Lichtintensität und Beleuchtungsdauer

Allgemeine Informationen zur Beleuchtung im Aquarium, zur Auswirkung auf die Pflanzen und die tierischen Bewohner und auch auf den Algenwuchs geht es im Artikel "Die Beleuchtung im Aquarium". Hier findet ihr in der Folge Infos über die Lichtstärke und die Wahl der richtigen Beleuchtungsdauer.

1 Einteilung der Lichtintensität

Egal welche Lichtquelle man fürs Aquarium wählt, immer wird den drei Lichtintensitäten (niedrig, mittel, hoch) eine „Lichtmenge“ zugewiesen, damit die Lichtquellen verglichen werden können. Die Angabe erfolgt der Lichtstärke / Lichtintensität erfolgt hierbei in Lumen (lm). Die Lumen-Angabe findet man bei jeder handelsüblichen Beleuchtung auf der Verpackung oder auf der Website des Herstellers.

1.1 Berechnung der notwendigen Lumen pro Liter

Um auch auf die Größe des Aquariums einzugehen, wird die Lichtstärke in Abhängigkeit zum Volumen in Litern (Brutto) gesetzt (Lumen pro Liter). Die Literanzahl des Aquariums multipliziert mit den für die gewählte Bepflanzung empfohlenen Lumen/Liter ergibt die benötigten Lumen der Beleuchtung. Ein anderer Weg: Man dividiert die Lumenzahl der  Beleuchtung durch die Liter des Aquariums und erhält so die Angabe in Lumen pro Liter – man kann jeweils sofort sehen, in welchen Bereich die Beleuchtung über dem Aquarium fällt (niedrig, mittel, hoch) und sehen, ob die jeweiligen Pflanzen ausreichend Licht zur Verfügung haben.


Niedrig: ~ 20 Lumen pro Liter und weniger
Mittel: ~ 25 bis 30 Lumen pro Liter
Hoch: ~ 35 Lumen pro Liter und mehr

Bei Verwendung von Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen o. Ä. stimmen diese Richtwerte nur, wenn Reflektoren verwendet werden. Bei den meisten Klemmlampen dieser Art ist der Wirkungsgrad der Reflektoren ungenügend, hier sollte man im Zweifelsfall also eher eine Lampe mit mehr Lumen verwenden.

1.1.1 Empfehlung für Aquarien ohne CO2


Ohne CO2 solltest du als Bepflanzung für dein Aquarium möglichst nur „echte“ Wasserpflanzen wie CabombaVallisneria, CeratophyllumAponogeton und Nymphaea wählen und natürlich immer deren Anforderungen an die Wasserhärte (GH und KH) beachten. Es empfiehlt sich grundsätzlich, in Aquarien ohne zusätzliche CO2-Düngung eine niedrige bis mittlere Lichtintensität anzustreben. Langsam wachsende Pflanzen, die es eher schattig mögen (wie Moose, Bucephalandra, Anubias und Farne) eigenen sich sehr gut für Aquarien mit geringer bis mittelstarker Beleuchtung.

1.1.2 Empfehlung für Aquarien mit CO2

Mit CO2 (und guter Nährstoffversorgung) sind der Pflanzenwahl keine Grenzen gesetzt, die Beleuchtung sollte dann natürlich zum Nährstoffangebot passen. Bei gemischten Lichtansprüchen eignet sich eine mittlere bis hohe Lichtintensität hervorragend. Pflanzen, die weniger Licht bevorzugen, können dann in schattige Bereiche gesetzt werden, zum Beispiel in den Bereich der Dekoration (des Hardscapes) oder unter höhere Pflanzen. Grundsätzlich mögen zum Beispiel Stängelpflanzen und die meisten Vordergrundpflanzen / Bodendecker gerne viel Licht.

2 Die Beleuchtungsdauer

Die Dauer der Beleuchtung hängt zum einen natürlich vom Lichtbedarf der Pflanzen und vor allem von der Lichtstärke der gewählten Beleuchtung ab. Je niedriger die Intensität des Lichts ist, umso länger kann bzw. sollte das Aquariumlicht eingeschaltet werden.

Oft wird bei schwächerem Licht eine Beleuchtungsdauer von etwa 12 Stunden empfohlen. Bei mittleren Lichtintensitäten liegt die empfohlene Beleuchtungsdauer bei etwa 10 Stunden, bei hoher Lichtintensität kann auch nur 8 Stunden schon ausreichen, um den Pflanzen ausreichend Energie für die Photosynthese zuzuführen.

Generell sollte die Dauer individuell festgelegt werden, keine zwei Aquarien sind schließlich identisch!

3 Die Beleuchtung in der Einlaufzeit

Während der Einlaufzeit sollte mit einer geringeren Beleuchtungszeit oder Lichtmenge begonnen werden, bis sich die Pflanzen auf die neuen Verhältnisse eingestellt haben und in vollem Umfang "arbeiten". Sonst füttert man wieder nur die Algen. Entweder verkürzt man hier daher die Beleuchtungszeit auf anfangs nur 6 Stunden, oder man schaltet nur einen Teil der Beleuchtung an (das funktioniert natürlich nur, wenn man mehrere getrennt schaltbare Lichtquellen über dem Aquarium hat). Man nähert sich dann schrittweise Woche für Woche langsam an die empfohlenen Werte an, steigert also die Beleuchtungsdauer jeweils um eine Stunde beziehungsweise nimmt eine zusätzliche Lichtquelle nach der anderen dazu. Die Beleuchtung kann - wenn erforderlich - schlussendlich auch die Empfehlungen übersteigen, das hängt immer von den Gegebenheiten im Aquarium ab und erfordert genaues Hinsehen.

4 Das Schalten der Beleuchtung

Für das Ein- und Ausschalten der Beleuchtung ist die Verwendung einer Zeitschaltuhr sehr praktisch; mechanische Zeitschaltuhren können günstig in jedem Baumarkt erworben werden. Diese können in 15-Minuten-Schritten eingestellt werden, für das Regeln der Beleuchtung reicht dies jedoch aus. Digitale Zeitschaltuhren sind etwas teurer, bringen jedoch einige Vorteile mit sich. Mechanische Zeitschaltuhren können mit der Zeit zu rattern beginnen, was besonders in Wohnräumen wirklich störend ist, und die Schaltung ist weniger komfortabel.

 

Autor: Ricardo Castellanos

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