Spurenelemente im Aquarium

Für ein gutes Pflanzenwachstum kommt neben den Hauptnährstoffen Nitrat, Phosphat und Kalium auch den Spurenelementen eine wichtige Bedeutung zu. Wie die Bezeichnung erahnen lässt, werden Spurenelemente von der Pflanze nur in sehr geringen Mengen benötigt. Dennoch sind sie unabdingbar für das Wachstum der Pflanze; sind sie im Mangel, stagniert das Wachstum – auch hier greift das Liebigsche Minimumgesetz. Ein gravierender Mangel führt im schlimmsten Fall sogar zum Absterben der Pflanze.

Den Spurenelementen kommt jedoch nicht nur eine wichtige Rolle in der Pflanzenernährung zu, auch bei der Versorgung der Mikrobiologie eines Beckens und des Biofilms sind Spurenelemente (aber auch Makronährstoffe) von hoher Bedeutung.

1 Wichtige Spurenelemente für die Aquaristik

Im Aquarium wichtige Nährstoffe, die in die Kategorie der Spurenelemente fallen, sind folgende:

2 Eisen (Fe)

Eisen ist eines der interessantesten Spurenelemente. Es wird im Vergleich zu den anderen Mikroelementen in der höchsten Menge benötigt. Eisen ist in der Aquaristik der wohl auch bekannteste Nährstoff aus der Sparte der Spurenelemente.

Fe ist vor allem an der Blattgrünbildung beteiligt und wird für die Photosynthese benötigt. Mehr dazu im weiterführenden Artikel "Eisen als Pflanzennährstoff".

3 Zink (Zn)

Zink ist für die Aktivierung verschiedener Enzyme zuständig, ebenso auch für die Eiweißbildung. Des weiteren ist Zink auch direkter Bestandteil von Enzymen, es wird außerdem für die Bildung des Wachstumshormons bei Pflanzen und Tieren benötigt.

Ein Zinkmangel wirkt sich bei Aquarienpflanzen durch Verkümmerung, Zwergwuchs und Missbildungen der Blätter aus.

4 Kupfer (Cu)

Das Schlagwort "Kupfer" hört man in der Aquaristik häufig. Einerseits wird es oft in Anti-Algen-Mitteln als Wirkstoff verwendet, andererseits ist Kupfer als tödliches Gift vor allem für Wirbellose bekannt. In geringen Mengen wird Cu jedoch als Spurenelement von vielen Lebensformen benötigt – von Garnelen bis hin zu den Pflanzen. Mehr Informationen über Kupfer, wie genau es wirkt, welche Dosen für Fische, Algen, Aquarienpflanzen und Wirbellose gefährlich werden und wie man Kupfer loswird, findet ihr in unserem separaten Artikel "Was ist Kupfer?"

4.1 Kupfer und Wirbellose

Garnelen, Krebse, Krabben und viele Schnecken können ohne Kupfer zum Beispiel gar nicht leben - in ihrem Blutfarbstoff Hämocyanin wird der Sauerstoff durch zwei Kupferatome gebunden, sie brauchen also Kupfer zwingend zum Sauerstofftransport. Andererseits sind schon Konzentrationen von 0,02 mg/l für Garnelen gefährlich. Hier gilt definitiv: Die Dosis macht das Gift!

4.2 Kupfer und Pflanzen

Auch für die Pflanzen ist Kupfer ein wichtiges Spurenelement: Sie benötigen es für die Photosynthese, aber auch in ihrer gesamten Atmungskette und zur Bildung von oxidierenden Enzymen. Weiters wird Kupfer für die Bildung von Lignin benötigt, also für die Verholzung von Pflanzenteilen.

Ein Kupfermangel wirkt sich durch Kümmerwuchs der neuen Blätter sowie durch verdrehte Blattspitzen aus, aber auch Chlorosen (also partielle oder ganzflächige Entfärbungen) und ein „Gelbwerden“ der Blätter kommen vor.

5 Bor (B)

Ohne Bor kein Protein: Bor ist unabdingbar bei der Synthese von Eiweißen. Auch beim Kohlenhydrattransport zu den Wachstumszonen spielt es eine wichtige Rolle, ebenso wie bei der Stabilisierung der Zellwände.

Bor-Mangelerscheinungen bei Pflanzen äußern sich wie folgt: Deformationen, Chlorosen, Nekrosen bzw. ein Absterben der Triebspitzen.

6 Mangan (Mn)

Mangan ist hauptsächlich bei der Bildung von Sauerstoff (O2) während der Photosynthese beteiligt. Weiters ist Mangan ein wichtiger Cofaktor für die Funktion verschiedener Enzyme, wie auch Bestandteil einiger Enzyme selbst.

Ein Manganmangel wirkt sich bei Aquarienpflanzen durch Wuchshemmung und Chlorosen aus, er sieht einem Eisenmangel sehr ähnlich.

7 Molybdän (Mo)

Molybdän ist gemeinsam mit Eisen eine wichtige Komponente für die Nitrataufnahme der Pflanzen. Durch ein Enzym wird das aufgenommene Nitrat in Nitrit umgewandelt (Nitrat-Reduktase). Das Nitrit wird in der Folge durch ein weiteres Enzym zu Ammonium reduziert (Nitrit-Reduktase) und kann danach für die Bildung von Aminosäuren für Eiweiße verwendet werden.

Ein Molybdänmangel bewirkt daher einen Stickstoffmangel und wirkt sich genau so aus.

8 Chlor (Cl)

Chlor kommt in der Pflanze als freies Ion vor, es wird nur in geringen Mengen aufgenommen. Chlor ist wie Kalium vor allem für die Osmoregulation verantwortlich. Eine Mangelversorgung im Aquarium kommt so gut wie nicht vor.

9 Spurenelemente zudüngen

Die meisten im Handel verfügbaren Eisendünger sind sogenannte Volldünger. Sie werden so bezeichnet, weil sie neben Eisen noch weitere Spurenelemente und oft auch Kalium beinhalten. Sie beinhalten jedoch nicht die Makronährstoffe Nitrat und Phosphat, worauf man aufgrund der Bezeichnung fälschlicherweise schließen könnte.
Gängige (Eisen-)Vollldünger sind z.B. Easy Life ProFito oder Aqua Rebell Mikro Basic Eisen.

Es gibt auch reine Eisendünger, komplett oder fast ohne Spurenelemente, wie z.B. Easy Life Ferro oder Aqua Rebell Mikro Spezial Eisen.

10 Überschuss von Spurenelementen

Sind Spurenelemente im Überschuss im Aquarienwasser vorhanden, wirkt sich dies am auffallendsten im Auftreten von verschiedensten Rotalgen wie Pinselalgen oder Bartalgen aus.

 

Autor: Ricardo Castellanos

Fotos: Ricardo Castellanos

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