<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/ratgeber/einlaufzeit/?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>GARNELENHAUS</name> </author> <title>Wiki / Atom Feed</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/ratgeber/einlaufzeit/?sRss=1</id> <updated>2026-04-29T04:39:46+02:00</updated> <entry> <title type="text">Aquarium animpfen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/aquarium-animpfen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/aquarium-animpfen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Ein Aquarium mit einer nützlichen Mikroflora anzuimpfen ist eigentlich ein guter Rat, aber auch hier kursieren einige Fehlinformationen, die während der Jahre nicht besser werden. Wir erklären dir in diesem Artikel, welche Möglichkeiten du hast, nützliche Filterbakterien in de...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Aquarium animpfen  
  2 &quot;Gute&quot; Bakterien einbringen  
 
  2.1 Einfach abwarten  
  2.2 Filterschwamm ausdrücken  
  2.3 Bakterienpräparate  
  2.4 Erdaufguss  
 
 
 
   1 Warum animpfen? 
 Ein frisch eingerichtetes Aquarium hatte noch keine Zeit, eine Bakterienflora aufzubauen, die die Aquarienbiologie durch Schadstoffabbau unterstützt. Im Aquarium fallen organische Schadstoffe an (abgestorbene Pflanzen, Futterreste, Kot, tote Tiere, …), die von Bakterien abgebaut werden. Es ist also durchaus sinnvoll, gleich die richtigen Bakterien einzubringen und das Aquarium &quot;anzuimpfen&quot;. Dem dafür zuständigen Vorgang, der  Nitrifikation beziehungsweise dem Stickstoffkreislauf  haben wir einen eigenen Wiki-Artikel gewidmet, und auch die  Einfahrphase des Aquariums  behandeln wir in einem eigenen Eintrag. Bitte klick auf die grün unterlegten Wörter, um zum jeweiligen Artikel zu gelangen. 
 Übrigens kann es auch bei schon länger laufenden Aquarien nicht schaden, wenn man ab und zu einmal die Bakterienflora ergänzt und Arten einbringt, die im Becken vielleicht schon ausgestorben sind. Ein Aquarium ist kein statisches System, und wenn sich die Bedingungen ändern, ist es möglich, dass die Bakterienpopulation in ihrer Zusammensetzung nicht mehr so gut passt wie vorher. 
   2 Wie kommen die &quot;guten&quot; Bakterien ins Aquarium? 
   2.1 Einfach abwarten 
 Man kann einfach so lange warten, bis sich &quot;von selbst&quot; eine passende Bakterienflora ausbildet - das geht, aber kann eine lange Zeit dauern. Die nitrifizierenden Bakterien sind eigentlich Bodenbakterien, die eben auch im Wasser überleben können, wenn sie ausreichend  Sauerstoff  haben. Sie sind damit durchaus einfach Teil des natürlichen Staubes und gelangen so auch ganz von alleine ins Aquarium. Allerdings dauert es, bis sie in den Mengen vorliegen, die dann auch effektiv Schadstoffe abbauen können. Auch auf Pflanzen aus laufenden Aquarien sitzen bereits nützliche Bakterien in  Biofilmen , aber auch hier kann es länger dauern, bis die Aquarienbiologie im Gleichgewicht ist, weil die Bakterienmenge vergleichsweise recht gering sein kann. Bringt man von außen gleich die passenden Bakterien ein, dauert das Einfahren des Aquariums deutlich weniger lang. 
   2.2 Filterschwamm ausdrücken 
 Um diese Einfahrzeit abzukürzen, hört man oft, man solle einfach den Filterschwamm aus einem bereits laufenden Aquarium ausdrücken. Sinnvoll ist das jedoch nicht immer: Mit der Zeit bildet sich in jedem Aquarium eine sehr spezifisch auf die Verhältnisse abgestimmte Bakterienflora aus. Es kann dadurch vorkommen, dass man nur noch ganz wenige Bakterienarten ins Aquarium einbringt und das neue Becken nie richtig zum Laufen kommt. 
 Erkennen kann man das zum einen daran, dass in solchen Aquarien dann immer noch etwas  Nitrit  nachweisbar ist, zum anderen daran, dass das System sehr schnell aus dem Gleichgewicht kommt. Nur ein wenig zu viel Futter und die Biologie gerät aus dem Gleis. Das Wasser &quot;kippt&quot; und in schlimmen Fällen sterben sogar Tiere dabei. 
 Was ebenfalls passieren kann, wenn man &quot;gebrauchten&quot; Filterschlamm ins neue Aquarium einbringt: Man kann Krankheitserreger, Schädlinge und Parasiten aus dem bereits laufenden Aquarium ins neue System einschleppen. Sehr oft sitzen Würmer wie  Planarien  im Filter, aber auch Krankheitserreger wie die Erreger der Krebspest ( Aphanomyces astaci ) oder der Weißpünktchenkrankheit bei Fischen ( Ichthyophthirius ) - um nur zwei Beispiele zu nennen - können mit Filterschlamm aus einem laufenden Aquarium übertragen werden. Sogar dann, wenn im laufenden Becken eigentlich gar keine Probleme sichtbar geworden sind. 
   2.3 Präparate aus dem Handel 
 Besser ist es, ein Aquarium gleich von Anfang an richtig ins Laufen zu bringen und gleich eine große Zahl der passenden Bakterien einzubringen. Die wichtigsten Bakterien sind hier enthalten und so stabilisiert, dass sie im Aquarium wieder zu arbeiten beginnen können. Vorausgesetzt, das Präparat wurde sachgemäß gelagert, was nicht immer zu 100% gegeben sein kann.  
 Sehr gut bewährt haben sich hier beispielsweise Präparate der Firma Microbe-Lift (zum Beispiel Special Blend). 
   
