Der Bodenfilter

Der Bodenfilter ist neben dem Luftheber, dem Innenfilter und dem Außenfilter eine der bekanntesten Filtermethoden in Aquarien zur Garnelenzucht.

Beim Bodenfilter wird anstatt von Filtermatten und anderen Materialien auf den Bodengrund selbst als Filtermedium gesetzt. Sehr häufig ist der Einsatz von siebartigen Filterplatten, welche ineinander gesteckt werden. So kann die Fläche an die Beckengröße angepasst werden. Bei großen Aquarien muss man hier allerdings mehrere Steigrohre einplanen, damit der Boden gleichmäßig durchströmt wird.

1 Aufbau

Die Platten schaffen zwischen Bodengrund und Glasboden einen Abstand, so dass das Wasser gleichmäßig eingesogen werden kann. Das Steigrohr ist das Kernstück des Bodenfilters, hier entsteht der Sog - entweder durch einen Luftheber oder aber auch eine kleine, aufs Steigrohr aufgesetzte Strömungspumpe. Sie ziehen das Wasser durch den Boden und sorgen im Becken für Strömung.

2 Wirkungsweise

Der Bodengrund als solcher ist ein optimaler biologischer Filter. Er besitzt nicht nur eine große Oberfläche für die am Stickstoffkreislauf beteiligten nitrifizierenden Bakterien, sondern hält durch die hohe Aufschüttung des Bodens auch viele Schwebstoffe zurück, was in einem kristallklaren Wasser resultiert.

3 Effektive Bodengründe

Besonders effektiv ist der Bodenfilter mit porösem Bodengrund, etwa feinkörnigem Lavasplitt oder als Bodengrund erhältlichem Tongranulat. Noch effektiver sind Soil-Böden. Bei Soil sollte darauf geachtet werden, dass dieser auch zum Besatz passt, da dieser aktive Bodengrund im Aquarium durch seine Wirkung als Ionentauscher die Karbonathärte und den pH weit heruntersetzt. In der Garnelenzucht genau dies oft erwünscht - insbesondere bei Bienengarnelen, Taiwangarnelen und anderen Garnelen aus Weichwasserbiotopen -, und durch die hohe Wasserzirkulation im Boden bei der Verwendung eines Bodenfilters wird diese Fähigkeit auch optimal ausgenutzt, um stabile Wasserwerte zu erreichen.

4 Vorteile

  • geringer Platzbedarf
  • günstig
  • garnelensicher
  • wartungsarm
  • lange Standzeit

5 Nachteile

  • Zur Reinigung muss das komplette Becken ausgeräumt werden
  • Futterreste werden regelrecht in den Boden gesogen, wo sie für die Tiere unerreichbar sind und das Wasser belasten können
  • Stark wurzelnde Pflanzen verringern die Filterleistung drastisch
  • Beschränkung auf kleinere Becken, große Becken brauchen mehrere Steigrohre

 

Autor: Ricardo Castellanos

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