Die Drystart-Methode

Der Name Drystart bedeutet grob übersetzt „Trockenstart“ und beschreibt eine alternative Variante, um ein Pflanzenaquarium oder Aquascape zu starten und einzufahren.

1 Wann empfiehlt sich der Drystart?

Besonders bei Aquarien, die den Schwerpunkt auf feine bodendeckende Pflanzenarten und Moose setzen, ist der Drystart eine sehr vorteilhafte Alternative zum normalen Aufsetzen eines Aquariums. Da Bodendecker sehr feine Wurzeln ausbilden und etwas Zeit brauchen, um sich im Bodengrund zu verankern, schwimmen sie meist bei Normalstarts zuerst sehr oft auf, bevor sie richtig anwachsen. Je nach Layout kann dies schon zur Geduldsprobe werden.

2 Emers oder submers?

Die meisten Aquarienpflanzen sind grundsätzlich unechte Wasserpflanzen und haben daher eine Landform und eine Unterwasserform (emers und submers). In Gärtnereien werden ein Großteil der Pflanzen über Wasser – also emers – herangezogen (z.B. als Topfpflanze oder InVitro Pflanze). Der Aquarianer erhält also eine Pflanze in ihrer emersen Form – beim Drystart kann diese vorerst wie zuvor, ohne zu stocken und ohne sich auf die submerse Form (wie sonst beim normalen Start) umstellen zu müssen, weiter wachsen. Die emerse Form der Pflanzen kennen wir auch vom Wabi Kusa.

Achtung: nicht alle Aquarienpflanzen haben eine emerse Form. Echte Wasserpflanzen wie Vallisneria oder Blyxa können keine Landform ausbilden und eignen sich nicht für die Drystart-Methode!

3 Einrichten des Aquariums

Beim Drystart wird das Aquarium zuerst ganz wie gewohnt gestaltet und eingerichtet: Nach dem Einbringen des Hardscapes, also der Aquariendekoration, und des Bodengrundes (vorzugsweise nährstoffreicher Soil) wird das Aquarium bepflanzt und die Pflanzen währenddessen befeuchtet, um ein Austrocknen zu verhindern.

3.1 Unterschied zum Normalstart

Jetzt, wo normalerweise das Aquarium geflutet werden würde, schafft man den Pflanzen beim Drystart am besten mit einer Sprühflasche eine feuchte, aber nicht zu nasse Umgebung. Damit das auch so bleibt, eignet sich am besten Frischhaltefolie, welche als Abdeckung über das Aquarium gezogen wird und es so verschließt. Den Pflanzen wird dadurch eine gleichmäßige Feuchte garantiert und ein Austrocknen verhindert.

4 Pflege

Die Pflege eines solchen Drystart-Aquariums gestaltet sich relativ einfach:
Ein Filter, eine CO2-Anlage oder weitere Technik ist vorerst nicht nötig – das Aquarium sollte lediglich etwa 8-10 Stunden beleuchtet werden.

5 Befüllen

Nach etwa 4-6 Wochen haben sich die Pflanzenwurzeln soweit verankert, dass das Aquarium geflutet werden kann. Zum Befüllen legt man hier trotzdem am besten einen kleinen Teller, Zewatücher oder ähnliches über den Bodengrund, damit der Wasserstrahl das Layout nicht durcheinanderbringt.

6 Zu beachten

Die Drystart-Methode funktioniert am besten für Bodendecker - ist also zum Beispiel optimal für ein Iwagumi.
Stängelpflanzen und Rosettenpflanzen sind hier schwieriger zu halten, sie trocknen schneller aus. Andere Pflanzen (Cryptocorynen, Anubias, Bucephalandra etc.) haben Probleme bei der Umstellung zur submersen Form und verlieren beim Fluten häufig erst einmal alle Blätter.

 

Autor: Ricardo Castellanos

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