Neocaridina palmata

Neocaridina palmata

Beschreibung

Früher als Neocaridina cf. zhangjiajiensis bezeichnet, ist diese Zwerggarnelen-Wildform heute als Neocaridina palmata bekannt. Die sogenannte Marmorgarnele ist sehr variabel, es kommen transparente Tiere mit dunklem, feinem Muster vor, aber auch deckend gefärbte braune, schwarze, blaue, fuchsrote und grünliche Garnelen. Die Weibchen haben manchmal einen Rückenstrich. Insgesamt sieht Neocaridina palmata der Algengarnele Neocaridina davidi recht ähnlich, eine zuverlässige Abgrenzung kann man eigentlich nur unter dem Mikroskop treffen. Aus der Wildform von Neocaridina palmata wurden in der Aquaristik diverse Farbschläge herausgezüchtet.

Die Marmorgarnele wurde im Zhangjiajie-Nationalpark in Südchina entdeckt, wo sie in Bächen vorkommt. Sie ist recht anpassungsfähig und stellt keine hohen Ansprüche an die Wasserwerte. Neocaridina palmata kommt auch mit einer sehr großen Temperaturspanne gut zurecht. Fun fact, der mit den Garnelen nichts zu tun hat: Im Zhangjiajie-Nationalpark steht der Skywalk, eine lange gläserne Aussichtsplattform, die auf Youtube öfter zu sehen ist.

Wasserwerte
Gesamthärte 5-30 °dGH
Karbonathärte 3-20 °dKH
pH-Wert 6,0-8,5
Temperatur 10-30 °C (opt. 16-28 °C)
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 20 l
Verhalten sehr friedlich
Schwierigkeit einfach
Futter
Allgemein Alle Sorten Garnelenfutter, gerne auch Mineralfutter, Frostfutter und gefriergetrocknetes Futter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops, Wasserflöhe etc. (sparsam), braunes Herbstlaub, Mulm, geschältes und überbrühtes Gemüse (sparsam), Grünfutter wie Brennnessel, Löwenzahn, Spinat etc. (sparsam), Aufwuchs und andere Biofilme
Nachwuchs Die Jungtiere ernähren sich in der Anfangszeit überwiegend von Aufwuchs und Fressbarem aus dem Mulm, Staubfutter wird gerne genommen

Wie die meisten anderen Zwerggarnelen im Aquarium sind auch Neocaridina palmata Aufwuchsfresser und Resteverwerter. Sie sind Allesfresser und finden im Gesellschaftsaquarium eigentlich immer etwas zu knabbern, da sie Reste des Fischfutters ebenso verwerten wie Algenbeläge und Biofilme. Auch spezielles Garnelenfutter wird sehr gern gefressen. Im Artaquarium muss man gegebenenfalls etwas mehr zufüttern.

In der Natur fressen Neocaridina palmata vorwiegend Aufwuchs, Algen und abgestorbene Reste von Pflanzen sowie ins Wasser gefallenes Laub und hin und wieder auch Insekten oder ihre Larven. Im Aquarium sollte man ebenfalls eher sparsam füttern und dabei eher pflanzliche Kost wählen. Eiweißmangel in der Nahrung kann dazu führen, dass schwächere Artgenossen angefressen werden, dies stellt jedoch eine Ausnahme dar. Sind beispielsweise Posthornschnecken im Aquarium, so werden eher sie angeknabbert. Eiweißreicheres Proteinfutter speziell für Zwerggarnelen, Frostfutter, ungewürzter roher Fisch (wenig!) oder ähnlichem 2x pro Woche gefüttert kann dem vorbeugen.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe Männchen bis ca. 2, Weibchen 2,5 cm, in Ausnahmefällen bis 3 cm
Alter ca. 2 Jahre
Vergesellschaftung Mit Fischen, die den Garnelen nicht nachstellen, mit anderen Garnelenarten, mit Zwergkrebsen, Flusskrebsen, eventuell auch mit Krabben, mit Muscheln und mit friedlichen Schnecken
Haltungsempfehlung Gruppenhaltung von mindestens 5 Tieren aufwärts

Neocaridina palmata passt aufgrund ihrer Vermehrungsfreude und Robustheit sehr gut ins Gesellschaftsaquarium. Die Fischgesellschaft sollte friedlich sein und nicht zu groß. Rückzugsmöglichkeiten sind wichtig: Moose, feinfiedrige Pflanzen, Verstecke wie Höhlen, Wurzeln, Steinaufbauten … all das verschafft den Zwerggarnelen eine Atempause und vor allem nach der Häutung hoch willkommene Verstecke. Braunes Herbstlaub gehört ebenfalls dazu.

Alle in der Aquaristik vorkommenden Arten und Farbvarianten der Gattung Neocaridina kreuzen und mischen sich. Aus der Kreuzung von Neocaridina palmata mit Neocaridina davidi fallen wildfarbene Tiere.

Davon abgesehen ist eine Haltung dieser friedlichen Zwerggarnele zusammen mit anderen Garnelenarten, die ähnliche Ansprüche haben, ebenso unproblematisch wie mit anderen Wirbellosen wie Schnecken oder adulten Flusskrebsen. Die Marmorgarnele ist sehr vermehrungsfreudig und hat daher das Potential, Arten mit weniger hohen Nachwuchszahlen zu verdrängen.

Auch mit Weichtieren, also mit Schnecken oder Muscheln, lässt sich Neocaridina palmata gut vergesellschaften. Es ist möglich, dass Raubschnecken (Clea helena) an lebende Garnelen gehen, mit ihnen sollte man beim Zusammensetzen daher etwas Vorsicht walten lassen.

Systematik
Familie Süßwassergarnelen - Atyidae
Gattung Neocaridina
Art Marmorgarnele, Hong-Kong-Garnele

Wissenschaftlicher Name
Neocaridina palmata (Shen, 1948)), früher Neocaridina cf. zhangjiajiensis

Herkunft (Wildform)
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Südchina

Die sehr variable Marmorgarnele aus Südchina kommt aus einem Gebiet mit gemäßigtem Klima.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Gute Wasserqualität / passende Wasserwerte
Gut eingefahrenes Aquarium mit Mulm / Laub
Staubfutter / Bakterienzusätze für Jungtiere
Fortpflanzung Fortgeschrittener Fortpflanzungstyp, d.h. es werden fertig entwickelte Junge entlassen
Unterscheidung der Geschlechter Weibchen haben einen Eifleck im Nacken beziehungsweise Eier unter dem Hinterleib, der zudem etwas bauchiger wirkt. Die Männchen bleiben kleiner und schlanker.
Tragzeit ca. 4-6 Wochen (u.a. temperaturabhängig)
Jungtierrate variiert nach Weibchengröße.. ca. 25-40 Stk.
Zyklus ca. alle 4 bis 6 Wochen

Neocaridina palmata ist vermehrungsfreudig und robust. Die Zucht gelingt sehr einfach, wenn die Umweltbedingungen für die Marmorgarnele passen und beide Geschlechter in der Zuchtgruppe vorhanden sind.

 

Farbvarianten und Zuchtformen

Neocaridina palmata - White Pearl
White Pearl
Weiße Farbform von N. palmata
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Autor: Ulli Bauer

Fotos: Alena Hein, Ulli Bauer