Amanogarnele

Caridina multidentata

Beschreibung

Weniger auffällig, aber deswegen keineswegs weniger beliebt oder gar langweilig sind die Amanogarnelen – Caridina multidentata. Ihren Namen hat die Amanogarnele von Takashi Amano, der sie als Algenfresser in seinen Aquascapes bekannt gemacht hat. Weitere Namen dieser japanischen Zwerggarnelen sind Yamato-Garnele oder Yamatonuma.

Amanos gehören zum primitiven Fortpflanzungstyp. Die Larven können sich nur in Meerwasser entwickeln, wodurch es sich bei den im Handel verfügbaren Tieren zumeist um Wildfänge handeln dürfte.

Caridina multidentata, in älteren Publikationen noch als Caridina japonica geführt, ist transparent mit einem dunkelbraunen Muster. Bei den Weibchen ist es am unteren Abdomen als schönes Punkt-Strich-Muster ausgeprägt, während die Männchen nur eine Punktzeichnung besitzen. Ein schmaler heller Rückenstrich kann ebenso auftreten wie eine allgemeine rötlich-braune, dennoch transparente Deckfarbe.

Amanos sind tolle Garnelen mit einem hoch interessanten Verhalten, und bei entsprechender Haltung ist es faszinierend, den Tieren zuzuschauen.

Wasserwerte
Gesamthärte 5-30 °dGH
Karbonathärte 3-20 °dKH
pH - Wert 6,0-8,5
Temperatur 10-30 °C

(optimal 16-28 °C)
Unsere Tipps
für Anfänger geeignet ja
Aquariumgröße ab 80 cm
Verhalten recht friedlich, evtl. räuberisch bei kleinen Garnelen / Fischen
Schwierigkeit einfach
Futter
Allgemein Alle Sorten Garnelenfutter, gerne auch Mineralfutter, Frostfutter und gefriergetrocknetes Futter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops, Wasserflöhe, Lebendfutter(!), geschältes und überbrühtes Gemüse (sparsam), Grünfutter wie Brennnessel, Löwenzahn, Spinat (sparsam), braunes Herbstlaub, Mulm, Aufwuchs und Biofilme
Nachwuchs Die Larven im Brackwasser ernähren sich von Schwebealgen und anderem Mikroplankton

Amanos sollten abwechslungsreich gefüttert werden. Neben Laub bieten sich dafür die verschiedenen Garnelenfutter an. Ich bevorzuge Staubfutter, Garnelenpudding, Mineralfutter und gebe meinen Amanos zusätzlich lebende Artemia, denn Amanos sind Sammler und Jäger, die auch vor lebenden kleineren Mitbewohnern wie anderen Zwerggarnelen oder auch Fischnachwuchs im Aquarium nicht Halt machen. Mit der gezielten Fütterung von Lebendfutter ist dem aber gut bei zu kommen. Ich züchte hier insbesondere Artemia als Futter, Wasserflöhe, Grindal und eingeschränkt auch Mückenlarven sind ebenfalls gut als Nahrungsergänzung und zur Befriedigung des Jagdtriebs geeignet.

Zahlen, Daten, Fakten
Größe bis ca. 3 cm, Weibchen bis zu 6 cm oder größer
Alter 6-10 Jahre
Vergesellschaftung mit größeren nicht räuberischen Fischen, mit Zwerggarnelen, Schnecken, Muscheln, Krebsen
Haltungsempfehlung Gruppenhaltung von mind. 8 Stk. aufwärts

Die Haltung von Caridina multidentata ist in einer Gruppe ab 8 Tieren zu empfehlen. Eine Vergesellschaftung auch mit etwas größeren Fischen und Zwerggarnelen ist möglich; es kann beim Fischnachwuchs und sehr kleinen Fischarten und Zwerggarnelen allerdings zu Verlusten kommen. Eine Vergesellschaftung mit Flusskrebsen und Schnecken ist möglich, aber auch hier muss das räuberische Wesen der Amanos berücksichtigt werden. Die Vergesellschaftung mit großen Raubfischen geht wiederum für die Amanos schlecht aus. Leider musste ich selber beobachten, wie Amanos eine Baby-Red-Bee gejagt und gefressen haben. Kürzlich schnappte eine Amano ein adulte Neocaridina davidi unmittelbar nach der Häutung. Ebenfalls beobachtete ich, dass Amanos kleinen Fischnachwuchs aktiv hetzten und erbeuteten

Amanos sind sehr schwimmfreudige Garnelen, die auf keinen Fall in ein Nano-Aquarium gehören und am besten auch erst in Becken ab einer Kantenlänge von 80 cm, noch besser 100 cm, gehalten werden sollten. Meine Tiere leben in einem Becken mit einer Kantenlänge von 150 cm und zeigen sich derart schwimmfreudig, dass der Verkehr auf der Autobahn A1 nicht mithalten kann. Der Einwand "Meine Amanos leben in 54l und sind faul" gilt für mich nicht. Wie soll eine so große Garnele denn in 54 l auch schwimmfreudig sein? "Faule" Amanos aus einem 54 l Becken zeigen sich garantiert ebenso schwimmfreudig wie meine Tiere, wenn man ihnen ein größeres Becken zur Verfügung stellt.

Amanos wird nachgesagt, dass sie gerne so wild und schnell schwimmen, dass sie schon mal aus dem Becken springen. Ein Becken mit Amanos sollte also eine Abdeckung haben.

Systematik
Familie Süßwassergarnelen - Atyidae
Gattung Caridina
Art Amanogarnele, Yamatonuma, Yamato-Garnele

Wissenschaftlicher Name
Caridina multidentata (japonica) Stimpson, 1860

Herkunft (Wildform)
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Japan, Taiwan und Südchina

Ursprünglich stammt die Amanogarnele aus Japan, Taiwan und Südchina, wo sie meist schnellfließende Bäche bewohnt, die in die Meere münden. Im Meer entwickeln sich ihre Larven. Die Garnelen selbst leben nicht im Brackwasser, sie wandern nach ihrer Entwicklung im Meer in die Süßwasserbereiche der Flüsse zurück.

Bedroht sind Amanogarnelen laut ICUN Red List nicht. Caridina multidentata kommt mit einer weiten Temperaturspanne zurecht. Wer die Haltungsbedingungen von Zwerggarnelen wie Neocaridina davidi auf die deutlich größeren und lebhafteren Amanos überträgt, wird diesen Garnelen nicht gerecht werden können.

Nachzucht / Vermehrung
Voraussetzung Brackwasser, Mikroplankton
Fortpflanzung Primitiver Fortpflanzungstyp, d.h. es werden Larven entlassen, die für ihre Entwicklung Brackwasser brauchen
Tragzeit ca. 3-4 Wochen (u.a. temperaturabhängig)
Jungtierrate variiert nach Weibchengröße, ca. 1000-2000 Stk.
Zyklus ca. alle 4 bis 6 Wochen

Amanos vermehren sich nicht in Süßwasseraquarien. Sie entlassen Larven die zu ihrer weiteren Entwicklung Brackwasser bis Meerwasser benötigen. Einen Zuchtbericht findet ihr hier bei uns in der Wiki: Zuchtbericht der Brüder Logemann

 

Autor: Crayfish Mom Katja Overtheil

Fotos: Garnelenhaus