Moose aufbinden

Moose im Aquarium sind aus der Wirbellosenaquaristik und vor allem aus dem Aquascaping schon fast nicht mehr wegzudenken. Sie lassen das Becken richtig natürlich aussehen und bieten gerade Junggarnelen und auch adulten Zwerggarnelen viele Verstecke. Biofilme finden dank dicht wachsenden Aquarienmoosen eine riesengroße Oberfläche, auf der sie sich optimal ansiedeln können, und außerdem sehen Wassermoose in Aquascapes, bepflanzten Aquarien und auch in Zuchtbecken einfach klasse aus.

1 Nachteile von losem Moos

Wenn man ein Moos allerdings einfach ins Aquarium legt, fliegt es je nach Filterströmung ganz schön in der Gegend herum - das sieht nicht nur unordentlich aus, die Moosfitzel können sogar den Filtereinlass verstopfen und die Funktion des Aquarienfilters empfindlich beeinträchtigen. Auch in Zuchtaquarien für Garnelen sind lose Moose denkbar unpraktisch. Will man die Garnelen selektieren, so muss man das Moos erst einmal mühsam aus dem Becken klauben.

2 Moos aufbinden

Besser ist es, die Moose auf eine feste Oberfläche aufzubringen, auf der sie je nach Moosart sogar selbst festwachsen und weiterwachsen. Die klassische Methode - Takashi Amano hat sie mit seinen "Riccia Stones" berühmt gemacht - ist dabei das Aufbinden auf Aquarienwurzeln und Steine, das wir hier in Wort und Bild näher erläutern. Alternativ zum Aufbinden lassen sich Moose auch mit Sekundenkleber auf harten Substraten befestigen. Diese noch relativ neue Methode erklären wir in unserem Artikel "Moose aufkleben" näher.

3 Anleitung - Moose aufbinden


Für diese Fotostrecke wurde Monosolenium tenerum gewählt, das auch als Mini-Pellia oder Zartes Lebermoos bekannt ist. Monosolenium bildet keine Haftwurzeln aus und wächst auf dem Untergrund nicht fest, daher ist es wichtig, dass es gut befestigt wird.


Zunächst beschafft man Lavasteine passender Größe. Wenn sie etwas kantig sind, ist das eher ein Vorteil, weil hier später der Faden besser hält.


Außerdem braucht man eine Portion Moos, die man in kurze Stücke von ca. 0,5-1,5 cm Länge schneidet (diese Maßnahme fördert später eine dichte Verzweigung und sorgt schnell für schöne Polster) …


… und Faden. Ideal hierfür ist Nähgarn oder das etwas dickere Knopflochgarn. Bei Moosarten, die von selbst festwachsen, kann man auch Baumwollfaden oder Zwirn verwenden, der später im Aquarium durch Bakterientätigkeit zersetzt wird und sich daher früher oder später vollständig auflöst. Für Moosarten ohne Haftwurzeln wie das Monosolenium, das hier verwendet wird, wäre das keine gute Wahl. Hier greifen wir daher auf Polyesterfaden zurück, der im Aquarium dauerhaft besteht. Eine dunkle Farbe verschwindet später im Moospolster und fällt nicht so stark auf wie ein heller Faden. Alternativ ist auch ein dünner Nylonfaden wie zum Beispiel eine dünne Angelschnur gut geeignet zum Aufbinden von Moosen.


Wir beginnen damit, dass der Faden einmal um den zu bepflanzenden Stein gewickelt und ordentlich verknotet wird. Das kürzere Ende sollte ca. 5-10 cm lang sein. Es wird später für den Endknoten verwendet, also sollte man beim Wickeln ein bisschen aufpassen, dass das Stück nicht eingewickelt wird, sondern hängen bleibt.


Dann legen wir das Moos in einer dünnen Schicht auf den Stein und …


… beginnen zu wickeln. Achtung, die Unterseite des Steins wird natürlich nicht mit Moos bepflanzt. Das Moos würde ohne Licht gammeln, das wollen wir vermeiden!


Der Faden wird kreuz und quer mit einem geringen Abstand von wenigen Millimetern um den Stein geführt. Dabei achten wir darauf, dass der Faden zwar stramm anliegt, aber nicht zu fest gezerrt wird, damit die Moostriebe nicht komplett abgequetscht und zertrennt werden.


Sind wir mit der Wickeldichte unseres Fadens zufrieden, machen wir den Endknoten mit unserem Restfaden und dem Stück, das wir zu Anfang hängen ließen. Hier macht man ruhig zwei, drei Knoten übereinander, damit die Sache später auch hält.


Abschneiden …


… fertig.

Analog funktionert das Aufbinden von Moos auf Wurzeln, wobei man hier naturgemäß vor allem bei den dünneren Ästen weniger kreuz und quer als vielmehr hin und her wickeln muss.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Ricardo Castellanos

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