Zwergblaubarsch

Dario dario

Beschreibung

Die Männchen weisen verlängerte Brustflossenstrahlen auf, die hellblau bis weiß, danach schwarz, sind, zudem senkrechte rote Streifen auf einem grau-silbernem Körper. Ihre Flossen sind allesamt „scharlachrot“- daher auch der Name „Red Scarlet“ - gefärbt, teilweise mit türkisfarbenen Rändern.

Die Weibchen sind schlicht grau, teilweise mit dunkelgrauen bis schwarzen Streifen, und auch sie können eine weiß gefärbte Brustflosse aufweisen, deren Flossenstrahlen allerdings nicht verlängert sind.

Einige Jahre lang wurden nur farblich sehr ausgeprägte Tiere importiert, da die Fänger vor Ort die „grauen Mäuse“ schlicht nicht als Weibchen erkannt haben, da auch unterdrückte Männchen sich zeitweise als „Weibchen“ tarnen und sich erst bei sehr genauem Hinsehen identifizieren lassen.

Geschlechterunterscheidung:


Leider sind im Handel meist nur Männchen zu bekommen. Da die Wildfänge meist sehr jung und klein sind, ist es schwer, Männchen, die ihre Färbung zurück halten, nicht mit Weibchen zu verwechseln.
 Deshalb hier ein paar Tipps.


Die Männchen haben einen leicht konkaven (nach innen gewölbten) Absatz am Übergang vom Kopf zum Körper. Bei den Weibchen ist dieser konvex (nach außen gewölbt). Dies erzeugt die "Mädchengesichter". 
Leuchtet man die Tiere mit einer Taschenlampe an, erscheinen bei den Männchen zwei blaue Linien auf der Seite. Die Weibchen besitzen diese nicht.


Man sollte sich auch nicht durch evtl. vorhandene rote Striche auf der Seite oder einen leichten, bläulichen Flossensaum beirren lassen. Sind die Tiere gut mit Nährstoffen versorgt worden, weisen Weibchen durchaus ein wenig Farbe auf.

Wasserwerte
Gesamthärte 0-20 °dGH (optimal 0-6 °dGH)
Karbonathärte 0-10 °dKH (optimal 0-3 °dKH)
pH-Wert 6,0-8,0 (optimal 6,5-7)
Temperatur 19-29 °C (optimal 16-26 °C)
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 25 Liter, möglich auch ab 54 Litern
Verhalten Friedlicher, revierbildender Zwergbarsch
Schwierigkeit Haltung  für Anfänger
Schwierigkeit Zucht leicht
Futter
Allgemein Kleines Lebend- und Frostfutter wie Mikrowürmer, Essigälchen, Artemia-Nauplien, Cyclops und Daphnien.
Nachwuchs Die Larven fressen anfänglich Kleinstlebewesen der Begleitfauna, ab ca. 7-9 Tagen auch Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Sollten sie zur Aufzucht gezielt umgesetzt werden, ist es ratsam, dafür ein sehr gut eingefahrenes Aquarium zu nutzen, alternativ aber die Alttiere nach dem Schlupf umzuquartieren.

Die meisten im Handel erhältlichen Tiere sind Wildfänge, es werden aber auch Nachzuchten angeboten. Die Wildfänge gehen so gut wie gar nicht an Frostfutter, so dass man hier auf Lebendfutter angewiesen ist. Grundsätzlich kann man die Ernährung mit Artemia-Nauplien sicher stellen. Aber auch Mikrowürmer, Mikrofexe, Tubifex, weiße Mückenlarven, Cyclops, Essigälchen und kleine Daphnien sind gern gesehen. Prinzipiell fressen die Scarlets alles, was sich bewegt und ins Maul passt.

Um die Tiere an Frostfutter zu gewöhnen, kann man zu Beginn Lebendfutter mit kleinen Frostfuttersorten mischen und die Strömung etwas erhöhen, so dass es aussieht, als würde sich das Futter bewegen. Später gibt man dann nur Frostfutter. Keine Sorge, wenn die Tiere zu Beginn nicht an das Futter gehen. Die können auch ein paar Tage ohne Fressen auskommen. Man muss nur darauf achten, dass die Reste nicht am Boden liegen bleiben.

Trockenfutter wird nicht angenommen.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe bis ca. 3 cm
Alter 2-3 Jahre
Vergesellschaftung Ein friedlicher Zwergbarsch, der mit Wirbellosen und anderen ähnlich kleinen Friedfischen vergesellschaftet werden kann.
Haltungsempfehlung 6, besser 8-10 Tiere aufwärts.

 Es empfiehlt sich eine Gruppenhaltung von mindestens 6 Tieren, wobei möglichst ein Weibchenüberschuß vorhanden sein sollte.  Hierbei sollte das Becken über Freiflächen zur gesellschaftlichen Begegnung, sowie über stark verkrautete Ecken zur Deckung und zum Ablaichen verfügen. Sehr vorteilhaft ist es, in einer Ecke einen großen Ballen Moos abzulegen, weil die Dario dario als Dauerlaicher dort ihre Eier hinterlassen.

