Zwergblaubarsch

Dario dario

Beschreibung

Die Männchen weisen verlängerte Brustflossenstrahlen auf, die hellblau bis weiß, danach schwarz, sind, zudem senkrechte rote Streifen auf einem grau-silbernem Körper. Ihre Flossen sind allesamt „scharlachrot“- daher auch der Name „Red Scarlet“ - gefärbt, teilweise mit türkisfarbenen Rändern.

Die Weibchen sind schlicht grau, teilweise mit dunkelgrauen bis schwarzen Streifen, und auch sie können eine weiß gefärbte Brustflosse aufweisen, deren Flossenstrahlen allerdings nicht verlängert sind.

Einige Jahre lang wurden nur farblich sehr ausgeprägte Tiere importiert, da die Fänger vor Ort die „grauen Mäuse“ schlicht nicht als Weibchen erkannt haben, da auch unterdrückte Männchen sich zeitweise als „Weibchen“ tarnen und sich erst bei sehr genauem Hinsehen identifizieren lassen. Ein Erkennungsmerkmal dieser unterdrückten Männchen sind die rötlichen Längsstreifen, die die Weibchen niemals aufweisen.

Sehr junge Dario dario lassen sich daher nur mühsam nach Geschlechtern trennen.

Wasserwerte
Gesamthärte 6-20 °dGH
Karbonathärte 0-10 °dKH
pH-Wert 6,0-8,5
Temperatur 19-29 °C (optimal 16-26 °C)
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet nein
Aquariumgröße ab 54 Litern
Verhalten Friedlicher, revierbildender Zwergbarsch.
Schwierigkeit Haltung  für Fortgeschrittene
Schwierigkeit Zucht schwierig
Futter
Allgemein Kleines Lebend- und Frostfutter wie Mikrowürmer, Essigälchen, Nauplien, Cyclops und Daphnien.
Nachwuchs Die Larven fressen anfänglich Kleinstlebewesen der Begleitfauna, ab ca. 7-9 Tagen auch Nauplien und Mikrowürmer. Sollten sie zur Aufzucht gezielt umgesetzt werden, ist es ratsam, dafür ein sehr gut eingefahrenes Aquarium zu nutzen, alternativ aber die Alttiere nach dem Schlupf umzuquartieren.

Neu erworbene „Red Scarlets“ tun sich für gewöhnlich mit neuen Futtersorten schwer, wenn man nicht weiß, was sie vorher gefüttert bekamen.

Die meisten im Handel erhältlichen Tiere sind Wildfänge, mittlerweile werden aber auch Nachzuchten angeboten. Ich habe die Erfahrung gemacht, getreu dem Motto „das Beste, das einem Fisch passieren kann, ist Lebendfutter“, dass diese Minis problemlos an sehr kleines Lebendfutter wie Mikrowürmer, Essigälchen und Nauplien gehen.

Dieses habe ich später mit kleinem Frostfutter wie Daphnien und Cyclops gemischt, sodass die Fische über kurz oder lang auch dieses allein fraßen. Bisher kann ich nicht sicher aussagen, dass der Zwergblaubarsch sich für (selbst sehr feine) Granulate oder Staubfutter interessieren würde. Gerade in der Zuchtvorbereitung ist es daher unabdingbar, die Tiere sehr gut ins Futter zu stellen, um die Laichbereitschaft zu fördern.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe bis ca. 2,5cm
Alter 2-3 Jahre
Vergesellschaftung Ein friedlicher Zwergbarsch, der mit Wirbellosen und anderen ähnlich kleinen Friedfischen vergesellschaftet werden kann, wobei ein Artaquarium mit maximal Wirbellosen vorteilhafter ist.
Haltungsempfehlung 8-10 Tiere aufwärts.

Die Gruppenhaltung von 8-10 Tieren, möglichst paarig oder mit Weibchenüberschuss im sehr verkrauteten Aquarium, in dem Moossteine und Wurzeln Reviergrenzen bilden, ist zu empfehlen. Da die Männchen sehr revierverteidigend sein können, sollten sie sich, auch optisch, aus dem Weg gehen können. Zwar führen Dario dario keine erbitterten Revierkämpfe auf Leben und Tod, dennoch kann der Dauerstress mitunter zu Krankheiten führen, was jedoch durch eine entsprechende Aquarienstruktur verhindert werden kann. Auch die stets angeschmachteten Weibchen ziehen sich gerne mal ins Dickicht zurück, wenn es ihnen zu viel wird.

Auch wenn ich nicht über Ausfälle in meinem „Garnelen-Barsch-Aquarium“ berichten kann, da dieselbe Menge Garnelen heranwächst wie vor dem Einsetzen der Zwergbarsche, so halte ich es doch für möglich, dass die ein oder andere sehr kleine und unvorsichtige Garnele durchaus auch mal im Fischbauch landen könnte. Da der Red Scarlet allerdings ein recht kleines Maul hat, passen alle anderen Garnelengrößen gar nicht hinein, auch unternimmt er keinen aktiven Versuch, eine Garnele zu fressen.

 

Systematik
Familie Badidae - Blaubarsche
Gattung Dario
Trivialname Red Scarlet, Zwergblaubarsch, Scharlachroter Zwergbarsch

Wissenschaftlicher Name
Dario dario Hamilton, 1822

Herkunft (Wildform)
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Nordöstliches Indien, Westbengalen, Assam

In seinem ursprünglichen Habitat bewohnt der Zwergblaubarsch sehr klare und eher saure Flüsse und Teiche, die eine sehr dichte Unterwasservegetation, sowie sandige Böden aufweisen.

Empfehlenswert ist es daher, ihn nach Erwerb auch ähnlich seines Habitats in eher saureres Aquarienwasser einzugewöhnen, das langsam aufgehärtet werden kann. Wasserwechsel mit Temperatur- und Härtegradschwankungen können sich positiv auf die Zuchtbereitschaft auswirken.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Gut eingefahrenes Zuchtaquarium mit ausgeprägter Kleinstlebewesenfauna.
Fortpflanzung Eierleger
Dauer bis zum Schlupf ca. 2-3 Tage (u.a. temperaturabhängig)
Gelege-/Wurfgröße nicht bekannt

Zur Zuchtvorbereitung sollten die Tiere über einige Tage hinweg sehr gut gefüttert werden, um die Laichbereitsschaft zu unterstützen. Die Männchen führen wahre Balztänze auf, indem sie sich mit den Flanken gegenüber stehen und heftig die Flossen aufstellen und sich gegenseitig hin- und her verfolgen. Den eigentlichen Zeitpunkt zum Ablaichen gibt allerdings das Weibchen vor, indem sie ihrem favorisierten Kandidaten einen geeigneten Laichort zeigt, in das er ihr dann folgt.

Das Weibchen legt ihre Eier in feine Pflanzen, die mehr oder weniger vom Männchen verteidigt werden, die Jungtiere sind sich selbst überlassen und halten sich vorerst bodennah auf, wo sie sich von Hüpferlingen und anderen Kleinstkrebsen ernähren.

Nach ungefähr 2-3 Tagen verlassen sie den Boden und schwimmen an Pflanzen oder die Aquarienscheibe auf. Ab diesem Zeitpunkt können sie mit Mikrowürmern und ersten Nauplien angefüttert werden.

 

Autor: Lou Herfurth

Fotos: Lou Herfurth