Bauchige Schnauzenschnecke

Bithynia leachii

Beschreibung

Die Bauchige Schnauzenschnecke wird auch Blaue Schnauzenschnecke genannt oder Blaue Bauchige Schnauzenschnecke. Bithynia leachii ist eine klein bleibende Wasserschnecke aus der Familie der Bithyniidae. Man findet sie bei uns auch in der Natur in Nordeuropa bis Mitteleuropa vor. Die Familie der Schnauzenschnecken gehört zu den Kiemenschnecken.

In Deutschland steht die Bauchige Schnauzenschnecke als stark gefährdet auf der Roten Liste. Sie lebt in langsam fließenden Gewässern mit eher hartem und sauberem Wasser in dichten Pflanzenbeständen.

Die Bauchige Schnauzenschnecke erreicht nur eine Gehäusegröße von maximal 5-8 mm (im Aquarium eher kleiner bleibend). Das auffallend glatte, bauchige Gehäuse mit tiefen Nähten ist rechtsgewunden, und die Schnauzenschnecke besitzt einen recht gut sichtbaren Deckel oder Operculum, mit dem sie ihre Gehäuseöffnung verschließen kann.

Ihr Körper ist bläulich-grau bis bräunlich mit hellen Flecken auf Fuß, Kopf, Fühlern und auch auf dem Mantel, der das Häuschen von innen auskleidet. Das Gehäuse ist transparent bläulich und lässt die feinen hellen Punkte des Mantelgewebes durchschimmern. Die Fühler sind fadenförmig.

Schnauzenschnecken aus dem Freiland haben häufig ein bräunliches Gehäuse, das stabiler wirkt, Aquarienpopulationen haben ein eher dünnwandiges Schneckenhaus.

Benannt wurde Bithynia leachii nach dem Zoologen William Elford Leach (1791-1836) aus Großbritannien.

Wasserwerte
Gesamthärte 5 - 30 °dGh
Karbonathärte 3-20°dKh
pH - Wert 7,0 - 8,5
Temperatur 4-25 °C
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 5 l
Verhalten sehr friedlich
Schwierigkeit einfach
Futter
Allgemein

Spezielles Schneckenfutter, Futterreste, Biofilme und Algenbeläge, Detritus, braunes Herbstlaub und getrocknetes grünes Laub, Mineralfutter, Sepiaschale, poröser Kalkstein
Hin und wieder auch etwas Frostfutter oder gefriergetrocknetes Futter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops, Wasserflöhe etc. (sparsam), Mulm

Bithynia leachii braucht aufgrund ihrer geringen Größe im Aquarium eigentlich kein Zufutter, die Gefahr, dass das Wasser durch nicht gefressenes Futter verdirbt, ist sehr groß.

Sie ernährt sich überwiegend von Aufwuchs und Biofilmen sowie von Detritus: abgestorbene Pflanzenreste und braunes oder auch (sparsam) grün getrocknetes Laub (wie zum Beispiel Walnusslaub) weidet sie gerne ab.

Ihr Häuschen wird schöner und stabiler, wenn die Bauchige Schnauzenschnecke neben ausreichend Proteinen (vorwiegend über die Bakterien in den Biofilmen) auch Zugang zu Kalzium hat, da ihr Gehäuse-Grundgerüst überwiegend aus Kalk besteht. Eine gute Quelle ist ein Stück Sepiaschale oder auch ein poröser Kalkstein oder ein Mineralstein.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe Gehäusedurchmesser bis ca. 5 mm
Alter 1-2 Jahre
Vergesellschaftung Mit Fischen, die den Schnecken nicht nachstellen, mit Zwerggarnelen und Fächergarnelen, mit Muscheln - Artbecken empfohlen

Bithynia leachii frisst keine Pflanzen an. Sie ist eine relativ zarte kleine Schnecke, die eher unter dem Radar bleibt. Im Gesellschaftsbecken mit sehr friedlichen kleinen Fischen oder in Gesellschaft von Zwerggarnelen oder Fächergarnelen kommt sie meist gut zurecht.

Schneckenfresser wie Raubschnecken, Zwergkrebse und Flusskrebse, Krabben und Großarmgarnelen sollten nicht mit der Schnauzenschnecke gehalten werden - es wäre schade um die doch recht seltenen Wasserschnecken.

Systematik
Familie Schnauzenschnecken - Bithyniidae
Gattung Bithynia
Art Bauchige Schnauzenschnecke

Wissenschaftlicher Name
Bithynia leachii (Sheppard, 1823)

Herkunft
Norden
Nordeuropa und Mitteleuropa

Die Bauchige Schnauzenschnecke kommt in Nordeuropa bis Mitteleuropa in der Natur vor. In Aquarien mit Zimmertemperatur überlebt sie ganz problemlos. Da sie in Deutschland als stark gefährdete Art gilt, verbieten sich Naturentnahmen von selbst. Bithynia leachii im Freiland kann Zerkarien des auch den Menschen befallenden Katzenleberegels Opisthorchis felineus (Vorkommen von Russland bis Ost-Brandenburg, Deutschland) und des parasitären Saugwurms Prosthogonimus ovatus tragen. Diese Zerkarien benötigen jedoch jeweils einen Zwischenwirt (Fisch bzw. Libelle) für ihre weitere Entwicklung und gelten für Menschen in der aus der Schnecke kommenden Form als harmlos.

Bithynia leachii taucht in der Aquaristik ab und zu auf und wird aufgrund ihrer Fleckzeichnung häufig mit der Blasenschnecke verwechselt, oder aufgrund ihrer Gehäuseform und ihrem Deckel oder Operculum mit jungen Apfelschnecken. Blasenschnecken haben jedoch keinen Deckel, und jungen Apfelschnecken fehlt das Punktmuster.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Ausreichend Futter und genügend Kalzium
Fortpflanzung Aus den Eiern schlüpfen fertig entwickelte Jungschnecken
Dauer bis zum Schlupf abhängig von der Wassertemperatur ca. 1-2 Wochen
Gelegegröße ca. 1-50 Eier, gegen Ende der Laichperiode weniger werdend
Zyklus Laichperiode im Juni und Juli

Bithynia leachii ist eine genügsame kleine Aquarien- und Teichschnecke, die auch draußen überwintern kann. Bauchige Schnauzenschnecken sind getrenntgeschlechtlich. Die transparenten Gelege der Bauchigen Schnauzenschnecke haben eine typische Form: sie sind eher kurz, zweireihig und mehr oder weniger gerade.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Jessyka Schaap