata,   Caridina caerulea  etc.) sollte kein Salz zum Einsatz kommen. Auch schuppenlose Fische wie Welse vertragen Kochsalz nicht gut. 
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