Asiatischer Egel

Barbronia weberi

Dieser Rüsselegel wurde als Barbronia weberi bestimmt. Er ist nicht bei uns heimisch, sondern wurde vermutlich mit Wasserpflanzen und zusammen mit Wasserschnecken und anderen Wassertieren eingeführt. Stört man ihn, zieht er sich kugelförmig zusammen. Typisch ist neben der rotbraunen Farbe auch seine Fortbewegungsweise: Egel kriechen spannerraupenartig und schwimmen schnell S-förmig schlängelnd.

1 Aussehen und Vorkommen

Asiatische Egel haben unter der Lupe deutlich sichtbare schmale Segmente. Sie gehören zur Familie der Ringelwürmer (Annelida) und zum Stamm der Gürtelwürmer (Clitellata). Barbronia weberi sind rötlich bis bräunlich und ungemustert. Sie erinnern auf den ersten Blick an einen Regenwurm, bewegen sich jedoch anders fort. Ihr Darm ist - je nachdem, welches Futter sie gefressen haben - als doppelter dunkler Strich in der hinteren Körperhälfte sichtbar. Asiatische Egel werden bis 4 cm lang und sind für ihre Körperlänge recht schmal.

Charakteristisch ist die Augenverteilung: Barbronia weberi besitzt drei Augenpaare, eines zentral vorne, und zwei weiter hinten, eines rechts und eines links. Mit Hilfe einer guten Lupe kann man diese Augenverteilung ziemlich mühelos erkennen und den Egel so ganz einfach bestimmen.

Barbronia weberi ist gleichmäßig schlank und hat einen runden Körperquerschnitt. Am vorderen und am hinteren Ende befindet sich jeweils ein gut sichtbarer Saugnapf, mit dem sich der Egel am Untergrund festhalten kann.

Eigentlich kommt der Asiatische Egels aus Asien (Indien, Indonesien, Philippinen, Borneo, China und Taiwan), wo er in nährstoffreichen stehenden oder langsam fließenden Gewässern vorkommt. Allerdings wurden die Würmer als Beifahrer mit Aquarienpflanzen und Aquarientieren aus Asien in die ganze Welt verschleppt. Mittlerweile gibt es bereits fest etablierte Populationen im Freiland in Europa (Deutschland, Österreich, Niederlande, Italien, Spanien, Großbritannien), aber auch in Nord- und Südamerika und in Australien.

2 Nahrung und Fressverhalten

Asiatische Egel sind Rüsselegel, sie saugen also kein Blut, sondern leben räuberisch. Barbronia weberi frisst vorwiegend andere Würmer, vorwiegend Wenigborster, zum Beispiel Tubifex, aber auch Mückenlarven. Die Beute wird im ganzen geschluckt.

2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium

Asiatische Egel sind im Wirbellosenaquarium unproblematisch.

3 Fortbewegung

Asiatische Egel sind geschickte Schwimmer, die sich S-förmig mit erstaunlicher Geschwindigkeit durchs Wasser schlängeln. Auf Substrat kriechen sie wie eine Spannerraupe. Dazu heftet der Egel den hinteren Saugnapf am Boden fest, streckt den Körper nach vorn, heftet seinen vorderen Saugnapf an und zieht den Hinterkörper nach. Diese Bewegung ist nicht fließend, sondern ruckartig. Häufig heften sich Asiatische Egel mit dem hinteren Saugnapf am Boden festhält und tasten mit dem Vorderkörper die Umgebung ab, um sie zu erkunden.

4 Fortpflanzung

Asiatische Egel sind Zwitter. Sie müssen sich zur Vermehrung paaren und legen durchsichtige Eikokons lose im Substrat, unter Steinen oder in Laubansammlungen ab. Die kleinen Würmer sind in der durchsichtigen Eihülle bereits gut zu sehen. Barbronia weberi betreibt keine aktive Brutpflege.

5 Wie kommt der Asiatische Egel ins Aquarium?

Asiatische Egel schleppt man sich häufig mit Importschnecken oder anderen importierten Aquarientieren oder natürlich mit Wasserpflanzen ein.

6 Asiatische Egel eindämmen?

Asiatische Egel im Garnelenaquarium können einfach abgesammelt werden. Da sie nicht an Garnelen gehen, ist dies jedoch nicht unbedingt notwendig. Auf Panacur und Flubenol reagieren sie nicht, diese Mittel sollten also bei einem Befall mit Barbronia weberi nicht zum Einsatz kommen - der wäre hier sinnlos. Handelsübliche Mittel zur Egelbekämpfung im Aquarium enthalten in der Regel Kupfer, das für Garnelen ebenfalls tödlich wäre.

Da Asiatische Egel bei uns nachweislich in der Natur überleben können, dürfen sie keineswegs nach draußen gelangen - die Faunenverfälschung ist leider ein sehr aktuelles Thema.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Anna Schwahn

Quelle: 1 Erste Nachweise von Barbronia weberi ( B l a n c h a r d 1897) (Hirudinea: Salifidae) im deutschen Rheingebiet