Landplanarien

Geoplanidae

Häufig tauchen Landplanarien aus der Familie Geoplanidae in konventionell emers gezogenen importierten Wasserpflanzen auf. Diese Plattwürmer leben nicht im Wasser. Landplanarien gehören zu den Turbellarien oder Strudelwürmern, ebenso wie wasserlebende Planarien. Sie können nicht dauerhaft unter Wasser leben. Terrestrische Planarien sind sehr anfällig gegen Veränderungen ihrer Habitate. Die meisten Arten sind auf feuchte Habitate angewiesen, es gibt aber auch Arten, die in eher trockenen Steppen vorkommen. 

1 Aussehen und Vorkommen

Die schleimig wirkenden, häufig stark glänzenden Landplanarien zeichnen sich im Gegensatz zum Beispiel zu Asiatischen Egeln dadurch aus, dass sie keine Segmente haben und dass ihnen die Saugnäpfe fehlen. Auch Ringelwürmer wie der Glanzwurm haben im Gegensatz zu Landplanarien Segmente. Von aquatilen Schnurwürmern kann man sie schon durch ihre terrestrische Lebensweise unterscheiden. Sie können je nach Art ca. 3-4 mm cm breit und 20 bis 300 mm lang werden.

Landplanarien besitzen einen Fuß, der sich farblich deutlich von dem Rest ihres Körpers unterscheidet (siehe Bild unten). Die Fläche ist dicht mit kurzen Cilien bedeckt, mit deren Hilfe sie kriechen.

Landplanarien kommen weltweit vor, die artenreichsten Gegenden sind jedoch tropische Regenwälder in Südamerika, Asien und Australien. Die in Wasserpflanzen gefundenen Landplanarien stammen überwiegend aus Asien, wo sie in den Wasserpflanzengärtnereien vorkommen.

2 Nahrung und Fressverhalten

Landplanarien aus der Familie Geoplanidae sind räuberisch. Zu ihrer Nahrung gehören andere kleinere Wirbellose - Würmer, Schnecken oder auch Artgenossen, die sie mittels chemischer Signale aufspüren.

2.1 Landplanarien im Wirbellosenaquarium

Landplanarien schleppt man sich mit Wasserpflanzen ein. Im Aquarium können sie auf Dauer nicht bleiben, auch wenn sie eine kurze Zeit unter Wasser überleben können.

3 Fortbewegung

Landplanarien gleiten mit Hilfe der dichten kurzen Cilien auf ihrem Fuß auf einer von ihnen produzierten Schleimschicht vorwärts. Häufig suchen sie tastend ihren Weg.

4 Fortpflanzung

Landplanarien sind Zwitter. Sie können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzen. Nach der gegenseitigen Befruchtung legen die Planarien rote bis dunkelbraune Eikokons ab, aus denen nach ca. 21 Tagen kleine Planarien schlüpfen.

Bei der asexuellen Vermehrung schnüren die Geoplanidae das letzte Drittel ihres Körpers ab, aus dem sich ein vollständiges Tier regeneriert - wie diese Obama nungara, bei der man deutlich die Stelle sieht, an der das Hiinterende abgeschnürt wurde.

5 Wie kommen Landplanarien ins Aquarium?

Landplanarien schleppt man sich mit emers (also über der Wasseroberfläche gezogenen) Aquarienpflanzen ein.

6 Überleben

Landplanarien können sich aus kleinen Stücken regenerieren.

7 Muss man Landplanarien reduzieren?

Im Aquarium überleben Landplanarien nicht auf Dauer. Wenn man sie absammelt - bitte nicht aussetzen! Es handelt sich hier um eingeschleppte Arten aus Asien, die bei uns nicht heimisch sind. Es gibt invasive Landplanarien, die bei uns in Europa eingeschleppt wurden und bereits in der Natur gefunden wurden, was bei der heimischen Fauna große Probleme verursacht. Sie fressen insbesondere Regenwürmer. Weil sie keine Fressfeinde haben, können sie sich unkontrolliert vermehren. Hier im Bild unten sieht man eine solche invasive Landplanarie der Art Obama nungara, die in einem Gewächshaus im Saarland gefunden wurde.

Man kann im Aquarium gefundene Landplanarien jedoch prima in einem kleinen feucht gehaltenen Terrarium halten und sich an den interessanten Tieren erfreuen.

Vermeiden lassen sie sich ganz sicher durch den Kauf von in vitro gezogenen Aquarienpflanzen.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Karolin Kugler, Vanessa Oehmig

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