Geeignetes Laub für Garnelen, Krebse, Schnecken und Krabben im Aquarium

In den meisten Biotopen, in denen man Wirbellose in der Natur findet, liegt abgefallenes Laub am Grund der Gewässer. Zwerggarnelen, Wasserschnecken, Flusskrebse, Zwergkrebse und auch Krabben verstecken sich in Laubansammlungen am Gewässergrund nicht nur gerne, das Laub dient ihnen auch als natürliche Grundnahrung. Zwerggarnelen und Schnecken weiden die Biofilme auf dem Laub ab, fressen aber auch die Laubsubstanz selbst. Auch Flusskrebse und Zwergkrebse ernähren sich überwiegend von Laub, und viele omnivore Krabben ebenfalls.

1 Braunes Laub vs. grünes und buntes Laub

Im Wirbellosen-Aquarium hat sich braunes Herbstlaub als Dauerfutter bewährt. Im Herbst entzieht der Baum seinen Blättern die Zuckerstoffe, das braune Laub ist daher unbedenklich. Grünes, rotes und gelbes Laub dagegen enthält Kohlehydrate und sollte wie normales Futter behandelt werden, das heißt, nicht gefressene Reste werden nach einigen Stunden entfernt. Vor allem im Herbst werden vermehrt die zuckerhaltigen Anthocyane, die roten Farbstoffe des Herbstlaubes, gebildet, im Sommer produziert das Chlorophyll im Zuge der Photosynthese Zuckerstoffe. Je nach Laubsorte kann der Anteil an Kohlehydraten (also Einfach- und Mehrfachzuckern) bei grünem Laub bis zu knapp der Hälfte der Trockenmasse ausmachen! Bei buntem Herbstlaub kann diese Menge sogar (je nach Baumart, besonders auffällig sind hier zum Beispiel Ahornarten) noch darüber liegen.

Zucker und Stärke können die Vermehrung von schädlichen Bakterien und einen Sauerstoffmangel im Aquarium fördern. Die Ausnahme von dieser Regel stellen die Blätter einiger weniger Bäume dar, die eine krankheitsvorbeugende Wirkung haben. Sie können vorsichtig dosiert auch länger im Aquarium bleiben. Diese Eigenschaften sind in der nachfolgenden Liste bei den jeweiligen Blättern gesondert erwähnt.

In sehr trocknenen Sommern erleiden die Bäume Dürrestress und werfen ihre Blätter ab, nachdem sie ihnen das wertvolle Chlorophyll entzogen haben. Hier ist allerdings davon auszugehen, dass diese braunen Blätter nicht wie Herbstblätter weitgehend frei von Zucker sind, sondern dass sie noch Kohlehydrate enthalten, weil dieser Blattabwurf aus einer Not- und Mangelsituation entstangen ist und damit schneller geht als der normale Blattwurf im Herbst. Im Sommer abgeworfenes braunes Laub ist daher nicht dem normalen Herbstlaub gleichzusetzen, sondern sollte aufgrund seines potentiellen Zuckergehaltes nur sehr sparsam verfüttert werden.

2 Geeignete Sammelgebiete für Laub:

    •    nicht an großen, viel befahrenen Straßen
    •    nicht dort, wo Pestizide zum Einsatz kommen
    •    abseits von Industriegebieten

Laub-fuer-Garnelen

2.1 Wie viel darf gesammelt werden?

Laut § 39 III des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) ist es erlaubt, in der Natur Pflanzen und Pflanzenteile für den persönlichen Bedarf zu sammeln - die sogenannte Handstraußregel. Sie gilt natürlich nur für Stellen, die man auch betreten darf, und nicht für Privatgrund. Danach darf man eine Menge, die in eine Hand passt, ohne weiteres Nachfragen mitnehmen. Will man gewerbsmäßig Pflanzen sammeln, braucht man eine entsprechende Genehmigung.

3 Trocknung

Grüne Blätter von Bäumen mit medizinischer Wirkung werden grundsätzlich nicht in der Sonne getrocknet, damit die ätherischen Öle und sonstigen Wirkstoffe erhalten bleiben. Am besten hängst du die Äste mit den Blättern locker an einem luftigen schattigen Ort auf, alternativ kannst du die Blätter auch auf eine Schnur ziehen und so aufhängen, bis sie vollkommen getrocknet sind.

4 Aufbewahrung

Die Laubblätter müssen zum Aufbewahren knistertrocken sein. Am besten bewahrst du das Laub luftig in einem Karton, einer Stofftasche oder einem Papierbeutel auf. In luftdicht verschlossenen Behältern besteht Schimmelgefahr.

5 Vorbereitung für die Verwendung im Aquarium

Wenn du das Laub direkt vom Baum gepflückt hast, brauchst du es nach dem Trocknen nicht weiter zu behandeln. Hast du die Blätter vom Boden aufgelesen, ist es ratsam, sie kurz mit kochendem Wasser zu überbrühen, damit eventuelle Verschmutzungen abgewaschen werden. Überbrühtes Laub sinkt schneller, trockenes Laub treibt noch einige Zeit an der Wasseroberfläche. Willst du das nicht, kannst du die trockenen Blätter auch einfach mit einem kleinen Stein oder etwas ähnlichem beschweren.

Die Baumarten in der nachfolgenden Liste sind Beispiele. Es gibt von vielen bei uns heimischen Bäumen weitere Varianten und Sorten, die für die Verwendung im Aquarium ebenfalls gut geeignet sind. Die Liste wird ständig erweitert, also guckt immer mal wieder rein :).

 

6 Laubliste

6.1 Walnussgewächse

Die Walnussgewächse kommen überwiegend auf der Nordhalbkugel vor. In Mitteleuropa sind sie nicht heimisch, einzelne Vertreter wurden aber schon früh eingebürgert. Das Laub der Walnussgewächse enthält reichlich Gerbstoffe, die antibakteriell und fungizid wirken. Es wird im Aquarium tendenziell eher grün und getrocknet verwendet. Die braunen Herbstblätter sind extrem zäh und fest und werden nur ausgesprochen zögerlich von Aquarienschnecken, Zwerggarnelen, Aquarienkrebsen und Krabben verwertet.

