Louisiana-Sumpfkrebs

Procambarus clarkii
Der Procambarus clarkii und all seine Farbformen stehen auf der sogenannten EU-Verbotsliste. Die Weitergabe und die Zucht sind seit dem 01.08.2016 in der EU verboten. Vorhandene Bestände in Privatbesitz dürfen bis zum Tod gepflegt, aber nicht mehr gehandelt oder verschenkt und auch nicht mehr vermehrt werden!
Privatleute dürfen sich keine neuen Tiere mehr anschaffen, bereits vorhandene Bestände sind so zu halten, dass kein Nachwuchs entstehen und vor allem kein Tier in die Natur entkommen kann!

Beschreibung

Die Wildform des Louisiana-Sumpfkrebs Procambarus clarkii ist dunkelrot bis hellrot, charakteristisch sind die leuchtend hellroten bis orangen Erhebungen auf den Scheren. Sehr reizvoll sind die unterschiedlichen Farbgebungen und Zeichnungsvarianten dieser tagaktiven Flusskrebsart, die je nach Zuchtziel von den einfarbigen (rot, weiß, orange, blau bis fast schwarz) und zwei- und dreifarbigen Varianten (rot, orange oder blau kombiniert mit weiß oder rot/blau/weiß) gehen kann. Die Farben machen jedes Tier zu einem absoluten Einzelstück und erwecken viel Interesse in der Aquarianerwelt. Besonders in Asien wird intensiv an weiteren Farbformen des Procambarus clarkii gezüchtet.

Da es bereits etablierte Populationen des Louisiana-Sumpfkrebses in der Natur in der EU gibt und Procambarus clarkii als ausgesprochen durchsetzungsfähige und invasive Art gilt, ist die Haltung, die Zucht und die Weitergabe laut der Liste invasiver gebietsfremder Arten, Verordnung vom 13.07.2016 in Europa allerdings nicht mehr zulässig. Der Louisiana-Sumpfkrebs kommt ursprünglich aus Louisiana in den USA. Er ist einer der bedeutendsten Speisekrebse der Welt.

In der Natur bewohnt der Procambarus clarkii Sümpfe, größere Ströme und Tieflandgewässer. Der Louisiana-Sumpfkrebs ist ausgesprochen anpassungsfähig und gräbt tiefe Wohnhöhlen. So kann er lange Trockenzeiten überstehen. Die Krebse können durch ihre intensiven Grabetätigkeiten sogar die Stabilität von Dämmen beeinträchtigen.

Wichtig: Auch wenn der Louisiana-Sumpfkrebs Procambarus clarkii hin und wieder im Handel auch unter dem Namen "Teichkrebs" verkauft wurde - nicht bei uns heimische Krebse dürfen niemals in die Natur entkommen oder ausgesetzt werden! Als Krebs aus Amerika ist auch der Procambarus clarkii potenziell ein Träger der für unsere heimischen Krebse immer tödlich verlaufenden Krebspest.

Wasserwerte
Gesamthärte bis 20 °dGH
Karbonathärte bis 15 °dKH
pH-Wert 6,5-8,0
Temperatur 15-30 °C
Leitwert 300-800 µS (optimal: 350-400 µS)
Unsere Tipps
pflegeleicht ja
Aquariumgröße Einzelhaltung ab 60x30 cm Bodenfläche, gleichgeschlechtliche Gruppe ab 80-100x40 cm
Verhalten relativ aggressiv
Schwierigkeit einfach

Der Louisiana-Sumpfkrebs lebt auch in der Natur eher einzelgängerisch. Auch wenn die Populationsdichte der Tiere oft sehr hoch ist, brauchen sie die Gruppe nicht. Die Einzelhaltung ist daher gar kein Problem.
Wichtig: Das Aquarium sollte ausbruchssicher abgedeckt sein. Procambarus clarkii ist ein überraschend geschickter Kletterer und geht gern auf Wanderschaft. Dabei kommt er auch durch erstaunlich kleine Spalten.

Futter
Allgemein Geeignet sind alle Sorten Krebsfutter und Garnelenfutter, gelegentlich Mineralfutter und für die Proteinversorgung Frostfutter sowie gefriergetrocknetes Futter wie Mückenlarven, Daphnien, Artemia, Cyclops und so weiter, braunes Herbstlaub als Dauerfutter, geschältes Gemüse (sparsam), Grünfutter wie Vogelmiere, Brennnessel, Spinat, Löwenzahn etc. (sparsam)

Procambarus clarkii ist omnivor, also ein Allesfresser. Louisiana-Sumpfkrebse sind Gelegenheitsjäger. Sie brauchen ausgewogenes Futter, sowohl pflanzliche Kost als auch Eiweiß aus tierischen Quellen, in etwa zu gleichen Teilen. Eiweißhaltiges Futter sollte mehrmals in der Woche gegeben werden. Braunes Herbstlaub ist ein wichtiger Bestandteil für das Krebsaquarium: In einer dünnen Schicht davon finden die Krebse neben Verstecken auch eine natürliche Dauerfutterquelle. Grünes Frischfutter wie Brennnesselblätter oder Löwenzahn (überbrüht bzw. getrocknet) werden gerne gefressen, ebenso wie verschiedene zuckerarme Gemüsesorten. Einen Tag pro Woche sollten die Krebse kein Zusatzfutter bekommen.