   2.4 Der Erdaufguss 
 Der gute alte Erdaufguss ist schon sehr lange in der Aquaristik im Einsatz. Hier macht man sich zunutze, dass die Bakterien, die im Aquarium für sauberes Wasser sorgen, eigentlich in den obersten Bodenschichten leben, wo sie organische Abfälle umbauen und verstoffwechseln. Unsere normale Gartenerde enthält bereits aktive Formen von Nitritbakterien (wie zum Beispiel  Nitrosomonas ,  Nitrosococcus  und  Nitrosospira ) und Nitratbakterien (beispielsweise  Nitrobacter ,  Nitrolancetus ,  Nitrospina ,  Nitrospira  und  Nitrococcus ). 
 Um ein weites Spektrum dieser Bakterien in großer Zahl ins Aquarium einzubringen, braucht man daher lediglich einen halben Esslöffel ungedüngter Gartenerde, die man in einem sauberen Glas mit Wasser aufgießt. Gut umrühren, abstehen lassen. Wir verwenden nur das Wasser, nicht die abgelagerte Erde. 
 Ein Esslöffel des Wassers reicht für ein Standard-54er-Aquarium. Bitte nicht überdosieren - zu viel Erdaufguss im Aquarium führt zu absterbenden Bakterien, weil im neuen Aquarium nicht genügend Nahrung für sie zur Verfügung steht, und zu eindrucksvollen  Bakterienblüten  in der Folge, wenn die abgestorbenen Bakterien von anderen Bakterien verwertet werden. Ein paar Schwebeteilchen im Wasser machen übrigens nichts aus, sie sinken mit der Zeit ab und werden verwertet. Man sollte nur nicht die geballte Erdmasse ins Aquarium einbringen. 
   
                ]]> </content> <updated>2018-07-02T02:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Abwasserpilz und Bakterienrasen</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/abwasserpilz-und-bakterienrasen</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/abwasserpilz-und-bakterienrasen"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Watteartige weißliche Beläge, fädig oder formlos, kommen besonders in der Einfahrphase des Aquariums häufig auf Wurzeln aus echtem Holz vor. Was sich dahinter verbirgt und ob man dagegen vorgehen muss, erfahrt ihr hier.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Abwasserpilz  
 
  1.1 Aussehen  
 
  2 Im Aquarium  
 
  2.1 In der Einlaufphase  
  2.2 Im laufenden Aquarium  
 
  3 Bakterienrasen  
 
  3.1 Aussehen  
  3.2 Vorgehen  
 
 
 
