Der Lufthebefilter

1 Verwendung

Der Lufthebefilter ist eine Spielart des Schwammfilters und findet häufig in Nanoaquarien und sehr oft auch bei der Haltung und Zucht von Garnelen (da auch in größeren Aquarien) Verwendung.

2 Aufbau

Der eigentliche Filter besteht aus nicht allzuvielen Teilen:

  • Steigrohr, bei manchen Lufthebern auch aus 2 Teilen bestehend, wobei eines flexibel verstellbar ist, damit die Richtung des Wasserauslass geändert werden kann. Am Steigrohr schließt man unten den Luftschlauch an.
  • Schwammpatrone, die zweierlei Funktionen hat, siehe weiter unten.
  • Saughalter, zur Befestigung an der Scheibe.

 
Zur Inbetriebnahme braucht man lediglich noch einen Luftschlauch, ein Rückschlagventil und eine Membranluftpumpe.

3 Funktionsweise

Der Lufthebefilter wird in Verbindung mit einer außerhalb des Aquariums liegenden Membranpumpe betrieben. Diese Luftpumpe pumpt die Luft durch einen Schlauch, der unten in das Steigrohr des Filters mündet. Manchmal ist im Luftheber auch ein Ausströmerstein verbaut, der die Luftblasen feiner zerteilt.

Die Luftblasen steigen im Steigrohr nach oben und reißen das Wasser mit sich. Dadurch entsteht ein Unterdruck und eine Sogwirkung, die Wasser aus dem Aquarium durch den Schwamm zieht. Dieses Wasser wird durch die Luftblasen laufend über das Steigrohr nach oben gerissen und zum Filterauslass befördert.

Die Membranpumpe sollte entweder oberhalb des Wasserspiegels im Aquarium aufgestellt werden oder aber - wenn sie tiefer steht, zum Beispiel im Unterschrank - mit einem Rücklaufventil (Rücklaufsicherung) vor eventuell eindringendem Wasser geschützt werden.

4 Filterung auf zweierlei Weise

In der Patrone des Lufthebers findet zum einem eine mechanische, zum anderne eine biologische Filterung statt. Mechanisch werden grobe Partikel wie zum Beispiel Futter- oder Pflanzenreste, Algen, Mulmteilchen und andere Schwebeteile aus dem Wasser gefiltert. Die größeren Teilchen lagern sich an der Oberfläche und in den Poren des Schwammes ab, die kleineren in den Poren des Schwammes, wo sie nach und nach von Bakterien abgebaut werden.

In der Schaumstoffpatrone siedeln sich nützliche Bakterien an, die für den Abbau von Ammonium, Ammoniak und Nitrit zuständig sind und für den zukünftigen Verlauf im Aquarium unabdingbar sind. Das ist die biologische Filterfunktion.

5 Vorteile

  • Aufgrund seiner Konstruktionsweise ist der Luftheber absolut sicher für Garnelen egal welcher Größe, und auch für Fischlarven. Hier kann kein Tier in ein Filterrädchen gelangen und dort verhackstückt werden, einfach, weil es gar kein Filterrädchen gibt. Selbst wenn einmal eine sehr neugierige Garnele in die Öffnung krabbelt, wird sie einfach wieder hinausgespült.
  • Der Filterschwamm ist für Garnelen und Krebse eine willkommene Weidefläche, auf der sich viel Detritus sammelt und entsprechenden Biofilme abgegrast werden können.
  • Die Funktionsweise mit Luft sorgt im Aquarium immer für ausreichend Sauerstoff - vor allem an heißen Tagen ein unschätzbarer Vorteil für die Aquarienbewohner.

6 Nachteile

  • Ein mit Luft betriebener Filter ist für alle Kontaminationen in der Raumluft anfällig. Zigarettenrauch, Insektenschutzmittel, andere Pestizide, Raumspray, Aromen von Räucherstäbchen und vieles mehr können für akute oder schleichende Vergiftungen im Aquarium sorgen.
  • Insbesondere größere Krebse und Krabben finden den Filterschwamm im Aquarium manchmal unglaublich schmackhaft und vergreifen sich manchmal daran. Dabei zerpflücken sie ihn nicht nur, sondern fressen ihn regelrecht auf.
  • Da ein Luftheber mit einer Luftpumpe betrieben wird, eignet er sich nur bedingt für Wohn- und Schlafräume, da Luftpumpen in der Regel nicht völlig geräuschlos laufen. Hinzu kommt das Geräusch der zerplatzenden Luftblasen, das ebenfalls deutlich wahrnehmbar ist.

 

Autor: Philipp Well
Co-Autor: Ulli Bauer

Fotos: und Grafik: Ricardo Castellanos

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