Was ist Phosphat?

1 Was ist Phosphat?

Phosphate sind Salze der Phosphorsäure. In ihrer festen Form (als „Salz“) kommen Phosphate immer in einer Verbindung mit Alkalimetallen wie zum Beispiel Natrium, Calcium oder Kalium vor. Im Wasser gelöst hat Phosphat (PO4) die Eigenschaft, sich besonders gerne an Eisen oder Magnesium zu binden, es ist in dieser Verbindung dann nicht mehr wasserlöslich und fällt als Feststoff aus (setzt sich ab). Eisenphosphat ist nicht mehr im freien Wasser gelöst und nicht mehr pflanzenverfügbar (die sogenannte Phosphatfalle).

2 Bedeutung

Phosphate haben in der Natur eine große Bedeutung für den Aufbau von Strukturen, so bestehen etwa Knochen zu einem großen Teil aus Calciumphosphat, aber auch Pflanzen benötigen Phosphat.

2.1 Überdüngung / Eutrophierung

Durch die Verwendung von Phosphat als Dünger in der Landwirtschaft, wie auch der hohe Anteil in Wasch- und Reinigungsmitteln ergibt sich in natürlichen Gewässern oft das Problem der Eutrophierung, also der Überdüngung mit nachfolgendem "Umkippen", im schlimmsten Fall dem biologischen Tod des Gewässers.

2.2 Schlechter Ruf

Aus den Beobachtungen in der Natur schloss man zunächst, dass Phosphat im Aquarium die Ursache für Algenwuchs sein müsse. Phosphat gilt in der Natur meist als limitierender Faktor, d. h. dieser ist am schlechtesten verfügbar. Pflanzen wachsen aber nur bei ausreichender Versorgung mit allen Nährstoffen (Liebigsches Minimumgesetz), somit begrenzt Phosphat in der Natur das Pflanzenwachstum (und damit auch das Algenwachstum).

3 Phosphat im Aquarium

Der Vergleich eines natürlichen Gewässers mit dem Aquarium hinkt allerdings. Im Aquarium ist meist ein schönes Wachstum von (meist „unechten“) Wasserpflanzen gewünscht, die eine gute Nährstoffversorgung (Nitrat, Phosphat, Kalium, Eisen, CO2) benötigen. Phosphat ist in vielen bepflanzten Aquarien allerdings Mangelware, weshalb die Pflanzen im Wachstum stagnieren. Algen sind viel anpassungsfähiger und können sich von den übrigen Nährstoffen (die die Pflanzen nun nicht mehr verbrauchen können) ernähren, was ihnen einen Vorteil verschafft.

3.1 Ursprung des Phosphats im Aquarium

Phosphat gelangt wie auch Nitrat über die Fütterung ins Aquarienwasser. Futter, besonders Frostfutter, beinhaltet Phosphat, welches jedoch nicht komplett vom Tier verwertet und daher teilweise unverdaut wieder ausgeschieden wird.

4 Polyphosphate

Auch Leitungswasser kann einen hohen Phosphatgehalt aufweisen, da oft insbesondere Polyphosphate von den Wasserwerken gegen ein Verkalken der Rohre eingesetzt werden. Ist der Phosphatgehalt des Leitungswassers zu hoch, ist eine Verwendung einer Osmoseanlage ratsam.

Hinweis: Polyphosphate sind mit aquaristischen Tests für Phosphat nicht messbar, sie werden erst im Aquarium zu „messbarem Phosphat“ reduziert und sind auch erst dann für die Pflanzen verfügbar. Erhitzt man das Wasser vor dem Messen auf über 70 °C, werden die Polyphosphate ebenfalls reduziert. Nach dem Abkühlen sind sie mit handelsüblichen Tests messbar.

5 Problematik

Fehlt den Pflanzen ein Nährstoff, kann überschüssiges Phosphat nicht verbraucht werden – es reichert sich an, füttert die Algen und kann nur über Wasserwechsel (sofern dieses Wasser nicht in gleichem Maße phosphatbelastet ist) reduziert werden. Ein Nebeneffekt ist, dass Phosphat mit Eisen reagiert und ausfällt, wodurch das Eisen als wichtiger Pflanzennährstoff nicht mehr zur Verfügung steht.

5.1 Auswirkungen eines hohen Phosphatwerts

5.1.1 auf Aquarienpflanzen

Für Pflanzen optimale Phosphatwerte im Aquarienwasser liegen (je nach Nährstoffsituation) zwischen 0,1 und 1,5 m/l. Wird dieser Wert stark überschritten, kann es zu Problemen beim Pflanzenwachstum kommen, da zu viel Phosphat die Aufnahme von anderen Nährstoffen behindert.

5.1.2 auf Krebstiere

Bei Garnelen und Krebsen führt ein hoher Phosphatwert zu Häutungsproblemen und Missbildungen nach der Häutung. Für Jungtiere, die sich noch öfter häuten, ist dies oft ein Todesurteil. Zu viel Phosphat im Wasser schränkt den Zuchterfolg ein. Oft tritt ein hoher Phosphatwert gleichzeitig mit hohen Nitratwerten und einer erhöhten Keimdichte auf, vor allem dann, wenn die Ursache mangelnde Beckenhygiene und fehlende Wasserwechsel sind.

6 Den Phosphatwert bestimmen

Der Phosphatwert des Wassers kann durch Tröpfchentests oder Streifentests gemessen werden, wobei die Tröpfchentests für die genaue Bestimmung besser geeignet sind.

Zu hohe Phosphatwerte von über 0,2 mg/l im Aquarienwasser sollten gesenkt werden. Methoden und Möglichkeiten findet ihr in unserem Artikel "Phosphat senken".

7 Pflanzennährstoff PO4

Phosphat wird gezielt als Pflanzennährstoff in bepflanzten Aquarien und Aquascapes eingesetzt. Dieses Thema behandeln wir in der Garnelenhaus Wiki im separaten Artikel "Phosphat als Pflanzennährstoff".

 

Autor: Ricardo Castellanos

Quelle: Relations between trophic state indicators and plant biomass in Florida lakes; Roger W. Bachmann, Christine A. Horsburgh, Mark V. Hoyer, Laura K. Mataraza & Daniel E. Canfield, Jr.

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