CO2-Versorgung

Kohlendioxid (CO2) ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, der für das Wachstum der Aquarienpflanzen von hoher Bedeutung ist. Im Wasser im Aquarium ist im Vergleich zum Gehalt in natürlichen Gewässern in der Regel deutlich zu wenig Kohlendioxid vorhanden, was das Pflanzenwachstum hemmt und Algenplagen fördern kann.

1 CO2-Düngung

Für die allermeisten Wasserpflanzen hat es sich als günstig erwiesen, wenn sie CO2 zugedüngt bekommen. Dazu gibt es verschiedene Methoden der Zugabe, und es gibt eine Vielzahl von Produkten, mit denen der CO2-Gehalt im Pflanzenaquarium erhöht werden kann. Ein Gehalt von 20-30 mg/l hat sich für die Pflanzen als ausreichend und für die tierischen Aquarienbewohner als unschädlich heausgestellt. Mehr kann bei den Fischen, Garnelen, Krebsen und auch bei manchen Schnecken im Aquarium zu Problemen führen, weil sie das Kohlendioxid, das sie bei ihren normalen Stoffwechselvorgängen produzieren, nicht mehr ans Wasser abgeben können, wenn dort bereits zu viel CO2 vorhanden ist (Prinzip der Osmose). Eine Überwachung des CO2-Gehalts ist daher notwendig, wenn man zudüngt. Wie man das am besten macht, erklären wir im Artikel "CO2-Messung" in unserer Garnelen Wiki.

2 Druckgasanlage

Die effektivste und in der Aquaristik am häufigsten verwendete ist die Druckgasanlage.

Hier wird üblicherweise ein Druckminderer an einer 0,5kg oder 2kg Flasche mit flüssigem CO2 angebracht; am Druckminderer befinden sich in der Regel zwei Manometer, die den Arbeitsdruck und den Flaschendruck anzeigen.

Das flüssige Kohlenstoffdioxid verdampft und steigt auf. Der Arbeitsdruck gibt an, mit wieviel bar Druck das gasförmige Kohlendioxid in den Schlauch abgegeben wird. Dies ist wichtig, da einige Diffusoren (ähnlich einem „Sprudelstein“ fürs Aquarium) einen höheren Druck benötigen, um das Gas durch die feine Keramik zu pressen und sehr feine Bläschen erzeugen zu können. Gängige Diffusoren benötigen ~2 bar Druck, um ordnungsgemäß zu funktionieren.

Der Flaschendruck bleibt über die meiste Zeit konstant. Erst wenn in der Druckgasflasche kein flüssiges CO2 mehr vorhanden ist, sondern nur mehr gasförmiges, wird dieser geringer.
Dies ist auch der Grund, wieso empfohlen wird, die Druckgasanlage immer senkrecht zu betreiben. Unter hohem Druck ist Kohlenstoffdioxid eine Flüssigkeit. Flüssiges CO2 hat eine höhere Dichte als das gasförmige CO2. In der Druckgasflasche befindet sich daher das flüssige CO2 im unteren Bereich und oben das gasförmige. Liegt die Flasche, könnte flüssiges CO2 in das Ventil gelangen und es beschädigen.

Öffnet man das Ventil bei der stehenden Flasche, so kann das gasförmige CO2 entweichen, und ein Teil des flüssigen Kohlendioxids wird gasförmig. Dadurch bleibt der Flaschendruck stets konstant. Ist kein Nachschub in Form von CO2üssigem CO2 mehr vorhanden, sinkt der Flaschendruck, ein Anzeichen, dass der Flascheninhalt zur Neige geht.

2.1 Zugabegeräte

Neben dem Diffusor gibt es noch andere Möglichkeiten, das CO2 im Wasser zu lösen, wie zum Beispiel die Paffrathsche Rinne oder Paffrath-Schale (selbes Prinzip: Dennerle Topper), den Flipper oder den CO2-Reaktor. Des weiteren gibt es noch eine Form des Diffusors (Inline Diffusor), der wie der Reaktor direkt als Zwischenstück in den Schlauch eines Außenfilters gesteckt werden kann.

