Blattläuse

Aphidoidea

Eigentlich kennt man Blattläuse eher aus dem Garten oder von Zimmerpflanzen, sie sind keine Wassertiere. Blattläuse kommen jedoch von Zeit zu Zeit auch auf den Schwimmpflanzen oder auf über der Wasseroberfläche wachsenden Wasserpflanzen im Aquarium vor. Auf Wasserpflanzen spezialisiert sind beispielsweise die Seerosenblattläuse Rhopalosiphum nymphaea, aber auch andere Blattläuse aus der Überfamilie Aphidoidea können sich ins Aquarium verirren.

Ein übermäßiger Befall mit Blattläusen ist eigentlich so gut wie immer ein Zeichen, dass die Pflanze geschwächt ist - hier sollten also die Haltungsbedingungen (Licht, Dünger, CO2, Temperatur etc.) hinterfragt werden.

1 Aussehen und Vorkommen

Blattläuse erinnern etwas an Hornmilben oder andere Süßwassermilben, im Unterschied zu diesen haben sie jedoch nur sechs Beine und halten sich nicht dauerhaft unterhalb der Wasseroberfläche auf. Typisch ist ein recht kugeliger Hinterleib mit feinen Haaren oder Stacheln, und ein nicht abgesetzter Kopf.

Seerosenblattläuse sitzen dabei teilweise mit den Beinen im Wasser, wenn sie an der Unterseite von Seerosenblättern saugen. In letzter Zeit sind mehrfach auch Blattläuse aufgetaucht, die unter Wasser leben können. Dabei dürfte es sich um keine heimische Art handeln.

Unsere heimischen Blattläuse sind unbenetzbar und gehen daher nicht unter. In der Regel treten im Aquarium heimische Arten auf, die von Zimmerpflanzen oder aus dem Freiland auf die Schwimmpflanzen im Aquarium übergesprungen sind. Blattläuse sind grün, rötlich, braun oder schwarz gefärbt. In einer Population gibt es meist überwiegend flügellose Blattläuse, vor allem im Spätsommer und Herbst kann man aber auch Exemplare mit transparenten Hautflügeln entdecken. Die Nymphen sehen den geschlechtsreifen Tieren schon recht ähnlich.

Blattläuse werden 1-5 mm lang. In den Populationen fallen häufig weiße dünne Häutchen auf, die Häutungsreste der Blattläuse, die zwischen den Tieren an den klebrigen Ausscheidungen (Honigtau) haften. Auch werden die Blätter und Pflanzenstängel, auf denen Blattläuse sitzen, bei stärkerem Befall klebrig.

Blattläuse kommen praktisch in allen gemäßigten bis tropischen Regionen vor. Eigentlich handelt es sich hier nicht um Wassertiere, nur die Pflanzenteile über der Wasseroberfläche werden befallen.

2 Nahrung und Fressverhalten

Blattläuse sind Saugparasiten, die die Pflanzen anstechen und sich vom austretenden Pflanzensaft ernähren. In Pflanzen mit zarterem Gewebe wie diesen Wasserlinsen sind die Stiche als feine Löcher sichtbar. Hier können Krankheitserreger eindringen.

2.1 Problematik im Aquarium

Auf den stark zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse können sich Rußpilze und Schwärzepilze breitmachen. Übermäßiger Blattlausbefall selbst kann die Pflanze stark schwächen, außerdem können Blattläuse Pflanzenviren übertragen.

Für oberflächenorientierte Fische sind Blattläuse ein willkommener Snack.

3 Fortbewegung

Blattläuse sind sehr langsame Krabbler. Die geflügelten Exemplare können fliegen, sind dabei aber ebenfalls wenig geschickt und kommen recht ungelenk daher.

4 Fortpflanzung

Die ungeflügelte Form der Blattlaus pflanzt sich ungeschlechtlich fort und ist lebendgebärend. Durch die Parthenogenese kommen sehr schnell sehr viele Blattläuse zur Welt. Die geflügelte Form pflanzt sich durch Eiablage geschlechtlich fort. Geflügelte Exemplare treten auf, wenn die Wetterbedingungen oder die Temperaturen schlechter werden (vor allem im Spätsommer und Herbst), aber auch, wenn der Platz zu knapp wird oder das Nahrungsangebot sich verschlechtert. Selbst ein Angriff von Fressfeinden kann die Produktion von geflügelten Nachkommen auslösen.

5 Wie kommt die Blattlaus ins Aquarium?

Blattläuse schleppt man sich entweder mit bereits befallenen Pflanzen ein, oder sie springen von befallenen Zimmerpflanzen über oder kommen von draußen ins Aquarium - vor allem die geflügelten Blattläuse sind recht mobil.

6 Überlebenstechniken

Die Eier der Blattläuse sind gut gegen Frost und Hitze geschützt. Bei schlechter werdenden Bedingungen entwickeln sich geflügelte Formen, die einfacher den Standort wechseln können als die ungeflügelten Blattläuse. Die ungeflügelten Formen neigen zu massenhafter Vermehrung.

7 Blattläuse entfernen

Da Blattläuse sich nur an Pflanzenteilen über Wasser festsetzen können, ist ihre Entfernung recht einfach. Man beschwere die aus dem Wasser ragenden Pflanzenteile für eine bis zwei Wochen mit einem sauberen Malergitter oder etwas vergleichbarem, sodass sie vollständig unter Wasser gedrückt werden. Befallene Schwimmpflanzen kann man ebenso behandeln oder sie einfach abfischen und entsorgen. Der Einsatz von Fressfeinden wie Marienkäferlarven im Aquarium ist etwas schwieriger, aber ebenfalls eine Möglichkeit.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Daniela Gärtner, Vanessa Oehmig

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