   1 Abwasserpilz - was ist das? 
 Der Name Abwasserpilz bezeichnet - ein wenig missverständlich - eine Ansammlung von Bakterien. Hauptsächlich findet sich darin die Art  Sphaerotilus natans . 
 Wie der Name schon sagt, kommt es häufig in Abwässern bzw. in stark belasteten Gewässern zu einer Massenvermehrung dieser Bakterien, welche sich dann auf Substraten ansiedeln und sich von organischen Verbindungen ernähren. Der Abwasserpilz gilt als Bioindikator für verschmutzte Gewässer. 
   1.1 Aussehen 
 Man erkennt den weißlichen Abwasserpilz leicht am langgezogenen fadenförmigen Aussehen. Er ähnelt bei großer Ansammlung der Form nach einem Pilzgeflecht. 
 Die Bakterien der Art  Sphaerotilus natans  sind Stäbchenbakterien. Sie werden hintereinander gereiht in einer röhrenartigen Scheide zusammengehalten, wodurch sich lange Ketten bilden – dies verleiht ihnen ihr charakteristisches Aussehen. An den Fäden befinden sich weitere Bakterienarten und andere Einzeller, die dort eine Lebensgemeinschaft bilden. 
   2 Abwasserpilz im Aquarium 
   2.1 In der Einlaufphase 
 In einem eingefahrenen Aquarium kommt eine Massenvermehrung von Bakterien der Art  Sphaerotilus natans  in Form eines Abwasserpilzes relativ selten vor. In einem Aquarium in der  Einlaufphase  kann es durch organische Verunreinigungen zu einem Auftauchen des Abwasserpilzes in Form eines Bakterienflaumes kommen. An Wurzeln und Hölzern tauchen dann weiße, watteartige Massen auf, die bei genauerer Betrachtung aus weiß-milchigen langen Fäden bestehen. Sind die Nährstoffe verwertet, verschwindet der Abwasserpilz wieder, wie er gekommen ist. 
 Mit zunehmener Entwicklung kann der Abwasserpilz bräunlich bis dunkelbraun werden. 
   2.2 Im laufenden Aquarium 
 Sollte dieses Phänomen im Aquarium längere Zeit nach der Einfahrphase auftauchen, ist es ein ernst zu nehmender Verweis auf eine schlechte Wasserqualität und auf eine viel zu hohe organische Belastung. In diesem Fall ist es anzuraten, dass vermehrt  Wasserwechsel  durchgeführt werden und die Ursache der Verschmutzung gefunden wird. Ursachen können beispielsweise faulende Wurzeln, Ansammlungen von Futterresten in Höhlen und anderen Dekogegenständen oder gammelnder Nährboden sein. Auch nicht für die Aquaristik geeignete Dünger wie Gartendünger oder Zimmerpflanzendünger, unsachgemäß behandelte, insbesondere gründlich ausgekochte Wurzeln oder Äste und so weiter). 
   3 Bakterienrasen 
 Viel öfter kommt der von Aquarianern oft irrtümlich als Abwasserpilz bezeichnete Bakterienrasen vor, der bei Vorhandensein vieler Nährstoffe extreme Ausmaße annehmen und ganze Wurzeln zudecken kann. 
   3.1 Aussehen 
 Dieser Bakterienrasen allerdings bildet keine Fäden, sondern nimmt flaumige, fast schon flauschig aussehende Formen an. Besonders an nährstoffreichen organischen Substraten (wie z.B. an neu gekauften Wurzeln) vermehren sich verschiedenste die Nährstoffe, insbesondere die eingelagerten Zuckerstoffe abbauenden Bakterien rasant, wodurch es zu sichtbaren schleimigen Ausbildungen kommt. 
   
   3.2 Vorgehen 
 Trotz des oft erschreckenden Aussehens ist der Bakterienrasen harmlos und verschwindet wieder, nachdem die Nährstoffquelle versiegt ist. Ein Bakterienrasen stellt eine Art  Biofilm  dar - Schnecken und Garnelen stürzen sich gerne darauf und vertilgen ihn. Man kann das Auftreten des Bakterienrasens, der gerne beim Einbringen neuer Wurzeln und grundsätzlich in der Einfahrphase auftritt, einfach aussitzen. 
 Sollte der Bakterienrasen jedoch über lange Zeit nicht verschwinden, gilt es auch hier, die Ursache zu finden. Das Auftreten kann ebenfalls in faulenden Hölzern, Ansammlungen von Futterresten in Deko oder an  gammelndem Bodengrund  begründet sein. Eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr kann hier (für den Besatz) hilfreich sein, da sich die Massenvermehrung von Bakterien oft  sauerstoffzehrend  auswirkt. 
 Dabei kann der Bakterienrasen beeindruckend dick und wattig werden. 
                ]]> </content> <updated>2018-02-28T01:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Einrichten eines Aquariums – die Einlaufphase</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/einrichten-eines-aquariums-die-einlaufphase</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/einrichten-eines-aquariums-die-einlaufphase"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Das Aquarium einfahren - was bedeutet das eigentlich? Hier erklären wir euch genau, was die sogenannte Einfahrphase oder die Einlaufzeit des Aquariums eigentlich ist und woran man erkennt, dass ein Aquarium für die ersten Bewohner bereit ist.
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 Die ersten Tage  
  2 Stabiles Gleichgewicht  
  3 Der Nitritpeak  
 