Als Gelegenheitsjäger erbeutet Procambarus clarkii hin und wieder kleine und auch etwas größere unvorsichtige und langsame Fische. Langflossige Fische und Fische, die die Bodenzone im Aquarium bewohnen oder dort schlafen, sind gefährdet. Größere Cichliden und andere Raubfische greifen den Sumpfkrebs besonders nach der Häutung an. In diesem Zustand ist er weich und verletzlich. Mit Zwerggarnelen lassen sich adulte Procambarus clarkii gut im Aquarium vergesellschaften, Jungkrebse und heranwachsende Tiere würden ihnen nachstellen. Schnecken stehen auch in der Natur auf dem Speisezettel des Sumpfkrebses und werden daher auch im Aquarium als Proteinquelle genutzt.

Das Aquarium für Louisiana-Sumpfkrebse braucht mehr Verstecke als Krebse, auch Möglichkeiten zum Klettern nutzen die Krebse gern. Wenn eine Gruppe gleichgeschlechtlicher Tiere gehalten wird, ist eine gute Strukturierung im Aquarium wichtig. Sie müssen sich aus dem Weg gehen können. Hinten und vorne offene Höhlen sind sinnvolle Verstecke. Als Bodengrund wird im Krebsaquarium gerne mittelgrober Aquarienkies genommen. Hier können die Sumpfkrebse ihre Wohnhöhlen anlegen. Achtung: Die Aquariendekoration muss so aufgestellt werden, dass sie nicht umfallen kann. Dazu stellt man sie idealerweise nicht auf den Kies, sondern direkt auf die Bodenplatte. Der Louisiana-Sumpfkrebs buddelt Pflanzen wahlweise aus oder zwickt sie ab, auch frisst er sie. Schwimmpflanzen und in den oberen Regionen treibende Wasserpflanzen wie Froschbiss, Muschelblumen, Hornkraut, Kanadische Wasserpest und Nixkraut überleben etwas länger als wurzelnde Pflanzen. Der Louisiana-Sumpfkrebs benötigt keine starke Beleuchtung, Procambarus clarkii mag es gerne etwas schattiger.

Systematik
Familie Flusskrebse - Cambaridae
Gattung Procambarus
Art Louisana-Sumpfkrebs

Wissenschaftlicher Name
Procambarus clarkii (Girard, 1852)

Herkunft
USA_South-States
Louisiana, USA

Der mittelgroße bis große Flusskrebs Procambarus clarkii ist ein territorialer, eher aggressiver Krebs. Es gibt aber auch verträglichere Vertreter der farbenprächtigen und variablen Krebsart - Krebse sind schließlich immer auch Charaktertiere. Zu Kabbeleien kann es allerdings auch bei den "freundlicheren" Exemplaren immer einmal kommen, und dabei auch zum Verlust von Gließmaßen. Diese werden allerdings bei der nächsten Häutung wieder vollständig regeneriert.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe Männchen ca. 8-10, Weibchen ca. 10-12 cm (ohne Scheren)
Alter ca. 2-3 Jahre
Vergesellschaftung Mit Fischen, die den Krebsen nicht nachstellen und die nicht bodengebunden leben, mit Garnelen, mit sich gut vermehrenden Schnecken - Schnecken werden gefressen
Haltungsempfehlung Grundsätzlich ist Procambarus clarkii ein Einzelgänger, der nicht notwendigerweise die Gesellschaft von Artgenossen braucht. Einzelhaltung ist kein Problem!
Vermehrung
EU-Verbotsliste Procambarus clarkii darf auf dem Gebiet der EU nicht mehr nachgezüchtet oder weitergegeben werden.
Unterscheidung der Geschlechter Bei Männchen sind das 1. und 2. Schwimmbeinpaar zu Gonopoden umgebildet, die wie ein liegendes V nach vorne zwischen die Schreitbeine ragen.  Die Weibchen haben Gonoporen (Geschlechtsöffnungen) zwischen dem 2. und 3. Schreitbeinpaar und eine Vertiefung (Annulus ventralis) zwischen dem 4. und 5. Nur Krebse in der sexuell aktiven Form I sind fortpflanzungsfähig.
Tragzeit ca. 4-6 Wochen (u.a. temperaturabhängig)
Jungtierrate variiert nach Weibchengröße.. ca. 150-250 Stk.

 

Autor: Katja Redemann
Co-Autor: Ulli Bauer

Fotos: Chris Lukhaup

Quelle: EU-Verbotsliste
Quelle: Dähne Verlag: Wirbellose (Chris Lukhaup / Reinhard Pekny)