Schwarzbauch-Kärpfling, Blackbelly-Metallkärpfling

Girardinus metallicus

Beschreibung

Alle Blackbelly-Metallkärpflinge haben eine hellblau bis türkisfarbene Iris, die selbst bei sehr jungen Tieren schon ausgeprägt ist. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind silbern grundgefärbt mit mehr oder weniger gut ausgebildeten Längsstreifen, und sie schimmern bläulich.

In der Rückenflosse befindet sich beim Schwarzbauch-Kärpfling körpernah ein deutlich ausgeprägter schwarzer Fleck. Die Männchen haben schwarze Bäuche, deren Intensivfärbung sich zur Balzzeit bis über das gesamte Gonopodium sowie bis über den Kopf ausbreiten kann. Im Rang unterdrückte Männchen können ihre Farben fast vollständig verblassen lassen, sodass man sie beinahe mit Weibchen verwechseln könnte.

1906 erstmals in der Aquaristik vorgestellt, verlor der Blackbelly-Metallkärpfling seinen Reiz in den 1960ern, als die große Barsch-Welle begann. Auch im Aquarium bevorzugt er eine dichte Vegetation mit leichter Durchströmung (HMF-Filterung reicht hier vollkommen aus.), sowie einem mittelgroben und basalthaltigen dunklem Bodengrund. Werteschwankungen und Salzzugaben erhöhen die Paarungsbereitschaft.

Wasserwerte
Gesamthärte 10-30 °dGH
Karbonathärte ab 10 °dKH
pH-Wert 7,5-8,5
Temperatur 24-26 °C
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 54 Litern, eher größer
Verhalten Friedlicher Kärpfling, der nur untereinander Rangeleien austrägt.
Schwierigkeit Haltung Bei basischen bis brackigen Wasserwerten einfach
Schwierigkeit Zucht einfach
Futter
Allgemein Lebend-, Frost- und Dosenfutter, wobei geschlechtsreife Weibchen und Jungfische sich carnivor ernähren, Männchen hingegen eher herbi-omnivor.
Nachwuchs Die recht großen Jungfische fressen sofort kleinstes Lebendfutter, aber auch Staubfutter.

Für gewöhnlich ist der Blackbelly-Metallkärpfling an nahezu jedes Futter zu gewöhnen, wobei eine etwas gesteigerte Lebendfuttergabe die Laichbereitschaft wesentlich beeinflussen kann. Sehr junge Tiere, aber auch geschlechtsreife Weibchen bevorzugen vermehrt tierische Proteine, wohingehend sich subadulte und männliche Fische eher „ans Grünzeug halten“.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe Männchen schmal bis 4 cm mit auffällig verlängertem Gonopodium und schwarzer Bauchunterseite, Weibchen bis 8 cm und deutlich runder
Alter 4-5 Jahre
Vergesellschaftung Ein friedlicher Kärpfling, der mit Wirbellosen und anderen Friedfischen vergesellschaftet werden kann.
Haltungsempfehlung 8-10 Tiere aufwärts.

Da der Metallkärpfling sehr basische bis brackige Wasserwerte bevorzugt, eignet er sich zur Vergesellschaft mit anderen lebendgebärenden Zahnkarpfen oder beispielsweise mit Neocaridina davidi und mit anderen friedlichen Wirbellosen, die ähnliche Parameter bevorzugen.

Die Gruppenhaltung von 8-10 Tieren ist für diesen sehr sozialen Fisch notwendig. Das Geschlechterverhältnis sollte dabei 1:1 betragen, möglich ist auch eine Haltung mit Weibchenüberschuss. Die Haltung in einem sehr verkrauteten Aquarium, in dem Hardscape und viele Pflanzen eine dichte Unterwasservegetation bilden, ist zu empfehlen.

Weil die Weibchen nahezu konstant umworben werden, sollten man ihnen genügend Rückzugsmöglichkeiten anbieten. Da die Jungfische Gefahr laufen, den omnipotenten Männchen und auch ihren Müttern „ins Gehege zu schwimmen“, sind Moospolster hervorragende Verstecke für sie, die sie vor dem Gefressenwerden schützen und ihnen gleichzeitig viele Mikroorganismen zum Fressen bieten.

Systematik
Familie Poeciliidae – Lebendgebärende Zahnkarpfen
Gattung Girardinus
Trivialname Blackbelly-Metallkärpfling, Schwarzbauch-Kärpfling

Wissenschaftlicher Name
Girardinus metallicus POEY, 1854

Herkunft (Wildform)
cuba
Kuba

Endemisch auf Kuba: in langsam fließenden und stehenden, leicht brackigen Gewässern mit Wasserschwankungen sowie leichter Strömung.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Gut eingefahrenes Zuchtaquarium mit ausgeprägter dichter Bepflanzung.
Fortpflanzung Lebendgebärend
Dauer bis zum Schlupf alle 20-25 Tage
Gelege-/Wurfgröße monatlich 30-100 Jungtiere (je nach Größe des Weibchens)

Um die Laichbereitschaft zu unterstützen, sollte das Aquarienwasser unter anderem mit Salz aufgehärtet und etwas abgedunkelt werden, ggf. mit einer Decke aus Schwimmpflanzen, in der sich dann auch die Jungfische vor den gefräßigen Mäulern ihrer Eltern verstecken können. Eine häufige und abwechslungsreiche Fütterung, vor allem mit kleinem Lebendfutter, erhöht den Paarungswillen.

Während der Balz bedrängen teilweise mehrere Männchen ein Weibchen, indem sie es umkreisen, in die Flanke stupsen und dabei auffällig mit ihrem übergroßen Gonopodium „winken“. Genervte Weibchen stupsen allzu aufdringliche Männchen sogar zurück und begeben sich immer wieder zwischen dichte Pflanzen um neue Energie zu sammeln. Um ein Maximum an Jungfischen groß zu ziehen, sollte das Aquarium entweder sehr stark verkrautet sein (in meinem Zuchtaquarium möchte man manchmal die Fische „in die andere Richtung“ umdrehen) - oder aber das tragende Weibchen in einen Ablaichkasten setzen. Die Jungtiere sind bei ihrer Geburt bereits 6-7mm groß und fressen sofort angebotenes kleines Lebendfutter. Mit ungefähr 5 Monaten sind sie geschlechtsreif.

 

Autor: Lou Herfurth

Fotos: Lou Herfurth