Tellerschnecken

Anisus sp.

Die Tellerschnecke Anisus sp. ist eine sehr kleine Wasserschnecke. Tellerschnecken gehören zu den Planorbidae, also zu den Posthornschnecken. Damit gehört sie ebenso wie die Zerbrechliche Mützenschnecke zur Verwandtschaft der in der Aquaristik bekannten und beliebten Kleinen Posthornschnecke.

Die Gehäuseform der Tellerschnecke ist recht flach. Hin und wieder wird Anisus sp. daher für eine junge Posthornschnecke gehalten - diese haben jedoch ein hinten auffallend abgeplattetes, senkrecht stehendes Haus, während das fast kreisrunde Häuschen der Tellerschnecke liegt.

1 Aussehen und Vorkommen

Die Häuschen von Schnecken der Gattung Anisus werden in der Natur bis 10 mm im Durchmesser, im Aquarium bleiben sie mit ca. 2-3 mm deutlich darunter. Die Gehäuse dieser Lungenschnecken sind nahezu vollkommen durchsichtig, manchmal etwas bräunlich. Man kann den Körper und die Organe sehr gut darin erkennen - wenn man sich mit einer Lupe bewaffnet.

Anisus sp. leben paläarktisch auf der Nordhalbkugel in Sümpfen, Teichen und in temporären Gewässern.

2 Nahrung und Fressverhalten

Anisus sp. fressen Detritus, Futterreste sowie kleinste Algen und Mikroorganismen, also Aufwuchs und Biofilme. An Pflanzen geht sie nicht.

Ist im Aquarium viel Futter für die Tellerschnecke vorhanden, kann sie sich gut vermehren. Mit einer explosionsartigen Vermehrung ist jedoch insbesondere in Aquarien mit größeren Posthornschnecken nicht zu rechnen, da Anisus sp. eine wenig durchsetzungsfähige Schnecke ist.

2.1 Problematik im Wirbellosenaquarium

Die Tellerschnecke ist unproblematisch im Aquarium. Zwar empfinden manche sie als störend, aber alles in allem erfüllt diese kleine Wasserschnecke nur ihre Aufgabe im biologischen System - die der Resteverwertung. nur ihre Rolle im Biotop - wobei sie den anderen Bewohnern definitiv nicht schadet.

Häufig bemerkt man sie nur durch Zufall, wenn sie an der Aquarienscheibe sitzt.

3 Fortbewegung

Anisus sp. kriecht langsam - wie eine Schnecke eben.

4 Fortpflanzung

Wie alle Tellerschnecken ist auch Anisus zwittrig. Die Weibchen legen sehr kleine, sehr flache, nur wenige Eier umfassende Gelege, aus denen nach wenigen Tagen die kleinen Jungschnecken schlüpfen.

5 Wie kommt die Tellerschnecke ins Aquarium?

Üblicherweise bekommt man Tellerschnecken in Form von Gelegen auf Pflanzen oder in Form von Schnecken, die auf Pflanzen oder Dekorationsgegenständen aus bereits mit Tellerschnecken besiedelten Aquarien sitzen.

6 Tellerschnecken eindämmen

Es ist schwierig, diese wirklich sehr kleinen Wasserschnecken vollkommen aus dem Aquarium abzusammeln, weil man eigentlich niemals wirklich alle findet. Die gute Nachricht allerdings: Man braucht sie gar nicht zu verbannen, weil sie im Aquarium keinen Schaden anrichten!

6.1 Fressfeinde

Hin und wieder wird der Einsatz von Raubschnecken gegen Tellerschnecken empfohlen - allerdings können Raubschnecken Anisus sp. gar nicht wirklich fressen, weil sie ihren Saugrüssel gar nicht in das kleine Gehäuse stecken können, er passt vom Durchmesser nicht hinein. Auch andere Aquarientiere finden die Tellerschnecke als Futtertier wenig attraktiv, weil sie eben so klein ist.

6.2 Weniger Futter

Durch ein deutlich geringeres Futterangebot lässt sich die Population der Tellerschnecke im Zaum halten - allerdings ist auch dies etwas schwieriger, weil sich Anisus sp. mehr oder weniger ausschließlich von Biofilmen ernähren kann, die im Aquarium überall vorkommen.

6.3 Nahrungskonkurrenten

Garnelen und andere, durchsetzungsfähige Schnecken sind starke Nahrungskonkurrenten der kleinen Tellerschnecke und sorgen in der Regel schnell dafür, dass sie aus dem Aquarium verschwindet.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Tamara Stamm

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