  3.1 Entstehung  
  3.2 Ammoniumpeak  
 
  4 Dauer der Einfahrphase  
 
  4.1 Grundlagen  
  4.2 Verspäteter Nitritpeak  
 
  4.2.1 Gegenmaßnahmen  
 
  4.3 Vorbeugen  
 
  4.3.1 Starterbakterien vs. Filterschlamm  
 
  4.4 Empfehlung zur Dauer der Einfahrzeit  
 
  5 Das Aquarium besetzen  
 
 
 Als Einlaufphase oder Einfahrzeit bezeichnet man die Zeit ab dem Befüllen des Aquariums bis zu dem Punkt, an dem das Aquarium ein stabiles Gleichgewicht erreicht hat. 
   1 Die ersten Tage 
 Ein frisches Aquarium ist in der Regel noch ein biologisch praktisch totes Aquarium. Kleine Wassertierchen sucht man vergeblich, auch einen Bakterienfilm gibt es noch nicht. 
 Nach ein paar Tagen jedoch kann man bereits an den Scheiben des Aquariums eine schleimige Schicht bemerken, an der Wasseroberfläche zeigt sich manchmal ein öliger Film und auf Wurzelhölzern entdeckt man eventuell auch weiße (oft als „Schimmel“ bezeichnete) Beläge. Das sind eindeutige Anzeichen dafür, dass das Aquarium &quot;einläuft&quot; – Bakterien vermehren sich und bilden  Biofilme , oft auch in Gemeinschaft mit  Algen  wie den braunen  Kieselalgen  (oft auch als irrtümlich als Braunalgen bezeichnet - Braunalgen als solche gibt es jedoch nur im Meer). Besonders gut vermehren sich Biofilme an nährstoffreichen Orten wie an den genannten Hölzern. Diese weißen, wie Schimmel aussehenden Beläge werden auch als  Abwasserpilz  bezeichnet. An der Wasseroberfläche nennt man den Bakterienfilm  Kahmhaut . 
 Langsam nehmen im einfahrenden Aquarium auch die nitrifizierenden Bakterien ihre Tätigkeit auf: den Abbau bzw. die Umwandlung von Ammonium und Ammoniak zu  Nitrit  und von Nitrit (welches höchst toxisch für die meisten Aquarientiere ist) zu  Nitrat . 
   2 Ein stabiles Gleichgewicht 
 Hat das Aquarium ein stabiles Gleichgewicht erreicht, reagiert es nicht mehr so sensibel auf diverse Einflüsse von außen - es ist eingefahren. Die Wasserqualität bleibt mehr oder weniger konstant. Im Mini-Ökosystem Aquarium laufen ständig Stoffwechselprozesse der Aquarienbewohner (Tiere, Pflanzen, Bakterien) ab. Besonders wichtig ist der Prozess der  Nitrifikation , denn er sorgt dafür, dass organische Abfälle (Futter, Ausscheidungen, Pflanzenreste) das Wasser nicht kippen lassen, sondern wandelt diese in den Pflanzennährstoff  Nitrat  um. 
   3 Der Nitritpeak 
 In der Einfahrphase des Aquariums tritt bei den meisten Aquarien der sogenannte Nitritpeak ein. Darunter versteht man einen Anstieg des Nitritgehaltes, der mehr oder weniger deutlich ausfallen kann. 
   3.1 Entstehung 