Walnuss (Juglans regia)

Die Walnuss ist ein Paradebaum der Aquaristik. Das ausgesprochen aromatisch duftende grüne getrocknete Walnusslaub wird im Aquarium sowohl zur Behandlung von bakteriellen Infektionen und von Pilzkrankheiten als auch zur Prävention eingesetzt. Es enthält viele Gerbstoffe und ätherische Öle, die bei Infektionen wirksam sein können. Man dosiert dabei drei Walnussblätter (also die ganzen Fiederblätter, nicht die Einzelblättchen!) auf 100 Liter beziehungsweise ein Walnussblatt auf 30 Liter Aquarieninhalt. Die Blätter können im Aquarium bleiben, bis sie aufgefressen wurden. Im Bedarfsfall wird dann wieder eine entsprechende Menge an grünem getrocknetem Walnusslaub nachgelegt.

Grünes getrocknetes oder grünes überbrühtes Walnusslaub wird außerdem besonders von Zwerggarnelen und Krebsen wirklich gerne gefressen. Überbrühtes Walnusslaub wird wie ein normales Futtermittel behandelt, es verliert beim Überbrühen viele seiner wertvollen Inhaltsstoffe.

Die 30 cm langen Fiederblätter der Walnuss sind aus 7-9 Teilblättern zusammengesetzt, die an einem Blattstiel sitzen. Die Teilblätter sind elliptisch bis eiförmig und haben eine deutlich ausgeprägte Blattspitze. Die Herbstfärbung des Walnussbaumes ist gelb bis dunkelbraun.

Verwendung: grüne getrocknete Blätter als volksmedizinisch wirksames Futter, grüne überbrühte Blätter als Frischfutter

 

6.2 Seifenbaumgewächse


Zu den Seifenbaumgewächsen gehört neben den unzähligen Ahornarten auch noch die ebenfalls in Nordeuropa vorkommende Rosskastanie. Die Blätter dieser Bäume enthalten in ihrer Herbstfärbung oft noch sehr viele Anthocyane und damit auch Zucker. Man darf hier wirklich nur das braune Blatt im Aquarium verwenden, so dekorativ die gelben und roten Farben auch aussehen würden. Das vom Baum abfallende Laub ist oft noch gefärbt, man lässt es daher unter dem Baum liegen, bis es vollkommen braun ist. Dann erst haben Bodenbakterien die Zuckerstoffe im Falllaub abgebaut. Die braunen Herbstblätter der Seifenbaumgewächse sind im Vergleich zu anderem Laub relativ dünn und werden von Garnelen und Krebsen gerne gefressen.

Spitzahorn (Acer platanoides)

Das Laubblatt des Spitzahorns hat fünf bis sieben spitz zulaufende Lappen, der Blattrand ist glatt mit wenigen kleineren spitz auslaufenden Lappen. Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb.

Der Baum wird bis 25 m hoch und steht oft in Parks und Alleen, aber auch in Wäldern kommt der Spitzahorn häufig vor. Neben den grünlaubigen Sorten gibt es auch rotlaubige Kultivare. Der Spitzahorn gilt als einer der am häufigsten vorkommenden Bäume in Mitteleuropa.

Nicht zu verwechseln ist der Spitzahorn mit der Platane, deren Blätter von der Form her zwar ganz ähnlich aussehen, die aber eine glatte graugefleckte Rinde hat. Die Rinde des Spitzahorns ist dagegen schwarzbraun, längsrissig und wirkt recht borkig. Platanenblätter sind von einer sehr harten wachsartigen Schicht überzogen, sie werden nicht gerne gefressen und sollten im Aquarium nicht verwendet werden.

Der Spitzahorn gilt wie die Platane als industriefest - also bitte gut aufpassen, wo du sammelst. Oft steht der Spitzahorn an Orten, die als Sammelort für Garnelenfutter nicht geeignet sind.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

Die fünflappigen Blätter des Bergahorn haben einen unregelmäßig gesägten Rand. Dadurch lassen sie sich gut von denen des Spitzahorns unterscheiden, die einen relativ glatten Rand haben.

Die Blätter des Berg-Ahorns verrotten wie alle Ahornblätter relativ schnell. Auch im Aquarium werden die braunen Herbstblätter des Berg-Ahorns in relativ kurzer Zeit von Bakterien aufgeschlossen, dadurch sind die Blätter sehr schnell für Zwerggarnelen verwertbar. Zwergkrebse, Flusskrebse und Krabben fressen die Blätter schon deutlich eher.

Die Samen und ganz besonders die Keimlinge des Berg-Ahorns sind stark giftig, die Blätter dagegen nicht.

Die Herbstfärbung ist wie bei den meisten Ahornarten leuchtend gelb bis rot-orange. Der Bergahorn wird mit 35 Metern Höhe sehr hoch.

Der Berg-Ahorn ist in Mitteleuropa eine ausgesprochen häufig vorkommende Ahornart. Acer pseudoplatanus bevorzugt mittlere und höhere Lagen, er mag es gerne kühl und feucht.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Feld-Ahorn (Acer campestre)

Der bei uns in Mitteleuropa heimische Feldahorn wird auch Maßholder genannt. Acer campestre hat in der Regel Blätter mit fünf Lappen, deren Zwischenräume tief gebuchtet sind.

Die unteren Blattlappen sind in der Regel sehr klein und oft erst auf den zweiten Blick wirklich sichtbar, sodass die Blätter dreilappig wirken. Die Blattlappen laufen vorne stumpf gerundet aus, der Blattrand ist beim Feldahorn glatt.

Die Herbstfärbung des Feldahorns ist leuchtend goldgelb. Der Baum wird bis 10-15 Meter hoch. Der Feldahorn kann auch strauchförmig mit mehreren Stämmen wachsen. Auch beim Feldahorn gibt es verschiedene Kultivare mit unterschiedlichen Blattfarben und Blattmustern, die teilweise als Ziergehölze im Hausgarten und in Parks gepflegt werden. Sie können alle in der Aquaristik verwendet werden.

Die Blätter des Feldahorns wurden früher als Gemüse gekocht und gegessen und auch als Viehfutter sehr geschätzt. Man kann sie im Aquarium auch grün überbrüht verwenden, sollte sie dann aber wie alles Frischfutter spätestens nach einigen Stunden wieder aus dem Aquarium entfernen, um eine Erhöhung der Keimbelastung im Aquarienwasser zu vermeiden.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter oder das grüne überbrühte Laub als Frischfutter.

Japanischer Goldahorn (Acer shirasawanum)

Die rundlichen Blätter des exotisch aussehenden Japanischen Goldahorns haben neun bis elf länglich eiförmige Lappen, die in einer Spitze auslaufen.  Der Blattrand des Goldahorns ist doppelt gesägt.