In freier Natur leben die Red Scarlets in Vallisnerien"wäldern". Das behagt ihnen im Aquarium ebenso. Es ist wichtig für die gesamte Gruppe, für dichte Rückzugsmöglichkeiten zu sorgen. Die Männchen danken dies mit tollen Farben, während sie in zu nackten Becken oft ihre Färbung unterdrücken, um Stress mit Nebenbuhlern aus dem Weg zu gehen.

Hält man Garnelen mit ihm Aquarium, kann man davon ausgehen, dass nicht viele Jungtiere bei den Dario dario hochkommen, da Garnelen das Becken recht akribisch absuchen und von Kaviar schwer begeistert sind. 
Die Blaubarsche werden nur ganz junge Garnelen fressen und sie sind nicht die beweglichsten Räuber, die sich sonderlich bemühen. Das heißt, bei einem gut verkrauteten Becken werden durchaus Garnelen hochkommen.

In seinem ursprünglichen Habitat bewohnt der Zwergblaubarsch sehr klare und leicht saure Flüsse und Teiche, die eine sehr dichte Unterwasservegetation, sowie sandige Böden aufweisen.

Empfehlenswert ist es daher, ihn nach Erwerb auch ähnlich seines Habitats in leicht saurerem Aquarienwasser einzugewöhnen, das langsam aufgehärtet werden kann. Wasserwechsel mit Temperatur- und Härtegradschwankungen können sich positiv auf die Zuchtbereitschaft auswirken.

Dario sind erstaunlich anpassungsfähig ans Wasser. Ich habe schon Tiere in Brackwasser gefunden, weil ich nach der Aufzucht von Dario dario das Becken für Brackwasserlarven eingerichtet habe und ein paar Eier der Scarlets im Becken geblieben sind. Die schlüpfen und wachsen dort ohne Probleme. Lediglich auf die Geschlechterverteilung hat dies Auswirkungen. Bei etwas härterem und wärmeren Wasser entwickeln sich mehr Männchen, in weichem, kühlem Wasser mehr Weibchen.

Systematik
Familie Badidae - Blaubarsche
Gattung Dario
Trivialname Red Scarlet, Zwergblaubarsch, Scharlachroter Zwergbarsch

Wissenschaftlicher Name
Dario dario Hamilton, 1822

Herkunft (Wildform)
world_map_sulawesi
Nordöstliches Indien, Westbengalen, Assam

In seinem ursprünglichen Habitat bewohnt der Zwergblaubarsch sehr klare und eher saure Flüsse und Teiche, die eine sehr dichte Unterwasservegetation, sowie sandige Böden aufweisen.

Empfehlenswert ist es daher, ihn nach Erwerb auch ähnlich seines Habitats in eher saureres Aquarienwasser einzugewöhnen, das langsam aufgehärtet werden kann. Wasserwechsel mit Temperatur- und Härtegradschwankungen können sich positiv auf die Zuchtbereitschaft auswirken.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Gut eingefahrenes Aquarium mit viel Mulm
Fortpflanzung Eierleger
Dauer bis zum Schlupf ca. 2-3 Tage bis 12 Wochen (u.a. temperaturabhängig)
Gelege-/Wurfgröße Dauerlaicher

Um die Tiere in Laichbereitschaft zu versetzen, sollten sie gut gefüttert werden und von evtl. Parasiten befreit sein. Wildfänge kommen häufig mit Nematodenbesiedelung, was die Laichfähigkeit stark beeinträchtigt.

Die Männchen führen Kommentkämpfe auf, indem sie sich mit den Flanken gegenüber stehen und heftig die Flossen aufstellen und sich gegenseitig hin- und her verfolgen. Die Weibchen signalisieren ihre Laichbereitschaft (mehrmals täglich) und werden von den Männchen ins Dickicht getrieben.
 
Das Weibchen legt die Eier in feine Pflanzen, die Jungtiere sind sich selbst überlassen und halten sich vorerst bodennah auf, wo sie sich von Hüpferlingen und anderen Kleinstkrebsen ernähren. Manchmal kleben sie auch an der Aquarienscheibe. Sie sind ca. 2,5 mm lang und sehr dünn und unbeweglich, was sie vor Jägern schützt. Man kann sie in einem gut verkrauteten Becken getrost im Haltungsbecken aufwachsen lassen. Das ein oder andere, unvorsichtige Jungtier wird vielleicht einem Alttier zum Opfer fallen, aber die meisten werden auch dort groß.
 
Sobald die Jungtiere sich schwimmend fortbewegen, können sie mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Mikrowürmchen sollten man möglichst vermeiden, weil diese mehr Fett als essentielle Nährstoffe enthalten. Dies geht am Ende auf Laichbereitschaft und Lebenserwartung.
 

Nach ungefähr 2-3 Tagen verlassen sie den Boden und schwimmen an Pflanzen oder die Aquarienscheibe auf. Ab diesem Zeitpunkt können sie mit Mikrowürmern und ersten Nauplien angefüttert werden.

Einen ausführlichen Zuchtbericht und mehr findet ihr unter Haltung und Zucht, Dario dario

 

Autor: Jutta Bauer
Co-Autor: Lou Herfurth

Fotos: Lou Herfurth