 Der Nitritpeak entsteht folgendermaßen: Der Abbau von organischem Material ist bereits angelaufen. Eiweiße werden von Bakterien zu  Ammonium (NH 4 ) / Ammoniak (NH 3 )  abgebaut, das wiederum von anderen Bakterien zu  Nitrit (NO 2 )  verstoffwechselt wird. Die Menge der Bakterien wird immer vom Nahrungsangebot bestimmt. Wurde zuvor noch nicht viel Nitrit gebildet (was in neuen Aquarien naturgemäß der Fall ist), ist die Anzahl der Nitratbakterien noch zu gering, die Nitrit zu  Nitrat (NO 3 )  abbauen, und so kommt es zu einer Akkumulation von Nitrit. Das Phänomen des Nitritpeaks ist also ganz natürlich, es erledigt sich sozusagen von selbst, wenn die Nitratbakterien aufgeholt haben und zahlenmäßig mit dem Nahrungsangebot mithalten können. 
   3.2 Ammoniumpeak 
 Dem Nitritpeak geht in der Einfahrzeit des Aquariums aufgrund der oben beschriebenen Gesetzmäßigkeiten ein Ammoniumpeak voraus, der demselben Prinzip folgt, der allerdings in der Literatur nicht so stark gewichtet wird wie der Nitritpeak. 
   4 Wie lange sollte die „Einfahrphase“ dauern? 
 Faustregel: Die Einfahrphase soll mindestens so lange dauern, bis ein Nitritanstieg (der Nitritpeak) messbar wurde und daraufhin das Nitrit auf 0 fiel. In vielen Fällen trifft diese Regel zu, jedoch nicht in allen. 
   4.1 Grundlagen 
 Bakterien brauchen Nahrung um sich entsprechend zu vermehren – ist wenig Nahrung vorhanden, ist dementsprechend auch die Bakterienanzahl beschränkt. Haben Bakterien in der Anfangsphase wenig organische Materie zu verstoffwechseln, fällt dementsprechend auch nur wenig Nitrit an, welches rasch in (wenig) Nitrat umgewandelt und oft auch direkt von den Pflanzen verbraucht wird. In diesem Fall sind weder Nitrit noch Nitrat messbar, und es ist kein Nitritpeak erkennbar. Das Aquarium ist in diesem Fall dann allerdings trotzdem nicht bereit für den Besatz. 
   4.2 Verspäteter Nitritpeak 
 Durch das Einsetzen einer größeren Gruppe von Tieren kann es auch bei einem eigentlich eingefahrenen Aquarium vorkommen, dass der gefürchtete Nitritpeak erst dann eintritt, da nun gefüttert wird und in Kombination mit den Ausscheidungen eine größere Menge organischer Abfälle von Bakterien verstoffwechselt werden muss. 
   4.2.1 Gegenmaßnahmen 
 Tritt ein verspäteter Nitritpeak in einem bereits mit Tieren besetzten Aquarium ein, muss man so lange große  Wasserwechsel  durchführen, bis der Nitritwert nicht mehr ansteigt. Nur so kann man die Aquarientiere vor dem für sie giftigen Nitrit schützen. Besonders empfindlich reagieren neben Aquarienfischen auch Garnelen aus nährstoffarmen Biotopen auf Nitrit:  Bienengarnelen , Tigergarnelen, andere Bachgarnelen wie  Caridina cantonensis&amp;nbsp; sowie die Sulawesi-Garnelen aus dem Mailili-Seensystem wie die  Kardinalsgarnele , die Blaufuß-Garnele, die Harlekingarnele,&amp;nbsp; Caridina spinata  und viele mehr. 
 Sinkt der Nitritwert partout nicht ab, sollte man darüber nachdenken, das Aquarium mit einem entsprechenden  Bakterienpräparat  nachzuimpfen, damit eine ausreichende Menge an nützlichen Bakterien eingebracht wird und das System so auf den richtigen Weg gebracht wird. 
   4.3 Vorbeugen 