Die Blätter sind auch im Sommer von einem auffälligen Gelbgrün, was den Japanischen Goldahorn neben seiner ungewöhnlichen Blattform zu einem sehr beliebten dekorativen Gehölz für Parks und Gärten macht.

Die Herbstfärbung des Goldahorns ist auch dementsprechend leuchtend gelb.

Dieser klein bleibende Ahornbaum stammt ursprünglich aus Japan, wo er auf den Inseln Honshu und Shikoku vorkommt. Der Japanische Goldahorn, auch Shirasawas Fächerahorn genannt, ist also nicht bei uns heimisch. Aus diesem Grund findet man den Goldahorn vorwiegend als Ziergehölz in Parks oder Gärten und so gut wie überhaupt nicht im Freiland. Shirasawas Fächerahorn wird nur ca. 15 Meter hoch. Gerade im Hausgarten bleibt der Baum aber auch oft deutlich kleiner.

Die Blätter sind sehr dünn und werden von Wirbellosen im Aquarium schon nach kurzer Zeit sehr gerne gefressen.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Dreispitzahorn (Acer buergerianum)

Diese asiatische Ahornart stammt aus Japan, Taiwan und dem Osten Chinas, der Dreispitzahorn oder Dreizahn-Ahorn ist also nicht in Mitteleuropa heimisch.

Daher findet man ihn bei uns hauptsächlich in Parks oder Gärten, wo er ganz besonders wegen seiner auffälligen Herbstfarbe sehr geschätzt wird. Nur hin und wieder trifft man auch in Feld und Flur auf verwilderte Exemplare.

Der Dreispitzahorn kann bis zu 25 m hoch werden, in Gärten und Parkanlagen bleibt er jedoch meistens deutlich darunter und erreicht nur eine Höhe zwischen 10 und 12 Metern.

Die Blätter des Dreispitzahorns erkennt man sehr einfach an den drei spitz zulaufende Lappen, die dem Baum seinen deutschen Trivialnamen gegeben haben.

Der Rand der Blätter ist entweder ganz glatt oder leicht und unregelmäßig gesägt. Die Herbstfärbung des Dreispitzahorns ist auffallend kirschrot bis dunkelrot.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Japanischer Fächerahorn (Acer palmatum)

Der Japanische Fächerahorn ist ein Zierbaum aus Japan, der bei uns nicht heimisch ist. In freier Natur sieht man ihn deshalb praktisch überhaupt nicht. Er kann vorwiegend in Gärten und Parks angetroffen werden, wo er nicht nur wegen seiner intensiven Herbstfärbung, sondern auch wegen seines filigranen Wuchses sehr beliebt ist. Auch in der Bonsaizucht ist dieser Ahorn ausgesprochen weit verbreitet.

Der Japanische Fächerahorn wird nur ca. 8-10 m hoch.

Die filigranen Blätter sind von der Form her sehr variabel, sie können 5-7, aber auch 9 Lappen haben, die in lange Spitzen auslaufen. Der Blattrand ist fein gesägt.

Die dünnen Blätter des Japanischen Fächerahorns sind bei wirbellosen Aquarienbewohnern sehr beliebt, weil sie Zwerggarnelen, Wasserschnecken, Flusskrebsen und Zwergkrebsen und natürlich auch den Krabben im Terrarium aufgrund der feinen Struktur des Blattgewebes sehr schnell zur Verfügung stehen.

Die Herbstfärbung des Japanischen Fächerahorns ist auffallend gelb-orangerot bis rot.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Die Gewöhnliche Rosskastanie, die ebenfalls in die Gruppe der Seifenbaumgewächse gehört, wird mit über 25 Metern Höhe eindrucksvoll und groß. Oft findet man Kastanienbäume in Wäldern oder in Parks und ganz typisch auch in Biergärten, wo sie als Schattenspender dienen. Im heimischen Hausgarten findet die Rosskastanie dagegen nicht oft Verwendung, eben aufgrund ihrer enormen Größe.

Die Blätter der Rosskastanie haben fünf bis elf Fiederblätter, deren Rand gesägt bis gezähnt ist. Die mittleren Fiederblätter sind dabei deutlich größer als die äußeren, was dem Kastanienblatt die typische Handform verleiht.

Die Herbstfärbung der Rosskastanie ist gelb bis rotbraun.

Oft sieht man schon im Sommer auf den grünen Blättern der Rosskastanie dunkelbraune Flecken. Sie sind ein Zeichen dafür, dass das Blatt von der Kastanien-Miniermotte befallen ist. In den dunkelbraunen Flecken befinden sich die Larven der Motte. Auch befallene Blätter können - wenn sie komplett braun sind - bedenkenlos im Aquarium verfüttert werden. Garnelen, Wasserschnecken, Krebse und Krabben freuen sich über die zusätzlichen Proteine.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.3 Rosengewächse: Kernobst

Kernobst gehört zu den Rosengewächsen. Grundsätzlich eignen sich die Blätter von Obstbäumen und Wildobstbäumen wie Apfel, Birne, Quitte, Mispel, Eberesche, Felsenbirne und Speierling gut zur Verwendung im Aquarium - WENN die Bäume nicht gespritzt werden, was leider bei Apfel, Birne und Co. oft der Fall ist. Bitte vergewissert euch in diesem Punkt wirklich gut. Im Aquarium wird das vollkommen braune Herbstlaub verwendet. Die braunen Blätter sind verhältnismäßig dünn und werden von Garnelen, Krabben, Krebsen und auch von Aquarienschnecken sehr gerne gefressen.

Apfel (Malus domestica)

Der Kulturapfel besitzet eiförmige glänzende Blätter mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Spitze. Ab und an können die Blätter auch leicht wellig sein. Der Blattrand ist fein gesägt.

Die Herbstfärbung des Apfelbaums ist gelb bis rotbraun.

Der Kulturapfelbaum wird nur ca. 15 Meter hoch.

Man findet diese Bäume oft in Gärten, auf Streuobstwiesen, in Obstgärten und Obstplantagen. In Obstplantagen stehen oft auch Zwergformen des Kulturapfels, die nur etwa mannshoch gezogen werden und durch ihre geringe Höhe die Ernte erleichtern.

Der Apfelbaum ist eine sehr alte in Europa heimische Kulturpflanze, von der es hunderte von Sorten gibt. Das Laub des Obstbaums sollte nur dann im Aquarium verwendet werden, wenn es ganz sicher nicht mit Pestiziden behandelt wurde. Das Laub des mit dem Kulturapfel nah verwandten Zierapfels, den man in Gärten oder Parks häufig als Ziergehölz findet, kann in der Regel ohne Bedenken fürs Aquarium verwendet werden, weil der Zierapfel kaum gespritzt wird.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die ausgesprochen schöne Kupfer-Felsenbirne ist ursprünglich ein wilder Obstbaum aus Nordamerika. Sie wird nur bis zu 10 Meter hoch.

