Kalium als Pflanzennährstoff

1 Kalium als Pflanzennährstoff

Kalium (K) gehört neben Nitrat und Phosphat zu den Makronährstoffen, die in vergleichsweise hohen Mengen von Pflanzen benötigt werden und ist ein entscheidender Wachstumsfaktor nach dem Liebigschen Minimumgesetz. Anders als Nitrat und Phosphat wird Kalium jedoch nicht direkt für den Aufbau von Pflanzenmasse benötigt, sondern liegt frei in den Vakuolen, die das Zellwasser beinhalten, vor.

1.1 Funktion von Kalium im Stoffwechsel

Kalium nimmt eine Vielzahl von Funktionen im Stoffwechsel der Pflanze ein, unter anderem ist es stark an ihrem Wasserhaushalt beteiligt: Eine ausreichende Kaliumversorgung gewährleistet die Fähigkeit Wasser (durch Osmoregulation) einzulagern und zu halten. In Verbindung damit bleibt auch die Fähigkeit der Pflanze erhalten, Nährstoffe aufzunehmen und zu transportieren und insbesondere zum Zelluloseaufbau Zucker zu den Zellwänden zu befördern.

2 Kaliumbedarf

Der Kaliumbedarf von Aquarienpflanzen liegt im Bereich von 5-10 mg pro Liter Aquarienwasser.

Wird Dünger zugeführt, so ist Kalium eher selten Mangelware – in ungedüngten Aquarien, sind jedoch sehr häufig klare Kaliummangelerscheinungen zu erkennen.

2.1 Kaliummangel

Ein Kaliummangel hingegen zeichnet sich sehr deutlich ab: Schwarze Punkte (Nekrosen) an den Blättern  - besonders häufig bei Farnen zu beobachten. Später entstehen aus diesen Nekrosen Löcher im Blattgewebe. Oft wird angenommen, dass diese Löcher durch Schnecken, Garnelen und andere Aquarienbewohnern verursacht werden. Meist sind diese jedoch nur hinter dem weichen, bereits absterbenden nekrotischen Pflanzengewebe her!

3 Kaliumüberschuss

Ein Kaliumüberschuss ist grundsätzlich weder für die Pflanzen noch für die Tiere im Aquarium schädlich: Pflanzen sind in der Lage, mehr Kalium aufzunehmen, als sie eigentlich brauchen. Es wird dann im Pflanzengewebe gespeichert. Viele handelsüblichen Dünger bringen einen weit höheren Kaliumeintrag mit sich als eigentlich benötigt wird. Ein starker Kaliumüberschuss äußert sich häufig in Form von grünen Staubalgen an den Scheiben.

4 Kaliumdüngung

Die Kaliumdüngung gestaltet sich relativ einfach, da es eine Vielzahl von Düngern fürs Aquarium gibt, die Kalium enthalten. Das Element Kalium ist schon lange als wichtiger Nährstoff auch für Wasserpflanzen bekannt.

4.1 Flüssigdünger

Ein Großteil der für die Aquaristik angebotenen Dünger enthält Kalium: In den meisten Nitratdüngern und natürlich auch in Makronährstoffdüngern (NPK-Düngern) ist Kalium in Form von Kaliumnitrat enthalten. Bekannte Dünger, die Kaliumnitrat enthalten, sind z.B. EasyLife Nitro oder AquaRebell Nitrat. Auch reine Kaliumdünger werden angeboten, diese enthalten meist Kaliumcarbonat (Pottasche). Auch Eisenvolldünger wie EasyLife Profito oder AquaRebell Mikro Basic Eisen beinhalten Kalium als Nährstoff.

Wird das Aquarium gedüngt, kann man Kaliummangel daher meist ausschließen, der Nährstoff ist in den meisten für die Aquaristik erhältlichen Flüssigdüngern enthalten.

4.2 Nährsalze

Man kann auch Kalium in Form von Nährsalzen erwerben und selbst mit Einzelkomponenten düngen. Meist sind diese Stoffe in Apotheken oder Chemiehandel (auch online) verfügbar. Der Vorteil dieser Art der Düngung ist der geringere Preis. Einige Kaliumverbindungen sind jedoch nur eingeschränkt erhältlich, da sie für den Bau von Bomben verwendet werden können und daher reglementierenden Gesetzen unterstehen.
Folgende Nährsalze finden in der Aquaristik Verwendung:

  • Pottasche (= Kaliumcarbonat / K2CO3, sehr leicht zu bekommen, wird als Backzutat verwendet)
  • Kaliumhydrogencarbonat / KHCO3
  • Kaliumnitrat / KNO3 (~40% Kalium, schwer erhältlich, da Sprengstoffzutat)
  • Kaliumchlorid / KCl
  • Kaliumsulfat / K2SO4

 

Autor: Ricardo Castellanos

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