 Um einem verspäteten Nitritpeak vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Bakterien in einem frisch eingerichteten Aquarium zu füttern. Ein paar wenige Futterflocken genügen dazu. Insbesondere für Anfänger ist es ratsam, die Empfehlungen für die Dauer des Einfahrens einzuhalten. 
   4.3.1 Starterbakterien vs. Filterschlamm aus laufendem Becken 
 Auch das Animpfen des einzufahrenden Aquariums mit einem Bakterienpräparat kann sinnvoll sein, damit sich die richtige Bakterienflora herausbilden kann. Keine zwei Aquarien sind gleich, daher ist der oft gehörte Ratschlag, man möge das Aquarium mit Filterschlamm aus einem laufenden Becken animpfen, mit Vorsicht zu genießen. Hat sich eine sehr spezielle Bakterienflora herausgebildet, ist es möglich, dass ein solchermaßen angeimpftes Aquarium, dessen Biologie sich deutlich von dem anderen System unterscheidet, nie richtig ins Laufen kommt. Hier sollte man gegebenenfalls auf ein Bakterienpräparat mit Starterbakterien oder auf einen Erdaufguss zurückgreifen, damit sich die aquarienspezifische Bakterienflora aus einem breiten Spektrum herausbilden kann. Welche Möglichkeiten es zum Animpfen gibt und wie&#039;s gemacht wird, erfahrt ihr im Wiki-Artikel:  &quot;Aquarium animpfen&quot; . 
   4.4 Empfehlung zur Dauer der Einfahrzeit 
 Ein Aquarium kann je nach Tierart, die gepflegt werden soll, zwischen zwei bis sogar acht Wochen brauchen, bis es eingefahren ist. Bei einigen Tieren wie zum Beispiel Rennschnecken, Geweihschnecken oder anderen Aufwuchsfressern ist es auch abhängig davon, wie viel  Aufwuchs  bereits vorhanden ist. 
   5 Das Aquarium besetzen 
 Nach einer erfolgreichen Einfahrphase kann das Aquarium nun langsam besetzt werden. Empfehlenswert ist es, mit unempfindlichen Schnecken wie  Malaiischen Turmdeckelschnecken , Genoppten Turmdeckelschnecken (Nöppis) und  Posthornschnecken  zu beginnen, um die schadstoffabbauenden Bakterien im Filter und im  Bodengrund  langsam an die zunehmende Belastung zu gewöhnen. 
 Ein paar Tage später können dann  Garnelen  dazugesetzt werden, noch etwas später können dann  Fische  oder große  Krebse  folgen. Auch bei Fischen gilt: Es ist besser, die einzelnen Arten gesondert einzusetzen und nicht gleich den ganzen Besatz komplett in das noch immer relativ fragile Ökosystem zu werfen. 
 Besonders in der ersten Zeit sollte sparsam gefüttert werden, so dass sich die Bakterienpopulation langsam an die neue Belastung gewöhnen kann und man keinen Nitritanstieg riskiert. 
                ]]> </content> <updated>2018-02-27T02:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Nitrifikation / Der Stickstoffkreislauf</title> <id>https://www.garnelenhaus.de/wiki/nitrifikation-der-stickstoffkreislauf</id> <link href="https://www.garnelenhaus.de/wiki/nitrifikation-der-stickstoffkreislauf"/> <summary type="html"> <![CDATA[
                