Sehr häufig findet die Kupfer-Felsenbirne bei uns in Gärten oder Parks Verwendung, wo sie nicht nur für ihre Blüte und ihre Früchte, sondern auch wegen ihrer ungewöhnlich schönen Herbstfärbung geschätzt wird.

Selten trifft man auch verwilderte Exemplare der Felsenbirne in der Natur.

Die Blätter der Kupfer-Felsenbirne sind elliptisch geformt und oft leicht wellig. Der Blattrand ist fein gesägt.

Die Herbstfärbung der Felsenbirne ist ausgesprochen attraktiv, der kleine Baum nimmt tolle Farben an: leuchtende Rot-, Orange- und Pinktöne.

Da die Blätter oft noch gefärbt sind, wenn sie abfallen, wartet man mit dem Sammeln ab, bis sie ganz braun geworden sind.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.4 Rosengewächse: Steinobst

Auch das Steinobst der Gattung Prunus wie beispielsweise Kirsche, Pflaume, Zwetschge, Mirabelle etc. sowie die Zierformen dieser Bäume gehört zu den Rosengewächsen. Die Samen im Kern der Früchte sind giftig, der Rest der Pflanze ist bei den laubabwerfenden Vertretern der Gattung Prunus unbedenklich. Der immergrüne Kirschlorbeer gehört zwar ebenfalls zu dieser Gattung, seine Blätter sind jedoch giftig und damit nicht aquarientauglich.

Viele Steinobst-Arten sind seit langer Zeit bekannte Kulturpflanzen, sie wachsen in Gärten, Obstplantagen und auch in der freien Natur. Die Blätter von Steinobst sind nicht sehr dick, und Schnecken, Garnelen, Flusskrebse, Zwergkrebse und Krabben fressen sie gern. Achtung, Obstbäume werden tendenziell intensiv mit Pestiziden behandelt. Bitte verwendet das Laub nur dann, wenn ihr sicher sein könnt, dass das bei eurem Baum nicht der Fall ist!

Traubenkirsche (Prunus padus)

Die Traubenkirsche ist ein wilder Obstbaum, der in Mitteleuropa vorkommt. Sie wird bis ca. 18 m hoch.

Die Blüten der Traubenkirsche stehen in vielblütigen Trauben, daher der Name. An diesem Merkmal kann man den Baum sehr sicher erkennen.

Die länglichen elliptischen Blätter der Traubenkirsche laufen an beiden Enden schmal zu und haben vorne eine lange Spitze, der Rand ist gezähnt.
Am Blattstiel direkt unterhalb der Blattbasis kann man zwei winzige grünliche Nektardrüsen erkennen.

Die Herbstfärbung der Blätter der Traubenkirsche ist schmutzig gelbbraun bis rotbraun.

Hin und wieder wird die Traubenkirsche für giftig gehalten, wie bei allen anderen hier aufgelisteten sommergrünen, Laub abwerfenden Prunus-Arten ist jedoch nur der Samen im Inneren des Kirschkerns giftig. Die getrockneten braunen Herbstblätter der Traubenkirsche dürfen aus diesem Grund bedenkenlos im Aquarium verwendet werden.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Süßkirsche (Prunus avium)

Die Süßkirsche ist die Kulturvariante der wilden Vogelkirsche. Der Kulturbaum steht meist in Gärten oder Obstplantagen, die Vogelkirsche findet man öfter im freien Gelände oder am Waldrand als in Gärten oder in Parks.

Kirschbäume werden um die 30 Meter hoch.

Ihre Herbstfärbung ist leuchtend gelb, orange und / oder rot.

Die Kirschblätter der Süßkirsche wie auch der Vogelkirsche haben eine elliptische Form und eine lange, deutlich ausgeprägte Spitze. Der Blattrand ist gesägt.

Charakteristisch für die Blätter der Süßkirsche und der Vogelkirsche sind die 2-4 deutlich sichtbaren rötlichen Nektardrüsen am Blattstiel direkt unterhalb der Basis der Blattspreite. Diese Drüsen sondern süßen Nektar ab, der Ameisen anzieht, die wiederum Schadinsekten angreifen, die der Kirsche schaden könnten. Besonders in den ersten Wochen nach dem Austrieb, wenn die Kirschblätter noch zart und verletzlich sind, ist die Nektarproduktion in vollem Gang.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Sauerkirsche (Prunus cerasus)

Die Sauerkirsche oder Weichselkirsche ist ein auf fast der gesamten Nordhalbkugel kultivierter Obstbaum.

Der Sauerkirschbaum, auch Weichselbaum genannt, wird bis ca. 10 Meter hoch.

Üblicherweise findet man Sauerkirschbäume im Hausgarten und auch im Obstgarten, sie kommen aber auch sehr häufig verwildert in der Natur vor. Dort sieht man Sauerkirschbäume oft als Bestandteil von Hecken und am Waldrand.

Die Sauerkirsche bevorzugt eher sandige, trockene Böden.

Die Blätter des Sauerkirschbaums sind an der Oberfläche leicht ledrig. Ihre elliptische bis eiförmige Form endet mit einer deutlich ausgeprägten Spitze. Manche Sauerkirschblätter sind leicht gewellt. Der Blattrand ist fein doppelt gesägt, und der Blattstiel hat oft keine Nektardrüsen.

Die Herbstfärbung des Sauerkirschbaums ist leuchtend gelb bis orangerot.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Mirabelle (Prunus domestica ssp . syriaca)

Auch die Mirabelle ist eine alte Kultursorte. Es handelt sich bei diesem Obstbaum mit seinen gelben bis gelbroten süßen Früchten um eine Zuchtform der Pflaume.

Die wärmeliebende Mirabelle gedeiht gut in Weinbauklima und an vor strengem Frost geschützten Orten.

Zu erkennen sind die Blätter an ihrem elliptischen bis umgekehrt eiförmigen Umriss und an der stumpfen, undeutlich ausgeprägten Spitze. Der Blattrand ist fein und stumpf gezähnt.

Der Baum wird nur ca. 5 Meter hoch.

Die Mirabelle stammt ursprünglich aus dem syrischen oder arabischen Raum. Hier bei uns in Mitteleuropa findet man sie meist in Hausgärten oder Obstplantagen. Verwilderte Exemplare können auch in der Natur vorkommen.

