Pflanzen im Aquarium pflegen

Pflanzen sind erstaunliche Organismen. Viele mögen sie für „tot“ oder zumindest für nicht ganz so lebendig halten wie Tiere, aber hier überraschen die Pflanzen auch heute noch die Wissenschaft.

1 Die Rolle der Pflanzen in den Ökosystemen

Pflanzen spielen eine unglaublich wichtige Rolle in unseren Ökosystemen; sie verwenden „tote“, anorganische Elemente und produzieren daraus organische Verbindungen, von denen sich unzählige weitere Organismen ernähren – wie auch wir Menschen. Pflanzen spielen in so vielen Kreisläufen eine Rolle und kommen in so vielen verschiedenen Formen vor: als einzellige Algen oderauch als mehrere hundert Jahre alte Bäume.

Allein ein Wald ist ein so komplexes System, dass man dieses bis heute nicht vollständig erforscht hat. Erstaunlich: Bäume kommunizieren miteinander. Über Botenstoffe tauschen sie Informationen aus und holen sich bei Nährstoffknappheit Hilfe bei anderen Bäumen.

Es ist also wenig überraschend, dass auch in der Aquaristik lebende Pflanzen eine wichtige Rolle spielen.

2 Pflanzen in der Aquaristik

Pflanzen nehmen auch im Miniökosystem Aquarium die Rollen ein, die sie im großen Ganzen der Natur innehaben. Sie wandeln Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um, und sie nehmen mineralische Komponenten wie Nitrat, Phosphat und Kalium auf und verwenden diese, um sich zu ernähren und zu wachsen. So können wir viele positive Effekte für unser Aquarium nutzen -  viele Aquarianer jedoch halten Pflanzen einfach nur der Optik wegen in ihren Becken. Ihre natürliche Schönheit und anmutiges Wachstumfasziniert uns seit je her.

3 Vorteile von lebenden Pflanzen im Aquarium

4 Nachteile von lebenden Pflanzen im Aquarium

  • Interesse für Pflanzen ist erforderlich
  • Zeitaufwand für das „Einlesen“ in die Thematik, was Pflanzen überhaupt brauchen
  • gut wachsende Pflanzen müssen auch zurückgeschnitten werden
  • in stark bepflanzten Aquarien kann es nachts zu Sauerstoffknappheit kommen, weil die Pflanzen bei Dunkelheit Sauerstoff verbrauchen
  • in Zuchtbecken: Selektion der Zuchttiere wird schwierig
  • absterbende Pflanzen können das Wasser belasten, wenn sie nicht entfernt werden

5 Wie bringe ich meine Pflanzen zum Wachsen?

Viele Aquarianer stellen sich wohl diese Frage, denn viele kaufen sich alle paar Wochen neue Pflanzen, da die zuvor gekauften wieder einmal eingegangen sind. Die Antwort ist genauso einfach wie komplex: Zum Wachsen bringt man die Pflanzen, indem man ihnen die Nahrung bietet, die sie benötigen.

5.1 Nährstoffquellen in der Natur

In der Natur greifen Pflanzen auf natürliche Nährstoffquellen zurück – diese sind Teil des Ökosystems. Abgestorbenes Pflanzenmaterial, aus dem Gestein und Bodengrund herausgelöste Mineralien und freigewordener Kohlenstoff in Form von Kohlenstoffdioxid sind ihre Nahrungsgrundlage.

5.2 Nährstoffquellen im Aquarium

Im Miniökosystem Aquarium gibt es einige dieser Faktoren nicht: Der Boden besteht meist nur aus nährstofflosem Kies, ein Dünge-Nährboden kann zur Gefahr werden, wenn sich Faulstellen bilden - deshalb müssen dem Wasser Nährstoffe hinzugefügt werden. Das geht mit Flüssigdünger über die Wassersäule oder aber mit gezielter Bodendüngung über Nährstoffkapseln oder Düngekugeln.

5.3 Zusammenhänge

Angehende Pflanzenaquarianer sollten sich mit dem Liebigschen Minimumgesetz auseinandersetzen – dieses Gesetz erklärt, wie die Nährstoffe in Zusammenhang stehen. Kurz gesagt: Ist ein Nährstoff im Mangel, stoppt das Wachstum und die Pflanze kümmert – es müssen daher alle Stoffe zu jeder Zeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

5.4 Wichtige Faktoren fürs Pflanzenwachstum

  1. Licht (25-50 Lumen pro Liter)
  2. CO2 (20-30 mg/l)
  3. Nitrat (15-25 mg/l)
  4. Phosphat (je nach Setup etwa 0 - 1,5 mg/l)
  5. Kalium (5-10 mg)
  6. Eisen (0,1-0,5 mg/l)
  7. Spurenelemente

Die Versorgung der Pflanzen ist nicht sonderlich schwer umzusetzen, man muss sich nur dazu durchringen, jeden Punkt zu erfüllen und gegebenenfalls per Tröpfchentest abzuchecken, ob dieser bestimmte Nährstoff nun ausreichend zur Verfügung steht oder nicht.

Oder ein anderer Ansatz: Die Pflanzen wählen, die zu den eigenen Gegebenheiten und Wasserwerten passen.

Ein Dünge-Setup, das sich bewährt hat: NPK-Dünger + Eisendünger + CO2-Druckgasanlage

Aber auch eine selbstgebaute Bio-CO2-Anlage und selbstgemischte Dünger sind ein Weg zum Erfolg.

 

Autor: Ricardo Castellanos

Fotos: Ricardo Castellanos, Chris Lukhaup