Wie bekomme ich das Wasser ins Aquarium?

Gerade in schön bepflanzten Becken, die noch nicht so lange stehen, sollte der Bodengrund beim Wassereinfüllen nicht aufgewühlt werden, sonst muss man hinterher die aufgetriebenen Pflanzen neu stecken. Später sind die Pflanzen besser eingewurzelt und halten den Bodengrund zusammen, da kann man das Wasser dann auch mal etwas schneller einfüllen.

1 Problematik von Leitungswasser

1.1 Temperatur

Achtung: Vor allem im Winter kann das kalte Wasser aus der Leitung wirklich eiskalt sein, der Temperatursprung ist für viele Aquarientiere dann zu heftig. Im Aquarienwasser gelöste Gase können durch das starke Absinken der Wassertemperatur ausgasen. Das führt zu Problemen: Bei Fischen zur Gasblasenkrankheit, bei Garnelen kann es durch ausgasende Stoffe in den Kiemen ebenfalls zu Schwierigkeiten kommen.
Das einzufüllende Wasser sollte niemals einen Unterschied von mehr als 2-3 °C zur Aquarientemperatur haben, um diese Probleme zu vermeiden.

1.2 Kupfer

Kupfer ist insbesondere für Wirbellose ein tödliches Gift. Vorsicht ist daher bei Durchlauferhitzern mit Heizelementen aus Kupfer und bei Kupferleitungen geboten. In warmem Wasser kann sich mehr Kupfer lösen als in kaltem Wasser. Verwendet man Leitungswasser aus der Warmwasserleitung, sollte man auf jeden Fall das in den Leitungen stehende Wasser ausreichend lange ablaufen lassen. Idealerweise entnimmt man warmes Leitungswasser zum Beispiel direkt nach dem Duschen, dann sind die Leitungen gut gespült.

Alternativ füllt man kaltes Wasser ab und lässt es im Kanister oder Eimer vor der Heizung einen Tag lang auf Zimmertemperatur kommen oder man verwendet einen Aquarienheizer, wenn es schneller gehen soll. Tauchsieder haben oft eine Kupferspirale.

2 Wasser aus dem Schlauch

Verwendet man Leitungswasser, das ohne weitere Aufbereitung ins Aquarium kommen kann, und hat man einen Wasseranschluss in greifbarer Nähe, so ist das Wassereinfüllen mit dem Schlauch eine sehr praktikable Lösung.
Nachteil: Wenn man vergisst, dass ein Schlauch im Aquarium hängt und dass da Wasser läuft, kann man eindrucksvolle Überschwemmungen produzieren.

Abhilfe: Ein Wasserwächter, in entsprechender Höhe ins Aquarium gehängt, schlägt Alarm, sobald der Wasserstand kritische Ausmaße erreicht.

3 Wasser aus dem Eimer oder Kanister

Es empfiehlt sich vor allem in Aquascapes nicht, das Wasser einfach aus dem Eimer oder Kanister ins Aquarium zu schütten. Geht es einmal gar nicht anders, sollte man wenigstens einen Teller oder etwas vergleichbares ins Aquarium legen und so den Strahl brechen, damit das Wasser nicht mit voller Wucht auf den Bodengrund oder die Pflanzen prallt. Langsam schütten!

4 Wasser aus der Gießkanne

Besser ist es, das Wasser mit Hilfe einer Gießkanne einzufüllen. Optimal ist es, wenn man eine Gießkanne mit Rosette verwendet. Die feinen Löcher des Gießaufsatzes brechen die Wucht des Wassers und machen das Wassereinfüllen für Bewohner und Bepflanzung des Aquariums erträglicher.

5 Mit einem dünnen Schlauch

Bei empfindlichen Hochzuchtgarnelen sollte man den Wasserwechsel langsam vornehmen, vergleichbar mit der Eingewöhnung durch die Tröpfchenmethode.

Man braucht das Wasser allerdings nicht eintropfen zu lassen, die Menge, die durch einen dünnen 4/6er-Luftschlauch passt, ist ausreichend wenig. Dazu stellt man den Behälter mit Frischwasser so auf, dass er höher als das Aquarium ist (eine Trittleiter tut hier gute Dienste), saugt das Frischwasser durch einen Luftschlauch an und lässt es dann ins Aquarium rinnen. So können sich die Tiere langsam an die neuen Verhältnisse gewöhnen.
Auch hier tut ein Wasserwächter bei entsprechenden Füllmengen gute Dienste.

 

Autor: Ulli Bauer
Co-Autor: Ricardo Castellanos

Fotos: MabelAmber via Pixabay (lizenzfrei)

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Wasserwechsel