Die Herbstfärbung der Mirabelle ist leuchtend gelb.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Zwetschge (Prunus domestica ssp. domestica)

Die Zwetschge ist wie die Mirabelle eine weitere Unterart der Pflaume.

Zwetschgenbäume werden bis ca. 10 Meter hoch und laden weit aus.

Die Blätter der Zwetschge sind elliptisch bis verkehrt eiförmig geformt und können an der Unterseite eine wenig dichte Behaarung aufweisen. Im Aquarium ist diese geringe Behaarung nicht schädlich, sie stört die das Blatt abweidenden Garnelen und Aquarienschnecken nicht.

Der Blattrand der Zwetschgenblätter ist gekerbt bis gesägt, die Blätter haben eine stumpfe Spitze.

Im Herbst färben sich die Blätter der Zwetschge leuchtend oder auch schmutzig gelb.

Vorsicht beim Blätter-Pflücken direkt vom Baum: Zwetschgenbäume haben kräftig bedornte Zweige. Diese Dornen sind vor allem an den älteren Ästen sehr hart, sehr spitz und ausgesprochen lang - die Verletzungsgefahr ist wirklich hoch.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Blutpflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘)

Die Blutpflaume fällt auch im Sommer durch ihre dunkel braunrot bis schwarzrot oder purpurfarben gefärbten Laubblätter auf.

Die Herbstfärbung der Blutpflaume ist ein flammendes Karminrot.

Dieser Zierbaum wird vor allem in Parks und Gärten angepflanzt. In der freien Natur trifft man ihn so gut wie nie an.

Mit bis 15 Metern Wuchshöhe wird die Blutpflaume nicht besonders hoch. In Ziergärten wird die dekorative rosa blühende Blutpflaume durch Beschneiden oft kleiner gehalten.

Die Blätter der Blutpflaume sind elliptisch-eiförmig mit einem gesägten Rand und einer deutlichen Spitze.

Das Herbstlaub ist noch lange Zeit nach dem Abfallen rot gefärbt, weil es eine große Menge an Anthocyanen enthält.

Bitte verwende nur wirklich braune abgefallene Blätter in deinem Aquarium, um eine hohe Keimbelastung zu vermeiden.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.5 Rosengewächse: Beerenobst

Das Beerenobst der Gattung Rubus gehört ebenfalls zu den Rosengewächsen. Hier sind die bekanntesten Vertreter sicherlich die Himbeeren und die Brombeeren. Von diesen Beerenarten gibt es zahllose Sorten und Zuchtformen. In der Terraristik erfreut sich insbesondere Brombeerlaub schon lange großer Beliebtheit als Futter für Heuschrecken und andere Pflanzenfresser. Es ist ganzjährig verfügbar und enthält eine große Menge an Gerbstoffen und Vitaminen. Etwas unangenehm beim Sammeln: Die Gattung Rubus verfügt von Natur aus über kräftige Stacheln, die sehr hart und spitz sind und an denen man sich ordentliche Kratzer einziehen kann. Mittlerweile gibt es aber auch viele stachellose Zuchtformen, die das Laubsammeln etwas einfacher und angenehmer machen.

Himbeeren und Brombeeren sind alte Kulturpflanzen und wachsen oft in Gärten, man findet die Sträucher mit ihren langen Ranken aber auch (vor allem Brombeeren) im Wald und auf verwilderten Baumstücken. Das Laub von Brombeeren und Himbeeren ist relativ dick, aber auch recht weich, es wird von Zwerggarnelen, Flusskrebsen, Zwergkrebsen, Pflanzen fressenden Schnecken und Krabben gut angenommen. Brombeerlaub und Himbeerlaub wird grün verfüttert und daher als Frischfutter behandelt - also nach wenigen Stunden wieder aus dem Aquarium entfernt.

Achtung, Beerensträucher werden in Gärten ab und an mit Pestiziden behandelt. Denkt daran, nur unbehandeltes Laub aus einwandfreien Quellen zu verwenden!

Brombeere (Rubus fruticosus)

Die Brombeere hat dreilappige, fünflappige oder auch siebenlappige gefingerte Blätter mit einem deutlich gezähnten Rand und einer ausgeprägten Spitze. Das Laub ist dunkelgrün, die Unterseite ist beinahe weiß. Da die meisten Brombeersorten immergrün sind, besitzt der Strauch keine ausgesprägte Herbstfärbung.

Die Brombeere ist ein Halbstrauch mit stark überhängenden, langen Ranken, der im Sommer die charakteristischen unreifen dunkelroten und reifen schwarzen Beerenfrüchte trägt. Mit einer Höhe von ca. 2 Metern ist die Brombeere nicht sonderlich hoch, sie kann aber eine beeindruckende Ausdehnung erreichen. Man findet Brombeersträucher vor allem am Waldrand und auf verwilderten Wiesenstücken, aber auch im Garten. Wilde Brombeeren haben sehr unangenehme Stacheln, zum Laubsammeln sind die stachellosen Kultursorten im Garten sicherlich besser geeignet

Brombeerlaub ist ausgesprochen reich an Gerbstoffen und Flavonen, die adstringierend und antientzündlich wirken können. Es wird in der Terraristik und in der Aquaristik grün verwendet. Fürs Aquarium werden die Blätter entweder getrocknet oder überbrüht. Grünes Laub sollte immer nach einigen Stunden wieder aus dem Aquarium entfernt werden, damit ein Anstieg der Keimbelastung vermieden wird.

Verwendung: grüne getrocknete oder grüne überbrühte Blätter als Frischfutter

Himbeere (Rubus idaeus)

Himbeerblätter sind dreizählige oder fünfzählige, in ganz seltenen Fällen auch siebenzählige eiförmige Fiederblätter mit einem deutlich gesägten Rand und einer gut erkennbaren Spitze. Die Blätter des Himbeerstrauches sind mittelgrün bis dunkelgrün, ihre Unterseite ist leicht filzig und sehr hell. Die Himbeere wirft ihre Blätter im Herbst ab, die Herbstfärbung ist leicht gelblich.

Die Himbeere bildet verholzende Ruten aus. Die Sträucher werden erstaunlich dicht. Die Sammelfrüchte der Himbeere sind charakteristisch rot, oft sind sie leicht weißlich überhaucht und wirken dadurch dunkelpink. Zuchtformen haben teilweise auch andersfarbige Früchte. Himbeersträucher werden nur ca. 1,5-2 Meter hoch. Sie kommen überwiegend am Waldrand und auf Freiflächen vor und bevorzugt sonnige Plätzchen. Auch im Gartenbau ist die Himbeere weit verbreitet. Hier haben sich überwiegend stachellosen Sorten durchgesetzt.

