Der Twinstar / Elektrolyse

Wie funktioniert der Twinstar? Elektrolyse oder genauer „Wasserelektrolyse“ ist ein Vorgang, bei dem mit Hilfe von elektrischem Strom Wasser (H2O) in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H) zerlegt wird.

Das Verfahren der Elektrolyse wird oft zur Wasserdesinfektion verwendet. Häufig wird hier jedoch nach dem Prinzip der „Chlorelektrolyse“ gearbeitet, welche oft bei Pools und Schwimmbädern eingesetzt wird. Hier wird dem Wasser Natriumchlorid (Kochsalz) hinzugefügt, welches unter Strom zu Chlor und Natrium zerlegt wird, sodass das Chlor seine entkeimende Wirkung entfalten kann.

1 Elektrolyse in der Aquaristik

In der Aquaristik gibt ist Elektrolysegeräte wie z. B. den Twinstar oder den in China verbreiteten Chihiros Doctor. Sie sind nur für Süßwasser geeignet, da bei Salzwasser durch die Elektrolyse Chlor entstehen würde, welches für die Tiere toxisch ist.

2 Wirkungsweise

Die Wirkung im Aquarium entsteht durch die Bildung von Sauerstoffradikalen (ähnlich wie beim Oxydator), welche mit vielen Stoffen, Bakterien und Algensporen reagieren, diese oxidieren und somit vernichten bzw. unschädlich machen - die Keimdichte wird dadurch gesenkt. Die Effekte treten nur im direkten Umfeld der Elektrode auf, daher sollte sie an einer relativ gut durchströmten Stelle im Aquarium eingebaut werden, damit die Wasserströmung die Sauerstoffradikale verteilen kann.

Genau wie ein UV-Klärer besitzt auch der Twinstar keine direkte algenabtötende Wirkung, lediglich die Vermehrung der Algen durch Sporen kann eingedämmt werden. Bereits vorhandene Algen müssen manuell entfernt werden.

Man sollte unbedingt auf eine korrekte Dimensionierung der Produkte auf das jeweilige Aquarium achten. Wählt man ein zu starkes Gerät, kann dies zu Problemen führen, ganz besonders dann, wenn man Wasserzusätze oder Aufhärtesalze verwendet. Gängige Aufhärtesalze sind wegen der besseren Löslichkeit chloridhaltig. Dadurch kann es unter Einsatz von Elektrolyse zur Abspaltung von Chlor kommen, was für den Besatz fatale Folgen haben kann.

Bei einer korrekten Anwendung bzw. Dimensionierung des Geräts ist diese Gefahr jedoch nicht gegeben.

3 Aufbau

Elektrolysegeräte sind recht simpel aufgebaut: Sie bestehend aus einer Niedervolt-Stromquelle (15 Volt) und einer Elektrode aus Titan/Platin sowie natürlich einem Gehäuse, in dem Platine und Stromquelle untergebracht sind.

Spannungen bis 25 Volt gelten für Tiere und Kinder als ungefährlich. Oft kann man die Tiere während der aktiven Bestromung der Elektrode direkt auf dem Metall sitzen sehen - vollkommen unbeeindruckt. Ein Gefahr durch Strom geht von solchen Geräten nicht aus.

Die Hersteller der Elektrolysegeräte haben einen bestimmten Algorithmus entwickelt, welcher die Dauer der Bestromung bzw. den Abstand zwischen den Bestromungen regelt. Dieser ändert sich mit der Standzeit des Aquariums.

4 Vorteile

  • Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Methoden zur Entkeimung ist der niedrige Stromverbrauch. Dieser ist durch die nur kurzweise aktive Elektrode gegenüber z. B. UV-Klärern deutlich geringer.

  • Durch Elektrolyse werden nicht nur Keime abgetötet, sondern ebenfalls organische Belastungen (wie beim Oxydator) oxidiert und somit unschädlich gemacht.

  • Mehr gelöster Sauerstoff im Wasser

  • Radikale reagieren ebenfalls mit Gelbstoffen und andere Trübstoffen, glasklares Wasser ist die Folge.

  • Nitrifizierende Bakterien wie Bakterien im Biofilm sind von der Wirkung der Elektrolyse nicht betroffen, da der Effekt nur im direkten Umfeld der Elektrode auftritt.

5 Nachteile

Die Nachteile sind im Prinzip dieselben wie die des UV-Klärers.

  • Auch erwünschte Stoffe können teilweise oxidiert werden, wie z. B. Eisen zur Pflanzendüngung oder Huminstoffe im Wasser.

  • Durch das Abtöten von Mikroorganismen und Algen in großen Mengen kann es zu einer hohen organischen Belastung kommen und in Folge zu einem Nitritanstieg. Dem sollte man mit rechtzeitigen ausreichend großen Wasserwechseln entgegen wirken.

 

Autor: Ricardo Castellanos

Filter / Tags
Twinstar Elektrolyse