                                            Viel hört man über Ammonium, Ammoniak, Nitrit, Nitrat, die Nitrifikation, Schadstoffe abbauende Bakterien im Aquarium, Stickstoffquellen für die Pflanzen ... aber wie hängt das alles zusammen? Wir bringen hier etwas Licht ins Dunkel und dröseln die Schlagwörter für euch ausein...
                                        ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[
                 
 Inhaltsverzeichnis 
 
  1 im Aquarium  
  2 Produzenten  
  3 Konsumenten  
  4 Arbeit der Bakterien  
  5 Nitrifikation  
 
  5.1 Ammonium -&amp;gt; Nitrit  
  5.2 Nitrit -&amp;gt; Nitrat  
 
  6 Nitrit-Peak  
 
  6.1 Erstbesatz  
 
  7 Bakterienpräparate  
 
 
 Als  Stickstoffkreislauf  bezeichnet man die ständig laufenden Umwandlungen des Stickstoffs (N) in der Umwelt, d. h. in der Atmosphäre, in Gewässern, dem Erdboden und in Biomasse. 
   1 Stickstoffkreislauf im Aquarium 
 Am  Stickstoffkreislauf im Aquarium  sind hauptsächlich organische Einträge / Abfälle und Harnstoff (Urea, CH 4 N 2 O),  Ammonium (NH 4 ) bzw. Ammoniak (NH 3 ) ,  Nitrit (NO 2 )  und  Nitrat (NO 3 )  beteiligt. Um den „kleinen“ Kreislauf im Aquarium besser zu verstehen, empfiehlt sich ein Blick auf die Mechanismen, wie sie in der Natur funktionieren - beginnend mit dem Stoffwechsel der Pflanzen, über den der Tiere bis hin zu dem der Bakterien. 
   2 Pflanzen - die Produzenten 
 Die Pflanzen sind Produzenten von Stickstoffverbindungen, sie können mineralische (praktisch tote) Bestandteile mithilfe der Photosynthese in organische Substanzen umwandeln. Damit bilden sie die Basis für alle Konsumenten, denn sie sind in der Lage, alle wichtigen Nährstoffe herzustellen, die den anderen Lebewesen als Nahrung dienen. Ein wichtiger Nährstoff für die Pflanze ist hierbei Stickstoff (N), der dem Stickstoffkreislauf seinen Namen gibt. Mit Hilfe dieses Elements sind sie in der Lage, Eiweiße herzustellen, welche in weiterer Folge den Menschen und Tieren zur Verfügung stehen. 
   3 Verbraucher - die Konsumenten 
 Als Konsumenten werden jene Lebewesen bezeichnet, die nicht in der Lage sind, ihre Nahrung selbst zu erzeugen (nicht autotroph). Sie müssen sich der Arbeit anderer bedienen. 
 Konsumenten erster Ordnung nehmen Eiweiß (welches sich immer durch eine Stickstoffgruppe auszeichnet) durch das Fressen von Pflanzen bzw.  Algen  auf, das dann über die Nahrungskette weitergereicht wird, bis es in der Futterdose fürs Aquarium landet. Unsere Aquarientiere verstoffwechseln das mit dem Futter aufgenommene Eiweiß. Hierbei entsteht als Abfallstoff bzw. als Ausscheidung Harnstoff. Harnstoff (CH 4 N 2 O) beinhaltet wiederum den ursprünglich von den Pflanzen in Eiweiß umgewandelten Stickstoff. Dieser Harnstoff wird im Aquarium von den Tieren an das Wasser abgegeben und steht nun für die weiteren Prozesse bereit. 
   4 Die Arbeit der Bakterien 
 Nun beginnt der in der Aquaristik meistbekannte Part: die Arbeit der Bakterien. 
 Er ist wohl auch deshalb so bekannt, da mit diversen Bakterienpräparaten geworben wird, die diesen Abschnitt des „aquaristischen“ Stickstoffkreislaufs beschleunigen oder verbessern können.&amp;nbsp;Organische Stickstoffverbindungen (Pflanzenreste, Futterreste, Kot, etc.) werden von Bakterien (Destruenten) mineralisiert. Dadurch wird das z.B. durch Photosynthese vorher gebundene Kohlendioxid (CO 2 ) und der Stickstoff als Ammonium freigesetzt (Mineralisation).&amp;nbsp;Harnstoffzersetzende Bakterien sind dafür zuständig, dass der Harnstoff/Urea weiterverarbeitet und in Ammonium (wenn der pH kleiner als ~7 ist) bzw. Ammoniak (anteilig steigend, wenn der pH größer als ~7 ist) umgewandelt wird. Mit dieser Form des Stickstoffs beginnt auch die sogenannte „Nitrifikation“. 
   5 Die Nitrifikation 
   5.1 Ammonium/Ammoniak zu Nitrit 