Himbeerlaub enthält viele Gerbstoffe und wird in der Heilkunde gegen Entzündungen und bei Durchfall eingesetzt. Im Aquarium wird es vorwiegend grün verwendet, man kann aber auch die abgefallenen braunen Herbstblätter als Dauerfutter nutzen - Achtung, bitte erst, wenn sie vollkommen braun und ganz trocken sind! Nicht gefressene grüne Himbeerblätter werden nach wenigen Stunden aus dem Aquarium genommen, damit die Keimbelastung nicht übermäßit ansteigt.

Verwendung: grüne getrocknete oder grüne überbrühte Blätter als Frischfutter, braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.6 Birkengewächse

Die eher dünnen Blätter von Birken und Birkengewächsen werden im Süßwasseraquarium sehr gerne von den Wirbellosen gefressen. Man findet die unter anderem bei uns in Mitteleuropa und generell auf der Nordhalbkugel der Erde heimischen Bäume in der Regel im offenen Gelände wie Heide, Moor, Dünen und so weiter und am Waldrand. Zu den Birkengewächsen gehören neben Birken auch Erlen, Hainbuchen, Hopfenbuchen und Haselnussgewächse. Verwendet wird in der Regel das braune Herbstlaub. Birkenlaub hat grün eine medizinische Wirkung. Von der Erle werden vorwiegend die Fruchtstände, die Erlenzapfen, im Aquarium eingesetzt.

Hängebirke (Betula pendula)

Die Hängebirke ist weit verbreitet. Zu erkennen ist der Baum vor allem an seiner hellen bis leuchtend weißen Rinde.

Birkenblätter sind eiförmig bis deltaförmig und laufen in einer Spitze aus. Der Blattrand ist gesägt.

Die Herbstfärbung der Hängebirke ist auffallend leuchtend gelb.

Hängebirken findet man in lichten Wäldern, am Waldrand und als Ziergehölz in Parks und Gärten. Oft stehen Birken auf sandigem Untergrund. Die schlanken Bäume werden 10-25 m hoch.

Birkenblätter sind relativ dick und zersetzen sich im Aquarium recht langsam.

Grünes Birkenlaub wird in der Aquaristik bei Fischen gegen Pilzerkrankungen, Geschwüre und Tumore und bei Wirbellosen vorbeugend oder unterstützend bei bakteriellen Erkrankungen und bei Verpilzungen eingesetzt.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter, grüne getrocknete Blätter zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen pilzlicher oder bakterieller Natur

Schwarzerle (Alnus glutinosa)

Die Schwarzerle ist in der Aquaristik hauptsächlich durch ihre Fruchtstände bekannt. Die in den meisten Garnelenaquarium zum Einsatz kommenden Erlenzapfen werden von Hobbyaquarianern wie von Züchtern gerne verwendet, um Huminstoffe und Gerbstoffe ins Wasser zu bringen.

Erlenzapfen werden vorzugsweise im Herbst gesammelt, wenn sie schon braun, vom Regen aber noch nicht ausgewaschen sind.

Auch das braune Laub der Schwarz-Erle kann jedoch im Aquarium verwendet werden, was viele nicht wissen. Der Gerbstoffgehalt der Blätter ist allerdings längst nicht so hoch wie der der Erlenzäpfchen.

Erlenblätter haben meist eine nach innen gezogene Spitze, die sie fast herzförmig aussehen lässt. Manche Blätter haben auch eine stumpfe Spitze, sie sind dann fast kreisrund. Der Rand des Erlenblatts ist fein gesägt. Die Herbstfärbung der Schwarzerle ist gelblich bis dunkelbraun.

Die Schwarzerle wird ca. 25 m hoch. Sie mag feuchten bis nassen Boden, man findet sie häufig an Gewässerrändern.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Hainbuche (Carpinus betulus)

Die nicht mit den Buchen, sondern mit den Birken verwandte Hainbuche oder Weißbuche wird oft in Gärten und in Parks als Hecke gezogen. Man findet sie jedoch auch als Baum in lichten Wäldern, in Parks und in Gärten. Der Name "Weißbuche" kommt von dem sehr hellen Holz der Hainbuche.

Das Laub der Hainbuche hat einen auffälligen doppelt gesägten Rand. Die Blattform ist länglich-eiförmig, das Blatt endet in einer Spitze.

Die Herbstfärbung der Hainbuche ist leuchtend gelb bis braun. Auffällig ist, dass das braune Herbstlaub oft bis ins Frühjahr des nächsten Jahres an dem Gehölz haftet. Aus diesem Grund sind Hainbuchenhecken beliebt, sie bieten auch im Winter noch einen guten Blickschutz.

Angenehmer Nebeneffekt für die Aquaristik: Bei Hainbuchen kann man auch im Spätherbst und Winter und bis in den frühen Frühling hinein noch gut "abgehangene" braune Herbstblätter vom Ast pflücken und muss sie nicht vom Boden aufheben. Bei Laub, das am Boden liegt, weiß man schließlich nie, ob nicht ein Tier Ausscheidungen darauf hinterlassen haben könnte, die man nicht im Aquarium haben möchte.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Gemeine Haselnuss (Corylus avellana)

Die Gemeine Haselnuss ist eigentlich kein Baum, sondern ein Strauch. Ihre runden bis verkehrt eiförmigen Blätter haben einen grob doppelt gesägten Rand.

Die Herbstfärbung des Haselstrauchs sind schöne Gelb- und Brauntöne.

Die Gemeine Haselnuss steht in Wäldern - dort vor allem am Waldrand - wie auch in Parks und Hausgärten.

Die recht dicken braunen Herbstblätter des Haselstrauchs werden von Aquarienschnecken, Garnelen, Flusskrebsen, Zwergkrebsen und Krabben im Aquarium und Aquaterrarium gefressen. Allerdings brauchen ganz besonders kleinere Zwerggarnelenarten im Aquarium einige Zeit, bis diese Blattsorte mürbe genug ist, damit sie sie wirklich fressen können. Vorher werden lediglich die sich auf den Blättern bildenden Bakterienfilme abgeweidet.

