Caobangia sp.

Caobangia sp.

Die Würmer Caobangia sp. sind Vielborster oder Polychaeta. Sie sind im Aquarium eher seltene Gäste, die aufgrund der Tatsache, dass sie Schneckengehäuse oberflächlich löchern können, nicht wirklich gerne gesehen sind. Meist kommen sie mit Wildfängen aus Südostasien mit. Die auf Schneckenhäusern lebenden Würmer aus der Familie der Sabellidae sind Aufsitzer, auch Epibionten oder Ektokommensalen genannt, die auf der Schnecke leben und ihr dabei nicht wirklich Schaden zufügen - es handelt sich hier ausdrücklich nicht um Parasiten.

1 Aussehen und Vorkommen

Caobangia sp. wird 0,5 bis 1 cm lang. Die Würmer sind weißlich und leben in tropfenförmigen, mit einer Membran ausgekleideten Löchern in der obersten Kalkschicht des Schneckenhauses, die sie sich selbst bohren. Die weißlichen Würmer sitzen mit dem Hinterteil im Loch verankert und strecken ihre Vorderhälfte ins Freiwasser. Hier befinden sich federähnliche Fortsätze, mit denen Caobangia feinen Detritus aus dem Wasser fängt. Die Löcher in den Schneckenhäusern berühren sich nicht, jeder Wurm hat seine eigene "Behausung".

Bei Gefahr kann der Vielborster seine Fortsätze einziehen und nahezu vollständig im Loch verschwinden.

Caobangia kommen nur auf Naturentnahmen vor. Überwiegend findet man sie auf Schnecken der Gattungen Brotia und Paludomus aus Südostasien, die Würmer sind jedoch nicht wirtsspezifisch und kommen auch noch auf anderen Schnecken und Muscheln aus Süßwasserbiotopen in Asien vor. In der Natur findet man Caobangia auch auf leeren Schneckenhäusern und Muschelschalen, und es gibt die Theorie, dass sie auch in Kalksteinen sitzen können, von wo aus sie immer wieder aufs Neue Schneckenhäuser besiedeln.

2 Nahrung und Fressverhalten

Caobangia sp. ernährt sich unspezifisch von schwebendem Detritus wie einzelligen Algen, Rädertierchen, Bakterien und vermutlich auch von Larven von Egeln und Saugwürmern (Trematoden), die den Schnecken eventuell gefährlich werden könnten - eigentlich bringen sie der Schnecke dadurch sogar einen Nutzen. Um ihre Nahrung zu fangen, strecken die Würmer ihr federartig strukturiertes Vorderende aus ihrem Wohnloch.

2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium

Eigentlich sind diese Aufsitzer weitgehend unproblematisch, bei einem starken Befall mit Caobangia kann es jedoch vorkommen, dass das Gehäuse der Schnecke und hier vor allem die Gehäusespitze geschädigt wird.

3 Fortbewegung

Caobangia sp. bewegt sich nicht groß aus ihrem Wohnloch weg, die Würmer können sich jedoch kriechend vom Fleck bewegen.

4 Fortpflanzung

Caobangia sind vermutlich zwittrig angelegt und vermehren sich, indem sie Eikokons auf ihrem Wirt ablegen. Bei Schnecken geschieht dies auf dem Gehäuse.

5 Wie kommt Caobangia ins Aquarium?

In der Regel holt man sich diese Würmer zusammen mit Schnecken aus der Natur ins Aquarium, in deren Häusern sie bereits sitzen.

6 Muss man Caobangia reduzieren?

Eigentlich muss man bei einem Befall von Schnecken mit Caobangia nicht viel unternehmen. Die Würmer schädigen das Schneckenhaus nur rein oberflächlich und sind damit nur ein kosmetisches Problem. Das Aquarienwasser ist in der Regel ohnehin viel zu sauber und Caobangia wird hier praktisch von alleine aufgrund des Nahrungsmangels verschwinden. Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist nicht notwendig, das Problem erledigt sich im Aquarium eigentlich immer von selber. Eine Fortpflanzung findet in der Regel ebenfalls aufgrund der fehlenden Nahrung nicht statt.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Silke Freier-Schneider

Quelle: Symbiotic Polychaetes: Review of known species Martin, D. & Britayev, T.A., 1998. Oceanogr. Mar. Biol. Ann. Rev. 36: 217-340

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