Zwei fremde Stämme zusammengewöhnen

Zur Vorbeugung gegen eine bakterielle Unverträglichkeit (BU) respektive eine Kreuzverkeimung beim Zusammensetzen zweier fremder Stämme hat sich eine Quarantäne bewährt. Das klappt sowohl beim Eingewöhnen neuer Garnelen, die man zu einem bereits bestehenden Stamm dazusetzen möchte, als auch, wenn man zum Beispiel verschiedenfarbige Neocaridina davidi aus verschiedenen Quellen in einem neu eingerichteten Aquarium zusammen einsetzen möchte. (Welche Farbschläge hier miteinander gehalten können, ohne dass es zu wildfarbenen Garnelen kommt, erfahrt ihr übrigens hier: "Neocaridina-Farbschläge kurz erklärt".) 

Am besten funktioniert eine Quarantäne übrigens, wenn man etwas Zeit mitbringt.

1 Vorgehen bei einer Quarantäne

Kommen nur einige neue Tiere zu einem bereits bestehenden Stamm, setzt man die "Neuen"  in ein Quarantänebecken, in dem man sie eine Weile separat halten kann. In dem grün markierten verlinkten Artikel zum Quarantänebecken erklären wir genau, wie so ein Quarantänebecken aussehen muss. Selbstverständlich sollte wie immer eine sorgfältige Eingewöhnung der neuen Garnelen ins Aquarium vorgenommen werden.

Wollt ihr zwei neue Stämme in einem neu eingerichteten Aquarium zusammensetzen, könnt ihr einen der neuen Stämme direkt ins Aquarium und den anderen ins Quarantänebecken setzen oder beide neue Stämme zunächst in zwei getrennten Quarantänebecken halten.

Sinnvoll wären zwei getrennte Quarantäneaquarien zum Beispiel, wenn das eigentliche Aquarium noch in der Einfahrzeit ist oder wenn ihr 100%ig sichergehen wollt, dass euch die "Neuen" keine Parasiten wie Saugwürmer mitbringen, die ihr später mühsam wieder aus dem Aquarium entfernen müsst oder deren Behandlung (zum Beispiel mit Kochsalz) eure neuen Aquarienpflanzen schädigen könnte.

Sinnvollerweise beobachtet man die Garnelen in der Quarantäne nun erst einmal für eine Woche oder zwei. Zeigen sich Parasiten wie Saugwürmer, Holtodrilus oder Planarien oder Aufsitzer wie Glockentierchen? Seht ihr Zeichen einer bakteriellen Infektion, Rostflecken, Brandflecken oder einer Muskelnekrose? In der Quarantäne kann man deutlich einfacher behandeln als später im Aquarium, also gut hinschauen!

2 Zusammengewöhnen

Habt ihr in den ein oder zwei Wochen getrennter Haltung keine Probleme festgestellt, könnt ihr anfangen, zwischen dem Zielaquarium mit dem alteingesessenen Stamm und dem Quarantänebecken mit den neuen Garnelen beziehungsweise zwischen den beiden Quarantänebecken zwei Wochen jeden Tag eine halbe Tasse Wasser und ein paar (wirklich nur ein paar!) Flöckchen Mulm hin und her zu tauschen. Dadurch kommen die jeweils fremden Bakterien zu den Tieren, und das Immunsystem der Garnelen kann sich langsam auf die andere Keimbelastung  einstellen.

Wer auf der absolut sicheren Seite sein will, macht vor dem Zusammensetzen noch einen Wasserwechsel von 80% im Zielaquarium und saugt dabei idealerweise auch noch den Boden ab. So wird die Keimdichte nochmals drastisch reduziert, was das Immunsystem der Zwerggarnelen im Aquarium entlastet und ihnen durch die stressige Zeit des Umsetzens helfen kann.

 

Autor: Ulli Bauer

Fotos: Garnelenhaus

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