Haselnusslaub kann man auch grün überbrüht oder grün getrocknet füttern, dann muss es aber wie alles andere Frischfutter nach wenigen Stunden wieder aus dem Becken genommen werden, damit die Keimbelastung niedrig bleibt.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter, grüne überbrühte oder getrocknete Blätter als Frischfutter

 

6.7 Ulmengewächse

Die Ulmen haben recht weiches Laub. Die braunen Herbstblätter der Ulmen werden nach einiger Zeit im Aquarium gerne von Krebsen, Zwergkrebsen, Garnelen und natürlich auch von Schnecken angenommen. Die Familie der Ulmengewächse ist nicht sehr groß, sie umfasst nur sieben Gattungen. Meist findet man Ulmen auf der Nordhalbkugel: in Mitteleuropa und Nordeuropa, aber auch in Nordamerika und im nördlichen Teil Asiens. Oft stehen Ulmen, auch Rüster genannt, auf feuchtem bis nassem Boden, sie sind klassische Bewohner der Auenwälder.

Flatterulme (Ulmus laevis)

Die Flatterulme wird bis 35 Meter hoch. Man findet sie klassisch an feuchten Standorten wie in Auenwäldern, an Gewässerrändern und auf Überschwemmungsflächen. Die sehr weichen, häufig asymmetrisch geformten elliptischen Blätter haben einen stark gesägten Rand und eine deutlich erkennbare Spitze.

Ihren Namen hat die Flatterulme von ihren langstieligen Früchten, die im Frühling im Wind flattern.

Im Herbst färbt sich das Ulmenlaub leuchtend gelb und wird später braun.

Im Hausgarten findet man die Flatterulme nicht so häufig, da der Baum sehr groß wird. Oft findet man Ulmen in Gemeinschaft mit Erlen an Gewässerrändern.

Das relativ weiche braune Herbstlaub der Ulme findet im Aquarium Verwendung. Es wird von den Schnecken und Zwerggarnelen im Aquarium sehr gern abgeweidet, aber auch Flusskrebsen und Zwergkrebsen schmeckt es, und Krabben in Aquarien oder Aquaterrarien mögen es ebenfalls.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.8 Buchengewächse

Zu den Buchengewächsen gehören nicht nur die namensgebenden Buchen, sondern auch die Eichen und die Esskastanie. Die Blätter der Buchen sind recht gerbstoffhaltig und werden im Aquarium dazu verwendet, das Wasser leicht anzusäuern. Gerbstoffe wirken außerdem milde antibakteriell und färben das Wasser leicht bernsteinfarbig.

Buchenblätter und Eichenblätter werden im Garnelenaquarium über lange Zeit nur abgeweidet. Sie sind recht hart, das Blattgewebe selbst wird erst recht spät von den Zwerggarnelen und auch von den Wasserschnecken verwertet.

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die Rotbuche hat eiförmige Blätter, die in einer kleinen Spitze auslaufen. Der Blattrand ist recht glatt.

Im Herbst färben sich die Blätter der Rotbuche erst gelb und dann rötlich braun. Die Rotbuche hat ihren Namen vom rötlichen Holz, ihre Blätter sind ganz normal grün.

Rotbuchen sind schon allein aufgrund ihrer Größe typische und in Mitteleuropa ausgesprochen häufig vorkommende Waldbäume. Manchmal sieht man sie aber auch in Parks oder als Solitärbaum in der Feldflur. Rotbuchenbäume werden mit bis zu 35 Metern sehr hoch, daher eignen sie sich nicht für kleinere Gärten.

Die Bäume werfen im Herbst ihr Laub erst sehr spät ab, manchmal bleibt es sogar bis zum Frühling am Baum. Praktisch für den, der Laub im Wald sammeln geht - so muss man sich nicht danach bücken, sondern kann die Blätter ganz bequem pflücken.

Neben den Herbstblättern kann man auch die Fruchthülsen der Bucheckern im Aquarium als Dekoration verwenden. Achtung: Die Nussfrüchte sind leicht giftig, sie sollten also vorher entfernt werden.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea)

Die Blutbuche ist ein beeindruckender Zierbaum mit dunkelroten bis schwarzroten Blättern. Das grüne Chlorophyll im Blatt wird von Anthocyanen überdeckt, die das Laub rot aussehen lassen. Über den Sommer vergrünt die Blutbuche immer mehr.

Die Herbstfärbung der eiförmigen, in einer Spitze auslaufenden Blättern mit dem glatten Blattrand ist erst rot, dann gelb und geht später in ein helles Rotbraun über.

Nach dem Entfernen der leicht giftigen kleinen Nussfrüchte können neben den braunen Herbstblättern der Blutbuche auch die dekorativen Fruchthülsen der Bucheckern im Aquarium verwendet werden.

Die Blutbuche wird mit über 35 Metern Höhe wirklich groß. In Gärten und Parks findet man oft auch die hängende Zierform, die Hängeblutbuche, die deutlich kleiner bleibt, und andere Kultivare, die ebenfalls nicht so hoch hinauswollen wie die ursprüngliche Form.

Auch bei der Blutbuche haften die braunen Blätter im Herbst zum Teil noch sehr lange an den Zweigen, sie können ganz bequem abgepflückt werden.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Traubeneiche (Quercus petraea)

Die Traubeneiche ist ein in Mitteleuropa heimischer Laubbaum, der zu den Buchenartigen gehört.

Traubeneichenblätter haben eine sehr typische regelmäßig gelappte und gebuchtete elliptische Form. Die Blattlappen sind vorne abgerundet und haben einen glatten Rand. Der Blattgrund läuft typischerweise keilförmig zu. 

Im Herbst färbt sich das Eichenlaub erst gelb, dann braun.

Die bis 40 Meter hoch wachsende Traubeneiche trifft man aufgrund ihrer Größe nur selten in Hausgärten an, sie ist ein typischer Wald- und Parkbaum.

Eichen können bis 800 Jahre alt werden.

Die Früchte der Traubeneiche sind sehr stärkehaltig. Entfernt man sie jedoch aus den Fruchtbechern, so lassen sich die leeren Fruchtbecher ebenso wie die knorrigen Eichenzweige neben dem Eichenlaub schön als Aquariendekoration nutzen.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

Amerikanische Roteiche (Quercus rubra)

Die bis 35 Meter hoch wachsenden Roteichen aus Nordamerika werden aufgrund ihrer wunderschönen Herbstfärbung und ihrer Wuchsform als eindrucksvolle Zierbäume in Parks verwendet, man kann sie aber auch verwildert in der Natur finden. Sie werden außerdem forstwirtschaftlich als schnell wachsender Nutzbaum in mitteleuropäischen Wäldern angepflanzt. Verwilderte Roteichen sind eine starke Konkurrenz für die heimische Traubeneiche.