Jede Möglichkeit hat hier ihre Vor- und Nachteile. Die Paffrath-Schale ist sehr effizient, da praktisch kein CO2 an die Wasseroberfläche verloren geht, jedoch muss die Größe der Schale an die Aquariengröße angepasst werden. Je größer die Kontaktfläche des CO2 mit dem Wasser, umso mehr CO2 löst sich.

Der Flipper verlängert den Weg der einzelnen Bläschen durch eine Stufen- oder Spiralform, diese haben somit mehr Zeit, sich im Wasser zu lösen. Ein Vorteil gegenüber der Schale ist, dass eine zusätzliche Steuerung der Zugabe über die Anzahl der Blasen pro Minute möglich ist, jedoch muss auch hier die Größe des Flippers an die Größe des Aquariums angepasst werden, und es entweicht etwas mehr CO2 an die Oberfläche.

Diffusoren erhöhen die Oberfläche der CO2-Blasen dadurch, dass sie sie in viele feine Bläschen zerteilen. Die Kontaktzeit mit dem Wasser ist meist jedoch eher gering, wodurch viel CO2 an die Oberfläche verloren geht. Der Vorteil liegt hier in der Optik begründet, da Diffusoren wesentlich weniger Platz benötigen als die zuvor genannten Methoden.

Der Reaktor ist für den Einsatz mit einem Außenfilter gedacht. Es handelt sich um ein rohrförmiges Zwischenstück, in das CO2 eingeleitet wird. Das Rohr ist oft gefüllt mit Filtermaterial, um das CO2 in grobe Blasen aufzuteilen und die Kontaktfläche der Blasen zum Wasser etwas zu erhöhen. Der Vorteil dieser Methode ist wie bei der Paffrathschale die Effizienz, jedoch bietet sie gegenüber der Schale einen Vorteil: Im Aquarium selber ist der Reaktor nicht sichtbar.

Der sogenannte Inline Diffusor ist ebenfalls ein Zwischenstück für den Außenfilter, in das CO2 eingeleitet wird. Das CO2 wird hier aber im Gegensatz zum Reaktor in extrem feine Bläschen zerstäubt und mit der Strömung ins Aquarium geleitet. Somit ist eine große Oberfläche und eine lange Kontaktzeit der Blasen mit dem Wasser gewährleistet.

3 Bio-CO2

Bio CO2 beschreibt die Methode, mit der durch den Gärprozess einer Zucker–Hefe-Mischung CO2 produziert wird. Oft wird diese selbst gemischt, es gibt aber auch ein fertiges Produkt von der Firma Dennerle.  
Die Hefepilze nutzen den Zucker zur Energiegewinnung und bauen ihn ab zu CO2 und Alkohol. Das entstehende CO2 kann ebenso verwendet werden wie das der Druckgasflasche, nur können keine Zugabegeräte/Diffusoren verwendet werden, da diese einen erhöhten Arbeitsdruck benötigen. Optimal ist hier die Verwendung eines Reaktors oder einer Paffrathschale.

4 Flüssiger Kohlenstoff

Oft wird mit dem Begriff „flüssiger Kohlenstoff“ geworben. Kohlenstoffdioxid aber wird erst unter hohem Druck flüssig. Der Inhaltsstoff dieser sogenannten „Kohlenstoffdünger“ ist in der Regel Glutaraldehyd, das eigentlich als Industriereiniger, Desinfektionsmittel oder für das Gerben von Leder eingesetzt wird. Im Aquarium wirkt dieser Stoff algizid. Die Pflanzen wirken zunächst schöner und „strahlender“, Glutaraldehyd kann jedoch auf lange Sicht schädigend (sogar erbgutschädigend) und wachstumshemmend wirken. Es gibt mittlerweile anders formulierte flüssige Kohlenstoffdünger, die auf den Einsatz von Glutaraldehyd verzichten und sich andere Kohlenstoffquellen zunutze machen.
Als Algenkiller, vor allem bei einem Befall mit Bartalgen oder Pinselalgen ist Glutaraldehyd ein echter „Geheimtipp“. Befallene Gegenstände werden eingetaucht oder besprüht. Die Algen färben sich violett oder pink und sterben rasch ab.

 

 

Autor: Ricardo Castellanos

Fotos: Ricardo Castellanos

Filter / Tags
Kohlendioxid CO2