Perlhuhnbärbling

Danio margaritatus (Celestichtys margaritatus)

Beschreibung

Kaum ein anderer Fisch hat sich nach seinem ersten Auftauchen im Handel größerer Beliebtheit erfreut als der kleine Perlhuhnbärbling. Und das ganz zu Recht!

So ist er doch nicht nur eine wahre Schönheit unter den Zwergfischen, auch fasziniert er durch seine Friedfertigkeit, seine Anfängertauglichkeit, die unkomplizierte Haltung und nicht zuletzt durch sein imposantes Balzverhalten. In seinem Habitat lebt er in relativ kühlen, sehr klaren Bächen mit eher basischem Wasser, daher ist er sogar ohne Heizer bei Zimmertemperatur noch gut zu pflegen.

Die Männchen sind für gewöhnlich farbintensiver als die Weibchen und weisen prächtige helle Punkte auf dem sonst oliv-ockerfarbenem bis stahlblauen Körper auf, die ihnen auch ihren ursprünglichen Namen gab: Galaxybärbling. Vor allem der Flankenbereich ist dunkler, zudem zeigen sie wesentlich kräftigere Farben und schwarze Linien auf der sonst roten Afterflosse. Die Weibchen sind fülliger, weniger ausgefärbt und besitzen eine rein rote bis blass-orangene Afterflosse, selten mit schwachen schwarzen Abzeichen.

Wasserwerte
Gesamthärte 5-20 °dGH
Karbonathärte 3-20 °dKH
pH-Wert 7-7,5
Temperatur 19-25 °C (optimal 19-21 °C)
 Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 54 cm
Verhalten friedlich, schüchtern
Schwierigkeit Zucht mittelschwierig
Futter
Allgemein Granulat mit sehr feiner Körnung, Staubfutter, Lebend- und Frostfutter (Nauplien, Artemia, Cyclops, Mikrowürmer, Mückenlarven und andere)
Nachwuchs Jungfische ernähren sich vorerst vom eigenen Dottersack. Sie können mit Infusorien angefüttert und später auf Artemia-Nauplien umgestellt werden. Auch feines Staubfutter zur Jungfischaufzucht wie Sera micron wird gefressen, später auch feines Futter wie Cyclop Eeze.

Auch wenn man es diesem Zwerg nicht ansieht, so kann und will er quasi rund um die Uhr nur eines: fressen. Kurz nachdem du ihn in sein neues Zuhause eingewöhnt hast, wird er sich auf die Suche nach jedem Hüpferling und jeder krabbelnden Begleitfauna machen und sich den Bauch voll schlagen. Interessanterweise verschont er bei seiner emsigen Suche jedoch zumeist den Garnelennachwuchs, und selbst sehr kleine Schnecken sind vor ihm sicher.
Dieses Verhalten und sein enormer Futterbedarf könnten mitunter ein Grund dafür sein, dass die meisten im Handel angebotenen Perlhühner recht „krumm und bucklig“ aussehen, da sie schlicht und einfach zu wenig gefuttert haben. Diese "Hungerhaken" lassen sich jedoch mit einer hochwertigen, anständigen Fütterung (am besten Lebendfutter) gut aufpäppeln.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe bis ca. 2 cm
Alter 2-3 Jahre
Vergesellschaftung Eine Vergesellschaftung mit Wirbellosen wie Garnelen, Schnecken und friedlichen Zwergkrebsen ist ohne Probleme möglich. Die Vergesellschaftung mit großen Flusskrebsen kann schwierig sein, eventuell wird der eine oder andere Perlhuhnbärbling dann zur Beute. Auch toleriert Danio margaritatus andere friedliche und nicht allzu hektische Fische wie beispielsweise kleine Blauaugen oder Endler-Guppys als Nachbarn. Mitunter helfen selbstsichere Beifische dabei, den doch eher scheuen Bärblingen ein Gefühl der Sicherheit zu geben - man sieht sie dann öfter.
Haltungsempfehlung Der Perlhuhnbärbling lebt gerne in der Gruppe, die mindestens 10 Tiere umfassen sollte. Er braucht die Sicherheit des Schwarms.