Die Blätter der Amerikanischen Roteiche sind breit oval und gelappt. Die Lappen laufen in einer deutlichen Spitze aus. Die Einschnitte zwischen den Lappen sind bei manchen Blättern rundlich eingebuchtet, bei anderen sind sie eher spitz eingeschnitten. Der Blattrand ist glatt.

Die Herbstfärbung der Roteiche ist intensiv und leuchtend rot, später werden die Blätter rotbraun.

Die ledrigen Blätter werden anfangs nicht gut von Zwerggarnelen, Krebsen, Krabben und Aquarienschnecken gefressen, erst mit der Zeit, wenn Bakterien das feste Blattgewebe etwas aufgebrochen haben, nehmen die Wirbellosen im Aquarium auch Blattgewebe zu sich und grasen nicht nur die Biofilme auf den Eichenblättern ab.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

6.9 Maulbeerengewächse

In diese Familie gehören neben den Maulbeeren der Gattung Morus auch die Feigenbäume der Gattung Ficus. Das Laub wird im Aquarium in der Regel grün verfüttert. Hier gilt wie immer bei der Verfütterung von Frischfutter: nach wenigen Stunden wieder entfernen, damit eine Wasserbelastung vermieden wird. Insbesondere Maulbeerlaub gilt als exzellentes Futter für Garnelen, Krebse und Krabben. Es enthält neben Kalzium viele Vitamine und Provitamine, Gerbstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Maulbeere (Morus sp.)

Die Maulbeere war ursprünglich nicht in Europa beheimatet. Schon die Römer brachten die Bäume jedoch mit. Später wurden großflächig Maulbeerbäume ausgepflanzt, da ihr Laub die einzige Nahrung der Seidenraupe ist. Im Zuge der Seidenproduktion in Europa hat sich daher der Maulbeerbaum bei uns weit verbreitet. Hier wurde hauptsächlich die Weiße Maulbeere (Morus alba) angepflanzt, da sie etwas mehr Frost verträgt als die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) - beide Baumarten stammen ursprünglich aus Asien. Daneben findet man hin und wieder auch noch die Rote Maulbeere (Morus rubra) aus Nordamerika bei uns. Die Namen beziehen sich jeweils auf die Fruchtfarbe. Die Früchte sehen von der Form ein bisschen aus wie Brombeeren.

Die Weiße Maulbeere wächst oft strauchförmig, die Schwarze und die Rote Maulbeere baumförmig. Die sommergrünen Sträucher und Bäume werden bis ca. 16 m hoch.

Die grob eiförmigen Maulbeerblätter sind sehr formvariabel. Sie können gelappt, gestielt oder (meistens) ungeteilt sein. Der Blattrand ist immer grob gesägt, die Blätter haben eine herzförmige Basis.

Die Herbstfärbung von Maulbeerbäumen ist ein helles Gelb, das in ein blasses Braun übergeht.

Verwendung: das grün getrocknete Laub oder braune Herbstblätter

 

Echte Feige (Ficus carica)

Die Echte Feige aus dem Mittelmeerraum ist bei uns nur ganz eingeschränkt winterhart. Es gibt allerdings mittlerweile Feigenkultivare wie die bekannte Bayernfeige, die bis ca. -20 °C Frost vertragen und die man deshalb mit einem entsprechenden Winterschutz auch im Hausgarten halten kann.

Die Echte Feige wächst oft strauchförmig, kann aber auch als Baum daherkommen.

Sie hat drei- bis fünflappige, tief eingebuchtete, auffallend große Blätter mit einem unregelmäßig gezähnten Blattrand. Feigenblätter bleiben auch im Herbst grün, sie werden bei uns erst nach den ersten Nachtfrösten abgeworfen.

Wird die Echte Feige frostfrei beispielsweise in einem ungeheizten, aber vor Frost geschützten Wintergarten gehalten, ist der Baum immergrün.

Bei uns kann die Echte Feige an geschützten Standorten und mit einem guten Frostschutz über den Winter hinweg auch im Hausgarten kultiviert werden. Dort wirft sie nach den ersten Frösten ihre Blätter ab. In der Natur findet man sie bei uns nicht.

Verwendung: das grün getrocknete Laub oder die durch Nachtfrost abgestorbenen getrockneten Blätter

 

6.10 Magnoliengewächse

Zu den Magnoliengewächsen gehören neben den artenreichen Magnolien auch die Tulpenbäume. Diese Pflanzenfamilie ist nicht bei uns heimisch, allerdings findet man Magnolien als Zierbäume in vielen Gärten.  
Das Laub wird im Herbst abgeworfen und ist dann noch leicht gelblich. Hier sollte man mit dem Verfüttern abwarten, bis es wirklich vollkommen braun ist. So lange lässt man es einfach unter dem Baum liegen. Vorher enthält es noch zu viele Zuckerstoffe und kann im Aquarium zu einer Wasserbelastung führen.

Tulpenmagnolie (Magnolia x soulangeana)

Die Blätter der bis ca. 8-10 Meter hoch wachsenden Tulpenmagnolie sind verkehrt eiförmig, leicht wellig und haben eine lang ausgezogene, etwas zipfelig wirkende Spitze und einen glattem Blattrand.

Dieser Großstrauch wird hauptsächlich wegen seiner ausgesprochen schönen, großen Blüten in Parks und Hausgärten angepflanzt. Die Tulpenmagnolie kommt bei uns nicht im Freiland vor. Die Bäume sind recht frostempfindlich.

Ursprünglich stammt die Tulpenmagnolie aus Ostasien. Sie ist ein Hybrid zweier Arten.

Die Herbstfärbung der Tulpenmagnolie zeigt sich in blassen Gelb- und Brauntönen.

Das weiche Laub eignet sich gut als Futter für Krebse, Zwerggarnelen, Krabben und natürlich auch für Aquarienschnecken. Es wird sehr gerne gefressen und gut angenommen.

Weil sich die Zuckerstoffe im Magnolienlaub nur langsam abbauen, sollte das Laub vor dem Sammeln gut abgelagert, absolut knistertrocken und ganz braun sein.

Verwendung: braune Herbstblätter als Dauerfutter

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Ulrike Bauer, Ricardo Castellanos, Wikimedia Commons (Wouter Hagens), Pixabay (Hans, SilviaStoedter, krzys16, byrev)

Quelle: Link zur Lizenz Creative Commons Public Domain

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