 Die Nitrifikation beschreibt den Teil des Stickstoffkreislaufs, bei dem durch bakterielle Oxidation  Ammonium (NH 4 ) oder Ammoniak (NH 3 )  über  Nitrit (NO 2 )  in  Nitrat (NO 3 )  umgewandelt wird. Dabei ist eine Vielzahl von Bakterien beteiligt. Diese werden der Aufgabe nach namentlich unterschieden. Die für den ersten Teil, nämlich die Umwandlung von Ammonium/Ammoniak in Nitrit, beginnen im Namen mit  Nitroso-  und werden auch als Nitritbakterien bezeichnet (beispielsweise  Nitrosomonas ,  Nitrosococcus  und  Nitrosospira ). Alle Vertreter dieser Gruppe sind aerob, d. h. sie benötigen für diesen Prozess Sauerstoff. 
   5.2 Nitrit zu Nitrat 
 Im zweiten Teil folgt die Umwandlung (Oxidation) von Nitrit zu Nitrat; die Bakterien dieser Gruppe beginnen mit  Nitro - und werden auch als Nitratbakterien bezeichnet. Auch diese sind aerob und brauchen Sauerstoff für diesen Prozess; Beispiele für solche Bakterien sind  Nitrobacter ,  Nitrolancetus ,  Nitrospina ,  Nitrospira  und  Nitrococcus . Schlussendlich ist damit der Kreis geschlossen, der Stickstoff in Form von Nitrat (NO 3 ) steht den Pflanzen wieder zur Verfügung und der Kreislauf kann von neuem beginnen. 
   6 Der Nitrit-Peak 
 Der Stickstoffkreislauf ist mitunter eines der ersten Themen, mit denen ein Neueinsteiger in die Aquaristik konfrontiert wird; oft mit einem mahnenden Hinweis auf die Beachtung der „Einlaufphase“, in der sich die Bakterien ansiedeln, vermehren und ihre Tätigkeit im Stickstoffkreislauf übernehmen. Auch spricht man oft vom   „Nitrit-Peak“  , der auftritt, wenn die Population der nitrifizierenden Bakterien (Nitrobacter) noch nicht genug angewachsen ist, um das aus dem Abbau von Ammonium/Ammoniak entstehende Nitrit vollständig abzubauen; eine Anreicherung findet statt. Nur wenn genausoviel Nitrit entsteht wie die Bakterien zu Nitrat umwandeln können, ist dieser „Peak“ nicht messbar, was aber nicht heißt, dass die Bakterienpopulation der Belastung durch Tierbesatz auch gewachsen wäre. Besonders wichtig ist eine lange Einlaufzeit bei „bakterienfeindlichem“ Milieu wie z. B. einem niedrigen pH-Wert, also saurem Wasser, oder bei einem sehr hohen pH. Hier brauchen die verschiedenen Bakterienstämme jeweils mehr Zeit, um sich zu vermehren. Eine Einfahrzeit von mindestens 3-4 Wochen ist dann üblich. 
   6.1 Schrittweiser Erstbesatz 
 Auch ist es ratsam, das Aquarium nicht sofort mit der kompletten Anzahl an Tieren zu besetzen, sondern langsam über mehrere Tage / Wochen hinweg Tiere hinzuzusetzen, damit sich die Bakterien an die steigende Belastung anpassen können. Idealerweise beginnt man zunächst mit Schnecken, setzt dann, wenn das biologische System wieder stabil läuft, beispielsweise unempfindlichere Garnelen wie   Neocaridina davidi   oder  Amanogarnelen ( Caridina multidentata )  dazu und wenn dann immer noch alles im Lot ist, können Fische eingesetzt werden (falls Fische im Aquarium gewünscht werden). Auch bei Fischen setzt man zunächst beispielsweise Welse ein und später dann die Schwarmfische wie Neons und so weiter. 
   7 Bakterienpräparate 
 Filter-Starter und Bakterienpräparate sind nur dann sinnvoll, wenn auch genug Nahrung für die hier enthaltenen Bakterien vorhanden ist. Bei einem frisch aufgesetzten Becken ist dies oft nicht der Fall, die zugegebenen Bakterien sterben aufgrund des Nahrungsmangels einfach ab. Oft reicht es, mit einer Futterflocke als Bakteriennahrung das Wachstum ein wenig anzukurbeln. 
 In einem Zuchtbecken mit starker Fütterung kann zusätzlich zu häufigem  Wasserwechsel  auch die regelmäßige Anwendung von Bakterienpräparaten sinnvoll sein, da Nahrung im Überschuss vorhanden ist und die Bakterien dabei behilflich sein können, die für die Tiere (vor allem für Jungtiere) riskanteren Stickstoffverbindungen rasch in das relativ ungefährlichere Nitrat umzuwandeln. Dies gilt insbesondere für kleine Becken. 
 Aufgrund des hohen Marktpotenzials gibt es beinahe von jeder Marke in der Aquaristik ein Bakterienprodukt. Bekannt sind Produkte von Dennerle, JBL, Tetra und weitere. Besonders bewährt haben sich Bakterienprodukte von  Microbe Lift , deren Besonderheit nicht nur die Art der Bakterien, sondern auch die Anzucht der Bakterien in der Verkaufsflasche ist. Sie erreichen den Konsumenten aktiv und lebendig.    
                ]]> </content> <updated>2017-10-23T06:30:00+02:00</updated> </entry> </feed>