Beta Glucane zur Unterstützung des Immunsystems

Beta Glucane (β-Glucane) sind hochmolekulare Polysaccharide, die unter anderem in den Zellwänden von Getreide, Bakterien und bestimmten Pilzen vorkommen. Je nachdem, woraus sie extrahiert werden, besitzen sie komplett unterschiedliche Eigenschaften. Auch Cellulose und Chitin zählen zu den Glucanen. 


1 Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Betaglucanen ist daher auch sehr vielfältig; man schreibt ihnen entzündungs- und tumorhemmende Eigenschaften zu. Ganz besonders jedoch sind Beta-Glucane für ihre Wirkung auf das Immunsystem wie auch für ihre cholesterinsenkende Wirkung bekannt. Sie werden daher auch in medizinisch verwendeten Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Da Beta-Glucane vom Menschen nicht aufgespalten und verstoffwechselt werden können, zählen sie Nahrungsmittelforscher zu den Ballaststoffen.

1.1 Wirkung auf das Immunsystem

Die häufigste Quelle, die zur Extraktion von β-Glucan herangezogen wird - dem man positive Eigenschaften auf das Immunsystemsystem zuschreibt – ist der Hefepilz. Diese Pilz-β-Glucane sehen für das Immunsystem (auch für ein angeborenes Immunsystem wie das von Garnelen, Krabben und Krebsen) wie Erreger aus, da dieselben Marker auch bei Bakterien vorkommen. Sie stellen jedoch keinen Erreger dar und lösen daher auch keine Krankheitssymptome aus. Dennoch wird dieses Betaglucan von Fresszellen erkannt, wodurch die Bildung von weiteren Fresszellen aktiviert wird – das Immunsystem wird durch diesen Stoff sozusagen in Alarmbereitschaft versetzt und wappnet sich dadurch bestens gegen das tatsächliche Eindringen von Erregern. Sehr interessant ist diese Eigenschaft beispielsweise, wenn sich im Aquarium bei den Garnelen eine bakterielle Infektion ankündigt oder wenn beim Zusammensetzen zweier Stämme eine sogenannte Bakterienunverträglichkeit droht.

2 Bedeutung in der Garnelenzucht

Vollständig ist die Wirkungsweise von β-Glucan bei Wirbellosen, insbesondere bei Garnelen, leider noch nicht erforscht. Versuche in der professionellen Shrimp-Zucht in Aquakulturen zeigen allerdings eine positive Wirkung auf die Vermehrung, das Wachstum und die Abwehr gegen Erreger, und sogar eine signifikante Steigerung der Überlebensrate bei bereits erkrankten Garnelen.

2.1 Dosis

Allerdings fand man heraus, dass eine Steigerung der Dosis über einen bestimmten Schwellenwert nicht nur nichts mehr brachte, sondern sich sogar kontraproduktiv auf die Überlebensrate auswirkte.
Um eine Vorstellung der in den Studien verwendeten Diät zu erhalten, ein Beispiel: Bei den meisten Versuchen wurde mehrmals täglich ein bestimmter Prozentsatz des Garnelengewichts gefüttert (z.B. 3%) – dem Futter war ein bestimmter Prozentsatz an β-Glucan beigemengt (etwa 0%, 0.125%, 0.25%).

2.2 Fütterung von Beta-Glucan im Aquarium

Beta-1,3-1,6-Glucane gibt es seit einiger Zeit auch als Futterzusatz (z.B. als Bestandteil von ShrimpFit von GlasGarten) für Ziergarnelen zu kaufen. Der Stoff ist hierbei in Pulverform zum Zufüttern erhältlich, er wird nur selten in Hauptfuttermitteln implementiert. Ein Blick auf die Zutatenliste kann sich jedoch lohnen.

Die Fütterungsempfehlung liegt hier je nach Besatzstärke bei 1/2 bis 1 Messlöffel 1-2x pro Woche, um das Immunsystem der Garnelen nicht zu überfordern und die negativen Effekte einer Überdosierung zu vermeiden.

 

Autor: Ricardo Castellanos

Fotos: Garnelenhaus

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