Formenwandel bei den Cambaridae

Die Familie der Cambaridae sind die größte der drei Familien bei den Süßwasserkrebsen. In diese taxonomische Familie gehören in der Aquaristik beliebte Gattungen wie Procambarus, Cambarellus, Cambarus, Orconectes, Faxonius und viele mehr - darunter so populäre Arten wie Procambarus alleni oder Cambarellus patzcuarensis. Die anderen beiden, die Astacidae und die Parastacidae, unterschieden sich in einem wichtigen Punkt von den Cambariden: Letztere machen einen Formenwandel durch, die anderen zwei nicht.

1 Was passiert beim Formenwandel?

Beim Formenwandel wechseln die Cambariden von einer sexuell aktiven in eine sexuell inaktive Phase. Die Form / Phase I dient der Fortpflanzung, Form / Phase II dem Wachstum. Voraussetzung für eine erfolgreiche Verpaarung bei den Cambariden ist, dass sich die Männchen in der Form I befinden. Die Weibchen müssen nicht zwingend in der Form I sein - sie können im sogenannten Annulus ventralis den Samen der Männchen speichern, daher kann eine Paarung auch mit Weibchen der Form II erfolgreich sein, wenn sich das Weibchen kurz danach in die Form I häutet.

Nach der Form I folgt immer eine Häutung zur Form II, während sich die Krebse in der Form II öfter häuten können, ohne zur Form I zurückzukehren. Die Häutung zur Form I läutet die Paarungsphase ein.

2 Form I

2.1 Bei männlichen Cambaridae

Die Scheren der Männchen in Form I sind groß und beeindruckend, die Gonopoden sind weich und flexibel. Zur sicheren Artbestimmung braucht man übrigens auch ein Männchen der Form I.

2.2 Bei weiblichen Cambaridae

Die Weibchen zeigen in der Form I weiße Ausprägungen unter dem Pleon und auf der Unterseite des Schwanzfächers.

3 Form II

3.1 Bei männlichen Cambaridae

Im Vergleich zur Form I sind bei den Männchen in der Form II die Scheren kleiner, die Gonopoden sind starr. Die Krebse in der Wachstumsform ähneln im Prinzip noch nicht geschlechtsreifen Jungtieren.

3.2 Bei weiblichen Cambaridae


Die Weibchen haben keine weißen Ausprägungen auf der Unterseite der Uropoden und des Pleons. Auch die Weibchen der Phase II sehen aus wie noch nicht geschlechtsreife Jungkrebse.

 

Autor: Ulli Bauer
Co-Autor: Katja Overtheil

Fotos: Chris Lukhaup

Quelle: Chris Lukhaup / Reinhard Pekny - Süßwasserkrebse aus aller Welt
Quelle: Chris Lukhaup / Reinhard Pekny - Krebse im Aquarium

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