Auch wenn es bisher angenommen, von einigen Quellen empfohlen und im Hobby leider auch so umgesetzt wurde, ist der Perlhuhnbärbling zwar ein Zwergfisch, aber kein Besatz für ein kleines Nanoaquarium. Eine Aquariengröße von mindestens 54 Litern sollte ihm schon angeboten werden, denn er ist nicht nur den ganzen Tag schwer beschäftigt, seine Nebenbuhler zu übertrumpfen, auch ist er ein bißchen schüchtern und versteckt sich gerne im hinteren Aquarienbereich, der dicht bepflanzt sein sollte. Gerne tauchen Danio margaritatus auch mal in einen Dschungel aus feinfiedrigen Stengelpflanzen ab. Interessanterweise sieht man Perlhuhnbärblinge in gut bepflanzten Becken deutlich öfter als in relativ kahlen Aquarien. Eine dichte Bepflanzung gibt den anfangs eher schüchternen kleinen Aquarienfischen Sicherheit.

In zu kleinen Aquarien kann es passieren, dass der Perlhuhnbärbling unter Dauerstress steht, weil er seinen Kumpels nicht aus dem Weg gehen kann. Dadurch kann er seine prächtige Farbe verlieren, sehr krank weden oder sogar sterben. In unbepflanzten Aquarien kann es tatsächlich vorkommen, dass er die Vermehrung komplett einstellt.

Systematik
Familie Danionidae
Gattung Danio margaritatus
Trivialname Microrasbora sp. Galaxy, Galaxybärbling, Perlhuhnbärbling

Wissenschaftlicher Name
Danio margaritatus Roberts, 2007

Herkunft (Wildform)
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Thailand, Myanmar, mehrere Fundorte

Die ersten Perlhuhnbärblinge kamen aus einem recht kleinen Gebiet. Da sie einen regelrechten Hype in der Aquaristik auslösten, wurden 2007 die Importe reglementiert, damit die Art nicht ausgerottet wurde. Mittlerweile lässt sich Danio margaritatus aber sehr gut nachzüchten, ausserdem sind mittlerweile weitere Fundorte bekannt.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung reichlich Lebend- oder Frostfutter, Laichgitter, Javamoos oder Laichsubstrat, später Infusorien und kleines Lebend- und Frostfutter
Fortpflanzung Eierleger
Dauer bis zum Schlupf ca. 2-3 Tage (u.a. temperaturabhängig)
Gelege-/Wurfgröße abhängig der Weibchenanzahl bis zu 6 Eier pro Tag möglich, vermutlich mehr

Zur Zuchtvorbereitung sollten die Zuchttiere dreimal täglich mit mittelgroßem Lebend- oder Frostfutter wie schwarzen Mückenlarven oder Artemia gefüttert werden. Nach eindrucksvollem Imponiergehabe der Männchen, bei dem sie sich mit den Flanken gegenüber stehen und aufgeregt umkreisen, verfolgt ein Männchen schließlich ein Weibchen ins Laichsubstrat, bzw. in feinfiedrige Pflanzen oder Moos - oft frühmorgens, bevor die Aquarienbeleuchtung angeht. Das Weibchen legt Eier ins Laichsubstrat, das spätestens nach drei Tagen in ein Aufzuchtaquarium überführt werden sollte, da der Perlhuhnbärbling ein gründlicher Laichräuber ist. Im Aufzuchtaquarium werden die wirklich winzigen Larven ("Kommas") zunächst mit feinstem Lebendfutter (Infusorien) oder sehr feinem Staubfutter gefüttert. Wenn sie etwas größer sind, können sie auch Artemianauplien und feines Futter wie Cyclop-Eeze bewältigen.

 

Autor: Lou Herfurth

Fotos: Lou Herfurth