Grüne Algenbeläge

Chlorobionta

Nicht alle im Aquarium vorkommende Algenarten sind bereits wissenschaftlich bestimmt oder können eindeutig einer Art zugeordnet werden. Oft treten in Aquarien flächig Grünalgen auf, die weder eindeutig als Punktalgen noch als Staubalgen identifiziert werden können: wir fassen sie hier deshalb der Einfachheit halber als „grüne Algenbeläge“ zusammen.

1 Beschreibung

Diese grünen Beläge können auf allen Dekorationsgegenständen, Steinen, Wurzeln und Aquarienscheiben vorkommen. Schädlich sind diese Algen nicht, auch sind sie meist optisch nicht störend – ganz im Gegenteil können sie eine Aquarienlandschaft natürlicher wirken lassen und ein wenig wie Patina aussehen.

Für verschiedene Tierarten ist ein gewisser Algenbelag essentiell für die Ernährung, da sie ohne diesen verhungern würden. Besonders zu erwähnen sind hier etwa Rennschnecken, Geweihschnecken, Stahlhelmschnecken und ähnliche Arten, die praktisch ausschließlich Oberflächen abweiden und sich zumindest in der ersten Zeit im Aquarium nicht über Gefüttertes hermachen. Auch pflanzenfressende Welse finden diese Algenbeläge lecker.

Bildet sich jedoch ein zu dicker Film über der Einrichtung oder zwingt das starke Algenwachstum einen, alle paar Tage die Scheibe zu reinigen, können diese grünen Algenbeläge doch optisch störend werden und die Aquarienpflege zeitintensiv machen.

2 Ursachen und Vermeiden von grünen Algenbelägen

Derartige Algenbeläge kommen häufig in stark beleuchteten Aquascapes vor. Hier werden üblicherweise per Flüssigdünger Nährstoffe hinzugefügt – häufig kann man mit kleinen Veränderungen in der Düngung schon Abhilfe schaffen.

Die Nährstoffe sollten zuallererst kontrolliert und optimiert werden. Im Artikel "Pflanzen im Aquarium pflegen" findet ihr Infos über die einzelnen Nährstoffe und in welchem Bereich diese liegen sollten.

2.1 Kalium

Zu häufigen Ursachen für einen Befall mit grünen Algenbelägen zählen ein hoher Kaliumeintrag. Viele der üblichen Nitratdünger (bzw. NPK-Dünger) haben als Hauptbestandteil Kaliumnitrat. Hohe Kaliumwerte müssen zwar nicht unweigerlich diese Algenbeläge fördern, die Umstellung auf eine eher kaliumarme Düngung scheint aber in einigen Aquarien Abhilfe zu schaffen. Beispiele für kaliumreduzierte Dünger wären der Aqua Rebell Advanced GH Boost N aber auch Aqua Rebell Makro Spezial N.

2.2 Urea / Harnstoff

Falls die Nitratzufuhr zu einem großen Teil durch Urea (oft auch als Harnstoff oder Carbamid deklariert) erfolgt, kann auch eine Umstellung auf andere Arten der Nitratzufuhr ohne Urea helfen. Weitere Nährsalze, mit denen man Nitrat zuführen kann, findet ihr im Artikel "Nitrat als Pflanzennährstoff, im Unterkapitel Salze".

3 Algenbeläge entfernen

An den Scheiben lassen sich die grünen Algenbeläge meist relativ einfach per Klingenschaber entfernen. In der Einfahrzeit können - sobald die Wasserwerte (Ammonium, Nitrit) es zulassen - Fressfeinde wie etwa die bereits erwähnten Rennschnecken, Geweihschnecken oder aber auch Garnelen eingesetzt werden. Besonders Rennschnecken sind bei derartigen Belägen absolute Algenkiller; sie sind allerdings zumindest zu Beginn auf diese Nahrungsquelle angewiesen. Ein Aquarium komplett frei von Algenbelägen darf und sollte hier gar nicht das Ziel sein.

Auch Garnelen und insbesondere Garnelenbabys freuen sich über grün veralgtes Aquarienglas. Viele Züchter lassen die grünen Algenbeläge auf dem Glas an den Seitenscheiben und der Rückwand des Aquariums als Spielwiese für die kleinsten Garnelenbabys stehen und putzen nur die Frontscheibe, damit man gut ins Aquarium schauen kann.

 

Autor: Ricardo Castellanos